WDR ZeitZeichen Archiv

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Hier finden Sie ZeitZeichen deren Sendedatum länger zurückliegt.

WDR ZeitZeichen | 18.12.2013 | 14:45 Min.

Willy Brandt kommt 1913 als uneheliches Kind einer Verkäuferin in Lübeck zur Welt. Damals heißt er noch Herbert Frahm. Er ist neunzehn, als Hitler die Macht ergreift. Im Untergrund arbeitet er für die Sozialistische Arbeiterpartei gegen die Nationalsozialisten und geht nach Norwegen, wo er den Namen Willy Brandt annimmt. Nach dem Krieg kehrt Brandt zurück nach Deutschland. Er wird Mitglied der SPD, ist regierender Bürgermeister von Berlin zur Zeit des Mauerbaus und wird 1969 Bundeskanzler der BRD. Autorin: Daniela Wakonigg © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 17.12.2013 | 14:39 Min.

Viele Jugendliche interessieren sich für Umweltfragen. Man sollte ihnen die Möglichkeit bieten, ein Jahr freiwillig im Umweltbereich zu arbeiten. So die Idee eines aufgeschlossenen Umweltministers aus Niedersachsen. Nach einem Modellversuch und zähen Verhandlungen konnte im Dezember 1993 das Gesetz zur Förderung eines freiwilligen ökologischen Jahres, FÖJ, verabschiedet werden. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 27 Jahren kommt es sehr gut an. Autorin: Heide Soltau © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 16.12.2013 | 14:39 Min.

In der Neuen Welt ticken die Uhren anders, das musste auch Antonín Dvorák feststellen, als er im September 1892 mit seiner Familie in New York anlangte. "Die Amerikaner erwarten große Dinge von mir", schrieb Dvorák, "vor allem soll ich ihnen eine nationale Musik schaffen", was er mit der Verarbeitung von Musik der schwarzen Sklaven und Indianer versuchte. Die triumphale Uraufführung in der Carnegie Hall war durch die Verneigung eines Europäers vor der indigenen Kultur des Gastlandes denn auch ein Politikum. Autor: Michael Struck-Schloen © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 15.12.2013 | 14:53 Min.

"Ich schließe halb die Augen wie beim Bilderkriegen und sehe die Häuser dunkelbunt statt hässlich hell und grüne Wiesen auf allen Dächern anstelle von Beton." Hundertwasser, der Prophet - darunter macht er?s einfach nicht. Geboren vor 85 Jahren in Wien als Friedrich Stowasser, mischt Hundertwasser bald mehr auf als nur die Kunstwelt. Kampf der graden Linie, Lust an der Farbe: was seine Bilder ausmacht, will er auch in der Architektur verwirklichen. Den quadratisch-praktischen Betonbauten der Bauhaus-Moderne setzt er seine bunten Hundertwasserhäuser entgegen. Autorin: Kerstin Hilt © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 14.12.2013 | 14:39 Min.

Eine Mixtur gegen die Pest gefällig? Ein Mittelchen für die Schönheit? Oder vielleicht ein Blick in die Sterne und damit in die Zukunft? Michel de Nostredame, auch Nostradamus genannt, war ein vielseitiger Mensch und hat sich Zeit seines Lebens bemüht, bei derlei Wünschen weiter zu helfen. Berühmt schon unter seinen Zeitgenossen waren seine Prophezeiungen, die - wie er selbst behauptet - "von heute bis ins Jahr 3797" reichen. Seitdem bemühen sich Nostradamus-Interpreten, mit Hilfe dieser Schriften in die Zukunft zu schauen. Autor: Marko Rösseler © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 13.12.2013 | 14:38 Min.

Sie ist die Frau eines der größten Männer der Vereinigten Staaten von Amerika: Mary Todd Lincoln. Ihr Ruf dagegen ist der schlechteste, den je eine Präsidentengattin genossen hat. Geboren wird Mary Todd in den Südstaaten als Tochter eines reichen Sklavenhalters. Sie ist gebildet, impulsiv, liebt den Putz und die Konversation und ist damit das Gegenteil ihres späteren Ehemanns Abraham Lincoln, der aus einfachen Verhältnissen stammt und eher melancholisch veranlagt ist. Trotzdem scheint das Team Todd-Lincoln gut zu funktionieren, auch wenn Mary keine einfache Persönlichkeit ist. Autorin: Daniela Wakonigg © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 12.12.2013 | 14:46 Min.

