WDR ZeitZeichen Archiv

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Thomas Bernhard, österreichischer Schriftsteller (Todestag 12.02.1989) WDR ZeitZeichen 12.02.2014 14:53 Min. WDR 5

Wien 1968. Was für ein Eklat! Österreich verleiht den Staatspreis für Literatur, aber der Autor bedankt sich nicht. Im Gegenteil, in seiner kurzen Rede beschimpft er das Land und seine Bürger. Der anwesende Herr Minister springt auf, stürzt auf den Dichter zu, erhebt die Hand zum Schlag. In letzter Sekunde hält er inne, wendet sich ab und stürzt, bebend vor Zorn, zur Tür hinaus. Am nächsten Tag schreibt eine Wiener Zeitung, der Dichter Thomas Bernhard sei "eine Wanze, die man vertilgen müsse". Ob in seinen Romanen, Theaterstücken oder Interviews, bis zu seinem Tod lässt Thomas Bernhard keine Gelegenheit aus, sich Feinde zu machen. Autorin: Heide Schwochow © WDR 2014

Japan verabschiedet die moderne Meiji-Verfassung (am 11.02.1889) WDR ZeitZeichen 11.02.2014 14:47 Min. WDR 5

Preußen oder Großbritannien? Autoritär oder liberal? In Japan tobte nach dem Ende der letzten Militärherrschaft des Shoguns Tokugawa Yoshinobu ein erbitterter Streit um die künftige Staatsform. Am Ende setzten sich die Anhänger des preußischen Staatsmodells durch. Deutsche Juristen aus Berlin halfen den Japanern, ihre erste moderne Verfassung zu erarbeiten. Denn die neue Staatsparole lautete: Japanischer Geist und westliches Wissen. Autorin: Andrea Kath © WDR 2014

Eugen Sänger, Raketenforscher (Todestag 10.02.1964) WDR ZeitZeichen 10.02.2014 14:48 Min. WDR 5

"Ein Leben für die Raumfahrt", diesen Titel trägt ein Buch zum Gedenken an Eugen Sänger - und das zu Recht. Wie viele andere Weltraumenthusiasten, etwa Wernher von Braun, begeisterte sich der 1905 in Österreich geborene Sänger schon als Schüler für die Raumfahrt, die ihn nicht mehr losließ. Flüge zu anderen Planeten, die Erkundung des Weltraums, eines noch unbekannten Territoriums - der Traum eines jeden Pioniers. Und Pionier wurde Sänger auf dem Gebiet der Strahltriebwerke und des Überschallflugs während der Nazizeit für die deutsche Luftwaffe. Autor: Wolfgang Burgmer © WDR 2014

Anna Katharina Emmerick, Nonne und Mystikerin (Todestag 09.02.1824) WDR ZeitZeichen 09.02.2014 14:41 Min. WDR 5

Mel Gibson zeigt in seinem Film "Die Passion Christi" das Leiden Jesu in besonders grausamer Weise. Vorlage für den Hollywood-Film waren Visionen der Dülmener Ordensschwester Anna Katharina Emmerick. Jahrelang war sie an das Bett gefesselt und bekam Visionen. Der Dichter Clemens Brentano hielt sich deshalb fünf Jahre lang in Dülmen auf, besuchte Emmerick regelmäßig und verarbeitete ihre Visionen unter anderem in seinem Buch "Das bittere Leiden unsers Herrn Jesu Christi". Autor: Heiner Wember © WDR 2014

0Siegfried Kracauer, Kultur- und Filmsoziologe (Geburtstag 08.02.1889) WDR ZeitZeichen 08.02.2014 14:44 Min. WDR 5

Eigentlich war der Sohn Frankfurter Juden gelernter Architekt. Doch gab es in den Wirtschaftskrisen der Weimarer Republik nicht viel zu bauen. So machte sich Siegfried Kracauer mit kritisch-desillusionierenden Feuilletons einen Namen. 1930 erschien seine berühmte soziologische Studie "Die Angestellten". Sie waren für ihn die Verkörperung der neuen Mittelschicht. 1933 dann aber der große Bruch: die Flucht des 44jährigen Siegfried Kracauer vor den Nazis nach Frankreich, später in die USA. Dort arbeitete er an einer Geschichte des deutschen Films. Die Hellsicht und Sprachkraft, mit der Siegfried Kracauer Kultur- und Gesellschaftsphänomene analysierte, erscheint bis heute vorbildlich. Autopr: Christoph Vormweg © WDR 2014

Josef Mengele, KZ-Arzt (Todestag 07.02.1979) WDR ZeitZeichen 07.02.2014 14:34 Min. WDR 5

"Bei ihm hatte man das Gefühl, er merkt den Schmerz seines Opfers gar nicht", sagte lange nach dem Ende des Dritten Reiches die Ärztin Ella Lingens, die fast drei Jahre lang in Auschwitz gefangen war, über den KZ-Arzt Josef Mengele. "Die Häftlinge waren für ihn Meerschweinchen, mit deren Seelenleben man sich nicht beschäftigt." Die Forschung hat Jahrzehnte gebraucht, um zu ergründen, wie der unauffällige Bürgersohn aus der schwäbischen Provinz sich zum "Teufel von Auschwitz" wandeln konnte, dessen pseudomedizinische Experimente auch 35 Jahre nach seinem Tod Schrecken verbreiten. Heute scheint erwiesen, dass Mengele ein williger Helfer war, überzeugt von der eigenen "rassischen" Überlegenheit und seinem Recht, vermeintlich minderwertiges Leben auszulöschen. Autor: Uwe Schulz © WDR 2014

