WDR ZeitZeichen Archiv

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Mary Lou Williams, amerikanische Jazz-Pianistin (Todestag 28.05.1981) WDR ZeitZeichen 28.05.2016 15:23 Min. Verfügbar bis 26.05.2096 WDR 5

Es gibt nicht viele berühmte Frauen im Jazz. Die Pianistin und Komponistin Mary Lou Williams allerdings gilt als "größte weibliche Jazzmusikerin". Schon als Sechsjährige trat sie heimlich ohne Wissen ihrer Familie in der Nachbarschaft als Pianistin auf. Das "Wunderkind" brachte sich nach Gehör Stücke von Jelly Roll Morton oder Earl Hines bei. 1930 brachte sie erste Aufnahmen unter ihrem eigenen Namen heraus. Bald schrieb sie auch Stücke für andere Musiker, wie das Duke Ellington Orchestra. Autor: Thomas Mau


Deutscher Filmpreis erstmals verliehen (im Jahr 1951) WDR ZeitZeichen 27.05.2016 15:26 Min. Verfügbar bis 25.05.2096 WDR 5

Filmbänder in Gold und Silber, Goldenen Schalen, Vasen, Pokale und Leuchter gab es in den ersten Jahren. Wenig Geld, viel Ehr' und die musste auch noch weitergegeben werden. Denn die ersten Auszeichnungen für den deutschen Film nach 1945 wurden als Wanderpokale vergeben. Während der Bundestag beschloss, Margarine und Zucker zu subventionieren, entschied sich der Innenminister die Filmindustrie der jungen Bundesrepublik zu fördern. Die drei Hauptkategorien räumte Erich Kästners "Das doppelte Lottchen" ab. Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann


Pedro Calderon de la Barca, spanischer Dichter (Todestag 25.05.1681) WDR ZeitZeichen 25.05.2016 14:02 Min. Verfügbar bis 23.05.2096 WDR 5

Das große Welttheater: Gott verteilt die Rollen, schenkt den Menschen aber die Freiheit, die Gestaltung in die eigene Hand zu nehmen. Calderon le la Barca repräsentiert die Ideale seiner Zeit. Er ist Ordensritter, Soldat seiner Katholischen Majestät, er ist Priester und Dichter. Er schreibt zum Ruhm Gottes, auch dann, wenn es weltliche Themen sind, die in seinem Stücken verhandelt werden. Eine Epoche, die auf der Bühne das Spiegelbild der Welt entdeckt, findet im Theaterdichter Calderon ihren wichtigsten Vertreter. Autorin: Monika Buschey


Erster "Grand Prix d'Eurovision de la Chanson" (am 24.05.1956) WDR ZeitZeichen 24.05.2016 15:24 Min. Verfügbar bis 22.05.2096 WDR 5

Kein Land war so oft dabei wie Deutschland - aber gewonnen haben wir den internationalen Schlagerwettbewerb in den vergangenen 60 Jahren nur zwei Mal. Beim ersten "Grand Prix d`Eurovision de la Chanson" in Lugano in der Schweiz waren nur sieben Länder dabei: die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Italien, die Schweiz und Deutschland. Die durften allerdings jeweils zwei Beiträge präsentieren von ein oder zwei Sängern. Für Deutschland sangen Freddy Quinn und Walter Andreas Schwarz. Autorin: Ariane Hoffmann


Wilhelm Kempff, Pianist (Todestag 23.05.1991) WDR ZeitZeichen 23.05.2016 14:25 Min. Verfügbar bis 21.05.2096 WDR 5

Wilhelm Kempff gilt als pianistisches Wunderkind: "Ich habe nie viel geübt und tue es heute überhaupt nicht mehr." Sein künstlerischer Ansatz ist eher konservativ, er fremdelt mit der Musik des 20. Jahrhunderts. Sein Repertoire ist Beethoven, Schumann, Brahms. Als er 1932 in die Berliner Akademie der Künste gewählt wird, kommt ihm die Kulturpolitik der Nazis zu Gute. Von 1957 bis zu seinem Tod 1991 veranstaltet er kostenlos Sommerkurse für Nachwuchspianisten in seiner italienischen Wahlheimat Positano. Autor: Niklas Rudolph


