WDR ZeitZeichen Archiv

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Fritz Reuter, Schriftsteller (Todestag 12.07.1874) WDR ZeitZeichen 12.07.2014 14:10 Min. WDR 5

Ein ovales Türschild. Schwarze Schrift auf schmutzig weißem Untergrund. "Dr. Fritz Reuter", steht darauf, "morgens nicht zu sprechen". Besucher dieser Villa in Eisenach, seiner letzten Residenz, gewinnen den passenden Eindruck: Das muss ein schräger Typ gewesen sein! Mitte der 1850er Jahre gelang ihm mit seinen plattdeutschen Texten der Durchbruch. Bis heute wird Fritz Reuter häufig zitiert, auch wenn es den Zitierenden zuweilen nicht bewusst ist, dass Sätze wie: "Wat den Eenen sin Uhl, ist den Annern sin Nachtigall" aus seiner Feder stammten. Autor: Wolfgang Meyer © WDR 2014

Hermann Prey, Sänger (Geburtstag 11.07.1929) WDR ZeitZeichen 11.07.2014 14:48 Min. WDR 5

In den ersten drei Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Liedgesang noch etwas galt in Deutschland, gab es eigentlich nur zwei Konkurrenten um die Palme des besten Baritons: Dietrich Fischer-Dieskau, den intellektuellen, unnahbaren Perfektionisten und Hermann Prey, den volksverbundenen Barden mit Bubicharme und leicht nasaler Stimmfarbe. Wenn er Franz Schuberts Lieder sang, kam es ihm nicht nur auf schönen Klang oder raffinierte Wortausdeutung an, sondern auf die Herzenswärme und emotionalen Abgründe, die sich da hinter melodiöser Anmut auftun. Autor: Michael Struck-Schloen © WDR 2014

"El Cid", spanischer Nationalheld (Todestag 10.07.1099) WDR ZeitZeichen 10.07.2014 14:51 Min. WDR 5

Er ist der Nationalheld Spaniens. Und Hauptperson des mittelalterlichen Epos, der seinen Namen trägt. "El Cantar de Mio Cid", in dem die Heldentaten des Rodrigo Díaz de Vivar besungen werden, hat mit dem wahren Ritter "El Cid" allerdings nur wenig zu tun. Er gilt als der siegreiche Ritter schlechthin. Er wurde in Spanien zum Symbol des ruhmreichen Kämpfers für die christliche Wiedereroberung der Iberischen Halbinsel. Noch als Toter soll er in voller Ritterrüstung auf dem Rücken seines treuen Hengstes Babieca das Schwert vernichtend gegen die Mauren erhoben haben. Alles Legende. Autorin: Andrea Kath © WDR 2014

Ann Radcliffe, britische Schriftstellerin (Geburtstag 09.07.1764) WDR ZeitZeichen 09.07.2014 14:38 Min. WDR 5

Ann Radcliffe gilt als Königin der Gothic Novel. Ohne sie wären weder Shelleys Frankenstein noch Poes düstere Erzählungen so, wie wir sie kennen, denn Radcliffe hat mit ihren Romanen eine ganze Generation von Schriftstellern geprägt. Mit dem Schreiben beginnt sie als junge Ehefrau - aus Langeweile. Ende des 18. Jahrhunderts ist sie eine hoch bezahlte Bestsellerautorin. Jeder kennt ihre Romane, von ihr selbst dringt jedoch nur wenig ans Licht der Öffentlichkeit. Ihr Leben ist ebenso geheimnisumwittert wie das der Heldinnen in ihren Schauerromanen. Autorin: Daniela Wakonigg © WDR 2014

John Davison Rockefeller, Öl-Magnat (Geburtstag 08.07.1839) WDR ZeitZeichen 08.07.2014 14:48 Min. WDR 5

Prototyp des rücksichtslosen Erzkapitalisten, oder cleverer Geschäftsmann und Menschenfreund? John D. Rockefeller spaltete die Meinung seiner Zeitgenossen wie kein zweiter Unternehmer der amerikanischen Gründergeneration. Rockefeller selbst sah niemals einen Widerspruch zwischen seinen knallharten Geschäftspraktiken, und seinem puritanisch-christlichen Glauben. Der strenge Baptist war davon überzeugt, das Anhäufen weltlicher Güter sei ein Zeichen für Gottgefälligkeit, ja ein göttlicher Auftrag. Seinen Reichtum bezeichnete er deshalb als "Gottesgeld". Autor: Martin Herzog © WDR 2014

Gottfried Freiherr von Cramm, Tennisspieler (Geburtstag 07.07.1909) WDR ZeitZeichen 07.07.2014 14:42 Min. WDR 5

Er war der erste auf dem deutschen Tennis-Thron und man nannte ihn auch den "Tennis Baron". 101 mal spielte Gottfried Freiherr von Cramm im Davis Cup für Deutschland, war jahrelang Zweiter der Weltranglisten und mehrfach Sportler des Jahres. Niemand aber - da war sich die internationale Presse einig - spielte so elegant und anmutig wie er. Autor: Ralph Erdenberger © WDR 2014

Der Bau von Kairo beginnt (am 06.07.969) WDR ZeitZeichen 06.07.2014 14:35 Min. WDR 5

