WDR ZeitZeichen Archiv

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Hier finden Sie ZeitZeichen deren Sendedatum länger zurückliegt.

Gustav Holst, englischer Komponist (Todestag 25.5.1934) WDR ZeitZeichen 25.05.2014 14:47 Min. WDR 5

Die Geschichte der Filmmusik von Hollywood wäre unvollständig ohne ein Werk, das zum Vorbild aller Marsch- und Massenaufzüge wurde: den im 5/4-Takt einher stampfenden "Mars" aus der Suite "Die Planeten". Gustav Holst hat sich aber nicht nur für Astrologie interessiert, sondern auch für Wagner, den Sozialismus, indische Philosophie und apokryphe Bibeltexte. Seine Musik ist englisch, doch ohne die "splendid isolation" seiner Zeitgenossen. Er war ein Weltbürger auf der Insel. Autor: Michael Struck-Schloen © WDR 2014

Ernst Dohm, Schriftsteller und Satiriker (Geburtstag 24.5.1819) WDR ZeitZeichen 24.05.2014 14:42 Min. WDR 5

Für den Beruf des Pfarrers taugt er nicht, das erkennt er nach seinen ersten zwölf Predigten. Dabei könnte man annehmen, dass der am 24. Mai 1819 in eine jüdische Familie hineingeborene Ernst Dohm den evangelischen Glauben, den er angenommen hat, mit Inbrunst lebt. Nur: erbauliche Worte sind Dohms Sache auf Dauer nicht. Sondern Spott, Satire und Ironie. 1848 steigt er beim neuen Berliner Witzblatt "Kladderadatsch" ein. Anfangs ist das politisch-satirische Magazin eines unter vielen, die im "Pressefrühling" der Revolutionszeit aus dem Boden schießen, doch eines der wenigen, die die Gegenrevolution auch überdauern. Es existiert bis 1944. Autorin: Edda Dammmüller © WDR 2014

Karlheinz Deschner, Kirchenkritiker (Geburtstag 23.5.1924) WDR ZeitZeichen 23.05.2014 14:39 Min. WDR 5

"Ich denke, also bin ich - kein Christ", sagt Karlheinz Deschner von sich selbst. Jahrzehnte lang galt er als schärfster Kritiker von Religion, Kirche und Christentum in Deutschland. Zu seinem Hauptwerk wird die zehnbändige "Kriminalgeschichte des Christentums", in der er den christlichen Kirchen über die Jahrhunderte detailliert ihre Verstrickung in Kriege und andere Gräueltaten nachweist. Deschners Gegner werfen ihm eine einseitige Sicht auf die Geschichte des Christentums vor. Deschner hat diese Einseitigkeit nie geleugnet. Autorin: Daniela Wakonigg © WDR 2014

Vance Packard, amerikanischer Publizisten (Geburtstag 22.5.1914) WDR ZeitZeichen 22.05.2014 14:04 Min. WDR 5

"Die Anwendung der Massenpsychologie auf Werbefeldzüge ist zur Grundlage einer Multimillionen-Dollar-Industrie geworden." Mit solchen Aussagen trifft der US-Journalist Vance Packard in den fünfziger Jahren den Nerv der Verbraucher in Amerika und Europa. In seinem Bestseller "Die geheimen Verführer" steht der Verbraucher plötzlich nicht mehr als ein freies Wesen da, sondern als Marionette einer großen Manipulationsmaschinerie aus Werbung und Industrie. Autor: Caspar Dohmen © WDR 2014

FIFA, Weltfußballverband, Gründung (am 21.5.1904) WDR ZeitZeichen 21.05.2014 14:50 Min. WDR 5

In England gab es bereits eine Profiliga, auf dem Kontinent lernte der Fußball gerade laufen, da schlossen sich in Paris einige Landesverbände zur Fédération Internationale de Football Association (FIFA) zusammen. Weltgeltung bekam der Verband ab 1919 unter seinem Vorsitzenden Jules Rimet. Er globalisierte den Fußball und rief die Weltmeisterschaften ins Leben. Mittlerweile hat die FIFA einen ramponierten Ruf. Korruption und rücksichtlose Vermarktung haben unter der Führung des Schweizers Sepp Blatter für ein negatives Image gesorgt. Autor: Jörg Beuthner © WDR 2014

Mainzer Hoftages, Beginn (am 20.5.1184) WDR ZeitZeichen 20.05.2014 14:25 Min. WDR 5

Zehntausende Ritter aus dem gesamten Reich kamen zu Pfingsten zusammen, um auf einer Wiese in der Mainmündung das größte Fest des Mittelalters zu feiern. Anlass war die Erhebung der Söhne Barbarossas in den Ritterstand. Das Fest wurde zu einer gewaltigen Demonstration der kaiserlichen Macht. Herzöge, Grafen und Ministeriale, Bischöfe und Äbte, Dichter, Sänger und Trommler, Jongleure und fliegende Händler, die Dorfbewohner aus der Umgebung als Publikum: Es muss ein beeindruckendes Schauspiel gewesen sein. Autor: Tobias Mayer © WDR 2014

Chargesheimer, deutscher Fotografen (Geburtstag 19.5.1924) WDR ZeitZeichen 19.05.2014 14:49 Min. WDR 5