Clara Schumann, Pianistin und Komponistin (Todestag 20.05.1896) WDR ZeitZeichen 20.05.2016 15:23 Min. Verfügbar bis 18.05.2096 WDR 5

Für Clara Wieck war schon als Kind die Karriere vorbestimmt: Ihr Vater, der Klavierpädagoge Friedrich Wieck, formte sie zur Pianistin und holte Fachlehrer für Kontrapunkt und Komposition, Geige und Gesang ins Haus. Später unternahm Wieck mit der mittlerweile als Wunderkind berühmten Clara ausgedehnte Konzertreisen. Als dann der Musiker Robert Schumann um Clara warb, leistete Vater Wieck erbitterten Widerstand, doch letztlich konnte er eine Ehe nicht verhindern. Autorin: Hildburg Heider


Radikalenerlass, neue Richtlinien beschlossen (am 19.05.1976) WDR ZeitZeichen 19.05.2016 15:16 Min. Verfügbar bis 17.05.2096 WDR 5

Die Bundesrepublik fürchtete in den 70er Jahren nicht nur die Terroristen der RAF, sondern auch die politische Unterwanderung durch Kommunisten, Pazifisten und Menschenrechtsaktivisten. Alle Bewerber für den Öffentlichen Dienst mussten sich deshalb einer Gesinnungsprüfung unterziehen. Personen und Angaben nahm der Verfassungsschutz unter die Lupe. Politisch auffällige Postboten, Lokführer, Lehrer oder Professoren wurden als Radikale eingestuft und mit Berufsverboten belegt. Autor: Wolfram Stahl


Johannes Kuhlo, Begründer der Posaunenchor-Bewegung (Todestag 16.05.1941) WDR ZeitZeichen 16.05.2016 14:36 Min. Verfügbar bis 14.05.2096 WDR 5

"Ich ehre Hindenburg - und wähle Hitler", schrieb der 76-jährige Johannes Kuhlo 1932 an einen Freund. Ein Ausrutscher war diese Bemerkung nicht: Kuhlo, der Begründer der evangelischen Posaunenchor-Bewegung, war Antisemit und hasste alles, was ihm englisch, kommunistisch oder "undeutsch" erschien. Die Posaunenchöre verdanken ihm Geist und Organisation. Und sogar ein eigenes Instrument, das dem Flügelhorn nahe stehende "Kuhlohorn", geht auf seine Anregung zurück. Autor: Michael Struck-Schloen


"Können Computer denken?", fragt Alan Turing in der BBC (am 15.05.1951) WDR ZeitZeichen 15.05.2016 14:37 Min. Verfügbar bis 13.05.2096 WDR 5

Wer war der Mann, der seine Zuhörer mit dieser Frage provozierte? Nur ein kleiner Kreis von Geheimnisträgern wusste: Alan Turing war ein Kriegsheld. Technikinteressierte kannten ihn als "Vater des Computers". Und nur Mathematikspezialisten hatten seine überragenden Arbeiten über Logik gelesen. Die führten Turing zunächst zum Computerprogramm, dann erst zum Computer und zu einer Rechenmaschine, die im 2. Weltkrieg den Code der deutschen Marine knackte. Autor: Wolfgang Burgmer


Michael Althen, Filmkritiker (Todestag 12.05.2011) WDR ZeitZeichen 12.05.2016 15:20 Min. Verfügbar bis 10.05.2096 WDR 5

„Du schreibst wunderschöne Filmkritiken, aber am schönsten sind deine Nachrufe.“ Das sagte der Vater des Filmkritikers Michael Althen über ihn. Als Kind hatte er sich nie in die Nachmittagsvorstellungen des Kinos geschlichen, sondern lieber Fernsehen geschaut. Mit 18 Jahren begann er sich für das Kino zu begeistern und über Filme zu schreiben. Als freier Journalist arbeitete er vorwiegend für die Süddeutsche Zeitung. Er war eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Filmkritik seit den 80er Jahren. Autor: Detlef Wulke


Bob Marley, jamaikanischer Musiker (Todestag 11.05.1981) WDR ZeitZeichen 11.05.2016 15:20 Min. Verfügbar bis 09.05.2026 WDR 5