Leo von Caprivi, Reichskanzler (Todestag 06.02.1899) WDR ZeitZeichen 06.02.2014 13:57 Min. WDR 5

Fußstapfen, groß wie ein Fürstentum. Politische Verstrickungen, die der Amtsvorgänger am Ende selbst kaum noch überblickte. Und ein ungestümer Jung-Kaiser, der die Deutschen höchst persönlich an die Sonne führen wollte. Blieb dem zweiten deutschen Reichskanzler Leo von Caprivi etwas anderes übrig als zu scheitern? Lange haben die Historiker ihn auf den glücklosen Nachfolger des großen Bismarck reduziert, inzwischen ist das Bild differenzierter: Demnach war der vormalige Infanterie-General, dem Wilhelm II. das Amt buchstäblich aufschwatzte, ein Mann mit modernem Politikverständnis. Autorin: Edda Dammmüller © WDR 2014

William S. Burroughs, amerikanischer Autor (Geburtstag 05.02.1914) WDR ZeitZeichen 05.02.2014 14:41 Min. WDR 5

Ikone und Legende, Waffennarr und Süchtiger und nach Meinung von Norman Mailer der einzige zeitgenössische amerikanische Autor, der möglicherweise von Genie besessen ist: William S. Burroughs, einer der einflussreichsten Autoren der Populärkultur des 20. Jahrhunderts. Er schockierte, wütete gegen Verdummung durch Massenmedien und Unterhaltungsindustrie, warnte vor Überwachung und rebellierte als prominenter Teil der Beat Generation gegen Rassismus und Diskriminierung in den USA. Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann © WDR 2014

Teo Otto, Bühnenbildner (Geburtstag 04.02.1904) WDR ZeitZeichen 04.02.2014 14:39 Min. WDR 5

Sie bauen die Bühne, richten das Rampenlicht ein, bestimmen seine Helligkeit und Lichtatmosphäre, bleiben selbst aber meist im Dunkeln: die Künstler hinter den Kulissen des Theaters. Anders Teo Otto. Er gilt als der bedeutendste Bühnenbildner des deutschsprachigen Theaters nach dem Zweiten Weltkrieg. Otto gestaltete Uraufführungen der Werke von Bertold Brecht und Inszenierungen der großen Regisseure seiner Zeit. Teo Otto befreite die deutsche Bühne vom Pomp, lehrte das Publikum neu zu sehen und sich auf den Inhalt der Stücke zu konzentrieren. Autorin: Irene Dänzer-Vanotti © WDR 2014

Das soziale Netzwerk "Facebook" geht online (im Februar 2004) WDR ZeitZeichen 03.02.2014 WDR 5

Die Erfolgsgeschichte begann an der Harvard University. Zuerst veröffentlichte der Informatik-Student Mark Zuckerberg auf seiner Webseite Lebensläufe von seinen Kommilitonen, die er aus den Jahrbüchern übernommen hatte. Die erweiterte und interaktive Version von "Facebook" wurde rasend schnell auch an anderen Universitäten populär. Heute hat das soziale Netzwerk weltweit über eine Milliarde Mitglieder. Als Facebook im Mai 2012 an die Börse ging, hatte das Unternehmen einen Gesamtwert von über 100 Milliarden Dollar. Autor: Wolfram Stahl © WDR 2014

Marieluise Fleißer, Schriftstellerin (02.02.1974) WDR ZeitZeichen 02.02.2014 14:38 Min. WDR 5

"Die Fleißer hat am Sprachkleid überall die Spuren der Ingolstädter Mauern, die sie streifte", schrieb Walter Benjamin, und traf damit den eigenwilligen Stil ihrer dialektgefärbten, nur scheinbar einfachen Sprache auf den Punkt. "Die hochstaplerische Schlichtheit ist hier ein Kunstmittel ersten Ranges geworden." Erst 22 ist Marieluise Fleißer und Germanistik-Studentin in München, als sie ihr erstes Stück schreibt. "Fegefeuer in Ingolstadt" wird zwei Jahre später in Berlin uraufgeführt und begeistert gefeiert. Autorin: Christiane Kopka © WDR 2014

Der Beginn des Deutsch-Dänischen Kriegs (am 01.02.1864) WDR ZeitZeichen 01.02.2014 14:19 Min. WDR 5

Es ging um Schleswig. Das Königreich Dänemark hatte mit seiner Novemberverfassung von 1863 vertragswidrig Anspruch auf das Fürstentum beansprucht. Das rief Preußen und Österreich auf den Plan.Nachdem ein Ultimatum verstrichen war, gingen die beiden deutschen Großmächte am 1. Februar 1864 zum Angriff über. Im Oktober 1864 beugte sich Dänemark der Übermacht und verlor die Fürstentümer Schleswig und Holstein. Auch wenn Preußen und Österreich Seite an Seite kämpften, verschärften sich nach dem Friedenschluss die Spannungen, die dann zum deutschen Krieg von 1866 führten. Autor: Jörg Beuthner © WDR 2014