Er war ein Besessener. Im positiven Sinn. Und er pfiff auf Konventionen. Der gebürtige Kölner Chargesheimer ging nicht nur künstlerisch ungewöhnliche Wege. Angeblich hat er sich Anfang der 1940er Jahre einen Pneu setzen lassen, um einen Lungenflügel stillzulegen und so dem Militärdienst zu entgehen. Ob die Geschichte stimmt? Man weiß es nicht. Aber es würde zu ihm passen. Chargesheimer ist einer der wichtigsten deutschen Lichtbildner der Nachkriegszeit und ein künstlerischer Tausendsassa. Autorin: Andrea Kath © WDR 2014

Giovanni Falcone, italienischer Jurist (Geburtstag 18.5.1939) WDR ZeitZeichen 18.05.2014 14:50 Min. WDR 5

Der Hass der Cosa Nostra, ihr ganzer Zorn gegen diesen Mann, steckt in einem Abwasserkanal unterhalb der Autobahn vom Flughafen nach Palermo: 500 Tonnen TNT. Die Sprengung wird per Fernzündung ausgelöst. Giovanni Falcone hatte als Untersuchungsrichter eine Sonderkommission zur Bekämpfung der Mafia eingerichtet. Er hatte einen Massenprozess gegen 400 Mitglieder des organisierten Verbrechens in Italien geführt. Es ist allen klar, dass sie ihm nach dem Leben trachten. Autor: Marko Rösseler © WDR 2014

Norwegen verabschiedet eine eigene Verfassung (am 17.5.1814) WDR ZeitZeichen 17.05.2014 14:46 Min. WDR 5

200 Jahre Unabhängigkeit, 200 Jahre Verfassung von Eidsvoll. Norwegen feiert ein doppeltes Jubiläum in diesem Jahr: die Befreiung von der jahrhundertelangen dänischen Fremdherrschaft und ein Grundgesetz, das - mit Ergänzungen - noch immer gilt. 1814, als in Eidsvoll, nördlich von Oslo, die Verfassung eines freien und selbständigen Königreichs Norwegen verabschiedet wurde, war sie die liberalste der damaligen Zeit. Autorin: Almut Finck © WDR 2014

Erste Oscar-Verleihung in Hollywood (am 16.5.1929) WDR ZeitZeichen 16.05.2014 14:49 Min. WDR 5

Nach 15 Minuten war alles vorbei. Überraschungen gab es keine, denn die Preisträger standen schon 3 Monate vorher fest. Bei der ersten Verleihung der "Oscars" mangelte es noch sehr an Glamour. An dem gerade erfundenen Marketinginstrument, das für die US-Filmindustrie werben sollte musste noch tüchtig gearbeitet werden. Mit dem "Academy Award" wurde ein Preis erfunden, der international für US-amerikanische Filme werben sollte. Eine Auszeichnung die als "Oscar" zur Legende wurde und deren Verleihung heute weltweit von Milliarden Menschen verfolgt wird. Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann © WDR 2014

Pierre Curie, französischen Physikers (Geburtstag 15.5.1859) WDR ZeitZeichen 15.05.2014 14:50 Min. WDR 5

"Der Mann an ihrer Seite." So wird er meistens wahrgenommen, der Physiker Pierre Curie, als Ehemann von Marie Curie, einer Ikone der Wissenschaft. Dabei war Pierre Curie in Fachkreisen schon anerkannt, als seine spätere Frau gerade zum Physikstudium nach Paris kam. Mit seinem Bruder Jacques machte er eine Entdeckung, ohne die keine Quarzuhr und keine Ultraschallortung funktioniert: den piezoelektrischen Effekt. Der erlaubte auch Präzisionsmessungen radioaktiver Strahlen aus den Elementen Polonium und Radium, die von den Curies entdeckt wurden. Dafür erhielten beide 1903 den Physiknobelpreis. Autor: Wolfgang Burgmer © WDR 2014

Monica Bleibtreu, Schauspielerin (Todestag 14.5.2009) WDR ZeitZeichen 14.05.2014 14:41 Min. WDR 5

"Ich hatte immer Angst vor Erfolg. Wenn es danach gerochen hat, war ich schon wieder weg." So hat es Monica Bleibtreu geschafft, als eine der besten deutschen Schauspielerinnen lange Zeit relativ unbekannt zu bleiben. Dabei war sie immer da. Auf den großen Bühnen vom Wiener Burgtheater über die Berliner Schaubühne bis zum Schauspielhaus Hamburg, in kleineren Rollen im Fernsehen oder auf der Leinwand. Ein Star wurde sie allerdings erst mit Ende 50 - als sich ihr Sohn Moritz zu einem Senkrechtstarter des deutschen Films entwickelte und seine Mutter erstaunt feststellte: "So schlimm ist das eigentlich gar nicht, wenn man Erfolg hat." Autorin: Christiane Kopka © WDR 2014

Gregor von Rezzori, Schriftstellers (Geburtstag 13.5.1914) WDR ZeitZeichen 13.05.2014 14:50 Min. WDR 5

Die "Maghrebinischen Geschichten" machten ihn berühmt. Gregor von Rezzori hatte die humorvollen Betrachtungen über das irgendwo in Südosteuropa gelegene Phantasieland Maghrebinien ursprünglich für den NWDR geschrieben. Dort arbeitete er nach dem Krieg vorübergehend als Redakteur. Daneben drehte er gelegentlich Filme und stand einmal sogar neben Brigitte Bardot und Jeanne Moreau vor der Kamera. Er war ein sprachgewandter, eleganter Schriftsteller, den viele unterschätzt haben. Autorin: Heide Soltau © WDR 2014