Er gilt zu Recht als Erfinder des Reggae: Jener Kombination aus westindischer Folklore, Rockabilly und abgebremsten Afro-Rhythmen, die seit den frühen 70er Jahren um die Welt geht. Bob Marley wird Kult bei der westlichen Kifferjugend - aber genauso zur Identifikationsfigur schwarzer Befreiungsbewegungen in Afrika. Denn der Sänger und Gitarrist aus Trenchtown - einem Vorort der jamaikanischen Hauptstadt Kingston - versteht seine Musik vor allem als Statement für die Unterdrückten und Entrechteten in seiner Heimat und in der ganzen "Dritten" Welt. Autor: Thomas Pfaff


Sebastian Brant, Schriftsteller und Jurist (Todestag 10.05.1521) WDR ZeitZeichen 10.05.2016 15:24 Min. Verfügbar bis 08.05.2026 WDR 5

Mit der Abhandlung "Das Narrenschiff" landete Sebastian Brant 1494 einen Bestseller. Auf unterhaltsame Weise nahm er darin menschliche Laster und Gewohnheiten aufs Korn und geißelte sie als Ausdruck "närrischer Unvernunft". Nie zuvor war ein deutschsprachiges Buch so beachtet worden wie diese spätmittelalterliche Moralsatire. Sie wurde ins Lateinische übersetzt und verbreitete sich binnen weniger Jahre in ganz Europa. Erst 280 Jahre später sorgte Goethe mit seinem "Werther" für ähnliches Aufsehen. Autorin: Heide Soltau


Die BRD gibt den Wechselkurs der D-Mark frei (am 09.05.1971) WDR ZeitZeichen 09.05.2016 14:45 Min. Verfügbar bis 07.05.2026 WDR 5

Heute sind viele Wechselkurse zwischen Währungen frei. Sie "floaten". Meistens ist ein Euro mehr wert als ein Dollar. Aber es war auch schon mal umgekehrt, je nach politischer und wirtschaftlicher Lage. Bei der alten D-Mark war das über Jahrzehnte anders. Sie hatte einen festen Wechselkurs zum Dollar. Für die Bundesrepublik war das über lange Zeit von Vorteil, denn sie konnte so billig in die Vereinigten Staaten exportieren. Doch um den Vietnamkrieg zu finanzieren, warf die US-Regierung die Druckerpresse an. Autor: Heiner Wember


David Attenborough, britischer Naturfilmer (Geburtstag 08.05.1926) WDR ZeitZeichen 08.05.2016 14:46 Min. Verfügbar bis 06.05.2026 WDR 5

Kaum ein Mensch hat so viele wilde Orte auf der Erde gesehen wie David Attenborough. Mit 26 Jahren begann er 1952 seine Laufbahn beim noch jungen BBC Fernsehen. Seitdem ist Attenborough als Präsentator, Produzent und Erzähler von Dokumentarfilmen aus dem britischen TV nicht wegzudenken. Auch in seinem 90. Lebensjahr steht er noch vor der Kamera. Seine Begeisterung ist ansteckend, egal ob er halb flüsternd die Balztänze von Paradiesvögeln in Papua Neuguinea beschreibt oder die Jagdstrategie von Schimpansen in Westafrika. Autorin: Anne Preger


David Hume, schottischer Philosoph (Geburtstag 07.05.1711) WDR ZeitZeichen 07.05.2016 14:48 Min. Verfügbar bis 05.05.2026 WDR 5

Immanuel Kant verehrte den schottischen Zeitgenossen David Hume als seinen Lehrmeister im kritischen Denken, ja als den eigentlichen "Weisen" der Aufklärung. In Edinburgh gingen manche noch weiter. Schon zu Humes Lebzeiten gaben sie der Straße vor seinem Haus den Namen "Saint David's Street". Sie heißt noch heute so. Hume hat seine kritische Philosophie - anders als Kant - nicht in einem akademischen Hörsaal entwickelt, sondern in jenen Bars und Clubs von Edinburgh, wo sich zu seiner Zeit ganze Schwärme unterschiedlichster Geister Abend für Abend beim Whisky trafen und mit Vergnügen stritten. Autor: Hans Conrad Zander


Fritz Levy, "letzter Jude von Jever" (Geburtstag 06.05.1901) WDR ZeitZeichen 06.05.2016 15:16 Min. Verfügbar bis 04.05.2026 WDR 5

