ABBA-Comeback: 5 Fakten, die Sie kennen sollten

ABBA-Comeback: 5 Fakten, die Sie kennen sollten

Von Giselle Ucar

ABBA ist zurück! Nach fast vier Jahrzehnten veröffentlicht die schwedische Popgruppe ein neues Album mit dem Titel "Voyage". Doch einiges ist nun anders als früher.

ABBA ist Kult! Mit rund 400 Millionen verkauften Tonträgern haben Agnetha Fältskog (71), Björn Ulvaeus (76), Benny Andersson (74) und Anni-Frid Lyngstad (75) gemeinsam Musikgeschichte geschrieben. Mit Songs wie "Dancing Queen", "Waterloo" oder "Mamma Mia" hat die skandinavische Band vor allem in den 70er Jahren weltweit Erfolge gefeiert. Ihr letzter gemeinsamer Auftritt war im Jahr 1982.

Seitdem hoffen Fans auf ein Comeback - nun wird es Realität. Am Freitag ist ein neuntes Studioalbum von ABBA mit dem Titel "Voyage" erschienen. Fünf Fakten zur Rückkehr von ABBA.

Fakt 1: Keine öffentlichen Auftritte mehr von Agnetha und Anni-Frid

Obwohl Agnetha und Anni-Fried vor vierzig Jahren die absoluten Stars von ABBA waren, meiden sie die Öffentlichkeit seitdem konsequent. Das soll sich auch mit der Veröffentlichung ihres neuen Albums nicht ändern.

Heißt: Es wird keine öffentlichen Auftritte mehr von Agnetha und Anni-Frid zusammen mit ihren Ex-Partnern Benny und Björn geben. Auch beim Comeback von "Wetten dass..?" am Samstag im ZDF haben lediglich die ABBA-Männer an der Seite von Thomas Gottschalk auf der Couch Platz genommen.

ABBA: Pop in Perfektion

Pop und Disco, Liebe und Drama, Glitzer und Fönfrisur: ABBA waren in den 70ern Stilikonen, ihre Hochglanz-Pop-Songs sind bis heute Evergreens. Und ihr Comeback 2021 verblüffte so einige Fans.

ABBA in der Fernsehshow "Am laufenden Band" 1978

Agnetha, Björn, Benny, Anni-Frid – wer mit diesen vier Namen und der daraus abgeleiteten Abkürzung ABBA nichts anfangen kann, hat die letzten Jahrzehnte wahrscheinlich unter einem Stein verbracht, der sich mitten in einem Geröllfeld auf der Rückseite des Mars befindet. Alle anderen wissen natürlich Bescheid über eine der größten Popbands aller Zeiten und diskutieren höchstens darüber, was denn spektakulärer war: die Kompositionen oder die Kostüme.

Agnetha, Björn, Benny, Anni-Frid – wer mit diesen vier Namen und der daraus abgeleiteten Abkürzung ABBA nichts anfangen kann, hat die letzten Jahrzehnte wahrscheinlich unter einem Stein verbracht, der sich mitten in einem Geröllfeld auf der Rückseite des Mars befindet. Alle anderen wissen natürlich Bescheid über eine der größten Popbands aller Zeiten und diskutieren höchstens darüber, was denn spektakulärer war: die Kompositionen oder die Kostüme.

Das erste internationale Ausrufezeichen setzt die schwedische Band 1974 beim Grand Prix de la Chanson. Schon den schwedischen Vorentscheid entscheidet sie mit "Waterloo" für sich. Der Song ist natürlich ein Hit, aber auch die Inszenierung der Band erregt Aufsehen: Das Klavier blau, die Schuhe mit Plateau, die Klamotten bunt und glitzernd.

Wenig später entscheidet ABBA in Brighton mit großem Abstand den Grand Prix für sich. "Waterloo" verkauft sich über fünf Millionen Mal und erreicht sogar in den USA die Top Ten der Charts.

Die Aufteilung innerhalb der Band ist von Anfang an klar: Benny und Björn schreiben die Songs, Agnetha und Anni-Frid singen sie ein und sorgen auch für eine optisch außergewöhnliche Umsetzung.

Dass Björn und Agnetha verheiratet und auch Benny und Anni-Frid seit Jahren ein Paar sind, ärgert zwar das ein oder andere Groupie, doch das allgemeine Interesse an der Band wird dadurch natürlich noch verstärkt: Ist dieser Text auf sie gemünzt? Wie ist sein Blick zu deuten? Warum kommt sie nicht näher? Und würde sie nicht viel besser zu ihm ...?