Nürburgring, Wiedereröffnung (am 12.5.1984) WDR ZeitZeichen 12.05.2014 14:49 Min. WDR 5

Ein nasskalter Tag mitten im Mai des Jahres 1984. Dennoch sind mehrere Zehntausend Zuschauer zur Einweihungsparty gekommen. Sie sehen ein merkwürdiges Hauptrennen unter identischen Mercedes-Tourenwagen sowie zahlreichen Ex-Formel-1-Weltmeistern. Im Fahrerfeld ist auch Niki Lauda zu finden. Jener Mann, der seit seinem schweren Unfall auf der Nordschleife im Sommer 1976 als "Totengräber" des Nürburgrings bezeichnet wird. Denn nach diesem tragischen Ereignis konnte auf dem alten Ring definitiv kein Formel-1-Rennen mehr ausgetragen werden. Aus der Traditionspiste war eine unkalkulierbare Gefahrenzone geworden. Autor: Michael Reinartz © WDR 2014

Sara Levy, Cembalistin und Musikmäzenin (Todestag 11.5.1854) WDR ZeitZeichen 11.05.2014 14:37 Min. WDR 5

"Tante Levy" - wie sie von Felix und Fanny genannt wurde - war mit ihren 92 Jahren irgendwie aus der Zeit gefallen. Sie hat die berühmten Mendelssohn-Kinder, die komponierenden Enkel ihrer Schwester Bella, um Jahre überlebt. Als junges Mädchen wurde Sara Levy, 1761 in Berlin geboren als Sara Itzig, von Friedemann Bach im Cembalospiel unterrichtet. Sara Levy sammelte leidenschaftlich Musikalien der ganzen Bach-Familie, die später in den wertvollen Bestand der Berliner Singakademie übergingen. Autorin: Hildegard Schulte © WDR 2014

National Gallery, London, Eröffnung (am 10.5.1824) WDR ZeitZeichen 10.05.2014 14:50 Min. WDR 5

Italien hat die Uffizien, Frankreich den Louvre: prächtig, majestätisch, eine Zierde der Grande Nation. Und was hat Großbritannien? Ein vollgestopftes Wohnhaus in der Pall Mall. Die Presse ist "very unimpressed", als die National Gallery am 10. Mai 1824 ihre Türen öffnet. 60.000 Pfund hatte das Parlament zur Verfügung gestellt, um den Nachlass des Bankiers und Versicherers John Julius Angerstein zu kaufen, darunter Werke von Tizian, Rubens, Raphael, Rembrandt und Hogarth. Doch trotz der beengten Verhältnisse wurde die National Gallery von Anfang an ein Erfolg. Autor: Martin Herzog © WDR 2014

Margarete Steiff, Spielwarenfabrikantin (Todestag 9.5.1909) WDR ZeitZeichen 09.05.2014 14:38 Min. WDR 5

Mit einem "Elefäntle" fängt alles an. Ein Filznadelkissen, das die junge Damenschneiderin Margarete Steiff in Form eines Elefanten genäht hat und das ihr die Kunden begeistert aus den Händen reißen. Bald danach bevölkern auch ihre Esel, Mäuse, Schweine und Kamele die Kinderzimmer. Ihre eigene Kindheit ist nicht unbeschwert. 1847 wird Margarete Steiff in Giengen an der Brenz geboren und erkrankt bereits als Kleinkind an Kinderlähmung. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen, besteht beharrlich darauf, die Schule besuchen zu dürfen, absolviert eine Schneiderlehre und eröffnet mit 30 Jahren ein eigenes Geschäft. Ein Bär, den ihr Neffe Richard entworfen hat, wird zum Meilenstein für die Firma. Autorin: Martina Meißner © WDR 2014

Widerstandsgruppe "Europäische Union", Mitglieder, Hinrichtung (am 8.5.1944) WDR ZeitZeichen 08.05.2014 14:41 Min. WDR 5

Was für ein programmatischer Name für eine Widerstandsgruppe. Dass diese Gegner des Nationalsozialismus dennoch so wenig beachtet werden, mag an ihrer linkssozialistischen Ausrichtung liegen. Ihre Hinterbliebenen erhielten nach dem Krieg keine Wiedergutmachungs-Leistungen, ihr Richter konnte in der Bundesrepublik weiterarbeiten, als sei nichts geschehen. Mitglieder der "Europäischen Union" versteckten Juden und versorgten sie mit gefälschten Ausweisen; sie hatten auch Kontakt zum kommunistischen Widerstand. Sie setzen sich aber auch für ein geeintes linkes Europa mit demokratischen Rechten und Freiheiten ein. Autor: Heiner Wember © WDR 2014

Kaiserlichen Freibrief, Hamburg, Hafen (am 7.5.1189) WDR ZeitZeichen 07.05.2014 14:44 Min. WDR 5