Als Fritz Levy mit 80 Jahren in den Jeveraner Stadtrat einzieht, ist sogar die "New York Times" da. Für den "letzten Juden von Jever" ist es das Schlusskapitel im Kampf um einen Platz in seiner geliebten Heimat. Auf der Flucht vor den Nazis, über Shanghai nach San Francisco, hat er in der Fremde nie Fuß gefasst. Nach der Heimkehr 1951 gelingt ihm das in Jever aber auch nicht mehr. Abneigung und Antisemitismus schlägt ihm aus vielen Ecken der verspießten Kleinstadt entgegen. Autorin: Edda Dammmüller


Eugénie, französische Kaiserin (Geburtstag 05.05.1826) WDR ZeitZeichen 05.05.2016 14:50 Min. Verfügbar bis 03.05.2026 WDR 5

"Sie ist schön, besonders von weitem", befand ein russischer Graf über die französische Kaiserin Eugénie. Napoleon III. muss an der jungen und nicht ganz standesgemäßen Spanierin auch aus der Nähe Gefallen gefunden haben, denn entgegen aller höfischen Gepflogenheiten heiratete er sie ausdrücklich aus Liebe. Eleganz, Charme und Intelligenz von Eugénie begeisterten auch die Besucher der großen Weltausstellungen und der rauschenden Feste. Autorin: Sabine Mann


Das Bundessozialhilfegesetz wird verabschiedet (am 04.05.1961) WDR ZeitZeichen 04.05.2016 15:23 Min. Verfügbar bis 02.05.2026 WDR 5

Gerhard Schröder, 1961 Innenminister im Kabinett von Konrad Adenauer, hatte das Bundessozialhilfegesetz in seinem Ressort federführend ausgearbeitet. Es war ein Meilenstein in der Sozialgesetzgebung nach dem Zweiten Weltkrieg. Denn der vom Bundesverwaltungsgericht bereits 1954 festgelegte Rechtsanspruch auf öffentliche Fürsorge wurde nun erstmals ausdrücklich geregelt. Alle Menschen hatten nun einen Rechtsanspruch auf Sozialhilfe, auch ausländische Mitbürger. Autorin: Martina Meißner


Sultan Mehmed II., Eroberer von Konstantinopel (Todestag 03.05.1481) WDR ZeitZeichen 03.05.2016 15:10 Min. Verfügbar bis 01.05.2026 WDR 5

Schon als junger Mann strebte Mehmed danach, der Beherrscher der Welt zu werden, die Hauptstadt des östlichen Christentums für den Islam zu gewinnen. Alles ordnete er diesem Ziel unter. Was im 7. und 8. Jahrhundert die arabischen Muslime nicht geschafft hatten und woran auch sein Vater, der osmanische Sultan Murad II., zuletzt gescheitert war, sollte nun Mehmed dem II. im Alter von nur 21 Jahren gelingen. Die Eroberung von Konstantinopel 1453 durch die Osmanen. Autor: Tobias Mayer


KdF-Seebad Prora auf Rügen, Grundsteinlegung (am 02.05.1936) WDR ZeitZeichen 02.05.2016 15:23 Min. Verfügbar bis 30.04.2026 WDR 5

"Nur mit einem Volk, das seine Nerven behält, kann man wahrhaft große Politik machen!" Das postuliert Adolf Hitler schon kurz nach der Machtübernahme. Der NS-Freizeitorganisation "Kraft durch Freude" überträgt er die Aufgabe, für genau diese Nervenstärke zu sorgen: mit einem viereinhalb Kilometer langen Betonriegel an einem der schönsten Sandstrände Deutschlands. Jeweils 20.000 Arbeiter gleichzeitig sollen im "Koloss von Rügen" den Alltag hinter sich lassen. Urlaub im Akkord. Autorin: Kerstin Hilt


Bremer Vulkan Verbund AG meldet Konkurs an (am 01.05.1996) WDR ZeitZeichen 01.05.2016 15:24 Min. Verfügbar bis 29.04.2026 WDR 5

