Aus für A380 - NRW-Firmen entspannt

  • A380-Aus keine Überraschung
  • Zulieferer haben sich vorbereitet
  • Wirtschaftliche Folgen teilweise unklar

Überpünktlich setzt die Emirates-Maschine aus Dubai zur Landung an. Für die Flugzeug-Fans auf der Aussichtsplattform des Düsseldorfer Airports ist es einer der Höhepunkte an diesem Donnerstag (14.02.2019): der A380, ein Flieger der Superlative - über 70 Meter lang, 80 Meter Spannbreite, zwei Stockwerke hoch. Doch gleichzeitig ist es ein rabenschwarzer Tag für die Fans. Wenige Stunden zuvor hat Airbus das baldige Aus für das Modell A380 bekanntgegeben.

Trotz aller Bewunderung für den Koloss zeigen die Menschen auf der Aussichtsplattform Verständnis für die Entscheidung des Konzerns. Spritfresser wie die A380 seien einfach nicht mehr zeitgemäß, heißt es. Das Ende sei absehbar gewesen.

Aachener Firma hat Einbruch schon hinter sich

Ein Airbus A 380 der Emirates rollt auf dem Flughafen in Düsseldorf unter zwei Wasserfontänen durch | Bildquelle: dpa/Federico Gambarini

Auch für die Aachener Firma Lauscher Präzisionstechnik kommt die Airbus-Entscheidung nicht überraschend. Das Unternehmen stellt Bauteile für die Verriegelung der A380-Türen her. "Bereits 2018 hatten wir einen massiven Auftragseinbruch, weil die Airbus-Tochter, an die wir liefern, aus Kostengründen nach Indien verlagert wurde", sagte Geschäftsführer Thomas Lauscher am Donnerstag dem WDR.

Die Einstellung der A380-Produktion werde daher nur drei Prozent des gesunkenen Umsatzes ausmachen. Zuvor seien jährlich 30 Flugzeuge produziert worden, 2019 und 2020 seien es nur noch jeweils sechs. Lauscher hatte bereits früh reagiert und das Personal von 60 auf 42 Mitarbeiter reduziert.

Kein Problem für Metallverarbeiter aus Meinerzhagen

"Persönlich finde ich das Aus für die A380 sehr schade", sagt auch Hinrich Mählmann, Geschäftsführer der Otto Fuchs KG aus Meinerzhagen. Der mittelständische Metallverarbeiter stellt zum Beispiel Komponenten von Flügeln, Türen und Fenstern für den A380 her.

"Wir sind ja nicht nur für Airbus tätig, sondern auch für andere Flugzeughersteller wie Boeing oder Bombardier", erklärt Mählmann. Man habe sich längst auf die neue Situation am Markt eingestellt.

Hoffnung auf anderes Airbus-Modell

Kein Grund zur Sorge, heißt es auch bei Taijin Carbon, einem in Heinsberg und Wuppertal ansässigen Hersteller von leichten Kohlestofffasern. Nur rund zehn bis 15 Tonnen bei einer Jahresproduktion von 1.800 Tonnen sei für den A380 bestimmt, teilt das Unternehmen am Donnerstag mit. Man gehe außerdem davon aus, dass die Ausfälle durch eine verstärkte Produktion des A350 ausgeglichen werden können.

Zeitenwende in der Luftfahrtindustrie - Ende des A380 WDR 5 Profit - Topthemen aus der Wirtschaft 14.02.2019 03:30 Min. Verfügbar bis 14.02.2020 WDR 5

Download

Manche Firmen schweigen

Unklar ist, ob die anderen Airbus-Zulieferer ebenso entspannt sein können. Der WDR hatte am Donnerstag zahlreiche Unternehmen um eine Stellungnahme gebeten - die meisten wollten sich nicht äußern.

Die Flugzeug-Fans in Düsseldorf werden übrigens wohl nicht so bald Abschied nehmen müssen. Bis auf Weiteres bleibt der A380 zum Beispiel auf der Strecke nach Dubai im Einsatz - auf den Flughäfen der Welt wird der Riesenflieger wohl noch Jahrzehnte unübersehbar bleiben.

Aus für A380: Großraumflugzeug unwirtschaftlich WDR 2 14.02.2019 03:22 Min. Verfügbar bis 14.02.2020 WDR 2

Download