Ägyptens Hauptstadt Kairo ist heute ein Moloch mit acht Millionen Einwohnern auf einer Fläche von mehr als 200 Quadratkilometern. Auch die Größe, die sie bei ihrer Gründung vor 1045 Jahren hat, ist bekannt: ein Rechteck, 1,1 Kilometer von Ost nach West, 1,5 Kilometer von Nord nach Süd. Abgesteckt wurde es in der Nacht vom 6. auf den 7. Juli 969 von einem Stoßtrupp der ismaelitischen Fatimiden-Dynastie. Ägypten hatte sich dem fatimidischen Kalifen kurz zuvor unterworfen. Rasch wird aus dem Militärlager eine Stadt, die als erstes die alte ägyptische Hauptstadt Fustat überwuchert und deren Ausdehnung nicht mehr zu stoppen ist. Autorin: Edda Dammmüller © WDR 2014

Hans Meyer, Geograph und Afrikaforscher (Todestag 05.07.1929) WDR ZeitZeichen 05.07.2014 14:52 Min. WDR 5

Auf seinem Grabstein steht "impavidi progrediamur" - unerschrocken wollen wir vorwärts schreiten. Mit dieser Einstellung ging der Geograph und Afrikaforscher Hans Meyer auf seine Expeditionen. Der Sohn von Joseph Meyer, dem Gründer des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Herausgeber von "Meyers Konversationslexikon" wurde am 22. März 1858 im thüringischen Hildburghausen geboren. Er ist vor allem dafür bekannt, als erster Europäer den Kilimandscharo, den "höchsten Punkt afrikanischer und deutscher Erde" bestiegen zu haben, den er patriotisch "Kaiser-Wilhelm-Spitze" taufte. Autorin: Martina Meißner © WDR 2014

Chinesische Astronomen beobachten eine Supernova (am 04.07.1054) WDR ZeitZeichen 04.07.2014 14:26 Min. WDR 5

Ohne Supernovae gäbe es keine Erde, keine Tiere, keine Menschen - ohne die gewaltigen Explosionen schwerer Sterne am Ende ihres Lebens, wenn sie für kurze Zeit heller strahlen als ihre ganze Galaxie. Denn im Tod erbrüten sie jene chemischen Elemente, wie Kohlenstoff, Sauerstoff, Metalle usw., aus denen Planeten und unsere Körper aufgebaut sind, während ihre Schockwellen die Geburt neuer Sonnen forcieren. Am 4. Juli 1054 registrierten chinesische Astronomen einen neuen Stern im Sternbild Stier; wochenlang war diese Supernova sogar am Tag zu sehen. Autor: Wolfgang Burgmer © WDR 2014

Der erste Aktienindex erscheint in den USA (am 03.07.1884) WDR ZeitZeichen 03.07.2014 14:24 Min. WDR 5

Die jüngste Finanzmarktkrise hat viele Anleger in ihrer Geldgläubigkeit erschüttert - und ihre Bankkonten "erleichtert". Sie haben die Nase voll von Finanzprodukten mit zungenbrecherischen Namen und Anlageformen, die selbst manche Bänker nicht verstehen. Sie wollen Klarheit, Transparenz, verständliche Vergleichbarkeit. Einen Geldkompass, an dem sie ihren eigenen Sparkurs ausrichten können. Ähnlich muss es Charles Dow, Edward Jones und Charles Bergstresser in den Achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts gegangen sein. Am 3. Juli 1884 veröffentlichten sie den ersten Aktien-Index in ihrem "Customers Afternoon Newsletter", dem Vorläufer des späteren Wall Street Journals. Autor: Kay Bandermann © WDR 2014

Christoph Willibald Gluck, Komponist (Geburtstag 02.07.1714) WDR ZeitZeichen 02.07.2014 14:52 Min. WDR 5

Ein Werk, das Epoche machte: So wurde 1762 "Orfeo ed Euridice" begrüßt. Es war Christoph Willibald Glucks erste "Reformoper". Gegen die überkomplizierten Intrigen der Opera seria und ihre hochvirtuosen Dacapo-Arien setzten Gluck und sein Textdichter Calzabigi "Einfachheit, Wahrheit, Natürlichkeit". Erst in Wien, dann in Paris rührte er das Publikum mit einer Direktheit, die neu war. 1787 stirbt er in Wien als berühmter Mann. Autor: Holger Noltze © WDR 2014

Keksfabrik Bahlsen gegründet (am 01.07.1889) WDR ZeitZeichen 01.07.2014 14:52 Min. WDR 5

Er hat 52 Zähne, ist goldgelb und knusprig: der Leibniz-Keks. Seinen Namen verdankt er dem Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz aus Hannover - gebacken hat ihn ein anderer Großer der niedersächsischen Landeshauptstadt: Hermann Bahlsen. Als Zuckerhändler lernte Bahlsen Ende des 19. Jahrhunderts in England die dortigen cakes kennen. Am 1. Juli 1889 gründete er die Hannoversche "Cakesfabrik". Weil die Deutschen dieses Wort aussprachen, wie es geschrieben wurde, änderte Bahlsen den Namen in Keks um. Und landete damit Jahre später im Duden. Autorin: Ariane Hoffmann © WDR 2014

