Die Angst fährt mit - wie Verkehr für Radfahrer sicherer werden kann

Eine Radfahrerin steht in der Innenstadt an einer belebten Straߟe neben einem weiߟen Geisterrad, das an eine verunglückte Radfahrerin erinnern soll.

Die Angst fährt mit - wie Verkehr für Radfahrer sicherer werden kann

Von Susanne Schnabel

Bei der ADFC-Umfrage zur Fahrradfreundlichkeit in den Städten kam heraus, dass sich viele Fahrradfahrer im Straßenverkehr nicht sicher fühlen. Für mehr Sicherheit für Radfahrer könnten neue Technologien und mehr Aufklärung sorgen.

Die Note 4,2 gibt es laut neuestem ADFC-Fahrradklima-Test für das Sicherheitsgefühl beim Radfahren in Deutschland. Mehr als zwei Drittel der Teilnehmenden sagen, sie fühlten sich beim Radfahren nicht sicher. Die jüngste Unfallstatistik gibt ihnen Recht: Im vergangenen Jahr sind in NRW 3.897 Pedelec- und 14.916 Radfahrern verunglückt. Insgesamt 76 Menschen kamen dabei ums Leben.

Stadtplaner, Polizei und Wissenschaftler arbeiten seit Jahren daran, dass Radler sicherer unterwegs sind, "denn sie haben nun mal keine Knautschzone", sagt Peter Bandermann von der Dortmunder Polizei.

Lehrfilme statt Verkehrsunterricht wegen der Pandemie

 Ein LKW biegt an einer Kreuzung rechts ab, während ein Schild mit Aufschrift "Toter Winkel" eines Schutzsystems hell aufleuchtet und Fahrradfahrer warnt.

Toter Winkel ist eine große Gefahr

Dortmund landet bei der Umfrage bundesweit auf dem vorletzten Platz der Metropolen. "In den vergangenen Jahren gab es einige schwere Unfälle mit Radfahrern durch abbiegende Lkw", so Bandermann. Rot markierte Radwege, Aufklärungskampagnen sowie kostenlose Schulungen für Rad-, Pedelec- und Lastkraftfahrer sollen die Situation entschärfen. "Abbiegeassistenten könnten die Zahl der tödlichen Unfälle deutlich reduzieren", sagt der Polizeisprecher. Diese Systeme warnen Lkw- oder Busfahrer, wenn beim Abbiegen Fußgänger oder Radfahrer gefährdet würden.

Da wegen der Pandemie keine Verkehrserziehung stattfinden konnte, hat die Polizei Lehrfilme für Kinder gedreht.

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Mit dem "Holländischen Griff" die Autotür öffnen

Ein Fahrradfahrer fährt beinahe gegen eine offene Autotür (Symbolbild).

"Dooring"-Unfälle vermeiden

Ein Alptraum für Radfahrer sind "Dooring"-Unfälle, wenn Autofahrer plötzlich die Tür öffnen. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn rät deshalb zum "Holländischen Griff". Dabei wird die Autotür mit der weiter entfernten Hand geöffnet – also die rechte Hand für die Fahrertür und die linke auf der Beifahrerseite. Dadurch dreht sich der Oberkörper automatisch zur Seite und leitet den Schulterblick ein.

Car-to-Bike-Kommunikation

Ein Fahrbahnmarkierer beim Aufbringen der Fahrrad Piktogramme.

Optimal: Radler und Autofahrer räumlich trennen

Dooring-Unfälle könnten künftig auch durch Sensorsysteme verhindert werden, erklärt Christof Kerkhoff, Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik. "Das Auto bremst die Tür automatisch ab, wenn sich ein Radfahrer nähert", so der Ingenieur. Es würden derzeit viele neue Techniken entwickelt, die die Kommunikation zwischen Autos und Fahrrädern ermöglichen.

Doch die sei nur ein Baustein zu mehr Sicherheit. Der VDI setzt sich für eine Helmpflicht bei Radfahrern ein und plädiert für eine Verkehrstrennung. Kerkhoff: "Statt Mischspuren macht es Sinn, Fahrbahnen für unterschiedliche Verkehrsteilnehmer einzurichten. Insbesondere für diejenigen die schwach und somit verletzungsgefährdet sind."

Mehr Sicherheit für Fahrradfahrer Quarks 10.12.2020 07:46 Min. UT Verfügbar bis 10.12.2025 WDR Von Reinhart Brüning

Stand: 16.03.2021, 11:00

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