WDR ZeitZeichen Archiv

WDR ZeitZeichen Archiv

Hier finden Sie ZeitZeichen deren Sendedatum länger zurückliegt.

Albert S. A. von Rothschild, Bankier (Geburtstag 29.10.1844) WDR ZeitZeichen 29.10.2014 14:39 Min. WDR 5

Vor dem Ersten Weltkrieg galt dieser Rothschild aus Wien als der reichste Europäer. Geschätztes Vermögen: 1 Milliarde Kronen. Seine Großfamilie in ganz Europa stand ihm kaum nach, denn die Zweige des Hauses Rothschild in fünf europäischen Großstädten kooperierten eng miteinander. Sie beherrschten das europäische Anleihen-Geschäft, finanzierten den Eisenbahnbau, verdienten am Edelmetall-Handel und gaben Kredite an Staaten. Autor: Heiner Wember © WDR 2014

Margot Käßmann wird EKD-Ratsvorsitzende (am 28.10.2009) WDR ZeitZeichen 28.10.2014 14:09 Min. WDR 5

Eine Frau steht an der Spitze der Evangelischen Kirche Deutschlands. Als Margot Käßmann zur EKD-Ratsvorsitzenden gewählt wurde, war das zwar nicht so, als gäbe es eine Päpstin. Sensationell war es dennoch. Und Margot Käßmann eckte an. In den Kindertagesstätten wollte sie mehr biblische Geschichte. Wenn Pfarrer offen in homosexuellen Partnerschaften lebten, dürfe man sie nicht ausgrenzen. Im Februar 2010 fuhr Margot Käßmann mit einem hohen Blutalkoholwert über eine rote Ampel und trat von allen Ämtern zurück. Autor: Thomas Klug © WDR 2014

Dylan Thomas, walisischer Schriftsteller (Geburtstag 27.10.1914) WDR ZeitZeichen 27.10.2014 14:51 Min. WDR 5

Er war maßlos im Schreiben und im Trinken, kraftvoll und derb, sensibel und verletzlich, wurde verehrt und verachtet: Dylan Thomas. Ein genialer Lyriker und Erzähler, kreativ und perfektionistisch, zugleich schlampig, verschuldet, betrunken. Sein Leben und Werk inspirierte Igor Strawinsky, Bob Dylan, die Stones und die Beatles, Richard Burton und Anthony Hopkins. Autor: Christian Kosfeld © WDR 2014

Agnes Miegel, Dichterin (Todestag 26.10.1964) WDR ZeitZeichen 26.10.2014 14:42 Min. WDR 5

Agnes Miegel liebte das Land, in dem sie geboren wurde: Ostpreußen. Seine Natur brachte sie zum Singen, zum Dichten: "Es war der schönste Wald, den ich gekannt". Auch wenn sie in ihren berühmten Balladen meistens geschichtliche Themen aufgriff, machten vor allem die Naturgedichte und ihre "Geschichten aus Alt-Preußen" sie zu einer bekannten Schriftstellerin. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann © WDR 2014

Der Film "Alien" kommt in die deutschen Kinos (am 25.10.1979) WDR ZeitZeichen 25.10.2014 13:54 Min. WDR 5

Buchstabenteile setzen sich langsam zusammen und formen das Wort "Alien". Man sieht ein Ei auf einem fremden Planeten. Aus einem Riss in der Schale kommt gleißendes Licht. Ein Schrei. Eingeblendet wird eine Unterzeile: "Im Weltall hört dich keiner schreien". Erzählt wird von der Besatzung des Handelsraumschiffs "Nostromo". Es ist auf dem Rückflug zur Erde, muss jedoch von seiner Route abweichen, weil ein Notsignal empfangen wurde. Auf einem unbekannten Planeten findet die Crew eiförmige Gebilde. Offizier Ellen Ripley beschleicht der Verdacht, dass das Notsignal eher ein Warnsignal war. Autor: Detlef Wulke © WDR 2014

Schönstes deutsches Wort gekürt (am 24.10.2004) WDR ZeitZeichen 24.10.2014 14:46 Min. WDR 5