"He lücht", "Er lügt!" - So nennen die Hamburger die Touristenführer auf ihren Hafenrundfahrtsbarkassen. Denn die Geschichte des größten deutschen Hafens beginnt wahrscheinlich mit einer Fälschung. Als Geburtsurkunde des Hamburger Hafens gilt heute ein Freibrief, den angeblich Kaiser Friedrich Barbarossa der Stadt ausstellt, datiert vom 7. Mai 1189. Einen Freibrief gibt es zwar im Hamburger Stadtarchiv. Er ist aber rund 80 Jahre jünger und geschrieben hat ihn der Hamburger Stadtschreiber, als es mit dem Bremer Erzbischof Streit um Zollerhebungen auf der Elbe gab. Autor: Matthias Wurms © WDR 2014

Weltausstellung, Paris, Eröffnung (am 6.5.1889) WDR ZeitZeichen 06.05.2014 14:44 Min. WDR 5

Weltausstellung 1889: Erst ein Blick in die Steinzeithöhle, dann ein Abstecher nach Kairo. Anschließend der Besuch bei Tempeltänzerinnen aus Java und ein Gläschen Tee in Marokko. Die Welt ist ein Dorf - und zu Gast in Paris. Wahrzeichen der "Exposition Universelle de Paris": der 300-Meter-Turm des Gustave Eiffel - bis 1930 das höchste Gebäude der Welt. Wer nach Auf- und Abstieg fußlahm war, konnte eine mit Wasserdruck betriebene Gleitbahn besteigen und über das Ausstellungsgelände gleichsam schweben. Denn das war das Massenspektakel mit über 32 Millionen Besuchern auch: eine gigantische Industrieschau. Autorin: Almut Finck © WDR 2014

Hans Pfitzner, Komponisten (Geburtstag 5.5.1869) WDR ZeitZeichen 05.05.2014 14:49 Min. WDR 5

"Er ist angreifbar, verletzlich wie nur einer; aber er ist echt", behauptete einmal der große Dirigent Wilhelm Furtwängler über den Komponisten Hans Pfitzner. Dieser polarisiert bis heute: mit akutem Wohlwollen begegnen ihm die einen, die in ihm gleichzeitig einen nationalen Musik-Kämpfer erkennen; als weltentrückten Einzelgänger bezeichnen ihn die anderen. Pfitzner lässt sich nur schwer greifen. Mal zu konservativ, mal zu progressiv ist er ein auf jeden Fall ein herausragender Sonderling in der Musikgeschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Autor: Christoph Vratz © WDR 2014

Fritz Muliar, österreichischen Schauspieler (Todestag 4.5.2009) WDR ZeitZeichen 04.05.2014 14:26 Min. WDR 5

Der österreichische Schauspieler Fritz Muliar wurde am 12. Dezember 1919 in Wien geboren. Seine Karriere begann er auf den kleinen Bühnen seiner Heimatstadt. Als Soldat im Zweiten Weltkrieg geriet er wegen "Wehrkraftzersetzung" in Einzelhaft und kam später in britische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr spielte er Theater in Graz und Wien. Bekannt wurde er durch die Fernsehserie "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk im Ersten Weltkrieg". Muliar wirkte in über 120 Fernsehproduktionen und 80 Spielfilmen mit und galt als ein Meister des böhmischen Humors. Autor: Detlef Wulke © WDR 2014

Elisabeth de Bourbon (Geburtstag 03.05.1764) WDR ZeitZeichen 03.05.2014 14:45 Min. WDR 5

"Die Frau, die hätte König sein sollen", behauptet die Biographin von "Madame Elisabeth", der Schwester des französischen Königs Ludwig XVI. Dabei starben beide im Verlauf der Französischen Revolution von 1789 unter der Guillotine. Doch Elisabeth war eindeutig intelligenter, entschlossener, tapferer als er. Ganz im Gegensatz zu ihren Brüdern und Tanten, die rechtzeitig emigrierten, entschied sich die ledige Schwester, das Schicksal ihres Bruders und seiner Familie zu teilen. Und versuchte als überzeugte Monarchistin und Gegnerin der Revolution, Hilfe aus dem Ausland zu organisieren. Autorin: Sabine Mann © WDR 2014

Franz von Papen, deutscher Politiker (Todestag 2.5.1969) WDR ZeitZeichen 02.05.2014 14:41 Min. WDR 5

Er war der Steigbügelhalter Adolf Hitlers. Franz von Papen, als Herrenreiter verspottet, unterschätzte 1933 den Machtwillen und die Rücksichtslosigkeit des "Führers" und glaubte, Hitler zähmen und für sich benutzen zu können. Von Papen steht sinnbildlich für die Verantwortung der deutschen Konservativen an der Machtübernahme Hitlers. Autor: Heiner Wember © WDR 2014

Ralf Dahrendorf, Politiker und Soziologe (Geburtstag 1.5.1929) WDR ZeitZeichen 01.05.2014 14:52 Min. WDR 5

Für die Zeremonie zu seiner Ernennung zum Baron hat Ralf Dahrendorf nur ein Wort: Fabelhaft! An der Wiege war ihm der Aufstieg in den englischen Adel nicht gesungen worden. Dahrendorf wurde in eine sozialdemokratische Familie geboren, die gegen das NS-Regime Widerstand leistete. Als Schüler wurde er selbst kurz von der Gestapo inhaftiert. Er zog daraus zwei Lehren: Deutschland braucht Freiheit und Europa. Für beides kämpfte er als Professor, FDP-Politiker, Direktor der London School of Economics und später als Mitglied des britischen House of Lords. Autorin: Irene Dänzer-Vanotti © WDR 2014

