Hochwasserhilfe aus der Luft: Diese Bilder helfen nach der Flut

Luftaufnahmen zeigen den Zustand von Erfstadt vor und nach dem Hochwasser

Hochwasserhilfe aus der Luft: Diese Bilder helfen nach der Flut

Von Damla Hekimoğlu

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt liefert nicht nur Bilder aus dem Weltall, sondern auch aus Katastrophengebieten. Hochauflösende Bilder spielen eine wichtige Rolle bei der Vermisstensuche und Koordination.

„Das Wichtigste ist: Sind Brücken befahrbar oder nicht? Man muss wissen, wenn man einmal verkehrt abbiegt, wie aufwendig Umwege sind und wie viel später dadurch die Hilfe bei den Leuten ankommt.“ Uwe Kippnich arbeitet seit 39 Jahren beim Deutschen Roten Kreuz. Er war nach der Hochwasserkatastrophe mit 150 Helfern unter anderem in Ahrweiler und Altenahr.

Altenburg nach der Unwetterkatastrophe

Lagebesprechung vor Ort.

Für ihn als Ortsfremden waren die hochauflösenden Bilder des Zentrums für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR) eine große Hilfe bei der Koordination vor Ort im Krisengebiet. Denn worauf es vor Ort ankommt, ist Schnelligkeit und Genauigkeit. Jeder Augenblick zählt, wenn es um Menschenleben geht.

Hochauflösende Fotos geben genaues Lagebild

Dass die hochauflösenden Bilder genau da gemacht werden, wo sie von den Einsatzkräften gebraucht werden, dafür hat Konstanze Lechner gesorgt. Als Einsatzleiterin hat sie für das ZKI den gesamten Einsatz nach der Flutkatastrophe geleitet und koordiniert. In engem Austausch mit Uwe Kippnich und weiteren Einsatzkräften vor Ort hat sie Luftbildaufnahmen mit modernster Kameratechnik machen lassen.

Diese wurden nicht nur den Einsatzkräften, sondern auch dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zur Verfügung gestellt. „Wir haben Flugzeuge und Hubschrauber, die wir für unsere Forschung einsetzen und haben spezielle Luftbildkameras entwickelt, mit denen wir sehr gezielt hochaufgelöste Luftbildaufnahmen machen können.“

Keine Flugerlaubnis für Drohnen

DLR-Hubschrauber mit Vabene-Kamerasystem

DLR-Hubschrauber mit hochauflösendem Kamerasystem.

Sie waren die ersten und einzigen, die Donnerstag nach der Flut die neuen Luftaufnahmen nach dem Hochwasser machen konnten, sagt Konstanze Lechner. In den Einsatzgebieten standen nämlich, so Lechner, keine flugfähigen Drohnen zur Verfügung. Innerhalb weniger Stunden wurden die Bilder ins Lagesystem integriert, das heißt, sie wurden direkt über die vorhandenen Stadtpläne gelegt. So konnte man schnell erkennen, welche Straße noch befahrbar ist und wie groß die Zerstörungen sind.

„Wie viele Personen brauchen wir? Ganze Feuerwachen und Rettungswachen existieren leider nicht mehr. Da wurde dann ein Einsatz mit Klemmbrett geführt. Da war der Feuerwehrposten vor Ort für die aktualisierten Karten mit den hochauflösenden Bildern des DLR genauso dankbar wie der Bundespolizeikollege.“, schildert Uwe Kippnich.

Viel Zeitersparnis durch die Bilder aus der Luft

Einsatzkräfte in Altenburg nach der Unwetterkatastrophe

Briefing für Einsatzkräfte des DRK.

Uwe Kippnich ist für die Bilder sehr dankbar. „Das ist kein Hexenwerk. Die Operationen hätten auch ohne diese Bilder funktioniert aber: super verzögert. Denn wenn man vor Ort jemanden hinschickt der erst einmal schaut, ist die Brücke noch da oder nicht da? verliert man sehr viel Zeit.“

Stand: 31.07.2021, 06:00

Aktuelle TV-Sendungen