Erst kam die Sorge, dann die Enttäuschung und schließlich die Empörung über den Untergang der stolzen Bremer Vulkan-Werftengruppe vor 20 Jahren. Zunächst waren da die Zweifel, ob sich der ehrgeizige Firmenchef Friedrich Hennemann mit seiner Vision von einem "maritimen Weltkonzern" nicht übernehmen würde. Die Politik ließ ihn gewähren. Doch der Aufstieg hatte eine gewaltige Überschuldung zur Folge. Das musste Hennemanns Nachfolger im Frühjahr 1996 eingestehen. Er vollzog den Konkurs, der einen Tiefschlag für den Wirtschaftsstandort Bremen darstellte. Autor: Kay Bandermann


Die Gründung der "Church of Satan" (am 30.04.1966) WDR ZeitZeichen 30.04.2016 15:17 Min. Verfügbar bis 28.04.2026 WDR 5

Auch wenn nur wenige genau wissen, was Satanismus eigentlich ist, taugt er noch heute für gruselige Schlagzeilen über Tieropfer, Grabschändung oder sexuelle Exzesse. Mit der Lehre eines der prägenden Satanisten der Neuzeit haben diese vulgären Spektakel nichts zu tun. Anton LaVey geht es darum, dem Vorbild Satans als Archetyp des modernen Revolutionärs konsequent nachzueifern, als er am 30. April 1966 in San Francisco seine "Church of Satan" gründet. Autor: Uwe Schulz


Erstes Containerschiff verlässt den Hafen von Newark (am 26.04.1956) WDR ZeitZeichen 26.04.2016 15:01 Min. Verfügbar bis 24.04.2026 WDR 5

Der Container ist ein Geschöpf der Globalisierung. 98 Prozent des Welthandels läuft über die Meere. War das Be- und Entladen von Schiffen früher Schwerstarbeit, weil mühevoll Stück für Stück auf LKW oder Züge umgeladen werden musste, erledigen das heute voll- und halbautomatische Krananlagen in wenigen Stunden. Der ehemalige Tankwart, LKW-Fahrer und spätere Spediteur und Selfmade-Milliardär Malcom Purcell McLean, hatte das Potential des "multimodalen Verkehrs" mit Hilfe von Containern erkannt und schickte das erste reine "Containerschiff" auf die Reise. Autor: Marko Rösseler


Erster Armuts- und Reichtumsbericht vorgelegt (am 25.04.2001) WDR ZeitZeichen 25.04.2016 15:17 Min. Verfügbar bis 23.04.2026 WDR 5

1995 verpflichtet sich die Bundesrepublik auf dem Weltsozialgipfel zur Erstellung eines Berichts über die Verteilung von Armut und Reichtum in Deutschland. Seit 2001 sind diese Auskünfte zu, so der Titel, "Lebenslagen in Deutschland" viermal erschienen. Viermal war danach die Kritik groß: zu mangelhaft seien die Definitionen, umstritten die Datenauswahl, Minister hätten Schönfärberei betrieben und, vor allem, verlässliche Angaben zum Reichtum enthalte keiner der Berichte. Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann


Wallis Simpson (Todestag 24.04.1986) WDR ZeitZeichen 24.04.2016 15:27 Min. Verfügbar bis 22.04.2026 WDR 5

Eine Hexe, eine Hure, eine Goldgräberin. Vulgär, drittklassig und ohne jedes Taktgefühl. Vielleicht sogar eine Nazi-Spionin? Kein Urteil war der britischen Oberschicht zu hart, um es über Wallis Simpson zu fällen. Der angehende König Edward VIII. hatte sich in diese zweimal geschiedenen Amerikanerin verliebt und in den Augen des gemeinen Volks war diese Frau nicht mehr als eine "amerikanische Dirne". Wie konnte eine Tochter der verarmten amerikanischen Mittelschicht zur Verlobten eines Königs werden? Autorin: Helene Pawlitzki


Yehudi Menuhin, Geiger (Geburtstag 22.04.1916) WDR ZeitZeichen 22.04.2016 15:24 Min. Verfügbar bis 20.04.2026 WDR 5

