Haftstrafe im Aachener "Loverboy"-Prozess

Urteil im Mord an der 15-jährigen Mia

Haftstrafe im Aachener "Loverboy"-Prozess

Von Helga Lennartz-Schwarzkopp

  • Aachener Landgericht fällt Urteil im "Loverboy"-Prozess
  • Drei Jahre und neun Monate für Hauptangeklagten
  • Menschenhandel und Förderung der Prostitution

Das Aachener Landgericht hat im sogenannten Loverboy-Prozess am Dienstag (09.10.2018) die Urteile gesprochen. Der Hauptangeklagte Jens B. muss wegen Menschenhandels und Förderung der Prostitution für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Ex-Neonazi auf der Anklagebank

Der ehemalige Neonazi und Rocker hatte mehrere Frauen für sich anschaffen lassen - die jüngsten waren erst 17 und 18 Jahre alt. Einige taten das, weil sie in Jens B. verliebt waren und ihn nicht verlieren wollten. Sie hofften auf eine gemeinsame Zukunft. Sie seien emotional abhängig von Jens B. gewesen, so die Aachener Richter.

Die Staatsanwaltschaft war in ihrer Anklage davon ausgegangen, dass der 28 Jahre alte Mann die Frauen unter Druck gesetzt habe, er habe unter anderem gedroht, Nacktfotos von ihnen zu veröffentlichen und sie als Prostituierte bloßzustellen.

Vorerst auf freiem Fuß

Davon ging das Gericht letztlich aber nicht aus, die Frauen seien freiwillig anschaffen gegangen. Jens B. habe keine Gewalt ausgeübt.

Er darf bis zum Haftantritt auf freiem Fuß bleiben, dafür muss er eine Kaution von 10.000 Euro hinterlegen. Ein mitangeklagter Freund von ihm wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Stand: 09.10.2018, 20:00

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