Ob im dreckigen Blues, staubigen Western, Polit-Song oder Alpen-Schlager: wenn eine Mundharmonika klingt, ist es meistens eine "Hohner". Um 1850 suchte der schwäbische Uhrmacher Matthias Hohner einen neuen Geschäftszweig. Er schaute sich bei den "Bläslebauern" in der Kleinstadt Trossingen um, die beliebte, handliche "Mundharfen" bauten. Hohner gründete seinen eigenen Familien-Betrieb, und nutzte geschickt eine Auswanderungswelle, um Kontakte in die USA zu knüpfen. Durch industrielle Massenfertigung stieg die Firma schnell zum Weltmarktführer auf. Autor: Christian Kosfeld © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 11.12.2013 | 14:45 Min.

"Herculaneum ist dem Rachen des Vesuvs entrissen", ließ Karl der Dritte, König von Neapel und Sizilien, 1738 nach der Wiederentdeckung des antiken Herculaneum dort in Stein meißeln. In der Nacht vom 24. auf den 25. August des Jahres 79 n. Chr. hatte der Ausbruch des Vesuv die Städte Herculaneum und Pompeji unter glutheißer Lava begraben. Alles Leben erstarrte unter der Asche, wurde konserviert für die Ewigkeit, und es dauerte rund 1700 Jahre, bis der Welt die herrlichen Städte der römischen Antike zurückgegeben wurden. Autorin: Marfa Heimbach © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 10.12.2013 | 13:39 Min.

Konrad Adenauer mochte sie nicht: Die Zwischenfrage! Obwohl es vor ihrer Einführung im Jahr 1953 keineswegs zivilisierter im Bundestag vor sich ging. Die Redezeit war noch an die Stärke der Fraktion gebunden. Wer einer kleinen Partei angehörte, hatte nichts zu sagen und nichts zu fragen. Also begann er oder sie dazwischen zu schreien. Am 10. Dezember 1953 wurde dann nach englischem Vorbild die Zwischenfrage während der Rede eines Abgeordneten erlaubt und eingeführt. Autorin: Martina Meißner © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 09.12.2013 | 14:25 Min.

Die Gefahren eines Rasenmähers oder die Laufmaschenfreudigkeit von Damenstrümpfen hatten es Waldemar Schweitzer angetan. Der Journalist gründete 1961 die erste Zeitschrift für Warentests: "DM - Deutsche Mark". Waldemar Schweitzer hatte mit dieser Zeitung großen Erfolg - bei den Verbrauchern, die nun erstmals Alltagswaren in Qualität und Preis vergleichen konnten. Viele Unternehmer aber liefen Sturm. Waldemar Schweitzer wurde mit Klagen überhäuft. Doch das hielt ihn nicht davon ab, Waren zu vergleichen. Autorin: Irene Geuer © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 08.12.2013 | 14:49 Min.

"Solche Leitbilder wie Adolph Kolping brauchen wir für die Kirche von heute." Das sagte Papst Johannes Paul II. im Jahr 1980. Elf Jahre später spricht er Kolping selig. Heute vor zweihundert Jahren wird Adolph Kolping in Kerpen als Sohn eines Schäfers geboren. Er selber lernt das Handwerk des Schuhmachers und findet während seiner Gesellenjahre heraus, zu was er berufen ist: Entsetzt von den menschenunwürdigen Lebensbedingungen vieler Handwerksgesellen beschließt er, Priester zu werden. Als Geistlicher ist es ihm möglich, sich für die Handwerker einzusetzen. Autorin: Andrea Klasen © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 07.12.2013 | 14:50 Min.