Chrysler, Automobilfirma, Insolvenz (am 30.4.2009) WDR ZeitZeichen 30.04.2014 14:38 Min. WDR 5

Er träumte davon, den größten Autobauer der Welt zu schmieden. Daimler-Chef Jürgen Schrempp sprach von einer "Hochzeit im Himmel" als Daimler und Amerikas Nummer drei, Chrysler, 1998 fusionierten. Knapp zehn Jahre später sprach sein Nachfolger Dieter Zetsche ausgerechnet am Valentinstag zum ersten Mal von der Scheidung. Chrysler ging an den Investmentfonds Cerberus. Durch hohe Schulden geschwächt, stürzte das Unternehmen in der folgenden Weltwirtschaftskrise endgültig ab. Autor: Arndt Brunnert © WDR 2014

Duke Ellington, Pianisten, Bandleader (Geburtstag 29.4.1899) WDR ZeitZeichen 29.04.2014 14:30 Min. WDR 5

Aristokratische Spitznamen waren in den frühen Jahren des Jazz sehr beliebt. Und da Edward Ellington ohnehin durch seine vornehme Ausstrahlung auffiel, erhielt er schon als Schüler den Beinamen "Duke". Bekannt geworden ist der Pianist und Bandleader Ende der 20er Jahre im bedeutenden New Yorker "Cotton Club". Dort hatte er viel Gelegenheit, mit den Sounds seines Orchesters zu spielen. Vor allem mit den gestopften Blechinstrumenten erzeugte er einen Klang, der als "Jungle Style" in die Jazz-Geschichte eingegangen ist. Kaum ein anderer Jazzmusiker war bis in die 60er Jahr hinein an der Entwicklung neuer Jazz-Stile so beteiligt wie er. Autor: Thomas Mau © WDR 2014

König Friedrich Wilhelm IV., Kaiserkrone, Ablehnung (am 28.4.1849) WDR ZeitZeichen 28.04.2014 14:34 Min. WDR 5

Ein Jahr liegt der Ausbruch der Revolution von 1848 zurück. Das neue Parlament in der Frankfurter Paulskirche hat endlich eine Reichsverfassung verabschiedet. Doch wird es auch die schleichende Gegenrevolution aufhalten können? Das Zünglein an der Waage ist Friedrich Wilhelm IV., der preußische König. Wird er die angebotene Kaiserkrone auf sein Haupt setzen? Für die Parlamentarier in der Paulskirche wäre es der Triumph. Doch der "Romantiker auf dem Preußenthron" lehnt ab. Autor: Christoph Vormweg © WDR 2014

Alex Randolph, Spieleerfinder (Todestag 27.4.2004) WDR ZeitZeichen 27.04.2014 14:47 Min. WDR 5

"Meine beste Erfindung war, den Beruf eines Spieleerfinders überhaupt zu kreieren!" sagte Alex Randolph. Millionen von Kindern und Erwachsenen spielen seine Ideen nach: schleichen als Spione 'Incognito' durch Venedig, würfeln sich durch den Irrgarten der Verbotenen Stadt in Peking oder knobeln, bis der Schädel raucht. Von der Geburt auf einer Ranch in Arizona über die Ausbildung in einem Schweizer Internat bis zum Tod in der Lagunenstadt Venedig - dazwischen liegen Stationen eines ungewöhnlichen Lebens. Autorin: Hildburg Heider © WDR 2014

Kinderlähmung, Versuchsimpfungen, USA, beginnen (am 26.4.1954) WDR ZeitZeichen 26.04.2014 13:46 Min. WDR 5

Wer früher an Kinderlähmung erkrankte, konnte nur hoffen, dass die Virusinfektion einen leichten Verlauf nahm. Dann blieb er vielleicht von Lähmungen oder im schlimmsten Fall vom Tod verschont. Bis in die 1950er Jahre verbreitete die Poliomyelitis Angst und Schrecken. Erst als der amerikanische Mediziner Jonas Salk mit Versuchsimpfungen begann, gelang der große Durchbruch. Nach wenigen Jahren war die Krankheit zumindest in den USA und in Europa besiegt. Autor: Jörg Beuthner © WDR 2014

Anders Celsius, schwedischer Astronom (Todestag 25.4.1744) WDR ZeitZeichen 25.04.2014 13:35 Min. WDR 5

Wasser kocht bei null Grad und friert bei hundert. So hat es der schwedische Astronomieprofessor Anders Celsius im 18. Jahrhundert festgelegt. Zu seiner Zeit gab es mehr als 30 verschiedene Temperaturskalen. Kein Wunder, dass sich Messungen verschiedener Thermometer nur schlecht vergleichen ließen. Celsius schuf mit seiner Einteilung der Grade klarere Verhältnisse. Erst kurz nach Celsius' Tod drehten Kollegen von seiner Universität in Uppsala die Skala um und erklärten den Gefrierpunkt zum Nullpunkt. Autorin: Anne Preger © WDR 2014

Willem De Kooning, amerikanischer Maler (Geburtstag 24.4.1904) WDR ZeitZeichen 24.04.2014 14:49 Min. WDR 5