Otto von Bamberg, Bischof (Todestag 30.06.1139) WDR ZeitZeichen 30.06.2014 14:12 Min. WDR 5

Er war immer um Frieden bemüht und hatte damit sein Leben lang alle Hände voll zu tun. Denn an Konflikten mangelte es in seiner Welt wirklich nicht: Als Kanzler des streitbaren Canossa-Kaisers Heinrichs IV. brauchte Bischof Otto von Bamberg ein Höchstmaß an diplomatischem Geschick, um immer wieder Ausgleich zu schaffen. Seine Heiligsprechung im Jahr 1189 verdankte er jedoch einer anderen Leistung: Otto von Bamberg gilt bis heute als "Apostel der Pommern". Autorin: Maren Gottschalk © WDR 2014

Anton Raphael Mengs, Maler (Todestag 29.06.1779) WDR ZeitZeichen 29.06.2014 14:37 Min. WDR 5

Der Kunsthistoriker Johann Joachim Winckelmann nannte seinen Freund Anton Raphael Mengs "den deutschen Raffael in Rom." Der aus Böhmen stammende Maler zählt zu den wichtigsten Künstlern des 18. Jahrhunderts. Aber Mengs war mehr als nur ein bedeutender und seinerzeit bekannter Maler des ausgehenden Barock. Er engagierte sich für eine Reform der Ausbildung an den Akademien und er war der erste, der eine systematische Kunstkritik der Malerei veröffentlichte. Autorin: Andrea Kath © WDR 2014

Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajewo (am 28.06.1914) WDR ZeitZeichen 28.06.2014 14:43 Min. WDR 5

Das Grundproblem der Europäischen Politik im Sommer 1914 war, dass alle Großmächte auf Dauer mit Krieg rechneten. Es brauchte nur noch einen Auslöser - es war das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand. Kriege hatte es immer gegeben; es schien fast wie ein Naturgesetz, dass es auf kurz oder lang wieder einen Waffengang geben würde. Aber wer gegen wen und vor allem wann? Das Attentat von Sarajewo setzte das in Gang, was längst in den Köpfen der Militärs vorgedacht war. Autor: Heiner Wember © WDR 2014

Friedrich Silcher, Komponist (Geburtstag 27.06.1789) WDR ZeitZeichen 27.06.2014 14:50 Min. WDR 5

Friedrich Silcher prägte die Volkslied-Kultur als Komponist, Sammler und Bearbeiter: "Alle Jahre wieder", "Die Lorelei", "Ännchen von Tharau", "So nimm denn meine Hände" - insgesamt 320 Lieder stammen von Silcher. Vor allem die Chormusik hat Friedrich Silcher viel zu verdanken: Viele seiner Kompositionen und Lieder wurden weltberühmt und gehören bis heute zum Kernrepertoire von Laienchören und Gesangvereinen. Autor: Christian Kosfeld © WDR 2014

Der Rattenfänger entführt die Kinder von Hameln (am 26.06.1284) WDR ZeitZeichen 26.06.2014 14:09 Min. WDR 5

Der Tatort: eine Stadt im Weserbergland. Die Tatwaffe: eine Flöte. Die Tat: Entführung in 130 Fällen. So ähnlich würde die Geschichte des Rattenfängers von Hameln im Polizeibericht klingen. Heute vor 730 Jahren soll er - als Jäger verkleidet und mit der berühmten Flöte bewaffnet - 130 Kinder aus der Stadt gelockt haben. Autor: Ralph Erdenberger © WDR 2014

Michael Jackson, Sänger (Todestag 25.06.2009) WDR ZeitZeichen 25.06.2014 14:48 Min. WDR 5

Kein Popmusiker verstand es wie er, seine gesamte Erscheinung zu inszenieren und zu choreografieren. Niemand streckte seine weiße Zeigefingerspitze aus wie er, bewegte Kopf und Oberkörper wie er, interpretierte schwarze Musik wie er. New Jack Swing, mit androgyner Stimme vorgetragen, von Kieksen und Hecheln durchsetzt, gelegentlich begleitet vom Moonwalk, den er sich wie viele Stilelemente bei anderen abgeschaut, aber auf zuvor nie dagewesene Weise kombiniert hatte. Kein Künstler - außer Elvis Presley - war dabei aber auch so sehr Gefangener der eigenen Inszenierung wie Michael Jackson. Autor: Uwe Schulz © WDR 2014

Das Heidelberger Schloss wird durch Blitzschlag zerstört (am 24.06.1764) WDR ZeitZeichen 24.06.2014 14:32 Min. WDR 5

"Was hat das Heidelberger Schloss nicht alles durchgemacht", seufzt der französische Schriftsteller Victor Hugo, als er 1838 die Ruine am Neckar besucht. "Fünfhundert Jahre lang hat es die Rückwirkungen von allem hinnehmen müssen, was Europa erschüttert hat und am Ende ist es darunter zusammengebrochen." Das stimmt und stimmt doch nicht ganz. Tatsächlich geriet das Heidelberger Schloss in seiner mehr als 800jährigen Geschichte öfter ganz buchstäblich in die Schusslinie. Den Todeskuss gab ihm jedoch Mutter Natur: Am 24. Juni 1764 schlug zweimal hintereinander der Blitz ein, das Schloss brannte lichterloh. So aber konnte das Heidelberger Schloss seine Zweitkarriere starten - als schönste Ruine weit und breit. Autorin: Kerstin Hilt © WDR 2014