Nach sechs Töchtern bekam der Bildhauer Pietro Bernini 1598 endlich den ersehnten Sohn: Gian Lorenzo - und heiratete daraufhin die Mutter seiner nun sieben Kinder. 1606 zog die Familie nach Rom, in jene Stadt, deren barockes Gesicht Gian Lorenzo Bernini prägen sollte wie kein anderer Künstler des 17. Jahrhunderts. Er schuf großartige Skulpturen, selbstverständlich Engel, aber auch Ziegen und Elefanten, Tore, Kolonnaden und Paläste, kolossale Altäre und Grabmäler, den Baldachin über dem Petrusgrab im Petersdom, den Vierströmebrunnen auf der Piazza Navona. Autorin: Almut Finck © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 06.12.2013 | 14:30 Min.

"In Gottes Wort findet man nichts von Folterung, peinlichem Verhör und Bekenntnis durch Gewalt und Schmerzen", schrieb Anton Praetorius im Jahr 1598. Mutige Worte, die der calvinistische Pfarrer Anton Praetorius - zunächst unter Pseudonym - drucken ließ. Ein Jahr zuvor hatte er in Birstein bei Frankfurt an einem Hexenprozess teilgenommen. Völlig entsetzt musste er dabei zusehen, wie unschuldige Frauen gequält und in den Tod getrieben wurden. Der Pfarrer tobte und bestürmte die Richter so lange, bis sie die letzte Frau schließlich laufen ließen. Praetorius verschrieb sich fortan mit aller Kraft dem Kampf gegen Hexenwahn und Folter. Autorin: Maren Gottschalk © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 05.12.2013 | 14:02 Min.

Johannes Heesters war ein Star, beeindruckte durch Charme und Eleganz. Er trat weltmännisch auf mit Frack, Zylinder, weißem Schal und einem Glas Champagner in der Hand. In Wien schwang er sich zum Operettenliebling auf und in Berlin zum Leinwandstar. Dass er sich im Zweiten Weltkrieg in Deutschland aufhielt, nahmen ihm viele Niederländer übel, die ihn für einen Kollaborateur hielten. Heesters konnte seine Karriere nach dem Kriegsende fortsetzen. Er stand 90 Jahre auf der Bühne und 87 Jahre vor der Kamera. Johannes Heesters starb mit 108 Jahren in Starnberg. Autor: Detlef Wulke © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 04.12.2013 | 14:09 Min.

Die Neugründung der Freien Universität im Westteil Berlins war die Antwort auf die Gängelung der Studenten durch den sowjetischen Geheimdienst an der alten Universität im Ostteil. Die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre, Studentenvertreter in den Aufsichtsgremien und Staatsferne machten die FU im Kalten Krieg zum Vorzeige- und Prestige-Objekt. Im Trend lag sie aber auch später: 1967/68 als Zentrum der APO mit Wortführer Rudi Dutschke, in den 1980er Jahren als Massenuniversität. Autor: Christoph Vormweg © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 03.12.2013

Es begann mit einem Einmannbetrieb. Im November 1846 eröffnete der dreißigjährige Mechaniker Carl Zeiss in Jena eine Werkstätte und einen kleinen Laden. Dort konstruiert, baut und repariert er physikalische und chemische Instrumente, von denen die Lupen, die er aus Spiegelglas schleift, besonderen Anklang finden. Ein Jahr später schon beginnt er mit der Produktion einfacher Mikroskope. Äußerste Präzision ist sein Leitmotiv bei der Arbeit. Als er 1888 im Alter von 72 Jahren stirbt, ist aus der kleinen Werkstadt ein Großbetrieb geworden und die Zeiss Produkte sind weltbekannt. Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 02.12.2013 | 14:25 Min.

"Ich bin der wichtigste Mensch auf der Welt nach dem Papst", sagte Pablo Escobar in den 1980er Jahren, als ihn nichts aufzuhalten schien: Tausende Tonnen Kokain flog er jedes Jahr in die USA, bis zu 3000 Leibwächter schützten sein Leben, die Einnahmen aus dem Drogengeld machten ihm zu einem der reichsten Männer der Welt. Wer sich seinem Drogenkartell in den Weg stellte, bekam nur zwei Angebote: "plata o plomo", Geld oder Blei. Autor: Nikolaus Steiner © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 01.12.2013 | 14:33 Min.