Mit 22 Jahren fuhr er als blinder Passagier im Maschinenraum des Frachters "SS Shelley" von Belgien nach Virginia. Glück, Erfolg und Reichtum suchte der gebürtige Niederländer in der neuen Welt und genau das fand er. In Rotterdam hatte er eine Lehre als Gestalter absolviert und danach in Brüssel und Antwerpen Kunst studiert. Deshalb konnte er sich in New York gut als Gebrauchsgraphiker über Wasser halten, doch bald wusste er, dass er nur noch für die Kunst leben wollte. Autorin: Maren Gottschalk © WDR 2014

William Shakespeare (mutmaßlicher Geburtstag 23.4.1564) WDR ZeitZeichen 23.04.2014 14:49 Min. WDR 5

Der kleine William könnte die Lateinschule besucht haben. Belege dafür fehlen. Es heißt, er habe irgendwann seine Zelte in London aufgeschlagen und sich im Umfeld der Theater herumgetrieben. Sogar zum Schauspieler habe er es gebracht. Belegt ist, dass er Mitbesitzer von Theatern war und sich 1597 ein stattliches Haus in Stratford kaufen konnte. Obskure Anspielungen auf seinen Namen, im Zusammenhang mit literarischen Streitereien, gab es schon 1592. Autographe von Theaterstücken oder andere Dokumente von seiner Hand sind nicht überliefert, sogar die paar erhaltenen Unterschriften werfen Fragen auf, was ihre Echtheit betrifft. Nach seinem Tod erschien unter seinem Namen ein stattlicher Band mit 36 Theaterstücken, von denen 18 niemals zuvor einzeln gedruckt worden waren. Zwei Versepen und ein Band kunstvoll errätselter Sonette wurden ihm ebenfalls zugeschrieben. Autor: Klaus Leymann © WDR 2014

Amerikanisches Indianerterritorium, Besiedlung (am 22.4.1889) WDR ZeitZeichen 22.04.2014 14:50 Min. WDR 5

Am 22.4.1989 war es soweit. Seit Wochen hatten rund 50000 Siedler bei Fort Reno, an der Grenze zum Indianerland, in Zelten campiert. Jetzt, gegen zehn vor zwölf, stellten sie sich an einer imaginären Startlinie auf. Als um Punkt zwölf Uhr mittags der Startschuss fiel, preschten sie los, zu Pferde, mit dem Planwagen, zu Fuß. Jeder wollte das beste Stück Land. Autorin: Almut Finck © WDR 2014

Anselm von Canterbury, Theologe, Philosophe (Todestag 21.4.1109) WDR ZeitZeichen 21.04.2014 14:50 Min. WDR 5

"Credo ut intelligam" - "Ich glaube, damit ich verstehe." Mit diesem Satz veränderte der Philosoph Anselm von Canterbury die mittelalterliche Theologie. Er wollte nichts weniger als durch Logik die Existenz Gottes beweisen. Der 1033 im Piemont geborene Grafensohn war nach wilder Jugend als Mönch in den Benediktinerorden eingetreten, wurde Prior und Abt und 1093 sogar Erzbischof im englischen Canterbury. Dort geriet er in den "Investiturstreit", den Kampf zwischen weltlichen Herrschern und dem Papst um das Recht, über die Besetzung kirchlicher Posten zu entscheiden. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann © WDR 2014

Prinz Heinrich von Preußen, Bruder von Kaiser Wilhelm II. (Todestag 20.4.1929) WDR ZeitZeichen 20.04.2014 14:07 Min. WDR 5

Prinz Heinrich von Preußen hat die "Prinz-Heinrich-Mütze" zwar getragen, aber nicht selber kreiert. Und der von ihm 1908 patentierte Auto-Scheibenwischer besaß schon einen Vorläufer, den eine Miss Anderson in Amerika ersonnen hatte. Aber das sind Kleinigkeiten. Weltgeschichte hätte Heinrich schreiben können, wäre er nicht der jüngere, sondern der ältere Bruder Wilhelms von Preußen gewesen. Er liebt die Flotte und Großmutter Victoria in London ebenso wie Wilhelm. Aber sonst ist Heinrich so ziemlich das Gegenteil des Kaisers. Autorin: Edda Dammmüller © WDR 2014

Königin Christina von Schweden (Todestag 19.4.1689) WDR ZeitZeichen 19.04.2014 14:51 Min. WDR 5

Wurde jemals eine europäische Königin so gnadenlos verleumdet wie Christina von Schweden? Und: Gab jemals eine Königin so viel Anlass dazu? Die Krone wollte sie loswerden, aber den königlichen Luxus behalten. Mit 27 Jahren dankte die schwedische Königin Christina ab, um ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen zu führen. Sie zog aus dem kalten Schweden in den warmen Süden Italiens und ließ es sich dort gut gehen, natürlich auf Kosten ihrer ehemaligen Untertanen. Autorin: Maren Gottschalk © WDR 2014

Irland, Austritt, Commonwealth (am 18.4.1949) WDR ZeitZeichen 18.04.2014 WDR 5

Eine Radioansprache von Regierungschef Costello, ein formeller Staatsakt - das ist alles, was an diesem Tag passiert. Keine ausgelassen Menschen auf den Straßen Dublins, kein allgemeiner Ausdruck von Nationalstolz. Mit dem Ausscheiden aus dem Commonwealth löst sich die Republik Irland am 18. April 1949 endgültig von Großbritannien. Doch dieser Tag markiert lediglich das formale Ende eines endlos scheinenden Konfliktes, der seinen Höhepunkt drei Jahrzehnte zuvor erreicht hatte. Autor: Martin Herzog © WDR 2014

