Lauterbach zu Affenpocken: Infizierte mindestens 21 Tage in Isolation

Stand: 30.05.2022, 07:04 Uhr

Wer sich mit Affenpocken infiziert hat, sollte für mindestens 21 Tage in Isolation. Diese Empfehlung gehe an die Bundesländer, so Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Auch Impfstoff sei bestellt worden.

Zum Eindämmen der ersten Fälle von Affenpocken in Deutschland soll für Infizierte generell eine angeordnete Isolation von mindestens 21 Tagen empfohlen werden. Das sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Dienstag am Rande des Deutschen Ärztetages in Bremen. Die Bundesländer erhielten vom Robert Koch-Institut (RKI) eine entsprechende Empfehlung.

Lauterbach: Impfstoff gegen Affenpocken bestellt

Darüber hinaus habe die Bundesregierung 40.000 Dosen eines Affenpocken-Impfstoffs bestellt. Dieser sei für sogenannte Ring-Impfungen vorgesehen, also für Menschen rund um Infizierte, so Lauterbach. Die Impfungen könnten sowohl Ansteckungen vermeiden als auch Ausbrüche der Krankheit nach einer Infektion. Der Impfstoff sei in den USA auch für Affepocken zugelassen, in der EU allerdings nicht.

Die Europäische Kommission hat das Präparat Imvanex bislang nur für Menschenpocken zugelassen. Trotzdem kann es in der EU auch anders eingesetzt werden - die Frage, wer im Fall eines Impfschadens haftet, ist dann allerdings weniger klar.

"Was wir gerade mit den Affenpocken erleben, ist nicht der Beginn einer neuen Pandemie." Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach
Klaus Reinhardt spricht bei einer Veranstaltung.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt

"Was wir gerade mit den Affenpocken erleben, ist nicht der Beginn einer neuen Pandemie", so Lauterbach. Trotzdem müsse man das Problem ernst nehmen. Anstecken könne man sich übrigens nicht nur beim Sex, so Lauterbach. Eine Stigmatisierung von homosexuellen Männern, bei denen das Virus derzeit vermehrt auftritt, sei falsch. Auch Frauen, Kinder und Jugendliche könnten sich anstecken. Eine Übertragung ist generell bei engem Kontakt und über kontaminierte Materialien möglich. Die Weitergabe über die Luft spielt - anders als etwa bei Corona - hingegen kaum eine Rolle. Auch Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat eine Isolation von Menschen, die sich mit Affenpocken infiziert haben, am Rande des Ärztetages empfohlen.

Anfang Mai war ein Affenpocken-Fall in Großbritannien nachgewiesen worden - Experten zufolge kursierte der Erreger da aber wohl bereits in vielen Ländern. Das Virus verursacht nach Angaben von Gesundheitsbehörden meist nur milde Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Hautausschlag. Affenpocken können aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen, in Einzelfällen sind tödliche Erkrankungen möglich. Folgen einer überstandenen Infektion können Narbenbildung und selten auch Erblindung sein.

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