Talbots Bericht über das Negativ-Positiv-Verfahren (am 31.01.1839) WDR ZeitZeichen 31.01.2014 14:41 Min. WDR 5

Wer hat die Fotografie erfunden? In einem Quiz gäbe es gleich drei richtige Antworten: Joseph Niépce. Und Louis Daguerre. Und William Henry Fox Talbot. Manche Historiker gehen sogar soweit zu sagen, Fox Talbot sei der eigentliche Erfinder der Fotografie. Er entwickelte ein Verfahren, das es zum ersten Mal möglich machte, Fotos beliebig oft zu reproduzieren. Davon berichtete er der Royal Society heute vor 175 Jahren und von ihm stammt das erste Negativ der Fotogeschichte. Autorin: Andrea Kath © WDR 2014

Erzherzog Rudolf, Kronprinz von Österreich-Ungarn (Todestag 30.01.1889) WDR ZeitZeichen 30.01.2014 14:41 Min. WDR 5

Sein Tod ist ein Traum für Verschwörungstheoretiker und liebesromanhungrige Sissi-Fans: Rudolf, der einzige Sohn von Kaiserin Elisabeth, nimmt sich zusammen mit seiner Geliebten Mary Vetsera im Jagdschloss Mayerling das Leben. Aber war es wirklich ein gemeinsamer Selbstmord aus Liebe? Das österreichisch-ungarische Reich atmet auf, als Erzherzog Rudolf 1858 zur Welt kommt. Endlich hat Sissi ihrem Franz einen Thronfolger geschenkt. Allerdings entspricht der kleine Rudolf in vielen Punkten nicht dem Wunschdenken von Kaiser Franz Joseph I. Autorin: Daniela Wakonigg © WDR 2014

Katharina von Bora, Ehefrau von Martin Luther (Geburtstag 29.01.1499) WDR ZeitZeichen 29.01.2014 14:50 Min. WDR 5

Sie stammte aus sächsischem Landadel und wurde am 29.Januar 1499 geboren, aber sonst bleibt vieles im Dunkeln. Sicher ist nur: Katharina von Bora floh aus dem Kloster und wurde die Ehefrau des Reformators Martin Luther. Das war zwar nicht geplant, doch erwies sich die Ehe für beide als Glücksfall. Katharina war resolut, geschäftstüchtig, ein organisatorisches As. Sie erzog ihre sechs Kinder, hielt Luther den Rücken frei für seine schriftstellerische und reformatorische Arbeit, betreute ihn bei seinen vielen Krankheiten. Er wiederum setzte sie als Alleinerbin ein. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann © WDR 2014

Karl der Große, fränkischer Kaiser (Todestag 28.01.814) WDR ZeitZeichen 28.01.2014 14:32 Min. WDR 5

Er war der mächtigste abendländische Herrscher im frühen Mittelalter. Karl der Große, der vor 1200 Jahren gestorben ist, steht für die Erneuerung des römischen Kaisertums, für die Christianisierung des Ostens, für ein Reich, das als Vorläufer Europas gilt. In Aachen, wo er seine Lieblingspfalz bauen und den berühmten Karlsthron errichten ließ, der noch heute besichtigt werden kann, ist sein Name besonders präsent. Doch welche Spuren haben die Karolinger noch hinterlassen? Autorin: Maren Gottschalk © WDR 2014

John Updike, amerikanischer Schriftsteller (Todestag 27.01.2009) WDR ZeitZeichen 27.01.2014 14:46 Min. WDR 5

Der 1932 geborene Ostküsten-Autor und langjährige Kritiker beim legendären "New Yorker" hat insgesamt über 50 Bücher geschrieben, darunter Geschichten für Kinder, Essays über Kunst und Religion - und die Schraubdeckel von Kloreiniger-Flaschen, sowie Gedichte über Regenwürmer, Telefonmasten und den Tod. Lange wurde John Updike als Anwärter auf den Nobelpreis gehandelt, bekommen hat er ihn nie. Der Experte für "Golf, Pornos und Amerika", so Philip Roth über Updike, starb 2009 an Lungenkrebs. Autorin: Almut Finck © WDR 2014

Islands Regierung zerbricht an den Folgen der Finanzkrise (am 26.01.2009) WDR ZeitZeichen 26.01.2014 14:46 Min. WDR 5

Das Geld fühlt sich wohl in Island in den Jahren vor der großen Finanzkrise. Die drei großen isländischen Banken versprechen hohe Zinsen, und viele tausend Anleger aus dem Ausland lassen sich locken. Zuletzt ist das Vermögen von Kaupthinbank, Landsbanki und Glitnir elf Mal so hoch wie das isländische Bruttoinlandsprodukt. Der Reichtum der Banken finanziert den Aufschwung des ganzen Landes. Doch dann platzt die Spekulationsblase. Die konservative Regierung greift zu Notstandsgesetzen. Die Banken werden unter staatliche Aufsicht gestellt, sie zu retten ist aber keine Option. Autor: Matthias Wurms © WDR 2014

"Einer wird gewinnen", Erstausstrahlung des TV-Quiz (am 25.01.1964) WDR ZeitZeichen 25.01.2014 14:39 Min. WDR 5