Der Massenmörder Fritz Haarmann wird verhaftet (23.06.1924) WDR ZeitZeichen 23.06.2014 14:48 Min. WDR 5

Die Geschichte klingt wie eine Provinzsatire. Neun Jahre vor Hitlers Machtantritt kann ein Polizeispitzel ungestört 27 junge Männer umbringen, ihre Körper zerstückeln, die Knochen vergraben oder ins Wasser werfen, ihre Kleidungsstücke verkaufen. Nach mehreren Anzeigen geht die Polizei in seine Wohnung, aber "vergisst" dabei die Hausdurchsuchung. Also findet sie die zerstückelte Leiche des ersten Opfers nicht. Verhaftet wird der Triebtäter Fritz Haarmann nur durch einen Zufall. Als später der Prozessbeobachter Theodor Lessing Gutachter wie Sigmund Freud und Alfred Döblin anfordert, antwortet der Vorsitzende Richter: "Ich wüsste nicht, was es Psychologisches zu fragen gäbe." Autorin: Heide Schwochow © WDR 2014

Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetz verabschiedet (am 22.06.1889) WDR ZeitZeichen 22.06.2014 14:23 Min. WDR 5

Ende des 19. Jahrhunderts. Das Deutsche Kaiserreich erlebt eine Zeitenwende. Der von Bismarck regierte Staat transformiert von einer preußisch-militaristischen Ständegesellschaft zu einem boomenden Industriegiganten. Das Bürgertum erkämpft sich Mitspracherechte. Die explodierende Arbeiterschaft begehrt innerhalb und außerhalb der Parlamente auf. Die alten Systeme und Werkzeuge taugen nicht mehr, um die elementarsten Dinge der Versorgung von Millionen zu sichern. Aus purer Notwendigkeit, aber auch in der Hoffnung, das Proletariat zu "befrieden", schafft Bismarck eine neuartige Absicherung durch sein System von Sozialversicherungen: Krankheit, Unfall, Not im Alter. Autor: Kay Bandermann © WDR 2014

Bertha von Suttner, Schriftstellerin und Pazifistin (Todestag 21. 06.1914) WDR ZeitZeichen 21.06.2014 14:51 Min. WDR 5

"Die Waffen nieder!" hieß der Roman, der Bertha von Suttner berühmt machte, als eine der mutigsten Frauen ihrer Zeit. Die geborene Gräfin Kinsky musste als Gouvernante und Sekretärin ihren Lebensunterhalt verdienen und lernte dabei zwei Männer kennen, die sie bedingungslos unterstützten: den Journalisten Arthur von Suttner und den Unternehmer Alfred Nobel. Nachdem sie den Russisch-Türkischen Krieg 1877 hautnah miterlebt hatte, wurde sie eine engagierte Pazifistin, eine Ikone der beginnenden Friedensbewegung, bekannt, gefeiert und angefeindet. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann © WDR 2014

Rainer Barzel, CDU-Politiker (Geburtstag 20.06.1924) WDR ZeitZeichen 20.06.2014 14:35 Min. WDR 5

Unter den vielen, die in Deutschland nicht Kanzler wurden, ist er eine besondere Figur. Rainer Candidus Barzel scheiterte 1972 spektakulär beim Versuch, Willy Brandt erst durch ein Misstrauensvotum und dann bei den Bundestagswahlen zu besiegen. Der CDU-Mann, am 20. Juni 1924 in Ostpreußen geboren, hatte bis dahin als kommende Kraft der CDU gegolten. Doch im Vergleich zum beliebten Kanzler Brandt fehlte es dem Mann mit dem markanten Seitenscheitel an Ausstrahlung und Modernität. Autorin: Katrin Brand © WDR 2014

19. Juni 1964: Der Todestag des Schauspielers Hans Moser, Schauspieler (Todestag 19.06.1964) WDR ZeitZeichen 19.06.2014 14:27 Min. WDR 5

"Moser hat Kredit als Komiker. Die Zuschauer lachen schon, wenn er nur Atem holt, etwas zu sagen. Kommt dann wirklich etwas Lustiges, lachen sie doppelt froh: erstens über das Lustige, zweitens aus Freude, dass ihr Vor-Lachen nicht hinausgeworfenes Gelächter war." So beschrieb der Kritiker Alfred Polgar die Wirkung, die Hans Moser auf sein Publikum hatte. Als der Schauspieler mit fast 84 Jahren an Krebs starb, war er längst eine Wiener Institution geworden. Seine tragikomischen Dienstmänner, Kellner und Hausmeister, die er auf der Bühne oder im Film verkörperte, hatten ihn zum Volksschauspieler par excellence gemacht. Autorin: Christiane Kopka © WDR 2014

Bundestag beschließt strenge Regeln für Managervergütung (am 18.06.2009) WDR ZeitZeichen 18.06.2014 14:25 Min. WDR 5