Das längste deutsche Wort? Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung. 67 Buchstaben, steht so im Duden! Das aktuelle "Wort des Jahres"? "Groko". Vorläufer gefällig? Wutbürger, Finanzkrise, Teuro. Aber was bitte ist das schönste deutsche Wort? Genau das wollte der deutsche Sprachrat vor zehn Jahren herausfinden und hat uns alle nach unserer Meinung gefragt: Wir alle, die wir im In- oder Ausland deutsch sprechen, verstehen, radebrechen oder so achtsam und zärtlich umschmeicheln, wie es das Deutsche nach Ansicht des Sprachrats verdient hätte. Autorin: Kerstin Hilt © WDR 2014

Verkündung der "Bill of Rights" (am 23.10.1689) WDR ZeitZeichen 23.10.2014 14:26 Min. WDR 5

Die "Bill of Rights" ist der wohl bedeutendste Bestandteil der englischen Verfassung. Sie dokumentiert den Sieg von Adel und wohlhabendem Bürgertum über die Versuche der Stuart-Könige, im England des 17. Jahrhunderts den Absolutismus nach französischem Vorbild einzuführen und die katholische Religion anstelle der anglikanischen durchzusetzen. Die "Bill of Rights" schränkte die Machtfülle des Monarchen drastisch ein und sicherte dem Parlament die Vorherrschaft in der Gesetzgebung. Diese neu gewonnene Balance der Kräfte legte den Grundstein für Englands Weg zur Weltmacht und für die verfassungsrechtliche Entwicklung Europas im 18. und 19. Jahrhundert. Autor: Herwig Katzer © WDR 2014

Doris Lessing, britische Schriftstellerin (Geburtstag 22.10.1919) WDR ZeitZeichen 22.10.2014 14:46 Min. WDR 5

Aufbruch. Ihr ganzes Leben bestand aus Aufbruch, erst persönlich, dann literarisch. Geboren wurde Doris Lessing in Persien, als Tochter eines kriegsversehrten britischen Bankangestellten und Ex-Offiziers in Teheran. Als sie fünf Jahre alt war, zog die Familie auf eine Maisfarm nach Südrhodesien, dem heutigen Simbabwe. Von der Mutter mit dicken Buchpaketen aus England versorgt, verließ sie mit 14 Jahren die Klosterschule, wurde Krankenschwester, heiratete zweimal und ging mit 30 als alleinerziehende Mutter zweier kleiner Kinder nach London. Im Gepäck hatte sie zwei Romanmanuskripte. Von da an betrat Lessing mit ihren Büchern immer wieder Neuland. Autorin: Almut Finck © WDR 2014

Claire Waldoff, Kabarettistin und Schauspielerin (Geburtstag 21.10.1884) WDR ZeitZeichen 21.10.2014 14:49 Min. WDR 5

Mit "Hermann heeßt er!" machte sie sich unvergessen. Claire Waldoff kam aus dem Ruhrpott, aus Gelsenkirchen, und stand 1903 zum ersten Mal auf einer Bühne, zunächst als jugendliche Liebhaberin und als Naive in der Provinz. Vier Jahre später eroberte sie mit einfachen Couplets Berlin, im Anzug mit Fliege und rotem Bubikopf. Sie wirkte stilbildend in den zwanziger Jahren und repräsentierte den Typ der Garconne. Die Nazis mochten die unangepasste Künstlerin nicht. So zog sich die Waldoff mit ihrer Lebensgefährtin nach Bayern zurück. Nach 1945 trat sie vereinzelt wieder auf, doch ihre große Zeit war vorbei. Autorin: Heide Soltau © WDR 2014

Georg I. zum König von Großbritannien gekrönt (am 20.10.1714) WDR ZeitZeichen 20.10.2014 14:39 Min. WDR 5

Als William und Kate Ende Juli 2013 die Geburt des Thronfolgers bekannt gaben, war weltweit die Freude groß - vor allem aber in Hannover. Denn Prinz George Alexander Louis of Cambridge soll irgendwann mal als George VII. König von Großbritannien werden. Und der erste der Georgs in der Ahnenreihe kam aus dem heutigen Niedersachsen. Damals war es ein Akt der Verzweiflung: Das von religiösen Unruhen geschüttelte Königreich wollte Frieden und stabile Verhältnisse. Die Wahl fiel auf Georg Ludwig, Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg. Der Welfen-Herzog war mit 54 Jahren schon verhältnismäßig alt, sprach kaum Englisch und war auch sonst kein Freund der englischen Lebenskultur. Autor: Claus Hesseling © WDR 2014