Der Titel der Show wurde "EWG" abgekürzt, was nicht zufällig auch die Abkürzung für die gerade zusammenwachsende "Europäische Wirtschaftsgemeinschaft" war. Das Konzept bestand aus acht Kandidaten - je vier Männer und Frauen - aus acht Ländern, die Fragen zur Allgemeinbildung beantworten. Zum Inventar zählten aufwendige Bühnenbauten, schalldichte Kabinen und eine ebenso hübsche wie eifrige Assistentin - und natürlich Butler Martin Jente, der Hans-Joachim Kulenkampff am Ende in den Mantel half - und ihm dabei stets ein paar Spitzen unterjubelte. Autorin: Stefanie Junker © WDR 2014

Carl Friedrich Zelter gründet die erste deutsche Liedertafel (am 24.01.1809) WDR ZeitZeichen 24.01.2014 14:19 Min. WDR 5

Menschen singen seit Menschengedenken. Doch der erste deutsche Männergesangverein entstand erst 1809. Seinem Gründer Carl Friedrich Zelter schwebte ein exklusiver Männerclub vor aus Gelehrten und Schriftstellern, die nach Vorbild von König Artus' Tafelrunde essen und dann singen und dichten sollten. Schon bald geriet die deutsche Männergesang-Bewegung allerdings in nationales Fahrwasser. Der deutsche Mann sang für das Vaterland. Genauso, wie sozialistische Chöre später für die internationale Arbeiterbewegung. Autor: Heiner Wember © WDR 2014

Hans Hass, Zoologe und Taucher (Geburtstag 23.01.1919) WDR ZeitZeichen 23.01.2014 13:55 Min. WDR 5

Eigentlich sollte er die Kanzlei seines Vaters in Wien übernehmen und Rechtsanwalt werden. Doch dann kam alles ganz anders. Er tauchte in die Tiefen der Meere, fotografierte, filmte und brachte diese ganz besonderen Bilder in die Welt: Hans Hass. Zahlreiche Bücher hat er geschrieben und Filme gedreht. Für die Dokumentation "Unternehmen Xarifa" hat er in den 50er Jahren sogar einen Oscar bekommen. Autor: Sven Preger © WDR 2014

Neue Künstlervereinigung München, Gründung (am 22.01.1909) WDR ZeitZeichen 22.01.2014 13:19 Min. WDR 5

Der Blaue Reiter - ein Name wie ein Signal. Die beiden Maler Wassily Kandinsky und Franz Marc haben ihn sich ausgedacht. Vorausgegangen war die Gründung der Neuen Künstlervereinigung München im Januar 1909. Eine Gruppe von Künstlern definierte das, was Malerei war, auf eine Weise neu, die die Zeitgenossen schockierte. Kandinsky und seine Freunde wollten Gegenpol sein zur konservativen Kunstauffassung. Sie verabschiedeten die Perspektive, sie wählten kräftige Farben und orientierten sich nicht länger an der Natur. Expressiv sollte ihre Kunst sein und aus einer inneren Notwendigkeit erwachsen. Ihre Werke gelten heute als Meilensteine der Moderne. Autorin: Monika Buschey © WDR 2014

Paul Ludwig Troost, Architekt (Todestag 21.01.1934) WDR ZeitZeichen 21.01.2014 14:46 Min. WDR 5

Bevor Adolf Hitler den bis heute bekannten Albert Speer als seinen "Lieblingsarchitekten" entdeckte, da gab es bereits Paul Ludwig Troost. Er plante das "Haus der Deutschen Kunst" in München, baute das "Braune Haus", die Münchener NSDAP-Zentrale, um und plante den "Führerbau". Kein Architekt sollte so stilprägend für das Dritte Reich werden wie der heute nahezu vergessene Troost. Autor: Marko Rösseler © WDR 2014

Erster gesamtdeutscher Armutsbericht wird vorgelegt (am 20.01.1994) WDR ZeitZeichen 20.01.2014 14:40 Min. WDR 5

Armut ist stumm, tabuisiert und wehrlos heißt es im Vorwort zu dem ersten gesamtdeutschen Armutsbericht, den der DGB zusammen mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband herausgegeben hat. Armut hat viele Gesichter. Nach dem Krieg war sie vor allem weiblich und alleinstehend. Und in den 90er spielte unter dem Stichwort "neue Armut" vor allem die zunehmende Bedürftigkeit von Kindern und Jugendlichen eine große Rolle. Der erste gesamtdeutsche Armutsbericht nach der Wiedervereinigung war damals die umfassendste und gründlichste Studie zu diesem traurigen Kapitel. Autorinnen: Anja und Doris Arp © WDR 2014

Wolfgang Staudte, Filmregisseur (Todestag 19.01.1984) WDR ZeitZeichen 19.01.2014 14:51 Min. WDR 5

Der allererste deutsche Nachkriegsfilm "Die Mörder sind unter uns" mit der jungen Hildegard Knef in ihrer ersten großen Rolle, gilt bis heute als sein Meisterwerk. Stark beeinflusst vom italienischen Neorealismus prägt er damit 1946 das Genre der "Trümmerfilme". Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nazizeit wird sein großes Lebensthema bleiben. Wolfgang Staudte ist ein unbequemer Künstler: Nach anfangs guter Zusammenarbeit bricht er mit der DEFA in der DDR. Und auch die Verflachung und Kommerzialisierung der bundesdeutschen Kinoproduktion in den 50er Jahren will er nicht hinnehmen. Autor: Thomas Pfaff © WDR 2014