Weltweit lag über den Volkswirtschaften der Schatten der Finanzkrise. Ein Grund für die globale Krise war das unverantwortliche Handeln von Top-Managern. Um ihre eigenen Vergütungen immer weiter zu steigern, waren sie Risiken eingegangen, die nicht mehr kalkulierbar waren. Bei diesen Entscheidungen standen häufig nicht mehr das Wohl des Unternehmens im Vordergrund, sondern der Börsenkurs und die Gewinne durch eigene Aktienoptionen. Gegen die Maßlosigkeit der Manager wurden auch in Deutschland strengere Regeln für Boni und Abfindungen eingeführt. Autor: Wolfram Stahl © WDR 2014

In Frankreich erklärt sich der Dritte Stand zur Nationalversammlung (am 17.06.1789) WDR ZeitZeichen 17.06.2014 14:24 Min. WDR 5

Über 150 Jahre hat der französische König die Generalstände nicht mehr einberufen müssen. Doch 1788 steht der Staat vor der Pleite und muss Steuererhöhungen genehmigen lassen. Die Lunte zum Pulverfass der Französischen Revolution ist gelegt. Im Ancien Regime hatten Adel und Klerus in den Generalständen das Sagen. Doch nun fordert der Dritte Stand, der 96% der Bevölkerung vertritt, mehr Mitsprache. Als die Privilegierten ablehnen, erklärt er sich am 17. Juni 1789 kurzerhand zur Nationalversammlung - ein Akt, mit dem der revolutionäre Prozess in Frankreich in Gang kommt. Autor: Christoph Vormweg © WDR 2014

Tag der Handlung des Romans "Ulysses" von James Joyce (16.06.1904) WDR ZeitZeichen 16.06.2014 14:44 Min. WDR 5

Der Verehrer von Marcel Proust liebt das Madeleine-Gebäck und eine Tasse Tee. Der Fan von James Joyce mag es deftiger: Ohne ein großes Glas Guinness und eine Portion gebratener Nieren gäbe es keinen "Bloomsday". Denn am Morgen des 16. Juni 1904 macht sich der Anzeigen-Akquisiteur Leopold Bloom auf den Weg durch Dublin. Nach achtzehn Stunden fällt er ins Bett: Ende einer Odyssee, die der irische Schriftsteller James Joyce in seinem weltberühmten Roman "Ulysses" beschrieben hat. Autor: Jürgen Werth © WDR 2014

Arlington wird zum Nationalfriedhof der USA erklärt (am 15.06.1864) WDR ZeitZeichen 15.06.2014 14:04 Min. WDR 5

Als im amerikanischen Bürgerkrieg General Robert Lee zu den Konföderierten überläuft und das Oberkommando der Südstaaten-Truppen übernimmt, beschlagnahmt die Union seinen großen Besitz vor den Toren Washingtons in Arlington. Als immer mehr Soldaten in Särgen nach Hause kehren, beginnt die Union, die "Helden" des Bürgerkriegs im Rosengarten des abtrünningen Generals zu bestatten. Am 15.Juni 1864 wird das riesige, über 250 ha große Grundstück offiziell zum Nationalfriedhof erklärt. Fast 300.000 Menschen sind bis heute hier bestattet. Autor: Gerald Baars © WDR 2014

Alois Alzheimer, Nervenarzt (Geburtstag 14.06.1864) WDR ZeitZeichen 14.06.2014 14:48 Min. WDR 5

Rund 1,4 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Demenzerkrankung, die meisten von ihnen mit der Diagnose Alzheimer. Die Krankheit beginnt schleichend. Am Anfang stehen Vergesslichkeit und Orientierungsprobleme, dann folgt der unaufhaltsame Abschied vom Ich. Der deutsche Nervenarzt Alois Alzheimer, der am 14. Juni 1864 geboren wurde, beschrieb als erster Mediziner die "Krankheit des Vergessens". Ihre Ursachen sind bis heute nicht endgültig geklärt. Autorin: Steffi Tenhaven © WDR 2014

Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland (am 13.06.1974) WDR ZeitZeichen 13.06.2014 14:30 Min. WDR 5

"Beim ersten Mal war's 'n Wunder. Beim zweiten Mal war's Glück." Das sangen die Sportfreunde Stiller über die ersten WM-Triumphe der Fußball-Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland. Die zehnte Fußball-Weltmeisterschaft wurde in Deutschland ausgetragen. 1,8 Millionen Zuschauer kamen zu den Spielen in die Stadien - eine Rekordzahl. In München traf die deutsche Nationalmannschaft im Endspiel auf die beste Mannschaft des Turniers - die Niederlande. Es war wirklich Glück, dass Kapitän Franz Beckenbauer nach dem Abpfiff den WM-Pokal jubelnd in den Händen hielt. Autor: Detlef Wulke © WDR 2014

Hermann Lietz, Reformpädagoge (Todestag 12.06.1919) WDR ZeitZeichen 12.06.2014 13:36 Min. WDR 5

Pädagogik ist die Kunst, Kinder zu kneten. Sie sollen in Form gebracht werden und zwar in die richtige. Doch was heißt hier richtig? Das hängt bekanntlich von ideologischen und gesellschaftspolitischen Entscheidungen ab und mogelt sich dabei nicht selten trickreich am Kind vorbei. Hermann Lietz war der erste, der sich einem reformpädagogischen Ideal in Deutschland konsequent verschrieb und das erste Landerziehungsheim fern der Zumutungen einer Großstadt gründete. Autorinnen: Anja und Doris Arp © WDR 2014