Internationale Vereinigung gegen Lärm, Gründung (am 17.4.1959) WDR ZeitZeichen 17.04.2014 14:40 Min. WDR 5

Der Legende nach störte sich Friedrich der Große am Geklapper der Mühle von Schloss Sanssouci. Er zog darum 1778 gegen seinen Müller vor Gericht. Und verlor. Der Streit unter Nachbarn über Lärmbelästigung hat also Tradition. Noch mehr als durch laute Nachbarn fühlen sich die Deutschen vom Verkehr belästigt. Sie protestieren in Bürgerinitiativen gegen den Lärm von Flughäfen, Bahnlinien und Autobahnen. Denn wissenschaftliche Untersuchungen beweisen: Ständiger Krach macht krank! Autorin: Martina Meißner © WDR 2014

Henry Mancini, amerikanischer Komponist (Geburtstag 16.4.1924) WDR ZeitZeichen 16.04.2014 14:53 Min. WDR 5

Zu seiner Musik tapste der "Pink Panther" über die Leinwand, träumte Audrey Hepburn von "Tiffany's", starb Orson Welles "Im Zeichen des Bösen". Seine Melodien wurden zu Klassikern. 40 Jahre lang komponierte Henry Mancini legendäre Soundtracks, gewann vier Oscars und 20 Grammys. Seine Eltern waren italienische Einwanderer, der Vater ein Stahlarbeiter und Hobbymusiker. Von ihm lernte Henry Querflöte und Piccolo, die zu seinem Markenzeichen wurden. 1952 begann seine Karriere als Filmmusikkomponist. Autor: Christian Kosfeld © WDR 2014

Madame de Pompadour, Mätresse von König Ludwig XV. (Todestag 15.4.1764) WDR ZeitZeichen 15.04.2014 14:53 Min. WDR 5

Madame de Mailly, Madame de Vintimille, Madame de Lauraguais ... Die Liste der Mätressen des französischen Königs Ludwig XV. scheint endlos. Und doch sind ihm alle zusammen nicht so teuer zu stehen gekommen wie eine ganz allein: Madame de Pompadour! 50 Millionen Pfund hat der König an diese Mätresse verschleudert, zu einer Zeit, als ein gewöhnlicher Franzose ein Pfund am Tag verdiente. Warum war Louis so verschwenderisch? Autor: Hans Conrad Zander © WDR 2014

Rachel Carson, amerikanische Biologin (Todestag 14.4.1964) WDR ZeitZeichen 14.04.2014 14:23 Min. WDR 5

"Der Stumme Frühling" steht im Herbst 1962 in Rekordzeit auf der US-Bestseller-Liste. Ganz Amerika spricht über Rachel Carsons Buch und ihre darin enthaltene Kritik am bedenkenlosen Einsatz des Pflanzenschutzmittels DDT. Die amerikanische Biologin macht seinerzeit als eine der ersten auf die möglichen Gefahren des Insektizids aufmerksam und löst mit ihrem Buch heftige politische Debatten aus. Für manchen ist "Silent Spring", wie das Buch im Original heißt, so etwas wie die Bibel der modernen Umweltbewegung. Rachel Carson gilt als deren Wegbereiterin. Autorin: Andrea Kath © WDR 2014

Veit Harlan, Filmregisseur (Todestag 13.4.1964) WDR ZeitZeichen 13.04.2014 14:33 Min. WDR 5

Veit Harlan hat Schuld auf sich geladen. Als Drehbuchautor und Regisseur. Bis heute ist sein Name mit einem der schlimmsten antisemitischen Filme im NS-Regime verbunden: Jud Süß. Der Film zeichnet 1940 das Bild vom geldgierigen, verlogenen, rachsüchtigen und vergewaltigenden Juden. Propaganda-Minister Goebbels war mehr als zufrieden. Verurteilt wird Veit Harlan für seine Arbeiten jedoch nie. In mehreren Prozessen nach dem Zweiten Weltkrieg wird er immer wieder frei gesprochen. Autor: Sven Preger © WDR 2014

Nikolai Prschewalski, russischer Forschungsreisender (Geburtstag 12.4.1839) WDR ZeitZeichen 12.04.2014 14:46 Min. WDR 5

Nikolai Michailowitsch Prschewalski ist ein Eigenbrödler, ein Sturkopf, einer, der die Natur mehr liebt als die Menschen. Als Offizier der russischen Armee langweilt er sich unter seinen Kameraden und empfindet sich als "Diamant im Misthaufen". Doch Prschewalski hat Glück: Der russische Zar setzt ihn als Forschungsreisenden ein, und schickt ihn auf seiner ersten Expedition an den Fluss Ussuri, der die Mandschurei von Korea trennt. In Zentralasien beobachtet und erforscht er später Wildpferde, die nach ihm benannt werden: Die Prschewalski-Pferde, die es noch heute gibt. Autorin: Andrea Klasen © WDR 2014