Nur selten treten Musiker an die Öffentlichkeit, um Einspruch zu erheben: gegen Krieg, Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Werteverfall. Yehudi Menuhin war eine berühmte Ausnahme. "Ich bin fasziniert von allem Menschlichen", hat er gern gesagt. Er wurde nicht müde, den Hunger in Indien und die Apartheid in Südafrika anzuprangern, sich für die Aussöhnung von Israelis und Palästinensern einzusetzen oder die Jugend aus sozial schwachen Gesellschaften an die Musik heranzuführen. Autor: Michael Struck-Schloen


Charlotte Brontë, britische Schriftstellerin (Geburtstag 21.04.1816) WDR ZeitZeichen 21.04.2016 15:13 Min. Verfügbar bis 19.04.2026 WDR 5

"Jane Eyre" hieß ein Roman, der Mitte des 19. Jahrhunderts erschien und den Verfasser Currer Bell schlagartig bekannt machte. Doch dann stellte sich heraus, dass der Autor in Wirklichkeit eine Frau war, Charlotte Brontë, Tochter eines Landpfarrers aus Yorkshire. Sie wurde am 21. April 1816 geboren, als älteste von drei Schwestern, die sich alle in der literarischen Szene einen Platz eroberten und alle drei früh starben - Folge der ungesunden Umgebung und einer entbehrungsreichen Jugend. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann


Die "Cautio Criminalis" von Friedrich Spee erscheint (am 20.04.1631) WDR ZeitZeichen 20.04.2016 15:18 Min. Verfügbar bis 18.04.2026 WDR 5

Durch "Bäche von Tränen" für die armen Frauen sei sie entstanden, schrieb der Jesuitenpater Friedrich von Spee über seine mutige Schrift gegen die Hexenverfolgung. Sie erschien 1631 unter dem Titel "Cautio Criminalis". In seiner Schrift, die er anonym veröffentlichen musste, klagte er die Verantwortlichen und ihre grausamen Foltermethoden scharf an. Für ihn stand fest: Es waren Unschuldige, die man zu den Scheiterhaufen schleppte. Autorin: Martina Meißner


Wolfgang Leonhard, Publizist und Ost-Experte (Geburtstag 16.04.1921) WDR ZeitZeichen 16.04.2016 15:18 Min. Verfügbar bis 14.04.2026 WDR 5

Seine SED-Partei-Karriere in der DDR war fest vorbetoniert: 1945 kam Wolfgang Leonhard als Jung-Funktionär der Gruppe Ulbricht aus Moskau in die sowjetische Besatzungszone. Doch vier Jahre später brach er mit dem Stalinismus und floh nach Jugoslawien. Für die Kommunisten galt der Tito-Sympathisant als Abtrünniger und Verräter. In der jungen Bundesrepublik folgte 1955 der große Durchbruch. In seinem Bestseller "Die Revolution entlässt ihre Kinder" erzählte Wolfgang Leonhard seine Lebensgeschichte im kommunistischen Milieu. Autor: Christoph Vormweg


"Der Vetter aus Dingsda", Operette von Eduard Künneke, Uraufführung (am 15.04.1921) WDR ZeitZeichen 15.04.2016 15:16 Min. Verfügbar bis 13.04.2026 WDR 5

Er kam von der Hochkultur. Eduard Künneke hatte Komposition bei Max Bruch studiert und bereits erste Opern geschrieben, bevor er sich nach dem Ersten Weltkrieg auch der leichten Muse zuwandte. Mit "Der Vetter aus Dingsda" landete er 1921 einen Welterfolg. Zu dem Libretto - eine Verwechslungskomödie um Liebe, Geld und einen verfressenen Onkel - erfand er eingängige Melodien, eine Mischung aus Tanzmusik und Schmalz. Autorin: Heide Soltau


Papst Sergius III. (Todestag 14.04.911) WDR ZeitZeichen 14.04.2016 15:24 Min. Verfügbar bis 12.04.2026 WDR 5

Das neunte Jahrhundert gilt als schaurigste Epoche der Papst-Geschichte und heißt deshalb "saeculum obscurum", das düstere Jahrhundert. Papst Sergius III. trug einiges dazu bei: Er ermordete seine beiden Vorgänger und zeugte mit Marozia, seiner Geliebten, einen Sohn, der später selbst Papst wurde. Da Marozia die Geschicke Roms und seiner obersten Kirche leitete, gilt Sergius Pontifikat auch als Beginn der Pornokratie, der Mätressenherrschaft. Autorin: Maren Gottschalk