Richard Strauss, Komponist (Geburtstag 11.06.1864) WDR ZeitZeichen 11.06.2014 14:49 Min. WDR 5

Im Grunde hatte der langlebige Richard Strauss Pech, dass ihn seine Sucht nach Erfolg und die Politik seiner Zeit einen Strich durch die Rechnung machten. Allzu gern wäre er als Vollender der deutschen Musik in die Geschichte eingegangen. Ein Meister der handwerklichen Perfektion, der jugendlich-ultramodernen Positionen und des altmeisterlich abgeklärten Spätwerks, zudem berühmt als Dirigent der ersten Häuser Europas. Doch schon die Weimarer Republik enttäuschte ihn politisch und künstlerisch, nach 1933 engagierte er sich für die Nationalsozialisten. Autor: Michael Struck-Schloen © WDR 2014

Der Sexualkunde-Atlas wird vorgestellt (am 10.06.1969) WDR ZeitZeichen 10.06.2014 14:51 Min. WDR 5

Über Sexualität zu reden war lange Zeit tabu, Schulbücher zeigten Menschen als geschlechtslose Wesen, Aufklärung im Unterricht gab es nicht. Die Kultusministerkonferenz legte 1968 erstmals länderübergreifende "Empfehlungen zur Sexualerziehung an Schulen" vor. Ein Jahr später präsentierte Bundesgesundheitsministerin Käte Strobel das passende Lehrbuch: den Sexualkunde-Atlas. Auf 48 Seiten wurden biologische Informationen zur Sexualität des Menschen geliefert, u.a. zu Geschlechtsorganen, Befruchtung und Schwangerschaft. Autorin: Julia Schäfer © WDR 2014

Hamburger Hafenkonzert erstmals ausgestrahlt (am 09.06.1929) WDR ZeitZeichen 09.06.2014 14:51 Min. WDR 5

Es beginnt traditionell mit den Glocken des Michels. Jeden Sonntag um 6.05 Uhr läuten sie das Hamburger Hafenkonzert ein: die älteste noch heute ausgestrahlte Radiosendung der Welt. Eine Mischung aus maritimer Musik, Reportagen und Interviews über Seefahrtsthemen, live gesendet direkt von der "Waterkant". Die Idee geht auf Hans Bodenstedt zurück, den Intendanten der Norddeutschen Rundfunk-AG, NoRAG. Der beauftragte den ehemaligen Seemann Kurt Esmarch, ein Konzept zu entwickeln. Kino für die Ohren sollte es sein und das Fernweh der Hörerinnen und Hörer stillen. Autorin: Heide Soltau © WDR 2014

Prinzessin Sophie von Hannover (Todestag 08.06.1714) WDR ZeitZeichen 08.06.2014 14:24 Min. WDR 5

Anfang des 18. Jahrhunderts landete unverhofft die deutsche Prinzessin Sophie von Hannover auf Platz zwei der englischen Thronfolge. Möglich wurde das durch den "Act of Settlement" von 1701, mit dem das englische Parlament sicherstellte, dass kein Katholik mehr Anspruch auf Englands Krone erheben konnte. Sophie war neben Thronfolgerin Anna Stuart, die einzige protestantische Nachfahrin des englischen Königshauses und gilt heute als Stammmutter der britischen Monarchie. Autor: Herwig Katzer © WDR 2014

Vertrag von Tordesillas wird geschlossen (am 07.06.1494) WDR ZeitZeichen 07.06.2014 14:38 Min. WDR 5

Goa und Macao für die Portugiesen. Mexiko und Kolumbien für die Spanier. Im Vertrag von Tordesillas schufen die beiden Kolonialmächte eine neue Weltordnung. Allerdings einigten sich Portugal und Spanien eher unfreiwillig. Papst Alexander VI. musste eingreifen, um die konkurrierenden Seemächte an den Verhandlungstisch zu zwingen. Schon ein Jahr zuvor hatte er in einer päpstlichen Bulle eine Trennlinie zwischen beiden Einflusssphären verfügt. Autorin: Andrea Kath © WDR 2014

Die Landung der Alliierten in der Normandie (am 06.06.1944) WDR ZeitZeichen 06.06.2014 14:49 Min. WDR 5

Der Aufmarsch war beachtlich: Über 6000 Schiffe standen bereit, über 11.000 Flugzeuge, und allein für die erste Angriffswelle 170.000 Soldaten - Briten, Kanadier, vor allem aber Amerikaner. Ganz England diente den Alliierten als Aufmarschgebiet. So viel Menschen und Material war in den Monaten vor der Invasion nach England geschafft worden, dass der Scherz die Runde machte, die Insel werde nur noch von den Fesselballonen zur Flugabwehr über Wasser gehalten.Doch der Erfolg der "Operation Overlord", die heute vor 70 Jahren begann, war alles andere als eine ausgemachte Sache. Autor: Martin Herzog © WDR 2014

Heinz Erhardt, Komiker (Todestag 05.06.1979) WDR ZeitZeichen 05.06.2014 14:39 Min. WDR 5