Was heute kaum mehr bekannt ist: Die Karriere von ABBA in den 1970ern läuft keineswegs immer glatt. Nach dem Erfolg von "Waterloo" gibt es erst einmal eine kleine Durststrecke zu bewältigen. Einzig in Schweden und Australien sind Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid zu dieser Zeit richtig angesagt. Im Rest der Welt sinkt ihr Stern schnell wieder, sie spielen in halbleeren Hallen, manchen gelten sie als harmloses One-Hit-Wonder.

Das ändert sich aber 1976: Am 11. Oktober erscheint "Arrival", das das erfolgreichste Studioalbum von ABBA wird. Schon die Liste der Singles, die aus "Arrival" ausgekoppelt werden, ist beeindruckend: "Dancing Queen", "Money Money Money", "Knowing Me, Knowing You" - allein beim Lesen der Songtitel wird das Ohrwurm-Zentrum im Hirn nachhaltig aktiviert.

"Arrival" verkauft sich millionfach, Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid werden mit dem Album endgültig zu Weltstars.

Bye-Bye Glitzer: Ab Ende der 70er wird der Look der Band etwas gemäßigter ...

... um nicht zu sagen: spießiger. Doch wer Hits wie "Take A Chance On Me", "Gimme! Gimme! Gimme!", "Super Trouper" oder "The Winner Takes It All" veröffentlicht, hat alle Argumente auf seiner Seite.

So gelöst und harmonisch wie auf diesem Bild geht es bei ABBA in der Spätphase der Karriere eher selten zu. 1978 trennen sich Björn und Agnetha, 1981 Benny und Anni-Frid. Doch die Karriere von ABBA soll nicht unter dem privaten Ärger leiden. Die Band entschließt sich zu einem professionellen Umgang miteinander und macht weiter.

Ob es am fehlenden emotionalen Funken zwischen den Bandmitgliedern liegt? Oder an den etwas düstereren und anspruchsvolleren Kompositionen? Fakt ist: ABBAs perfektionistischer Hochglanz-Pop ist in den 80ern nicht mehr so gefragt. Das Album "The Visitors", das Ende 1981 erscheint, wird ein ziemlicher Flop. Aufnahmen zu einem neuen Album im Sommer 1982 scheitern – wenig später gibt die Band bekannt, dass sich die Mitglieder eine "Pause" gönnen. De facto bedeutet das die Auflösung von ABBA.

Dem Erfolg schadet die Trennung aber nicht. Im Gegenteil: Nach der Auflösung sind die Umsätze höher als zu den aktiven Zeiten der Band. Die Songs werden zu Dauerbrennern in Radio, Film und TV, mit "Mamma Mia!" gibt es ein höchst erfolgreiches ABBA-Musical, das später auch verfilmt wird. Und in Stockholm eröffnet 2013 das ABBA-Museum.

Und was ist mit dem von den Fans heiß ersehnten Comeback? Erstmal nichts. Im Jahr 2000 lehnt die Band das Angebot für eine Welttournee ab – obwohl ihr angeblich eine Milliarde Dollar geboten wird. Immerhin: 2016 stehen die vier Mitglieder zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder gemeinsam auf einer öffentlichen Bühne. Gesungen wird dabei aber nicht. Sie wissen offenbar sehr gut, wie man einen Mythos am Leben hält.

Und dann die große Überraschung: Im September 2021 werden neue Songs bei Youtube hochgeladen, auch Shows der Band angekündigt. Allerdings werden dabei nicht Agnetha, Benny, Björn und Anni-Frid live zu sehen sein. Ihren Platz nehmen digitale Abbilder, sogenannte "Abbatare" ein, die als Hologramm-Show auf der Bühne stehen.

Nach fast 40 Jahren Pause erscheint am 5. November 2021 ein brandneues ABBA-Album: "Voyage" stürmt direkt die Charts, und auch der Vorverkauf für die Hologramm-Shows läuft blendend. ABBA bleibt einfach eine Band der Superlative. Wir sagen nur: Thank You For The Music.