Schon als Kind war Luggi Waldleitner vom Film fasziniert - die Mutter nahm den kleinen Ludwig öfter mit ins Kino. Nachdem er das Filmgeschäft in den 30er und 40er Jahren als Kameraassistent und Produktionsleiter kennen gelernt hatte, gründete er Anfang der 50er Jahre die Produktionsfirma Roxy und wurde zu einem der erfolgreichsten deutschen Filmproduzenten. Waldleitners Film "Das Mädchen Rosemarie" über die Prostituierte Nitribitt, sorgte in der prüden Adenauer-Ära für einen Skandal und bescherte ihm einen Golden Globe. Autor: Herwig Katzer © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 30.11.2013 | 14:46 Min.

Erst vor kurzem hat der ehemalige Tennisstar Boris Becker gestanden, dass er eine künstliche Hüfte hat. Der jahrelange Leistungssport hatte den Knochen angegriffen, die Folge waren Bewegungseinschränkungen und starke Schmerzen. Eine Prothese aus Titan beendete das Leiden des ehemaligen Sportlers. Solche Operationen gehören heute schon fast zum Alltag eines Chirurgen. Einer der ersten Mediziner, die sich mit Ersatzkörperteilen beschäftigten, war der Berliner Chirurg Themistocles Gluck. Autorin: Ariane Hoffmann © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 29.11.2013 | 14:42 Min.

Die Semperoper ist nach ihm benannt und gilt als einer der Dresdner Architekturschätze. Genau wie seine Gemäldegalerie, die das barocke Ensemble des Zwingers ergänzt. Für die Wiener Stadterweiterung entwarf er das berühmte Burgtheater, die Neue Hofburg, das Kunst- und das Naturhistorische Museum, in Zürich das Polytechnikum: Gottfried Sempers Auftragsliste ist reich an großen, repräsentativen Gebäuden. Heute sind Straßen nach ihm benannt und Denkmäler errichtet. Semper selbst aber sah sich nicht als glänzender Stararchitekt, sondern als Forscher, durchaus mit Neigung zum Grübeln. Autor: Jörg Biesler © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 28.11.2013 | 14:49 Min.

Bis heute sind die Wochenschau-Aufnahmen voller Symbolkraft: "Die Großen Drei" - Stalin, Churchill und Roosevelt - wie sie gut gelaunt auf der Terrasse der sowjetischen Botschaft in Teheran beieinander sitzen und plaudern. Die Botschaft ist klar: Einheit und Entschlossenheit soll das Bild suggerieren. Jenseits alliierter Propaganda geht es vor allem darum, sich gegenseitig zu beschnuppern. Besonders die informellen Kamin-Gespräche bei Kaffee und Zigarren stellen die Weichen für das Schicksal Deutschlands und Polens. Autor: Martin Herzog © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 27.11.2013 | 14:46 Min.

Groß, imponierend, den Lorbeerkranz auf dem Haupt und eine Schriftrolle in der Hand - so stellte man ihn sich gerne vor, den Quintus Horatius Flaccus, kurz Horaz genannt. Schließlich war er einer der größten Dichter des goldenen römischen Zeitalters, ein Mann, dessen Ruhm stetig zunahm, selbst noch nach seinem Tod. In Wirklichkeit war Horaz klein und dick: er liebte viel und lebte gerne gut, ein Spötter und aufmerksamer Beobachter. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 26.11.2013 | 14:35 Min.

Nach dem 30jährigen Krieg war die Vorherrschaft der Katholischen Kirche in Europa, vor allem aber in Deutschland, gebrochen. Festgelegt wurde das sehr genau im Westfälischen Frieden. Dass es ihn nach langen Verhandlungen in Münster und Osnabrück überhaupt gab, dafür hatte maßgeblich auch der päpstliche Gesandte Fabio Chigi mit seinem Verhandlungsgeschick gesorgt. Doch mit dem Ergebnis waren weder er noch Papst Innozenz X. zufrieden. Entsprechend protestierte der Papst gegen den Friedensschluss. Erfolglos. Autor: Heiner Wember © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 25.11.2013 | 14:06 Min.