"Wer sich selbst auf den Arm nimmt, erspart anderen die Arbeit." Heinz Erhardt hat gern tiefgestapelt: Nach einem Kalauer konnte er auf der Bühne laut "Aua" rufen und verschämt die Hand vor den Mund schlagen. Sein schelmischer Witz, die verschmitzte Schüchternheit und das Äußere des gemütlichen Spießers täuschten darüber hinweg, mit welcher Akribie der Perfektionist an den Texten feilte und wie hintergründig sein Humor bisweilen sein konnte. Autorin: Christiane Kopka © WDR 2014

Der Weberaufstand in Schlesien beginnt (am 04.06.1844) WDR ZeitZeichen 04.06.2014 14:01 Min. WDR 5

Arbeiterunruhen gab es in den 1840er Jahren oft. Doch der Aufstand der schlesischen Weber wurde zum Langzeitsymbol für die "soziale Frage". So hielten der Philosoph Karl Marx und der Dramatiker Gerhart Hauptmann die Revolte im kollektiven Gedächtnis. "Altdeutschland wir weben Dein Leichentuch", schrieb der Dichter Heinrich Heine noch im Jahr des Weberaufstands 1844. Wie weit aber weichen die politischen und literarischen Deutungen der Revolte im Eulengebirge von der historischen Wirklichkeit ab? Autor: Christoph Vormweg © WDR 2014

Ayatollah Khomeini, iranischer Revolutionsführer (Todestag 03.06.1989) WDR ZeitZeichen 03.06.2014 14:47 Min. WDR 5

Khomeini war der Führer der Islamischen Revolution in Iran 1978/79 und schließlich Staatsoberhaupt bis zu seinem Tod 1989. Im Exil im Irak entwarf Khomeini 1970 den islamischen Gottesstaat, er postulierte die ewige Gültigkeit der Gesetze des Islams. Als Khomeini 1978 offen zum Widerstand gegen das "gottlose" Schah-Regime in der Heimat aufrief, wurde er von Saddam Hussein aus dem Irak ausgewiesen. Von Frankreich aus dirigierte er die Revolution in Iran und den Sturz des Schahs. Khomeini prägte über die folgenden 10 Jahre die Nachrichtenlage aus der islamischen Welt. Autor: Tobias Mayer © WDR 2014

Papst Johannes Paul II. besucht Polen (am 02.06.1979) WDR ZeitZeichen 02.06.2014 14:43 Min. WDR 5

"Obgleich der Papst-Besuch den Charakter einer religiösen Pilgerfahrt hat, werden deren moralisch-politische Konsequenzen groß sein." Das schreibt der polnische Regime-Kritiker Adam Michnik zur Zeit des Papstbesuches im Juni 1979. Einige Monate zuvor ist etwas Sensationelles geschehen: Der Erzbischof von Krakau, Karol Wojtyla wird zum Papst gewählt. Johannes Paul II. ist der erste nichtitalienische Papst seit 1523. Seine Wahl und sein erster Besuch in seiner Heimat lösen zunächst wahre Begeisterungsstürme, dann einen friedlichen Volksaufstand aus, der sich bald über ganz Polen ausbreitet. Autorin: Martina Meißner © WDR 2014

Musiktauschbörse Napster startet im Internet (am 01.06.1999) WDR ZeitZeichen 01.06.2014 14:34 Min. WDR 5

Es ist eine der märchenhaften Geschichten aus der Goldgräberzeit des Internets. Der 19-jährige Student und Computer-Nerd Shawn Fanning aus Massachusetts entwickelt den revolutionären Ansatz des "peer to peer": wer ein bestimmtes Musikstück sucht, kann sich über eine Zentrale im Netz mit demjenigen verbinden lassen, der es online anbietet. Seine auf dieser Idee basierende Musiktauschbörse Napster wird zur am schnellsten wachsenden Community des Internets: Allein im Januar 2001 tauschen die User darüber kostenlos zwei Milliarden Musikstücke. Eine Katastrophe für die Musik- und Plattenindustrie, deren Verkaufszahlen abstürzen. Autor: Thomas Pfaff © WDR 2014

Tintoretto, italienischer Maler (Todestag 31.5.1594) WDR ZeitZeichen 31.05.2014 14:12 Min. WDR 5

Ein Leben in Venedig: Im Dogenpalast, in der Scuola di San Marco oder am eher verschwiegenen Ort in der Kirche Madonna dell'Orto - überall Tintoretto. Aus der Bilderflut dieser Stadt ragt sein Werk unübersehbar hervor. Als er geboren wurde, war der Höhepunkt der Renaissance überschritten, Reichtum und Entfaltungsfreude Venedigs dagegen noch immer ungebrochen. Für einen Künstler von Rang gab es viel zu tun. Tintoretto verstand sich darauf, seine einflussreichen Auftraggeber zufrieden zu stellen und darüber hinaus das zu tun, was er wollte. Autorin: Monika Buschey © WDR 2014

Michail Bakunin, russischen Anarchisten (Geburtstag 30.5.1814) WDR ZeitZeichen 30.05.2014 14:51 Min. WDR 5