Erster Auftritt eines Discjockeys in Deutschland (am 19.10.1959) WDR ZeitZeichen 19.10.2014 14:36 Min. WDR 5

1959 rockte die Jugend auf Tanzabenden mit Live-Bands ab. Diese Klientel wollte auch Franzkarl Schwendinger, der Betreiber des "Scotch Clubs" in Aachen, in sein Speiselokal locken. Aber sein Laden stand kurz vor der Pleite - für Bands fehlte ihm das Geld. So kam er auf die verwegene Idee, Schallplatten auflegen zu lassen - von einem einzigen Mann. Der Plattenaufleger war ein temperamentloser Opernsänger, der wortlos eine Scheibe nach der anderen spielte. Zum Glück befand sich im gelangweilten Publikum der junge Journalist Klaus Quirini, der ihn ablöste und damit zum ersten echten Discjockey Deutschlands wurde. Autorin: Ariane Hoffmann © WDR 2014

Viktor Ullmann, Komponist (Todestag 18.10.1944) WDR ZeitZeichen 18.10.2014 14:46 Min. WDR 5

Am 16. Oktober 1944 verstummte das Konzentrationslager Theresienstadt nahezu mit einem Schlag. Pavel Haas, Gideon Klein, Viktor Ullmann und viele weitere Musikerkollegen wurden mit dem Transport "Er 949" nach Auschwitz verlegt. Dort mussten die Älteren unter ihnen, darunter Ullmann, ohne Umweg den Gang in Richtung Gaskammer beschreiten. In Terezín, im Nordwesten des heutigen Tschechien, hatte man zuvor ein ausgeprägtes kulturelles Leben gepflegt. Ullmann, der in Wien studiert und unter anderem in Prag und Zürich gearbeitet hatte, wurde in Theresienstadt zum Leiter eines "Studios für Neue Musik" ernannt. Erst in den letzten Jahrzehnten ist Ullmanns musikalisches Werk wieder entdeckt worden. Autor: Christoph Vratz © WDR 2014

Bundeskunsthalle in Bonn, Grundsteinlegung (am 17.10.1989) WDR ZeitZeichen 17.10.2014 WDR 5

40 Jahre hat es gedauert von der ersten Idee bis zur Grundsteinlegung für dieses Gebäude: Als sich 1949 die Bundesrepublik konstituierte und Bonn Regierungssitz wurde, da bildeten sich auch bereits erste Initiativen, am Rhein ein kulturelles Zentrum zu gründen, das identitätsstiftend ins ganze Land ausstrahlen sollte. Als Helmut Kohl am 17. Oktober 1989 den Grundstein für den Bau des Wiener Architekten Gustav Peichl legte, stand der Anfang vom Ende dieser "Bonner Republik" durch den Mauerfall unmittelbar bevor. Heute ist das Haus eines der besucherstärksten Museen in Deutschland und hat vor allem mit großen Ausstellungen über die Hochkulturen der Welt immer wieder Aufsehen erregt. Autorin: Ulrike Gondorf © WDR 2014

Erster Eintrag ins Deutsche Markenregister (am 16.10.1894) WDR ZeitZeichen 16.10.2014 14:48 Min. WDR 5

Mit "Perkeo" ging es los: ein Lampenhersteller aus Berlin wählte den Namen des legendären Zwergen und Hofnarren am Pfälzischen Hof für seine Produkte. Heute sind beim Deutschen Patent- und Markenamt rund 800.000 Namen, Logos und Schreibweisen registriert. Nicht ohne Grund: Marken werden vom (Unter-)Bewusstsein mit "Wert und Qualität" assoziiert. Erfolgreiche Marken werden aber ständig verfolgt. Deshalb lautet das patentamtliche Prinzip: Schütze Deine Produkte vor Nach- und Gleichmachern! Autor: Kay Bandermann © WDR 2014

Friedrich Nietzsche, Philosoph (Geburtstag 15.10.1844) WDR ZeitZeichen 15.10.2014 14:41 Min. WDR 5

