NRW-Abfallwirtschaft: Was tut sich beim Müll?

Plastikmüll

NRW-Abfallwirtschaft: Was tut sich beim Müll?

Von Martin Teigeler

  • NRW-Abfallwirtschaft wandelt sich
  • Remondis-Übernahme von DSD umstritten
  • Neue Verpackungsvorschriften ab 2019

Die Müllbranche wandelt sich: Remondis übernimmt den Grünen Punkt. Lidl will ein eigenes duales System einführen. Und ab 2019 gilt ein neues Verpackungsgesetz.

Verpackungsmüll: Recyclingmarkt in Bewegung

WDR 5 Profit - Topthemen aus der Wirtschaft | 11.10.2018 | 04:37 Min.

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Warum übernimmt Remondis den Grünen Punkt?

Der Remondis-Konzern aus Lünen (30.000 Mitarbeiter, sieben Milliarden Euro Umsatz) kauft den Verpackungsmüllentsorger Duales System Deutschland (220 Mitarbeiter, 490 Millionen Euro Umsatz). Die Marke "Der Grüne Punkt" inklusive. Remondis will damit sein Recyclinggeschäft ausbauen. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen.

Duale Systeme sind so etwas wie eine Müllverwaltung - sie beauftragen Müllabfuhren, Sortieranlagen und Entsorger damit, Verpackungsmüll einzusammeln und zu sortieren. Insgesamt gibt es neun, davon sechs in NRW - DSD ist Marktführer.

Wie reagiert die Konkurrenz darauf?

Der Müll-Markt ist umkämpft. Pleiten und Firmen-Übernahmen sind keine Seltenheit. Schon länger wächst die Sorge vor zu marktdominierenden Unternehmen.

Remondis und DSD "könnten sich gegenseitig mit maßgeschneiderten Angeboten versorgen und damit auch den Preis für die Verpackungsentsorgung beeinflussen, den die Verbraucher zahlen", teilt der Verband kommunaler Unternehmen mit und fordert die Wettbewerbshüter auf, die "gefährliche Marktkonzentration" ins Visier zu nehmen.

Bleibt der Auftrag also künftig im eigenen Haus, wenn DSD Remondis-Müllabfuhren beauftragt? Ein Remondis-Sprecher sagt, dass man bei der Abholung eigene Tochterfirmen nicht bevorzugen könne, sondern stets das beste Angebot annehmen müsse.

Was sagt die Politik?

Das NRW-Umweltministerium äußert sich salomonisch. Es sei "nachvollziehbar", dass Remondis und DSD künftig gemeinsam "Wachstumschancen" nutzen wollten. Aber das Ministerium erklärt auch, man werde auf die Einhaltung der Regeln achten.

Was ändert sich noch?

Spricht man mit Branchenkennern, hört man die Deutung, dass der Deal wichtig, aber nicht so bedeutend sei wie sonstige Verwerfungen im Müllgeschäft. Die neue Müll-Strategie von Lidl und Änderungen beim Verpackungsgesetz sind wichtige Punkte.

Vom Kunststoffmüll wird derzeit mehr als die Hälfte verbrannt. Das neue Verpackungsgesetz erhöht ab 2019 die Recycling-Quoten schrittweise auf 63 Prozent. Und derweil steigt der politische Druck der EU, Einweg-Verpackungen ganz zu verbieten.

Im WDR-Interview erklärt der Abfallwirtschafts-Experte des NABU, Michael Jedelhauser, diese Themen.

Stand: 12.10.2018, 10:00

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