Bakunin und Marx - das sei die Lösung. Dieser Überzeugung waren einige Denker der westdeutschen und der französischen Studentenbewegung. Die Studenten haben dabei ausgeblendet, dass sich diese beiden Männer alles andere als nahe standen, und dass ihre Ansätze und Theorien kombinierbar seien, entsprach einem Wunschdenken und nicht der historischen Wahrheit. Der Lebenslauf des russischen Anarchisten liest sich wie ein historischer Thriller, es gibt kaum eine revolutionäre Erhebung in der Welt des 19. Jahrhunderts, an der er nicht direkt oder indirekt beteiligt war. Autor: Wolfgang Meyer © WDR 2014

Lorenz Adlon, Hotelgründer (Geburtstag 29.5.1849) WDR ZeitZeichen 29.05.2014 14:45 Min. WDR 5

Stimmt es, was manche sagen, dass der Tod eines Menschen viel aussagt über sein Leben? Lorenz Adlon jedenfalls wurde überfahren, unweit von seinem berühmten Berliner Hotel, auf der mittleren Durchfahrt des Brandenburger Tors, die eigentlich dem Kaiser vorbehalten war. Nur hatte der damals, 1921, schon längst abgedankt. Wilhelm II. hatte ihm geholfen seinen Traum zu verwirklichen: ein Grandhotel in der erstarkenden Metropole Berlin - am begehrtesten Platz der Stadt. Autorin: Kerstin Hilt © WDR 2014

Martin Elsässer, Architekt (Geburtstag 28.5.1884) WDR ZeitZeichen 28.05.2014 14:11 Min. WDR 5

Martin Elsässer baute mit Backstein und Beton. Seine Werke sind Skulpturen aus geometrischer Strenge, expressionistischen Details, regionalen Zitaten. Mit seinen Entwürfen prägte der Architekt maßgeblich die Klassische Moderne zwischen den beiden Weltkriegen. Er stand im Zenit seiner Karriere, als er die Großmarkthalle in Frankfurt am Main entwarf. Mitte der 1920er Jahre entstand der riesige Gebäudekomplex, sein wohl bedeutendstes Werk. Autorin: Claudia Friedrich © WDR 2014

Joseph Roth, österreichischer Schriftsteller (Todestag 27.5.1939) WDR ZeitZeichen 27.05.2014 14:25 Min. WDR 5

"Es kommt nicht auf die Wirklichkeit an, sondern auf die innere Wahrheit". Dieses erklärt vielleicht, warum der österreichische Schriftsteller Joseph Roth in vielem ein Rätsel ist: er wurde, was er glaubte, sein zu sollen, und beschrieb, was hätte sein müssen, vor allem in seinen großen Romanen "Radetzkymarsch" und "Die Kapuzinergruft". Er war ein Journalist und ein besessener Schriftsteller; ein Sozialist und mehr noch ein entschiedener Monarchist; ein genauer Beobachter und leider auch ein heilloser Trinker. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann © WDR 2014

Augustinus von Canterbury, Erzbischof (Todestag 26.5.604) WDR ZeitZeichen 26.05.2014 14:49 Min. WDR 5

Nein, auf diese Insel der Angeln und Sachsen will Augustinus nun wirklich nicht. Ihre Einwohner glauben noch an die nordischen Götter Wotan und Thor. Sie gelten als wildes Kriegervolk, bewaffnet mit Messern und Schwertern, die sie "seax" nennen, woher sich auch der Name "Sachsen" ableitet. Doch der Papst will, dass nun ausgerechnet er diesen ungehobelten Gesellen das Christentum auf ihre gottverlassene Insel bringt. Zerknirscht und mit wenig Hoffnung auf Erfolg macht sich Augustinus auf den Weg. Autor: Marko Rösseler © WDR 2014

Gustav Holst, englischer Komponist (Todestag 25.5.1934) WDR ZeitZeichen 25.05.2014 14:47 Min. WDR 5

Die Geschichte der Filmmusik von Hollywood wäre unvollständig ohne ein Werk, das zum Vorbild aller Marsch- und Massenaufzüge wurde: den im 5/4-Takt einher stampfenden "Mars" aus der Suite "Die Planeten". Gustav Holst hat sich aber nicht nur für Astrologie interessiert, sondern auch für Wagner, den Sozialismus, indische Philosophie und apokryphe Bibeltexte. Seine Musik ist englisch, doch ohne die "splendid isolation" seiner Zeitgenossen. Er war ein Weltbürger auf der Insel. Autor: Michael Struck-Schloen © WDR 2014

Ernst Dohm, Schriftsteller und Satiriker (Geburtstag 24.5.1819) WDR ZeitZeichen 24.05.2014 14:42 Min. WDR 5

Für den Beruf des Pfarrers taugt er nicht, das erkennt er nach seinen ersten zwölf Predigten. Dabei könnte man annehmen, dass der am 24. Mai 1819 in eine jüdische Familie hineingeborene Ernst Dohm den evangelischen Glauben, den er angenommen hat, mit Inbrunst lebt. Nur: erbauliche Worte sind Dohms Sache auf Dauer nicht. Sondern Spott, Satire und Ironie. 1848 steigt er beim neuen Berliner Witzblatt "Kladderadatsch" ein. Anfangs ist das politisch-satirische Magazin eines unter vielen, die im "Pressefrühling" der Revolutionszeit aus dem Boden schießen, doch eines der wenigen, die die Gegenrevolution auch überdauern. Es existiert bis 1944. Autorin: Edda Dammmüller © WDR 2014