Ein Pfarrerssohn, der Totenscheine ausstellte - sogar für Gott. Friedrich Nietzsches Feinde sahen in ihm den wilden Liebhaber von Maskeraden, der sich mal als Denker, mal als Künstler tarnte. Dabei hat Nietzsche Fragen gestellt, die erst nach ihm zur Blüte kommen sollten. Zum Beispiel: Haben die Affekte Einfluss auf die Gedanken? Das machte ihn zum Vorläufer von Sigmund Freud. Die Titel einiger seiner Bücher lassen die Richtung seines Denkens erahnen: "Unzeitgemäße Betrachtungen", "Die fröhliche Wissenschaft" oder "Jenseits von Gut und Böse". Eine unzeitgemäße fröhliche Stimme, die aus dem Jenseits kommt. Er träumte von Zäunen um seine Gedanken: Zum Schutz vor Missbrauch. Vergeblich. Autor: Jürgen Werth © WDR 2014

Erwin Rommel, Generalfeldmarschall (Todestag 14.10.1944) WDR ZeitZeichen 14.10.2014 14:43 Min. WDR 5

Für viele Kriegsteilnehmer galt er als der gute General auf deutscher Seite, der an Hitlers Verbrechen nicht beteiligt war. Tatsächlich kämpfte Erwin Rommel nicht in der Sowjetunion, wo ein Vernichtungskrieg tobte, sondern in Afrika, wo er es vor allem mit seinem britischen Gegenspieler Bernard Montgomery zu tun hatte. Ein Kampf, in dem das Kriegsrecht weitgehend beachtet wurde. Ob er von den Anschlagsplänen der Gruppe um Stauffenberg gegen Hitler wusste, ist bis heute umstritten. Jedenfalls beteiligte er sich nicht daran. Trotzdem wurde Erwin Rommel aufgrund belastender Aussagen gezwungen, sich selbst mit Zyankali zu töten. Autor: Heiner Wember © WDR 2014

Deutscher Gewerkschaftsbund gegründet (am 13.10.1949) WDR ZeitZeichen 13.10.2014 14:50 Min. WDR 5

Die mächtigste Geste seiner Geschichte erlebt der DGB, als er offiziell noch gar nicht existiert. Beim Generalstreik am 12. November 1948 in der von Hunger gebeutelten "Bizone" machen mehr als neun Millionen Menschen mit - fast 80 Prozent der Beschäftigten. Organisatorisch ist das ein Kunststück, denn die westdeutschen Gewerkschaften wachsen noch zusammen. Die Alliierten haben einen Aufbau von unten erzwungen, um der Arbeiternehmer-Organisation Demokratie und Föderalismus einzubläuen: bloß kein Führerprinzip mehr! Erst am 13. Oktober 1949 gründet sich der Deutsche Gewerkschaftsbund als Dachverband von 16 Branchen-Gewerkschaften - und als Einheitsgewerkschaft. Autorin: Edda Dammmüller © WDR 2014

Vor etwa 1500 Jahren starb - der Sage nach - König Artus WDR ZeitZeichen 12.10.2014 14:41 Min. WDR 5

Die Suche nach dem großen König Artus führt von Tintagel Castle über Merlins Höhle und dem Schlachtenfeld zwischen Artus und Mordred in Slaughterbridge bis nach Avalon. Es ist eine Reise an der Küste Cornwalls entlang bis in den englischen Süden. Denn überall dort hat der große König Artus seine Spuren hinterlassen. Es ist die wohl größte englische Sagengestalt. Tatsächlich gibt es dabei einen wahren Kern. Und wer schließlich in Glastonbury Abbey an einem goldenen Oktobertag zwischen alten Klosterruinen an Artus Grab steht, der spürt sie vielleicht: diese Präsenz des großen englischen Königs. Autor: Sven Preger © WDR 2014

Erstmals Mahlzeiten im Flugzeug serviert (am 11.10.1919) WDR ZeitZeichen 11.10.2014 14:33 Min. WDR 5

Ein labberiges Sandwich für fünf Euro, ein Becher lauwarmer Kaffee für drei Euro. Das Bordessen im Billigflieger ist meistens nicht gerade sterneverdächtig. Hohe Kerosinpreise und großer Konkurrenzdruck zwingen viele Fluggesellschaften zum Sparkurs, der auch auf Kosten der Bordverpflegung geht. Doch das war nicht immer so. Besonders in den 1950er Jahren, im "Goldenen Zeitalter der Passagierluftfahrt", boten die Fluggesellschaften ihren Passagieren feine Gaumenfreuden inklusive Tischdecke und silbernem Essbesteck. Die erste Bordverpflegung gab es am 11. Oktober 1919 auf einem Flug von London nach Paris. Autorin: Martina Meißner © WDR 2014