Montesquieu, französischer Philosoph (Geburtstag 18.01.1689) WDR ZeitZeichen 18.01.2014 14:13 Min. WDR 5

"Jeden Morgen erwache ich voll heimlicher Freude. Ich erblicke das Licht und es bezaubert mich. Den ganzen Tag bin ich dann ein fröhlicher Mensch." Worte des Philosophen Montesquieu. In keinem Lehrbuch sind sie zu finden. In deutschen Lehrbüchern schon gar nicht, obwohl der französische Philosoph dort einen Ehrenplatz einnimmt. Allerdings nicht als Anstifter zur Lebensfreude, sondern als logisch strenger Vordenker der demokratischen Staatsordnung. Autor: Hans Conrad Zander © WDR 2014

Chang und Eng Bunker, siamesische Zwillinge (Todestag 17.01.1874) WDR ZeitZeichen 17.01.2014 13:32 Min. WDR 5

Siamesische Zwillinge gelten als besonders tragische Laune der Natur. Auf 100.000 Geburten kommt statistisch gesehen nur ein siamesisches Zwillingspaar. Das berühmteste waren die Brüder Chang und Eng Bunker. 1811 in Siam, dem heutigen Thailand, geboren, waren sie ein Leben lang unzertrennlich und gaben diesem ungewöhnlichen Phänomen seinen Namen. Viele Jahre lang tingelten die siamesischen Zwillinge in Amerika und Europa durch die Varietés und waren auf Jahrmärkten die große Sensation. Als Chang mit 63 Jahren an einer Lungenentzündung starb, war das auch für Eng das Todesurteil. Autorin: Andrea Kath © WDR 2014

Der römische Senat verleiht Octavian den Ehrennamen "Augustus" (am 16.01.27 v.Chr.) WDR ZeitZeichen 16.01.2014 14:28 Min. WDR 5

Octavians Aufstieg zum ersten römischen Kaiser der Antike begann als Adoptivsohn Julius Caesars. Nach dessen Ermordung 44 vor Chr. trat der 18-jährige Caesars Erbe an, teilte die Macht aber zunächst mit Marcus Antonius und Aemilius Lepidus. Mit klugen innen- und außenpolitischen Schachzügen, und dank geschickter Klientelpolitik sicherte sich Octavian bald die uneingeschränkte Macht in Rom. Als ihm der Senat am 16. Januar 27 v. Chr. den Ehrentitel "Augustus" - der Erhabene - verlieh, begann seine Regierungszeit als Kaiser, die er nie im Sinne einer despotischen Alleinherrschaft verstand. Autor: Herwig Katzer © WDR 2014

"British Museum" in London eröffnet (am 15.01.1759) WDR ZeitZeichen 15.01.2014 14:48 Min. WDR 5

Als der Londoner Arzt und Sammler Hans Sloane Mitte des 18. Jahrhunderts seine umfangreiche Kollektion dem englischen Staat vererbte, war die Freude des Beschenkten nicht sehr groß. Sloane hatte zu Lebzeiten alles gehortet, was er in die Finger kriegen konnte: Pflanzen und Fossilien, Mineralien und Antiquitäten, Gemälde und Münzen, Drucke, Bücher und Manuskripte, sowie eine erkleckliche Anzahl in Alkohol eingelegter Tier- und Menschenteile. Seine Sammlung war der Grundstein für das Museum Britannicum. Gedacht als in Stein gehauene Enzyklopädie der Menschheitsgeschichte, präsentierte es sich anfangs allerdings eher als Rumpelkammer und Kuriositätenkabinett. Autor: Martin Herzog © WDR 2014

Preußen beendet die französische Herrschaft über Köln (am 14.01.1814) WDR ZeitZeichen 14.01.2014 14:44 Min. WDR 5

Die französischen Besatzer hatten Köln von 1794 bis 1814 politisch modernisiert. Doch nach Napoleons Rückzug nach Frankreich zogen preußische Truppen in die Stadt. Zwei völlig verschiedene Mentalitäten prallten aufeinander. Konflikte zwischen den einheimischen Katholiken und den protestantischen "Stinkpreuß'" waren vorprogrammiert. Die disziplinversessenen Soldaten, die Köln zur Frontstadt gegen die Franzosen ausbauten, gingen den Bürgern genauso auf die Nerven wie die überwachungswütigen "Schnäuzerkowskis" und die rigiden Zensoren. Doch stimmt die Legende vom durchgängigen Hass auf die Besatzer? Autor: Christoph Vormweg © WDR 2014

Wyatt Earp, amerikanischer Revolverheld (Todestag 13.01.1929) WDR ZeitZeichen 13.01.2014 14:50 Min. WDR 5

Wyatt Earp war tapfer und ehrenhaft. Er duldete keine Verstöße gegen Recht und Ordnung. Dieser Eindruck kann entstehen, wenn man rund zwei Dutzend Filme über ihn sieht. Die Wahrheit sieht anders aus. Nie hat dieser Mann als Marshall oder Sheriff gearbeitet. Er war ein Spieler und Pferdedieb, eine unbedeutende Figur, die keinerlei Substanz zur Legende hat. Erst am Ende seines Lebens entstand die Biografie "Wyatt Earp: Frontier Marshall", die den Mythos begründete. Autor: Detlef Wulke © WDR 2014

Reinhard Keiser, Komponist (Geburtstag 12.01.1674) WDR ZeitZeichen 12.01.2014 14:41 Min. WDR 5