Erstes Waldnaturschutzgebiet in Tobago festgelegt (am 13.04.1776) WDR ZeitZeichen 13.04.2016 15:18 Min. Verfügbar bis 11.04.2026 WDR 5

Karibik. Ein Wort reicht aus, um ein ganzes Traum-Bild entstehen zu lassen. Strand, Sonne und super Tauchgründe. Doch in der Karibik gibt es auch noch Regenwald. Zum Beispiel auf Tobago. Das Besondere: Tobago ist eine bergige Insel - bis 600 Meter hoch. Auf diesem Bergrücken wächst der Wald. Er verhindert, dass das Regenwasser einfach wieder ins Meer abläuft. Er fungiert wie ein Schwamm. Deshalb wurde 1776 das Main Ridge Forest Reserve ins Leben gerufen. Autoren: Anne und Sven Preger


Gemeinsame Flagge für England und Schottland eingeführt (am 12.04.1606) WDR ZeitZeichen 12.04.2016 15:24 Min. Verfügbar bis 10.04.2026 WDR 5

Als der Schottische König James VI. zu James I. gekrönt wird und damit auch zum Herrscher über England, geraten die Flotten der beiden Länder in eine missliche Lage. Von nun an müssen von ihren Schiffsmasten beide Flaggen wehen, eine oben, eine darunter. Nur hat die obere automatisch den höheren Rang und zeigt an, dass die untere erobert wurde. Das darf nicht sein! Eine neue Fahne muss her, bestehend aus dem roten Kreuz des heiligen Georg, Schutzpatron Englands, und dem diagonalen, weiß-blauen Andreas-Kreuz der Schotten. Nur wie anordnen? Autor: Martin Herzog


Bob Dylans erster Auftritt in New York (am 11.04.1961) WDR ZeitZeichen 11.04.2016 15:15 Min. Verfügbar bis 09.04.2026 WDR 5

Es ist kalt, als der junge Folkmusiker Bob Dylan 1961 nach New York kommt, um sein schwerkrankes Idol Woody Guthrie zu besuchen. Namenlos ist er noch, streift durch die Stadt, immer auf der Suche nach anderen Musikern und Auftrittsmöglichkeiten. Am 11. April 1961 bekommt er endlich seine Chance. John Lee Hooker soll für zwei Wochen in Gerde’s Folk City auftreten und es wird noch eine Vorgruppe gesucht. Bob Dylan bekommt den Zuschlag, seinen ersten offiziellen Auftritt und seine erste richtige Gage. Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann


Deutscher Freidenkerbund, Gründung (am 10.04.1881) WDR ZeitZeichen 10.04.2016 15:13 Min. Verfügbar bis 08.04.2026 WDR 5

Ihre Gedanken sind frei, doch wer will sie noch hören? Die Freidenker sind eine aussterbende Spezies. Ihr Verband ist heute ein loses Bündel versprengter Geister, die sich mehr oder eher weniger regelmäßig in örtlichen Lokalitäten treffen. Die Freiheit, die sie meinen, ist vor allem eine dagegen: gegen jede Kirche und jede Religion, gegen alle Mächtigen und gegen das Kapital. Was heute an linke Kadergruppen der 1960/70er Jahre erinnert, ist in seinem Ursprung eher bürgerlich. Autorinnen: Anja und Doris Arp


Die Schlacht bei Liegnitz (am 09.04.1241) WDR ZeitZeichen 09.04.2016 14:15 Min. Verfügbar bis 07.04.2026 WDR 5

Das Heer der mongolischen Goldenen Horde besiegte in Niederschlesien die polnisch-deutsche Streitmacht Heinrichs II. Das Ereignis ist auch unter dem Namen "Wahlstatt" bekannt, einer Siedlung, die später auf dem Schlachtfeld gegründet wurde. Bis heute besitzt die Schlacht im historischen Bewusstsein der deutschen Schlesier einen Ehrenplatz. Ein deutscher Herzog, Heinrich "der Fromme", hatte sich dem übermächtigen barbarischen Feind aus den Steppen Asiens entgegengestellt und im heldenhaften Kampf sein Leben gelassen. Autor: Tobias Mayer