Das "London Eye" wird aufgerichtet (am 10.10.1999) WDR ZeitZeichen 10.10.2014 14:50 Min. WDR 5

Ein Mammutprojekt zum Millennium: Als das "London Eye" im Oktober 1999 aufgerichtet wird, ist es das größte Riesenrad der Welt. Nicht das erste Mal, dass die britische Hauptstadt hier spitze ist: Schon Ende des 19. Jahrhunderts drehte sich mit dem "Great Wheel" ein imposanter Vorläufer an der Themse. Die Konstruktion des 135 Meter hohen Nachfolgers erweist sich allerdings als schwierig: Mit einem riesigen Schwimmkran wollen die Erbauer das - im Liegen konstruierte - London Eye aufrichten, aber sie scheitern. Erst einen guten Monat später stehen die 32 Gondeln senkrecht. Autor: Martin Herzog © WDR 2014

"Vergissmeinnicht" erstmals ausgestrahlt (am 09.10.1964) WDR ZeitZeichen 09.10.2014 14:38 Min. WDR 5

Unter dem Motto "Aktion Sorgenkind" startete das ZDF vor 50 Jahren eine Hilfsaktion für behinderte Kinder. Am 9. Oktober 1964 ging die Show "Vergissmeinnicht" auf Sendung. Peter Frankenfeld leitete das Ratespiel. Im Anschluss an die Sendung wurde zum Spenden aufgefordert. Die Nachfolgesendungen hießen "3 mal 9" und "Der Große Preis" und wurden bis Anfang der 1990er Jahre von Wim Thoelke moderiert. Gemeinsam mit den großen Wohlfahrtsverbänden wurde "Aktion Sorgenkind" als eingetragener Verein institutionalisiert und im Jahr 2000 in "Aktion Mensch" umbenannt. Autorin: Ariane Hoffmann © WDR 2014

Emil Dovifat, Publizistikwissenschaftler (Todestag 08.10.1969) WDR ZeitZeichen 08.10.2014 14:43 Min. WDR 5

Ob als Journalist, Medienpolitiker, Wissenschaftler oder Katholik - Emil Dovifat hatte ein hohes Sendungsbewusstsein. Er wird als "Nestor der deutschen Publizistik" gefeiert, aber auch als "Schreibmaschinentäter unter Hitler" kritisiert. Nach seinem Studium beteiligte sich Emil Dovifat am Aufbau des ersten deutschen Instituts für Zeitungskunde in Leipzig, und nach dem Krieg an der Gründung der CDU und der Freien Universität in Berlin. Er war zwar kein Mitglied der NSDAP und wurde als Hochschullehrer zeitweise in den Ruhestand versetzt. Dovivat arbeitete später aber mit dem Propagandaministerium zusammen, lobte Hitlers Rednergabe und veröffentlichte Artikel mit antisemitischem Unterton. Autorin: Julia Schäfer © WDR 2014

Georges Duby, französischer Historiker (Geburtstag 07.10.1919) WDR ZeitZeichen 07.10.2014 14:10 Min. WDR 5

Die Rolle der Frau und die kollektiven Ängste gehörten zu den großen Themen Georges Dubys. Indem der Mittelalter-Historiker "das Verhalten unserer Gesellschaft" in vergangenen Epochen betrachtete, suchte er Antworten "über den heutigen Menschen". Geprägt war Georges Duby vom Denken und der Methodik der so genannten "Annales-Schule", die auf eine umfassende, globale Betrachtung der Geschichte abzielte. So analysierte er zum Beispiel die Kunstwerke des Mittelalters nicht isoliert im kunsthistorischen Raum, sondern im Rahmen der Sozialgeschichte und ihrer Einflüsse auf den Künstler. Mehr noch: Er machte Geschichte in Frankreich zum Fernsehereignis, was ihm manche übelnahmen. Autor: Christoph Vormweg © WDR 2014

Thor Heyerdahl, norwegischer Anthropologe (Geburtstag 06.10.1914) WDR ZeitZeichen 06.10.2014 14:49 Min. WDR 5

