Studie: 12- bis 17-Jährige trinken weniger Alkohol

Symbolbild: Zwei Mädchen und ein Junge mit Alkopops-Flaschen

Studie: 12- bis 17-Jährige trinken weniger Alkohol

  • Kinder und Jugendliche trinken weniger Alkohol
  • Ergebnis des aktuellen "Alkoholsurveys"
  • Experte Hallmann gibt keine Entwarnung

Ein Fläschchen Bier für den Weg, ein Glas Wein zum Essen – Alkoholtrinken ist in Deutschland gesellschaftlich weitgehend akzeptiert. Doch schon bei Kindern und Jugendlichen kann Alkohol ein Problem sein.

Am Mittwoch (08.05.2019) ist der zweijährliche "Alkoholsurvey" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung vorgestellt worden. Das ist eine deutschlandweite Befragung von 12- bis 25-Jährigen zum Alkoholkonsum. Demnach trinken 8,7 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal wöchentlich Alkohol. Das sei der seit Jahren niedrigste Wert.

"Weniger Rauschtrinken"

Hans-jürgen Hallmann, Ginko-Stiftung für Prävention

Experte Hans-jürgen Hallmann

Zur Einschätzung der Ergebnisse hat WDR 5 den Leiter der Ginko-Stiftung für Prävention, Hans-Jürgen Hallmann, befragt. Die Stiftung ist Träger der Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung NRW.

WDR: Die Befragung hat ergeben, dass der Alkoholkonsum bei den 12 bis 17-Jährigen rückläufig ist. Deckt sich das mit Ihren Erfahrungen?

Hans-Jürgen Hallmann: Das ist richtig. Gerade im Jugendbereich stellen wir fest, dass weniger getrunken wird, dass auch weniger Rauschtrinken fabriziert wird. Da haben wir eine leichte Entspannung.

Allerdings: In der Altergruppe der 18- bis 25-Jährigen ist es nach wie vor zu hoch.

WDR: Wenn man an den Wochenenden auf die Partymeilen der Großstädte oder die Clubs in der Provinz geht, hat man einen anderen Eindruck.

Hallmann: Die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen erreichen wir nicht so gut. Aber bei den Jüngeren ist es so, dass das Jugendschutzgesetz stärker beachtet wird, und die Maßnahmen im Präventionsbereich stärker wirken.

WDR: Warum ist das so?

Hallmann: Wir haben im Schulbereich und im Jugendfreizeitbereich verschiedene Programme, die sich spezielle an Kinder und Jugendliche richten.

Leere Alkoholflaschen

"Kenne dein Limit"

Neben der bundesweiten Aktion "Kenne dein Limit" haben wir unter anderem ein Programm, in dem Jugendliche, die im Krankenhaus landen, von Fachkräften besucht werden, um über ihren Konsum zu sprechen. Auch die Kontrollen wurden verstärkt, zum Beispiel im Karneval.

WDR: Und die über 18-Jährigen erreicht man nicht so gut?

Hallmann: Das ist schwierig. Die über 18-Jährigen erreichen wir kaum mehr in der Schule. Hier muss die Prävention über Betriebe und Berufsschulen laufen. Dafür wird es demnächst ein Programm geben.

WDR: Ab wann sollten Eltern bei Jugendlichen beim Thema Alkohol aufmerksam werden?

Hallmann: Grundsätzlich sollen Eltern immer wachsam sein. Sie sollen mit ihren Kindern immer reden, auch über deren Partys. Und wenn mal getrunken wurde, soll auch über die Gründe gesprochen werden.

Ansprache ist sehr wichtig: Jugendliche und ihre Eltern müssen im Gespräch bleiben.

3 Dinge über Alkohol

WDR 5 Quarks - Drei Dinge zum Weitersagen 18.04.2019 03:53 Min. WDR 5

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Stand: 08.05.2019, 10:00

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