Aachen: Schüler gegen Rassismus

Aachen: Schüler gegen Rassismus 03:18 Min. Verfügbar bis 24.03.2022

Aachen: Schüler gegen Rassismus

Von Purvi Patel

Fast 90 Prozent der Schüler am Aachener Geschwister-Scholl-Gymnasium haben Vorfahren, die in Deutschland eingewandert sind. An der multikulturellen Schule gibt es kaum Probleme mit Rassismus.

Rassismus erleben die Schüler aber ausserhalb. Denis Adami, Deutschlehrer und Demokratiebeauftragter an der Schule, versucht deshalb seine Schüler zu stärken. 

Mobbing auf dem Schulweg

Er möchte seinen Schüler mehr als nur Deutsch oder Mathe beibringen. Er möchte sie Wappnen fürs Leben. Er bringt den Kindern bei, wie sie Anfeindungen, Rassismus und Ausgrenzung begegnen können. In seiner fünften Klasse hat das fast jeder Schüler selbst oder bei anderen erlebt. Der 12-jährige Mohammed zum Beispiel erzählt von seinem besten Freund. Auf dem Weg zur Grundschule seien die beiden fast täglich von Mitschülern verfolgt worden. Sie hätten Mohammeds Freund aufgrund seiner Hautfarbe gehänselt und gemobbt. "Er hat oft geweint", erinnert sich Mohammed, „ich war aber immer für ihn da und habe ihn getröstet“. 

Anfeindungen begegnen

Im Unterricht von Denis Adami berichten zahlreiche Schüler von negativen Erlebnissen in ihrer Grundschulzeit. Mangelnde Deutschkenntnisse, die Hautfarbe, der fremd klingende Vorname. Sie wurden angefeindet, weil sie vermeintlich anders sind. Denis Adami redet deshalb mit den Schülern über Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Die Kinder lernen: auch wenn sie äußerlich verschieden sind, sie haben dieselben Hobbys, dasselbe Lieblingsessen. "Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg", sagt der 32-jährige Lehrer: "Die Erfahrungen, die die Kinder am Geschwister-Scholl-Gymnasium machen, sind wichtig. Sie machen hier die Erfahrung, dass sie wertvoll sind, dass ihre Gedanken, ihre Meinungen wertvoll sind. Das nehmen sie mit in ihr Erwachsenenleben."

Problem soziale Medien

Denis Adami bringt seinen Schülern auch bei, wie sie auf Anfeindungen reagieren können. Werkzeuge für das Leben, die die Kinder verinnerlicht haben. "Man muss einen starken Willen haben, sich Hilfe holen und vor allem einen kühlen Kopf bewahren", fasst der 12-jährige Mohammed zusammen. Die größte Herausforderung stehe den 10- bis 12-jährigen noch bevor, sagt Denis Adami: Anfeindungen in den sozialen Medien. Ein gutes Selbstwertgefühl kann helfen, sagt der Lehrer. Doch schützen könne es sie nicht.

Stand: 23.03.2021, 14:26

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