"Sie können ja mal versuchen, von Peru mit einem Balsafloß zu den Südsee-Inseln zu reisen." Diesen eher spöttisch gemeinten Rat eines Wissenschaftlers nahm Thor Heyerdahl wörtlich. Sechs Männer segelten dann auf dem Floß Kon-Tiki 1947 von Peru in Richtung Südsee. Ein Himmelfahrtskommando, mit dem Thor Heyerdahl beweisen wollte, dass Polynesien einst von Südamerika aus besiedelt wurde. Und nicht - wie von den meisten Gelehrten angenommen - von Asien aus. Die abenteuerliche Fahrt der Kon-Tiki machte Thor Heyerdahl weltberühmt. In den 50er, 60er und 70er Jahren gehörte er zu den bekanntesten Norwegern. Seine Thesen aber waren in der Fachwelt stets umstritten. Autorin: Andrea Kath © WDR 2014

Hugo Kükelhaus, Pädagoge (Todestag 05.10.1984) WDR ZeitZeichen 05.10.2014 14:48 Min. WDR 5

Hugo Kükelhaus beschrieb das Leben als ein fortwährendes Üben. Für den Pädagogen, Handwerker und Philosophen stand die menschliche Wahrnehmung im Zentrum seines Schaffens. Die Welt mit allen Sinnen begreifen sei die Basis von Bildung. Seine Ideen mündeten im Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne, dem Destillat seines Lebenswerkes. Autorin: Claudia Friedrich © WDR 2014

Karl Baedeker, Reisebuch-Verleger (Todestag 04.10.1859) WDR ZeitZeichen 04.10.2014 13:55 Min. WDR 5

Er war nicht nur ein Erbsenzähler, er war DER Erbsenzähler, für den dieser Begriff überhaupt geprägt wurde. Als Karl Baedeker 1847 den Mailänder Dom besuchte, konnte man ihn beim Treppensteigen beobachten: Alle 20 Stufen holte er eine Erbse aus seiner Weste und steckte sie in die Hosentasche. Oben angekommen, errechnete Baedeker anhand der Erbsen die genaue Zahl der Stufen, um sie dann in seinem Reiseführer auch korrekt nennen zu können. Die ehemals roten Reiseführer aus dem Hause Baedeker sind bis heute weltberühmt und stehen für Sparsamkeit und Genauigkeit. Autorin: Maren Gottschalk © WDR 2014

Margarete von Tirol, Gräfin (Todestag 03.10.1369) WDR ZeitZeichen 03.10.2014 14:46 Min. WDR 5

Es war die wohl denkwürdigste Hochzeit im Spätmittelalter: Im Jahr 1330 heiratete das Mädchen Margarete von Tirol das Kind Johann Heinrich von Luxemburg. Die Braut war zwölf, der Bräutigam erst acht Jahre alt. Als Tochter König Heinrichs von Tirol, der keine männlichen Nachkommen hatte, war sie die beste Partie im ganzen deutsch-römischen Reich. Die Alleinerbin Tirols wurde daher zum Spielball der drei Dynastien der Luxemburger, Habsburger und Wittelsbacher. Alle warben um ihre Gunst, um das strategisch wichtige Passland Tirol in die Hand zu bekommen. Margarete soll eine Schönheit gewesen sein, schwärmten Zeitgenossen. Ihr berühmter Beiname "Maultasch", der so viel wie "Hure, liederliches Weib" bedeutet, war eher eine Erfindung ihrer Feinde. Autor: Marko Rösseler © WDR 2014

Mahatma Gandhi (Geburtstag 02.10.1869) WDR ZeitZeichen 02.10.2014 14:28 Min. WDR 5

"Ich glaube an die Gewaltlosigkeit als einziges Heilmittel." Mahatma Gandhi - Mythos und Symbolfigur. Die bedingungslose Haltung zur Gewaltlosigkeit ist sein bedeutendstes Vermächtnis. Als Rechtsanwalt, Publizist, Morallehrer und Pazifist setzte sich der große indische Politiker in Südafrika und in seiner Heimat Indien für die Rechte der Inder und die Unabhängigkeit Indiens von der britischen Kolonialherrschaft ein. Seine gewaltlose Revolution sollte viele Jahrzehnte dauern. Erst 1947 entließen die Briten Indien in die Unabhängigkeit. Doch Gandhi konnte die Teilung des Landes in zwei Staaten nicht verhindern: Das mehrheitlich hinduistische Indien und das mehrheitlich muslimische Pakistan. 6 Monate nach der Unabhängigkeitserklärung wird Gandhi von einem fanatischen Hindu erschossen. Autorin: Marfa Heimbach © WDR 2014

Beurkundung des Personenstandes wird verpflichtend (am 01.10.1874) WDR ZeitZeichen 01.10.2014 14:28 Min. WDR 5