Es war eines der wenigen Nazi-Gesetze, das bis ins 21. Jahrhundert überlebte: Erst 2001 wurde das von den Nationalsozialisten 1933 eingeführte Rabattgesetz aufgehoben. Bis dahin waren in Deutschland Preisnachlässe jenseits des 3%-Barzahlungsrabattes nur in sehr engen Grenzen erlaubt: bei Geschäftsauflösungen, bei Umbauten und im Sommer- oder Winterschlussverkauf. Plötzlich überboten sich die Händler mit "Super-Hammer-Wahnsinns-Rabatten". Autor: Kay Bandermann © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 24.11.2013 | 14:48 Min.

"Glück hängt nicht davon ab, wer du bist, oder was du hast, es hängt nur davon ab, was du denkst." So baute der amerikanische Motivationstrainer und Erfolgsschriftsteller Dale Carnegie seine Mitmenschen auf. Carnegies Bücher wie "Sorge dich nicht, lebe!" oder "Wie man Freunde gewinnt" verkauften sich millionenfach. Autorin: Andrea Klasen © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 23.11.2013 | 14:44 Min.

Die so genannte "Rosenrevolution" brachte Micheil Saakaschwili, vorher ein Gefolgsmann Schewardnadses, an die Spitze Georgiens.Anfang November 2003 überschlugen sich in Tiflis die Ereignisse. Eduard Schewardnadse, der alte Weggefährte Gorbatschows, wurde in gefälschten Wahlen als Präsident bestätigt. Doch die Georgier ließen sich das nicht mehr gefallen. Autor: Tobias Mayer © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 22.11.2013 | 14:41 Min.

Dallas, Texas, 22. November 1963. 12.30 Uhr. Drei Schüsse stürzen Amerika in ein Trauma. Sie verändern die Welt. Sie stehen für den größten ungelösten Mord des 20. Jahrhunderts. Das Attentat auf US-Präsident John F. Kennedy bewegt auch 50 Jahre später noch wie kein anderes. Mit seinem Tod endet eine Ära, die gerade erst begonnen hatte. Und es ist der Anfang eines Mythos und eines Mysteriums. Der Tatverdächtige, Lee Harvey Oswald, kann keine Lösung mehr liefern. Zwei Tage nach dem Anschlag wird der Festgenommene von einem Nachtclub-Besitzer erschossen. Autorin: Antje Passenheim © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 21.11.2013 | 14:45 Min.

"Die zarteste Blume der Phantasie" - so nannte, sehr poetisch, Friedrich Schleiermacher die Religion. Doch der in Breslau geborene Pfarrerssohn war nicht nur der bekannteste evangelische Theologe seiner Zeit, ein begnadeter Prediger und engagierter Kirchenreformer. Er war auch Philosoph, Übersetzer, Pädagoge, Gesellschaftskritiker und ein wortmächtiger Schriftsteller. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 20.11.2013 | 14:48 Min.

Die Erfassung von Arbeitszeit und Arbeitsleistung begann schon im Mittelalter und nicht erst mit der Stechuhr. Die Mechanisierung der Arbeitsprozesse, ihre Taktung in Schichten und die Forderung der Beschäftigten, fair und genau entlohnt zu werden, führten im Laufe des 19. Jahrhunderts zur Entwicklung einer Technik, die Fluch und Segen zugleich werden sollte. Die am 20.11.1888 patentierte Kontrolleinrichtung - erfunden von Willard Legrand Bundy - gilt als Meilenstein in der Zeiterfassung. Autor: Kay Bandermann © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 19.11.2013 | 14:47 Min.

Als Franz Schubert mit nur 31 Jahren starb, hinterließ er ein gigantisches Werk: fast 1000 Kompositionen, darunter über 600 Lieder, acht Sinfonien, sechs Messen, 11 Streichquartette, 21 Klaviersonaten und eine Vielzahl kleiner Klavierstücke und Fragmente. Nach seinem Tod wurde er zum biedermeierlichen "Liederfürsten" stilisiert. Erst im 20. Jahrhundert entdeckte man Schuberts Modernität und Radikalität. Autor: Christian Kosfeld © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 18.11.2013 | 14:48 Min.