Reinhard Keisers Oper "Masaniello furioso" kam 1706 auf die Bühne der Oper am Hamburger Gänsemarkt. Im Orchester saß Georg Friedrich Händel, während der Komponist ein wahres Bühnenspektakel entfachte, in verschiedenen Sprachen singen ließ und eine farbige Musik dirigierte, die sich noch heute hören lassen kann. Keiser, aus dem anhaltischen Teuchern stammend, war ein Exzentriker, für den die junge deutsche Oper ein stimmgewaltiges und höchst aktuelles Event war. Autor: Michael Struck-Schloen © WDR 2014

Oskar Lassar, Mediziner (Geburtstag 11.01.1849) WDR ZeitZeichen 11.01.2014 14:44 Min. WDR 5

"Jedem Deutschen wöchentlich ein Bad", das fordert der Dermatologe und Sozialreformer Oskar Lassar im Jahre 1886. Er macht sich Sorgen um die Reinlichkeit und Gesundheit im deutschen Reich. Ende des 19. Jahrhunderts scheint der gemeine Deutsche ziemlich wasserscheu zu sein. Sich waschen, geschweige denn sich duschen oder gar baden gehört nicht zu seinen täglichen und noch nicht mal wöchentlichen Verrichtungen. Lassar wird zum Begründer der "Deutschen Gesellschaft für Volksbäder", die diese in Deutschland propagiert und fördert. Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann © WDR 2014

Tee aus Indien kommt erstmals in London in den Handel (am 10.01.1839) WDR ZeitZeichen 10.01.2014 14:27 Min. WDR 5

Im Gegensatz zum chinesischen Tee ist die Geschichte vom indischen Tee noch recht jung und begann vor etwa 180 Jahren. Die Handelsbeziehungen zwischen China und der britischen "East India Company", die das Handelsmonopol auf Tee aus China hatte, verschlechterten sich damals. So beschlossen die Briten selbst Tee anzubauen. Als Kolonialherren ließen sie ab 1833 in der indischen Gebirgsregion Darjeeling und in Assam Teesträucher züchten. Anfang Mai 1838 wurden die ersten zwölf Teekisten über den Hafen von Kalkutta nach London verschifft. Autorin: Martina Meißner © WDR 2014

"Die Familie Schroffenstein", Schauspiel von Heinrich von Kleist, Uraufführung (am 09.01.1804) WDR ZeitZeichen 09.01.2014 14:36 Min. WDR 5

Das Publikum war verstört: so viel Raserei, so viele Tote, so ein blutiges Ende. Von wem stammte eigentlich dieses Stück "Die Familie Schroffenstein", das da am 9. Januar 1804 im Stadttheater Graz uraufgeführt wurde? Es war anonym erschienen, und erst später erfuhr man: Der Autor hieß Heinrich von Kleist - damals noch völlig unbekannt. Es war sein Erstling, monströs und unspielbar, wie viele glaubten. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann © WDR 2014

Marco Polo, venezianischer Reisender (Todestag 08.01.1324) WDR ZeitZeichen 08.01.2014 14:47 Min. WDR 5

Das aufregende Leben des Marco Polo beginnt, als er siebzehn ist. Er begleitet Vater und Onkel, beide venezianische Juwelenhändler, auf deren Reise durch den Vorderen Orient und durch Asien. Fast ein Vierteljahrhundert sind die Polos unterwegs, siebzehn Jahre davon verbringen sie in China und unterhalten enge Kontakte zum Kaiserhof. Zurück in Venedig kommt es zum Krieg zwischen Genua und der Lagunenstadt; Marco Polo wird als Kommandant einer Galeere gefangen genommen und landet im Kerker. Dort soll er gemeinsam mit dem Schriftsteller Rustichello seine unglaublichen Reisegeschichten aufgeschrieben haben, "Die Wunder der Welt". Autorin: Andrea Klasen © WDR 2013

Seenotruf CQD eingeführt (am 07.01.1904) WDR ZeitZeichen 07.01.2014 14:41 Min. WDR 5

Die Entwicklung der drahtlosen Telegraphie im 19. Jahrhundert veränderte auch die Schifffahrt. Nun war es möglich, Kontakt zu den Schiffen aufzunehmen und über Funk um Hilfe zu bitten. Vor 110 Jahren beschloss die Marconi-Company, dafür das Morsekürzel CQD zu benutzen. Das Problem war nur, dass die Schiffsfunker Angestellte der Funkgesellschaft waren und es konkurrierende Gesellschaften gab. Schiffe mit Geräten von Telefunken morsten SOS. Zu einer Einigung kam es erst 1906. Doch bis sich das internationale Kürzel SOS auch in der Praxis durchsetze, vergingen noch Jahre. Autorin: Heide Soltau © WDR 2013

Heinz Berggruen, Kunstsammler und -händler (Geburtstag 06.01.1914) WDR ZeitZeichen 06.01.2014 14:41 Min. WDR 5