"Erst nur flüchtig und zivil - dann mit Andacht und Gefühl." Hinter den launigen Versen von Wilhelm Busch steckte ein handfester politischer Konflikt. Preußen hatte 1874 das neue Gesetz zum Personenstand verabschiedet, und von nun an durften ausschließlich Standesbeamte Geburts-, Heirats- und Sterbefälle beurkunden. Das war ein durchdachter Schlag, vor allem gegen die katholische Kirche. Denn die Kirchen waren bis dahin federführend bei allen Fragen des Personenstandes. Mit seinem sogenannten "Kulturkampf" wollte Bismarck den katholischen Einfluss auf Staat und Gesellschaft massiv beschneiden. Der "Kulturkampf" wurde 1887 beendet, aber das Personenstandsgesetz blieb und beförderte so die Trennung von Staat und Kirche. Autor: Jörg Beuthner © WDR 2014

Immanuel Kant vollendet "Was ist Aufklärung?" (am 30.09.1784) WDR ZeitZeichen 30.09.2014 14:45 Min. WDR 5

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit". Es ist die wohl berühmteste Definition der Aufklärung, die der Königsberger Philosophie-Professor Immanuel Kant im September 1784 zu Papier bringt. Im Grunde verdankt die Welt diese Definition einem erbosten Pfarrer. Der stellt in einer Fußnote der Berlinischen Monatsschrift die polemische Frage, was die viel gerühmte Aufklärung überhaupt sei. Eine Frage, die neben Kant auch andere deutsche Gelehrte herausfordert und die zum Ausbruch der so genannten "Aufklärungsdebatte" führt. Autorin: Daniela Wakonigg © WDR 2014

Freie Bühne in Berlin, erste Aufführung (am 29.09.1889) WDR ZeitZeichen 29.09.2014 14:47 Min. WDR 5

Wer im deutschen Kaiserreich ein Theaterstück auf die Bühne bringen wollte, brauchte fast überall die polizeiliche Genehmigung. Ein Schlupfloch aber gab es für freigeistige Theatermacher: Vorstellungen privater Vereine unterlagen nicht der Zensur. Im April 1889 gründete deshalb in Berlin eine Reihe von Kulturschaffenden, darunter der Verleger Samuel Fischer, der Publizist Maximilian Harden und der Kritiker Otto Brahms, einen privaten Theaterverein mit Namen "Freie Bühne". Das erste Stück, das durch die "Freie Bühne" aufgeführt wurde, war am 29.9.1889 das gesellschaftskritische Drama "Gespenster" von Henrik Ibsen. Autorin: Almut Finck © WDR 2014

"Erste Internationale", Gründung in London (am 28.09.1864) WDR ZeitZeichen 28.09.2014 14:51 Min. WDR 5

Das erklärte Ziel der "Ersten Internationale" war "die ökonomische Emanzipation der Arbeiterklasse". Fast 2000 Teilnehmer aus ganz Europa kamen zur Gründungskonferenz in die Londoner St. Martin s Hall. Man wollte endlich international zusammenarbeiten. Umstritten ist bis heute die Rolle des in London lebenden Theoretikers Karl Marx. War er wirklich der allmächtige Dirigent, der sich den Aufbau einer weltweiten kommunistischen Parteiführung zum Ziel gesetzt hatte? Autor: Christoph Vormweg © WDR 2014

Münchner Hofbräuhaus, Baubeginn (am 27.09.1589) WDR ZeitZeichen 27.09.2014 14:37 Min. WDR 5

Das Bier aus Einbeck war den Wittelsbachern zu teuer. Deshalb gründete Herzog Wilhelm der Fromme in München 1589 sein eigenes Hofbräuhaus. Der Gerstensaft wurde schnell so begehrt, dass auch die Bevölkerung außerhalb des Hofes mit dem Münchner Bier versorgt wurde - gut für die Staatskasse des Kurfürsten: ein Großteil seiner Einnahmen wurden im 30jährigen Krieg durch den Bierverkauf gedeckt. Heute gehört das Hofbräuhaus zu den größten Attraktionen Münchens. Täglich kommen mehrere Zehntausend Touristen und Einheimische und spülen jährlich zweistellige Millionensummen in die bayerische Staatskasse. Autor: Heiner Wember © WDR 2014