Langweiligster Tag des 20. Jahrhunderts (am 11.04.1954) WDR ZeitZeichen 11.04.2014 14:51 Min. WDR 5

"Glücklich das Volk, dessen Geschichte sich langweilig liest," schrieb einst der Philosoph Montesquieu. Wenn das stimmt, dann war der 11. April 1954 ein sehr glücklicher Tag, für alle Völker der Welt. Wahlen in Belgien, der Tod eines wenig bekannten Fußballspielers, die Geburt eines noch weniger bekannten türkischen Professors für Ingenieurwissenschaften. Sonst nichts. Rein gar nichts. Keine politischen Skandale, keine Katastrophen, nicht mal ein spektakulärer Bankraub. Damit geht der 11. April 1954 in die Geschichte ein als der langweiligste Tag im 20. Jahrhundert. Autor: Martin Herzog © WDR 2014

Wolfgang Menge, Journalist, Drehbuchautor (Geburtstag 10.4.1924) WDR ZeitZeichen 10.04.2014 13:38 Min. WDR 5

Er war oft der Erste. Erster Reporter nach dem Zweiten Weltkrieg beim "Hamburger Abendblatt", als erster Reporter aus der Bundesrepublik reiste der gebürtige Berliner mit der transsibirischen Eisenbahn von Peking nach Moskau. Bei "3 nach 9" war er Mitbegründer der ersten Live-Talkshow des deutschen Fernsehens. Als Korrespondent berichtete Wolfgang Menge aus London, Tokio und Hongkong. Sein Hauptwerk aber sind über 100 Film- und Fernsehdrehbücher, die noch heute als stilprägend gelten. Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann © WDR 2014

Theobald Böhm, Flötenbauer (Geburtstag 9.4.1794) WDR ZeitZeichen 09.04.2014 14:41 Min. WDR 5

Sein Name steht für ein System: Zwischen 1832 und 1847 entwickelte der bayerische Erfinder, Flötist, Komponist und Instrumentenbauer Theobald Böhm das nach ihm benannte "Böhm-System". Als junger Mann hatte er sich einen Namen als reisender Flötenvirtuose gemacht, und der Vervollkommnung dieses Instruments widmete er sich ab 1828 in seiner eigenen Werkstatt. Alle modernen Querflöten haben noch heute das von Böhm verbesserte Griffsystem und die von ihm veränderte Bohrung der Klanglöcher. Deshalb klingen alle Töne auf modernen Querflöten gleich stark und rund - im Gegensatz zu den Querflöten aus dem Barock oder der Zeit der Wiener Klassik. Autor: Walter Liedtke © WDR 2014

Plexiglas, patentiert (am 8.4.1934) WDR ZeitZeichen 08.04.2014 14:26 Min. WDR 5

Plexiglas - auch Acrylglas genannt - gehört zu den großen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts. Der Chemiker Otto Röhm war mit einer Forschergruppe dem Stoff auf die Spur gekommen. Otto Röhm wollte mit Chemie richtig viel Geld verdienen. Der studierte Apotheker experimentierte herum und als er einen Kunststoff fand, der durchsichtig wie Glas, aber viel leichter war, da soll er gesagt haben: "Ich bin perplex". Ob Plexiglas tatsächlich daher seinen Namen hat, ist nicht wirklich bewiesen. Fest steht aber, dass Otto Röhm mit seiner Erfindung Furore machte. Autorin: Irene Geuer © WDR 2014

El Greco, griechischer Maler (Todestag 7.4.1614) WDR ZeitZeichen 07.04.2014 14:43 Min. WDR 5

400 Jahre ist es her, dass der Maler El Greco in seiner Wahlheimat Toledo gestorben ist. Aber berühmt wurde er erst im 20. Jahrhundert. Geboren als Dominikos Theotokopoulos begann er in seiner Heimat Kreta als Ikonenmaler. Als er dann sein Glück in Italien und Spanien suchte, verabschiedete er sich von seinem Namen, der für dortige Ohren zu kompliziert war, und nannte sich nach seinem Herkunftsland kurz "El Greco" - der Grieche. In seiner Wahlheimat Toledo bildete er den Stil aus, der ihn auf Anhieb wiedererkennbar macht: Überlange, oft geisterhaft durchsichtig wirkende Gestalten mit expressiven Gesten, in kühnen, kalt leuchtenden Farben gemalt: rosa, grün, gelb. Autorin: Ulrike Gondorf © WDR 2014

Weizen, gen-technisch verändert, Freiland-Versuch (am 6.4.2004) WDR ZeitZeichen 06.04.2014 14:41 Min. WDR 5

6. April 2004: In Deutschland beginnt der erste Freiland-Versuch mit gentechnisch verändertem WeizenEs ging um Weizen, der sich selbst gegen einen Pilzbefall schützt, also mehr Ertrag bringt - im doppelten Sinn: mehr Weizen, mehr Geld. Klingt wunderbar. Und doch stehen sich die Gegner aller gentechnisch veränderten Pflanzen und Gentech-Firmen unversöhnlich gegenüber. Die einen wollen die Menschen schützen, die anderen versprechen, die Ernährungsprobleme der Welt zu lösen. Oder wollen sie in erster Linie Geschäfte machen? Aber will das nicht jeder Öko-Bauer auch - an seinen Produkten verdienen? Autor: Wolfgang Burgmer © WDR 2014