Investitionen in Afrika: NRW-Unternehmen sehen Potential

Eine Kinderhand lehnt an einem beleuchteten Globus

Investitionen in Afrika: NRW-Unternehmen sehen Potential

  • Afrika wird als Markt für Unternehmen in Nordrhein-Westfalen interessanter
  • Chancen in den Bereichen Infrastruktur, Maschinenbau und Digitalisierung
  • Besonders enge Verbindungen zwischen NRW und Ghana

Afrikanische Länder werden für Unternehmen in NRW immer interessanter. Im Interview erklärt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Dortmund, Wulf-Christian Ehrlich, wieso Kooperationen und Investitionen für NRW-Unternehmen aussichtsreich sein können.

WDR: Die Kanzlerin wirbt für mehr Investitionen in Afrika. Lohnt sich das für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen?

Wulf-Christian Ehrich: Generell kann man sagen, Afrika entwickelt sich positiv. Es gibt zwar Schwankungen, aber es ist eher konstant ein Weg nach oben.

Investition und Perspektive: Afrika und die deutsche Wirtschaft

WDR 5 Morgenecho - Interview 19.11.2019 06:30 Min. Verfügbar bis 17.11.2020 WDR 5

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WDR: Welche Erfahrungen haben Unternehmen aus NRW schon in Afrika gemacht?

Ehrich: Traditionell ist Südafrika das Land mit den meisten außenwirtschaftlichen Aktivitäten der NRW-Wirtschaft, schon seit vielen Jahrzehnten. Außerdem sind zum Beispiel viele Automobilzulieferer oder Produzenten aus dem Lebensmittelbereich schon länger in nordafrikanischen Ländern aktiv. In den letzten Jahren hat aber auch Subsahara-Afrika aufgeholt, das wird deshalb auch für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen immer interessanter. Ein Beleg dazu: Das Netzwerk unserer Auslandshandelskammern, das wir in den letzten Jahren ganz stark südlich der Sahara aufgebaut haben. Das zeigt, dass das Interesse der regionalen Wirtschaft da ist.

WDR: Für welche Branchen ist Afrika besonders interessant?

Wulf-Christan Ehrich

Wulf-Christan Ehrich - stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Dortmund

Ehrich: Weil Megastädte in Afrika eine besonders große Rolle spielen, sind die Branchen Infrastruktur und Bauen ganz wichtige Ziele für Investitionen aus Nordrhein-Westfalen. Weil Afrika jetzt auch anfängt, sich immer weiter zu industrialisieren und eigene Produktionen aufzubauen, können Maschinenbau-Unternehmen Interesse am afrikanischen Markt haben. Weitere Themen sind Landwirtschaft, Energie und Wassergewinnung.

WDR: Wer ist schon aktiv?

Ehrich: Beim Thema Wasserversorgung gibt es natürlich namhafte Pumpenhersteller aus NRW, die ihre Produkte auch in Afrika zur Anwendung bringen. Das gilt auch für pharmazeutische Unternehmen, um nur zwei Beispiele zu nennen.

WDR: Zwei Felder werden gerade als aussichtsreiche Zukunftsmärkte oft genannt: klimafreundliche Technologien und die Digitalisierung.

Ehrich: Den Trend sehen wir auch. Beim Thema erneuerbare Energien können wir in NRW hervorragende Produkte und Dienstleistungen anbieten. Da ist der afrikanische Markt von großer Bedeutung. Unsere Unternehmen sind da auch schon zum Teil vor Ort. Bei der Digitalisierung wird es vor allem für junge Start Up-Unternehmen interessant.

WDR: Wo gibt es besonders enge Kontakte zwischen NRW und Afrika?

Ehrich: Zwischen Nordrhein-Westfalen und Ghana besteht eine Partnerschaft. Beim letzten deutsch-afrikanischen Wirtschaftsforum war der ghanaische Staatspräsident auch hier in Dortmund zu Gast. Ghana ist ein Land, das sich sehr positiv entwickelt hat. Da gibt es schon seit Jahrzehnten engere Beziehungen. Die haben sich immer weiter verfestigt.

Das Interview führte Peter Neuhaus.

Deutscher Schnaps aus Kigali - Vorbild für den "Compact with Africa"?

WDR 5 Profit - aktuell 19.11.2019 03:21 Min. Verfügbar bis 18.11.2020 WDR 5

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Stand: 19.11.2019, 19:50

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