Welches Bild er am liebsten mitnehmen würde, wenn es ein Leben nach dem Tode gäbe, wurde Heinz Berggruen in einem Interview gefragt. Picassos Bild von Dora Maar im gelben Pullover aus dem Jahr 1939 war seine spontane Antwort. Dann einen Klee und die ,,Seilspringerin" von Matisse. Die Wahl beschreibt den Kunstsammler gut: Der Sohn eines jüdischen Schreibwarenhändlers aus Berlin hatte das richtige Gespür für höchste Qualität. So avancierte er zum bedeutendsten Picasso-Sammler weltweit. Seine Sammlung verkaufte er im Jahr 2000 an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz deutlich unter dem Schätzwert. Gleich gegenüber dem Schloss Charlottenburg liegt das Museum, das seinen Namen trägt. Autorin: Anke Rebbert © WDR 2013

Katharina von Medici, französische Königin (Todestag 05.01.1589) WDR ZeitZeichen 05.01.2014 14:47 Min. WDR 5

Katharina stammte aus der ebenso reichen wie mächtigen Florentiner Familie der Medici. Als sie 14 Jahre alt war, arrangierte Papst Clemens VII. ihre Vermählung mit Heinrich von Valois, dem späteren französischen König Heinrich II. Weil ihr Mann und zwei Söhne früh starben, gewann die stramme Katholikin politischen Einfluss und galt bald als heimliche Herrscherin. Ihr Name ist untrennbar mit dem Massaker der "Bartholomäusnacht" verbunden, bei dem 1572 etwa 4000 Hugenotten von einem katholischen Mob ermordet wurden. Autor: Herwig Katzer © WDR 2014

Paul VI. besucht als erster Papst das Heilige Land (am 04.01.1964) WDR ZeitZeichen 04.01.2014 13:26 Min. WDR 5

Papst Paul VI. reiste am 4. Januar 1964 nach Israel. Und er hat damit nicht nur erstmals das Heilige, sondern auch Neu-Land betreten. 150 Jahre lang hatte vor ihm kein Pontifex freiwillig Rom verlassen. Und es war eben zugleich die allererste Fahrt eines Papstes zu den heiligen Stätten in Israel und Jordanien. Für das damalige Protokoll übrigens ein Albtraum: Die Vatikanmitarbeiter wurden nur vier Wochen zuvor von der Absicht des Papstes informiert und mussten Unmögliches ermöglichen: Eine sichere Reise in eine politisch höchst umstrittene und gefährliche Region. Autor: Wolfgang Meyer © WDR 2013

Victor Borge, Pianist und Entertainer (Geburtstag 03.01.1909) WDR ZeitZeichen 03.01.2014 13:38 Min. WDR 5

Victor Borge hat Broadway-Geschichte geschrieben. Denn seine Show "Comedy in Music" stand in den 50er Jahren an 849 Abenden auf dem Programm im Golden Theater. Ein bis heute geltender Rekord für eine Ein-Mann-Show. Eigentlich hieß der in Kopenhagen geborene Musiker Børge Rosenbaum. Der Sohn einer jüdischen Musikerfamilie gab schon mit acht Jahren sein erstes Klavierkonzert. Er kombinierte aber bald das ernsthafte Klavierspiel mit humoristischen Elementen. Allerdings brachten ihm seine Parodien auf Adolf Hitler bei den deutschen Besatzern während des Zweiten Weltkrieges eine Menge Ärger ein. Deshalb floh er 1940 in die USA und nannte sich fortan Victor Borge. Autor: Thomas Mau © WDR 2013

Anna Sacher, österreichische Hotelbesitzerin (Geburtstag 02.01.1859) WDR ZeitZeichen 02.01.2014 14:41 Min. WDR 5

Sie war ein Original, diese Anna Sacher, mit ihrer Bassstimme, einer dicken Havanna im Mund und ihren zwei französischen Bulldoggen auf dem Arm. Die Wiener Fleischertochter Anna Maria Fuchs hatte Eduard Sacher 1880 geheiratet. Da war das Hotel gerade vier Jahre alt und hieß noch Hôtel de l'Opera. Eduard, ein Sohn des Tortenschöpfers Franz Sacher, starb schon zwölf Jahre später. Seine Witwe Anna übernahm nun das Kommando im Familienbetrieb und verkündete bald überall selbstbewusst: "Das Sacher, das bin ich!" Autorin: Martina Meißner © WDR 2013

Erste offizielle Briefkästen in Preußen aufgestellt (am 01.01.1824) WDR ZeitZeichen 01.01.2014 13:32 Min. WDR 5

Briefkästen sind Beziehungskisten. Sie unterstützen die Kommunikation. Und die ist das Ordnungsprinzip allen Lebens, von den Molekülen der Zelle bis zu den Menschen. Kommunikation brauchte Sender und Empfänger und einen Boten. Briefkästen im heutigen Sinn brauchte sie nicht, wohl aber Depots - sei es auf Inseln irgendwo in der Südsee oder gleich am Stadttor. Dort deponierten die einen Post, die andere dann weiter beförderten und verteilten. Diesen Wildwuchs beendete Preußen am 1. Januar 1824 und rief ein reguläres Briefkastenwesen ins Leben. Autor: Wolfgang Burgmer © WDR 2013

1788 prägt der Wirtschaftsminister Ludwigs XVI. den Begriff "Soziale Feudalwirtschaft" WDR ZeitZeichen 31.12.2013 14:46 Min. WDR 5