Berühmt sind seine Liebesgedichte. Viele Komponisten haben sie vertont, darunter Richard Strauss, Arnold Schönberg und Kurt Weill. Richard Dehmel war Ende zwanzig und arbeitete wie Franz Kafka in der Versicherungswirtschaft, als 1891 sein erster Lyrikband erschien. Vier Jahre später gab er seinen Brotberuf auf. Es war der Beginn einer großen, von Skandalen begleiteten Karriere. Autorin: Heide Soltau © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 17.11.2013 | 14:50 Min.

30 Tage hatte er sich auf dem Atlantik ordentlich durchschütteln lassen, dann war er drüben. "Deutscher Segler überquert den Atlantik in einem nur 18 Fuß langen Boot!" titelt das Lokalblatt einer Karibik-Insel. Und darunter ein Foto des Mannes an der Pinne seines 5,60 m langen Sperrholzschiffchens: Keine Frage, so sehen Helden aus! Autor: Marko Rösseler © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 16.11.2013 | 14:52 Min.

Das Ozonloch kennt jeder. Mit ihm rückte die Ozonschicht Anfang der 1980er schlagartig ins öffentliche Bewusstsein - in einer teuflischen Dreiecksbeziehung: UV-Strahlung, Ozonschicht und Spraydosen. Denn Ozon, der dicke Bruder des Sauerstoffs, schützt hoch oben in der Stratosphäre die Erde vor lebensgefährlicher UV-Strahlung - wie eine globale Sonnenschutzcreme. Diese fragile Ozonschicht entdeckte Charles Fabry vor 100 Jahren. Autor: Wolfgang Burgmer © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 15.11.2013 | 14:01 Min.

"Ich habe den größten Teil meines Lebens damit verbracht, die Lebensgewohnheiten anderer Völker zu studieren, damit meine Landsleute sich selbst vielleicht besser verstehen", schreibt Margaret Mead in ihrer Autobiographie. Seit Mitte der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts studierte die Kulturanthropologin das Leben sogenannter primitiver Eingeborenen-Stämme in der Südsee. Ihre intellektuell kühnen und rhetorisch brillant formulierten Ergebnisse bündeln sich in der Aussage, dass die Geschlechterrollen nicht biologisch-genetisch, sondern einzig kulturell geprägt sind. Autor: Matthias Eckoldt © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 14.11.2013 | 14:49 Min.

Prinz Charles bleibt nicht viel mehr übrig, als das beste aus seinem Hauptberuf zu machen: Thronfolger sein. Er engagierte sich für jugendliche Arbeitslose, die Umwelt und Biolandwirtschaft, ließ sich auf esoterische Scharlatane ein, heiratete die falsche Frau, sorgte mit ihr für einen royalen Stammhalter - und wartete. Wenn Prinz Charles heute offiziell das Rentenalter erreicht, hat er einen Rekord in jedem Fall sicher: In der langen Geschichte der englischen Monarchie ist er der am längsten amtierende König in Wartestellung. Autor: Martin Herzog © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 13.11.2013 | 14:45 Min.

Täglich bekam er eine neue gelbe Seidenrobe. Mittags reichte man ihm erlesene Speisen auf silbernen Tellern. Er hatte 99999 Räume zum Spielen. Nur Spielkameraden gab es darin nicht für den Kindkaiser Pu Yi, den letzten "Sohn des Himmels" auf dem Drachenthron. Als er zwei Jahre alt war, entschied die mächtigste Frau Chinas, Cixi, dass er der nächste Kaiser werden würde. Das Muster sollte sich fortsetzen: Immer bestimmten andere über Pu Yi. Autorin: Almut Finck © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 12.11.2013

Zu seinen Lebzeiten hat der vielseitige, aber immer perfektionistische Preuße Vicco von Bülow seine runden Geburtstage stets öffentlich parodiert. Zum 70. irrte er durch die Gänge eines Nobelhotels - auf der Flucht vor der Feier. Nach seinem Tod im August 2011 wird Loriot vielleicht im Himmel feiern: mit seinen kongenialen Wegbegleitern Evelyn Hamann, Heinz Meyer, Herrn Müller-Lüdenscheid und auch Herrn Dr. Klöbner. Nur die Ente bleibt draußen! Autor: Ralph Erdenberger © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 11.11.2013 | 14:49 Min.

