Wirtschaftsbilanz Corona: Welche Firmen es trifft

Wirtschaftsbilanz Corona: Welche Firmen es trifft

Von Nikola Noske

Viele Unternehmen veröffentlichen in dieser Woche ihre Quartalszahlen. Dabei zeigt sich, welche Branchen besonders unter Corona leiden – und welche profitieren.

Avion kompanije TUIfly

Der deutsche Inlandstourismus erholt sich langsam von der Coronakrise, die Zahl der Hotelübernachtungen steigt wieder. Aber für die Reisebranche ist das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. Das zeigt der Blick auf die aktuellen Geschäftszahlen des weltweit größten Tourismusanbieter Tui.

Auf 1,45 Milliarden Euro belaufen sich die Verluste von Tui von April bis Juni. Das liegt vor allem daran, dass wegen des Lockdowns von Mitte März bis Mitte Juni kaum Reisen stattfinden konnten. Erst gestern kam die Meldung, dass Tui weitere 1,2 Milliarden Euro Staatshilfen benötigt.

Hohe Verluste in der Stahlindustrie

Mechaniker arbeitet an einem Autoteil

Schwer getroffen ist auch die Stahlindustrie. Tiefrote Zahlen präsentierte heute der größte deutsche Stahlhersteller Thyssenkrupp – mit einem Verlust von 700 Millionen Euro im abgelaufenen Quartal. Schon vor der Krise hatte die Branche zu kämpfen – wegen des Rückgangs der Nachfrage aus der Autoindustrie. Durch Corona kam die Nachfrage dann nahezu zum Erliegen, weil Autofabriken und auch viele Zulieferer ihre Produktionsstätten geschlossen hatten.

Stromgeschäft trotz Krise stabil

Geschlossene Fabriken wirkten sich auch auf den Energiemarkt aus. Die Kunden des Netzbetreibers Eon benötigten weniger Strom als gedacht. Eon rechnet aufgrund der Krise in diesem Jahr mit 300 Millionen Euro Verlust. Im Vergleich zum Gesamtumsatz sind die Auswirkungen damit aber moderat.

Energie-Riese RWE konnte seinen Gewinn im ersten halben Jahr sogar steigern. Als Stromproduzent kann der Konzern die Folgen der Krise besser abfangen. Denn die Strommengen sind meist schon langfristig am Terminmarkt verkauft.

Breitbandgeschäft der Deutschen Telekom wächst

Stabil zeigte sich auch die Deutsche Telekom, die ebenfalls Zahlen für das letzte Quartal vorlegte. Zwar sank der Gewinn wegen der Übernahme des US-Mobilfunkbetreibers Sprint. Allerdings gewann das Unternehmen auch 87.000 Kunden neu dazu und rechnet für dieses Jahr jetzt sogar mit besseren Zahlen.

Denn während des Lockdowns telefonierten die Menschen mehr und waren mehr im Internet unterwegs. Allerdings: Laut dem Branchenverband Bitkom sank die Nachfrage bei jedem dritten Unternehmen, weil weniger Handys gekauft wurden und die Einnahmen aus dem sogenannten Roaming bei Auslandsgesprächen  sanken.

Zalando verdoppelt Gewinn

Profitiert haben dagegen viele Onlinehändler. Der Internet-Modehändler Zalando konnte seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln. Der Modehändler hatte im zweiten Quartal 34 Millionen aktive Kunden, gut ein Fünftel mehr als vor einem Jahr.

Stand: 13.08.2020, 12:51

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