Im berühmten Salon der Madame D'Anne Willencourt zu Versailles gibt es wieder einmal eine hitzige Diskussion: An jenem Tag geht es um die "Kuchen-Affäre". Königin Marie-Antoinette hat doch gerade verkündet, wenn die Armen kein Brot hätten, sollten sie doch Kuchen essen. Marquis Phillippe Bourbon de Rosleville, Wirtschaftsminister am Hofe, will die Wogen glätten und verspricht unter dem Begriff "Soziale Feudalwirtschaft" Reformen. (Wiederholung des Zeitzeichens vom 1. April 2013) Autor: Thomas Pfaff © WDR 2013

Ovid, römischer Dichter, verbannt (am 30.12.08 n. Chr.) WDR ZeitZeichen 30.12.2013 14:13 Min. WDR 5

Ein Machtwort des großen Augustus: Publius Ovidius Naso, der umschwärmte Dichter Roms, muss in die Verbannung. Im Jahr 8 n. Chr. ereilt ihn das Verderben. Tomi am Schwarzen Meer gilt als das Sibirien des Römischen Reichs. Dorthin befielt ihn der Imperator. Über die Gründe ist schon zu Lebzeiten des Ovid gerätselt worden. Sind es die frivolen Verse aus der Feder des Poeten, die den Herrscher erzürnt haben? War Ovid unfreiwilliger Zeuge eines Ehebruchs in der Familie des Augustus oder gar an einer Verschwörung beteiligt? Autorin: Monika Buschey © WDR 2013

Carmen Sylva, Dichterin (Geburtstag 29.12.1843) WDR ZeitZeichen 29.12.2013 14:43 Min. WDR 5

"Ich wurde ein Jahrhundert zu früh geboren...", schrieb die Dichterin Carmen Sylva 1890. Und wirklich: Ihre Talente sprengten den Rahmen sittsam-weiblicher Tätigkeiten. Hinzu kam das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Selbstinszenierung. Damit erregte die "dichtende Königin" nicht nur Bewunderung, sondern auch Missfallen. Geboren wurde sie als Elisabeth Prinzessin zu Wied. Ihr Ehemann Prinz Karl von Hohenzollern-Sigmaringen war nicht nur Fürst, sondern wurde elf Jahre nach der Heirat auch König von Rumänien. Autorin: Maren Gottschalk © WDR 2013

Friedrich Murnau, Filmregisseur (Geburtstag 28.12.1888) WDR ZeitZeichen 28.12.2013 14:51 Min. WDR 5

Friedrich Wilhelm Murnau, der als Friedrich W. Plumpe am 28. Dezember 1888 in Bielefeld geboren wurde, gilt als Magier der Stummfilmära. Er führte u. a. die subjektive Kamera ein, die das Geschehen aus Sicht der handelnden Personen wiedergibt und filmte aus bis dahin ungewohnten Perspektiven. Mit Filmen wie "Nosferatu - eine Symphonie des Grauens" oder "Faust - eine deutsche Volkssage" schuf der Regisseur eine atmosphärisch düstere Bildsprache, die stark vom Expressionismus beeinflusst war. Autor: Herwig Katzer © WDR 2013

Zarathustra, iranischer Religionsstifter (Todesjahr 553 v.Chr.) WDR ZeitZeichen 27.12.2013 14:49 Min. WDR 5

"Also sprach Zarathustra" - Fast jeder hat den berühmten Titel von Friedrich Nietzsches literarischem Epos schon gehört. Oder die gleichnamige, ebenso berühmte Tondichtung von Richard Strauss. Die beiden Werke lassen Zarathustras Namen so unglaublich vertraut erscheinen, doch tatsächlich ist er uns völlig fremd. Die historische Person Zarathustras ist selbst für Religionswissenschaftler heute nur schwer greifbar, mit den berühmten Werken von Nietzsche und Strauss aber hat sie fast gar nichts zu tun. Der altiranische Priester und Lehrer Zarathustra war der Verkünder der ältesten Offenbarungsreligion der Weltgeschichte. Autorin: Marfa Heimbach © WDR 2013

Das Färöische Weihnachtstreffen (am 26.12.18888) WDR ZeitZeichen 26.12.2013 14:42 Min. WDR 5

Über Jahrhunderte war die eigene Sprache der Färöer Inseln aus dem öffentlichen Leben verdrängt und überlebte nur durch mündliche Überlieferung unzähliger Balladentexte. Dann aber beginnen die Färinger, sich gegen die dänische Herrschaft aufzulehnen. Auf der kleinen Inselgruppe der "Schafsinseln" im Nordatlantik zwischen Island, Schottland und Norwegen formiert sich Weihnachten 1888 eine Nationalbewegung. Autor: Thomas Pfaff © WDR 2013

"Magnificat" von Johann Sebastian Bach, Uraufführung (am 25.12.1723) WDR ZeitZeichen 25.12.2013 14:35 Min. WDR 5

Das "Magnificat" schrieb Johann Sebastian Bach für sein erstes Weihnachtsfest in Leipzig, sieben Monate nachdem er dort im Mai 1723 das Amt als Thomaskantor angetreten hatte. In der Vesper am ersten Weihnachtstag erklang sein bis dahin umfangreichstes Werk für Leipzig erstmals in der Nicolaikirche. In dieser festlichen, mit Pauken und Trompeten erklingenden Vertonung des Lobgesangs der Maria vereinigt Bach in den elf kurzen Sätzen ganz unterschiedliche kompositorische Mittel. Autor: Walter Liedtke © WDR 2013