Zumindest ein Ruhm ist ihm für alle Zeiten sicher: Der italienische Sänger Alessandro Moreschi gilt als der einzige Kastrat, von dem es Aufzeichnungen seiner Stimme gibt. Zweimal in den Jahren 1902 und 1904 hat die britische Plattenfirma "Gramophone Company" insgesamt siebzehn Stücke aufgenommen. Sie sind das letzte und wohl auch einzige Zeugnis einer damals gerade aussterbenden 300 Jahre alten Kirchenkultur. Autor: Thomas Mau © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 10.11.2013 | 14:17 Min.

Alles hat Herzog Karl der Kühne von Burgund im Krieg gegen die Eidgenossen verloren: "Bei Grandson das Gut, bei Murten den Mut, bei Nancy das Blut". Dabei gebot er doch über Europas mächtigste, prächtigste Kavallerie. An Rüstung und Kriegstechnik war sein Heer den Schweizern weit überlegen. Warum hat er trotzdem drei vernichtende Niederlagen, eine nach der andern, erlitten? Autor: Hans Conrad Zander © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 09.11.2013 | 14:37 Min.

Die sogenannte "Reichskristallnacht" war der Auftakt zum Holocaust. Zuvor hatte es bereits eine systematische Entrechtung der jüdischen Deutschen gegeben, doch Mord, Brandstiftung und massenweise Verschleppung in Konzentrationslager machten die Judenverfolgung in Deutschland offensichtlich. Vor allem Parteiangehörige und SA-Männer waren bei diesem Pogrom dabei. Autor: Heiner Wember © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 08.11.2013 | 14:07 Min.

Als der Tüftler Artur Fischer 1958 an einem kleinen Plastikröhrchen mit Widerhaken bastelte, gab er der Welt für alle Zukunft mehr Halt: Handwerker konnten von nun an mit Spreizdübeln schweres Gewicht an jede noch so bröselige Wand hängen. Und auch die Do-it-yourself-Branche erlebte einen ungeahnten Schub durch die Erfindung aus dem Schwarzwald. Heimwerker rund um den Globus genießen die Omnipotenz der Dübel und bohren mit Leidenschaft. Autorin: Maria Sand-Kubow © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 07.11.2013 | 14:51 Min.

Ein unbequemer Freigeist, der auf der Suche nach dem Sinn die Freiheit des Menschen über alles stellte, ein Existentialist und "Philosoph des Absurden" - das war Albert Camus. Der Schriftsteller und Philosoph wurde am 7.November 1913, heute vor 100 Jahren geboren. Bücher wie "Der Fremde", "Die Pest" oder "Der Mythos des Sisyphos" machten ihn weltberühmt. 1957 erhielt er den Literaturnobelpreis. Autorin: Anna Osius © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 06.11.2013 | 14:20 Min.

Skandalumwittert, geheimnisumwoben ist sein Tod wie auch sein Leben. Stoff für schwülstige Romane und Filme, für erbitterte Fehden unter Fachleuten. Ist er an der Cholera gestorben? Oder hat er den Freitod gewählt, gar erzwungenermaßen? Tatsache ist, dass Tschaikowsky früh und überraschend aus einem reichen schöpferischen Leben gerissen wurde. Schon zu Lebzeiten war Tschaikowsky eine Legende, weit über die Grenzen seines Landes hinaus. Autorin: Hildburg Heider © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 05.11.2013 | 14:42 Min.

"Sein Leben war ohne Liebe, seine Kindheit unglücklich und seine Gesundheit schlecht. Er hatte eine tuberkulöse Lunge, war asthmatisch und ein wenig verwachsen. Aber in dieser ausgezehrten und gebrechlichen Hülle brannte ein unbarmherziges Feuer", schrieb der britische Premierminister Winston Churchill über ihn. Wilhelm III. von Oranien sah sich selbst als Retter, als er 1688 in England landete. Immerhin hatte das Parlament ihn gerufen. Autorin: Maren Gottschalk © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 04.11.2013 | 14:31 Min.

