Wohnungsmangel in NRW: Meldepflicht für Airbnb?

Meldepflicht für Airbnb gefordert 00:27 Min. Verfügbar bis 20.01.2021

Wohnungsmangel in NRW: Meldepflicht für Airbnb?

Von Jörn Seidel und Oliver Strunk

  • Düsseldorfs OB fordert Meldepflicht für Airbnb
  • Kritik an Portalen: Belasten den Wohnungsmarkt
  • Auch andere Kommunen diskutieren über Meldepflicht

Ist die Wohnungssuche in NRW auch deshalb so schwierig, weil viele Unterkünfte über Airbnb vermietet werden? Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat am Montag (20.01.2020) eine Meldepflicht für solche Portale gefordert. Was steckt dahinter?

Worin besteht das Problem?

Wohnungsknappheit, Rekordmieten und wenige Neubauten: In manchen NRW-Zentren ist der Wohnungsmarkt extrem angespannt. Gleichzeitig boomt das Geschäft von Vermittlungsplattformen wie Airbnb, Wimdu oder 9flats.

Problem: Viele der angebotenen Wohnungen würden von den Vermietern nicht selbst bewohnt und dem Wohnungsmarkt entzogen, so Kritiker. Als unproblematisch gilt, die eigene Wohnung ab und an für ein paar Wochen zu vermieten.

Kommentar: Sollte man Airbnb an die Kette legen?

WDR 4 Zur Sache 20.01.2020 02:19 Min. Verfügbar bis 20.01.2021 WDR 4

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Stimmt der Vorwurf?

Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Der Immobilienmakler GBI recherchierte 2016: Anbieter wie Airbnb würden dem Wohnungsmarkt 46.400 Unterkünfte entziehen. Allerdings sind darunter auch sehr kleine, mitten in der City – ob sie dem Markt fehlen, ist fraglich.

Airbnb hielt 2019 mit einer Studie dagegen. Demnach liegt die Zahl der Wohnungen, die jährlich mehr als sechs Monate vermietet werden, zum Beispiel in Hamburg und München bei nur sechs Prozent.

An welche Regeln muss sich Airbnb bereits halten?

In Köln, Düsseldorf, Bonn, Dortmund und anderswo gibt es schon kommunale Regeln. Demnach darf Wohnraum nicht über große Zeiträume über Portale wie Airbnb vermietet werden. Die Kontrolle ist jedoch schwierig.

Ein anderes Modell besteht in Hamburg. Dort muss sich jeder Vermieter zunächst bei der Stadt registrieren. Erst dann dürfen die Portale eine Mietanzeige zulassen. Laut NDR hat aber auch dieses Modell Lücken.

Was wird jetzt gefordert? Wie sind die Reaktionen?

In einem Beitrag für den "Kölner Stadtanzeiger" vom Montag (20.01.2020) fordert Geisel von der Landesregierung zur besseren Kontrolle eine Meldepflicht für die Portale. Sie sollten Kommunen mitteilen, wie oft und wie lange eine Wohnung vermittelt wurde.

Eine solche Meldepflicht fehle in der Tat, heißt es von der Stadt Bonn. Die Stadt Köln sehe es genauso und unterstütze daher die Einführung einer Anzeige- und Registrierungspflicht, sagte eine Sprecherin dem WDR.

"Diese Pflicht hätte viele Vorteile", sagte auch ein Sprecher des Hotelverbands Dehoga NRW auf Anfrage. Ebenso begrüßt der Deutsche Mieterbund NRW Geisels Forderung, teilte eine Sprecherin dem WDR mit.

Heimatministerin reagiert

Die Adressatin von Geisels Forderung, NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU), sagte dem WDR: Sie unterstütze die Kommunen "in ihren Handlungsmöglichkeiten zur Regulierung der Kurzzeitvermietung". Auch ohne neues Landesgesetz gebe es da noch Spielraum, ergänzt ihr Sprecher.

So könnten die Kommunen die Vermieter dazu verpflichten, sich zu registrieren und ihre Nummer in der jeweiligen Wohnungsanzeige zu veröffentlichen. Das würde die Kontrollen der Kommunen erleichtern. Ein Gegenvorschlag im Sinne des Hamburger Modells.

Stand: 21.01.2020, 14:15

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