Frauenrechtlerin Ghafari aus Afghanistan in NRW eingetroffen

Auf dem Bild ist Zarifa Ghafari zu sehen.

Frauenrechtlerin Ghafari aus Afghanistan in NRW eingetroffen

Die Landesregierung hat angekündigt, 1.000 Plätze für afghanische Frauen zur Verfügung zu stellen. Nun kam die Frauenrechtlerin Ghafari nach NRW.

Keiner weiß, wie lange die Evakuierungsflüge vom Kabuler Flughafen in Afghanistan noch möglich sind. Die Taliban haben bereits klar gemacht, dass am 31. August damit Schluss sein soll. Derzeit laufen Gespräche über eine Verlängerung der Mission. Die Bundeswehr hat bislang etwa 3.800 schutzbedürftige Personen evakuieren können, darunter 351 deutsche Staatsbürger.

Frauenrechtlerin in Köln/Bonn angekommen

Eine davon ist die afghanische Frauenrechtlerin Sarifa Ghafari, die vor den radikalislamischen Taliban geflohen ist. Zusammen mit Familienmitgliedern landete Ghafari am Montagabend am Flughafen Köln/Bonn. Anschließend traf sie NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet.

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Ghafari sagte, dass sie der deutschen Regierung "sehr, sehr dankbar" sei, dass sie ihr und ihrer Familie das Leben gerettet habe. Sie betonte, dass sie nicht als Migrantin in Deutschland sei. "Ich bin hier, um mich stark zu machen für 99 Prozent der afghanischen Bürger, denen es nicht möglich ist, aus ihren Häusern zu kommen oder die Frauen, die nicht arbeiten dürfen, die Frauen, die ihre Meinung nicht sagen dürfen." In den kommenden Tagen wollen sie viele Gespräche führen.

Jüngste Bürgermeisterin Afghanistans

Mit 26 Jahren wurde Ghafari 2018 Bürgermeisterin der afghanischen Stadt Maidan und galt damit als die jüngste Bürgermeisterin und eine der wenigen weiblichen Stadtoberhäupter des Landes überhaupt. Zudem gründete sie die Organisation Unterstützung und Förderung afghanischer Frauen ("Assistance and Promotion of Afghan Women"). Vergangenes Jahr zeichnete das US-Außenministerium sie für ihren Mut aus. Im Juli wurde ihr der Menschenrechtspreis der Frankfurter Ingrid-zu-Solms-Stiftung für ihren Einsatz für Frauenrechte in Afghanistan verliehen.

Auf dem Bild sind Laschet und Zarifa Ghafari zu sehen.

Ministerpräsident Laschet trifft Frauenrechtlerin Ghafari

Die 1992 geborene Frau hatte laut einem Bericht der "Bild am Sonntag" erst vergangene Woche unter dramatischen Umständen den Flughafen Kabul erreicht. Von dort war sie über Islamabad nach Istanbul ausgeflogen worden. Am Montagabend landete sie dann in NRW. Laschet nannte Ghafari nach einem Gespräch "eine der engagiertesten Frauen Afghanistans".

NRW will afghanische Ortskräfte aufnehmen

Joachim Stamp im Gespräch

Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp

Laut Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) sind in NRW bislang 39 Evakuierte aus Afghanistan angekommen. Sie seien am Dienstagmorgen in einer zentralen Aufnahmeeinrichtung des Landes in Viersen angekommen. NRW sei bereit, über den üblichen Verteilschlüssel der Bundesländer hinaus weitere Menschen aus Afghanistan aufzunehmen.

Die Landesregierung hatte vergangene Woche erklärt, bis zu 800 Plätze für afghanische Ortskräfte und deren Familienangehörige bereitzustellen. Diese seien bezugsfertig, betonte Stamp. Weitere 1.000 Plätze will das Land schutzbedürftigen Personen zur Verfügung stellen, insbesondere Frauen wie bedrohten Bürgerrechtlerinnen, Menschenrechtsaktivistinnen, Künstlerinnen und Journalistinnen.

Was Afghanen betrifft, haben die Taliban allerdings nicht die Absicht, diese ausreisen zu lassen. Das machte Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid am Dienstag auf einer Pressekonferenz deutlich. Man habe lediglich eine Vereinbarung über die Ausreise von Ausländern getroffen, die bis zum 31. August abgeschlossen sein solle. Er glaubt nicht, dass diese Frist verlängert wird.

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Stand: 24.08.2021, 17:30

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