Medien können Rassismus befördern und Integration erschweren - etwa, wenn sie Thilo Sarrazin Raum geben für seine Thesen. Wenn sie die Mordserie der NSU jahrelang unkritisch als "Döner-Morde" bezeichnen. Wenn sie - wie die Bild-Zeitung titeln: "Ihr Griecht nix von uns!" Sie können aber auch Vorurteile hinterfragen, zu gegenseitigem Verständnis und kultureller Vielfalt in einer europäischen Einwanderungsgesellschaft beitragen. Der CIVIS-Medienpreis zeichnet besonders gelungene journalistische Arbeiten in diesem Bereich aus, seit 2003 auch auf europäischer Ebene. Autor: Thomas Pfaff © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 03.11.2013 | 14:30 Min.

Der Erfolg Ernst Jüngers in Frankreich, so die bekannte Publizistin Nicole Casanova, sei "die Schuld" seines Übersetzers Henri Thomas. War das eine moralische Verurteilung? Oder ein Lob? Oder beides?Natürlich konnte es nicht gut ankommen, dass Henri Thomas 1942, während der deutschen Okkupation, einen Roman des Besatzungsoffiziers Ernst Jünger übersetzt hatte. Doch war er deshalb ein Kollaborateur? Oder nur ein Literaturversessener, der auch Goethe, Stifter, Kleist und Brentano ins Französische übertrug? Autor: Christoph Vormweg © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 02.11.2013 | 14:42 Min.

Ein Metallzylinder mit merkwürdigem Inhalt: eine Urkunde, Bauzeichnungen, Münzen und mehrere Tageszeitungen vom 22. Mai 1973. Deren Titelseiten verkünden in großen Buchstaben ein Wohnungsbauprogramm. Der Metallbehälter mit diesem Inhalt ist Teil einer riesigen Betonwanne, eingeschlossen am 2. November 1973 bei der Grundsteinlegung eines Gebäudes, das lange für Diskussionsstoff sorgen wird: Der Palast der Republik im Zentrum von Berlin, dort wo einst das Stadtschloss der Monarchie stand. Autor: Thomas Klug © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 01.11.2013 | 14:41 Min.

Seine römische Geschichte ist bis heute ein Standardwerk. Theodor Mommsen war ein Historiker, der selber Geschichte schrieb und für sein Hauptwerk am Ende seines Lebens sogar als erster Deutscher den Nobelpreis für Literatur erhielt. Ein leidenschaftlicher Pastorensohn, der nicht an Gott, sondern an die Kraft der Vernunft glaubte. Ein liberaler Geist, der vehement gegen jede Form von Judenhass argumentierte und polemisierte. Autor: Heiner Wember © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 31.10.2013 | 14:45 Min.

"Kino ist nichts anderes als der Traum, den jeder von uns kurz vor und kurz nach dem Einschlafen träumt." Sein Traum vom Kino ist hinreißend fantasievoll. Regisseur Roberto Rossellini engagiert ihn als Autor für "Rom, offene Stadt". Der Film wird zu einem Klassiker des italienischen Neorealismus. Mit 32 Jahren führt Fellini zum ersten Mal selbst Regie. Durch Filme wie "La Strada", "Das süße Leben" und "Achteinhalb" wurde er weltberühmt. Ein halbes Jahr, nachdem er den Ehrenoscar erhalten hatte, starb Fellini mit 73 Jahren in Rom. Autor: Detlef Wulke © WDR 2013

WDR ZeitZeichen | 30.10.2013 | 14:09 Min.

Es ist eine schlichte Grabstätte am Rande des kleinen Ortes Tharandt, südwestlich von Dresden. Sie ist häufig von dichtem Laub bedeckt, was jenen Mann, der hier begraben liegt, wohl nicht stören würde, und was daran liegt, dass diese Grabstätte von Bäumen umgeben ist. Seine Studenten hatten ihm einst an diesem Ort 80 Eichen gepflanzt - ihm zu Ehren, zu seinem 80. Geburtstag. Der Mann, der hier begraben liegt, hieß Heinrich Cotta, der Begründer der Forstwissentschaft. Autor: Wolfgang Meyer © WDR 2013