Fakt 2: ABBA ist jetzt auch auf Social Media

Ein kleiner Trost für alle Fans, die auf Auftritte von Agnetha und Anni-Frid gehofft hatten: Es gibt aktuelle Bilder von den beiden. Zusammen mit ihren männlichen Band-Kollegen Benny und Björn posieren sie für einen Schnappschuss auf ihrem Instagram-Kanal. Ja, richtig gehört: ABBA ist jetzt auch auf Instagram. Und auf Facebook und Twitter - und sogar auf TikTok.

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Vor ein paar Tagen hat die Band ihre Fans sogar in einem Post aufgefordert, Reaktionen auf das neue Album direkt nach Veröffentlichung um Mitternacht als Video aufzunehmen und in einer eigens dafür gegründeten Facebook-Fan-Gruppe zu posten. ABBA ist also endgültig im Jahr 2021 angekommen.

Fakt 3: "ABBAtare" singen auf Konzerten

Das Foto zeigt Björn Ulvaeus, Agnetha Fältskog, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad, Mitglieder der schwedischen Popgruppe Abba

Dank dieser Ganzkörperanzüge konnten die virtuellen ABBAtare entstehen

Auch die für Ende Mai 2022 angekündigte Multimedia-Show "ABBA Voyage" wird super modern. In einer extra dafür neu gebauten Arena in London werden auf der Bühne Avatare - oder in dem Fall eben "ABBAtare" - zu sehen sein, die zusammen mit einer Live-Band Songs des neuen Albums performen.

Diese virtuellen Abbilder der Band-Mitglieder sehen dabei aber nicht aus, wie Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid heute aussehen, sondern wurden digital verjüngt. So könnten Fans fast den Eindruck haben, auf einem Konzert im Jahr 1979 gelandet zu sein.

Damit das möglich ist, haben die vier Musiker fünf Wochen lang in einem Londoner Studio in Ganzkörperanzügen mit Punkten drauf auf der Bühne gestanden und ihre Songs anstatt vor einem Publikum "vor 75 Typen mit Computer und Hunderten von Kameras" performt, wie Björn Ulvaeus jüngst in einem Interview erklärte.

Fakt 4: Das neue Album klingt fast wie früher

Schon der Titel "Voyage" verrät, dass ABBA mit der aktuellen Platte auf eine "Reise" geht - eine musikalische Reise in die Vergangenheit.
Die neuen Songs haben den typischen 70er-Jahre-ABBA-Sound samt eingängiger Melodien und Ohrwurm-Garantie. Und auch inhaltlich geht es wieder um Themen wie Liebesbeziehungen und Freundschaft. Aber auch - und das ist neu - um Klima und Nachhaltigkeit, z.B. in dem Song "Bumblebee", zu Deutsch "Hummel".

Benny Andersson beim Launch des neuen ABBA Albums in London.

Benny Andersson erzählt vom neuen ABBA-Album

In einem exklusiven ARD-Interview schwärmt ABBA-Mitglied Benny Andersson geradezu von den Insekten: "Wir alle lieben Hummeln. Sie sind eine Metapher für die Umwelt. Wir wollen alle nicht, dass sie aussterben", erklärt er.

"Es gibt diesen Mythos, dass Hummeln den physikalischen Gesetzen trotzen und eigentlich nicht fliegen können, weil ihr Körper zu schwer ist. Aber sie fliegen trotzdem. Sowas mag ich!" Benny Andersson

Dass dieser neue alte ABBA-Stil heute noch funktionieren kann, beweisen auch die Abrufzahlen der Songs "I Still Have Faith In You", "Don’t Shut Me Down" und "Just A Notion", die bereits vor dem Album veröffentlicht und inzwischen millionenfach bei Musik-Streamingdiensten gehört wurden.

Fakt 5: Nach "Voyage" ist Schluss mit ABBA

Das lang ersehnte ABBA-Comeback wird wohl nur von kurzer Dauer sein. Auf eine entsprechende Frage im ARD-Interview, ob dies nun wirklich das letzte Kapitel der ABBA-Geschichte sei, antwortete Benny Andersson: "Das kann ich Ihnen versprechen - this is it!" Mit so einer klaren Aussage dürfte der Run auf die Tickets für die großen ABBA-Shows 2022 in London sogar noch etwas größer geworden sein.

ABBA – wir haben sie getroffen

WDR 4 Alles Musik 05.11.2021 02:12 Min. Verfügbar bis 05.11.2022 WDR 4 Von Andrea Halter


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Stand: 07.11.2021, 09:12

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