Hermann Löns, Schriftsteller (Todestag 26.09.1914) WDR ZeitZeichen 26.09.2014 14:31 Min. WDR 5

Hermann Löns wurde als Heidedichter berühmt. Mit seinen Texten erhob er die Heide zum Landschaftsideal. Er selbst posierte als Dandy, Herzensbrecher und vor allem als Jäger. Ein strammer Nationalist, der sich in die Herzen der deutschen Leser schrieb. Sein "Wehrwolf" war lange Zeit einer der erfolgreichsten Romane in Deutschland. Den Nationalsozialisten galt Löns als großer Dichter. Heute ist er bei vielen in Vergessenheit geraten. Nicht jedoch in der Lüneburger Heide, wo sein Grab gepflegt wird, obwohl er vielleicht gar nicht darin liegt. Autor: Marko Rösseler © WDR 2014

Deutsche Krebshilfe, Gründung (am 25.09.1974) WDR ZeitZeichen 25.09.2014 13:57 Min. WDR 5

500.000 Neuerkrankungen gibt es jährlich in Deutschland, betroffen sind auch 1.800 Kinder und Jugendliche und die Diagnose ist für alle stets ein Schock: Krebs. Dabei gibt es immer mehr Erfolge in der Behandlung bösartiger Tumoren. Nahezu der Hälfte aller Erkrankten kann mittlerweile geholfen werden. Das ist auch ein Erfolg der Deutschen Krebshilfe e.V., die vor 40 Jahren auf Initiative von Mildred Scheel gegründet wurde. Autor: Jörg Beuthner © WDR 2014

Hermann von Reichenau, Universalgelehrter (Todestag 24.09.1054) WDR ZeitZeichen 24.09.2014 14:39 Min. WDR 5

Er war ein Universalgelehrter, ein Weltchronist, Lehrer, Wissenschaftler, Musiker: Hermann von Reichenau, auch genannt "Hermannus contractus" oder "Hermann der Lahme". Heute wäre er ein Wissenschafts-Star wie der englische Physiker Stephen Hawking. Im Jahr 1013 wurde Hermann als Sohne eines Grafen geboren, von Geburt an litt er unter einer schweren Muskelkrankheit, er musste getragen werden und konnte kaum sprechen. Dennoch erzog man ihn zu einem hoch gebildeten Mann. Herman verbrachte sein Leben bei den Benediktinern auf der Klosterinsel Reichenau im Bodensee. Vor allem in Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie wurde er zu einem bewunderten Gelehrten und Lehrer. Autor: Christian Kosfeld © WDR 2014

Sigmund Freud, Psychoanalytiker (Todestag 23.09.1939) WDR ZeitZeichen 23.09.2014 14:34 Min. WDR 5

"Wo Es war, soll Ich werden." Das war sein Programm und die Quintessenz seines Lebenswerks: der Psychoanalyse. Sigmund Freuds erste Forschungen widmeten sich den Geschlechtsdrüsen der Aale. Die meisten seiner Wiener Zeitgenossen hätten viel dafür gegeben, wenn der 1856 geborene Mediziner bei Tieren geblieben wäre. Es zog ihn aber zum Kosmos der menschlichen Sexualität. Seinen Stammplatz fand er neben dem Kopfende einer Couch, wo er seinen Patienten zuhörte, weil er im Sprechen den ersten Schritt zur Heilung sah. Er entzifferte Träume, enttarnte das Religiöse als Illusion, machte sich Gedanken über den Witz und seine Beziehung zum Unbewussten. Autor: Jürgen Werth © WDR 2014

Sendebeginn des ersten Dritten Fernsehprogramms (am 22.09.1964) WDR ZeitZeichen 22.09.2014 14:43 Min. WDR 5

Zunächst gab es nur zwei nationale Fernsehprogramme in Deutschland: Die ARD und das ZDF. Dann kamen bis 1969 nach und nach die "Dritten" hinzu. Am 22. September 1964 gab der bayerische Ministerpräsident Alfons Goppel um 19.00 Uhr den Startschuss für das erste Dritte Fernsehprogramm in Deutschland. Der Bayerische Rundfunk nannte es zunächst "Studienprogramm". Es wurden hauptsächlich Lehrsendungen wie Sprachkurse, Dokumentarberichte oder politische Magazine ausgestrahlt. Autorin: Martina Meißner © WDR 2014

Leonard Cohen, Songwriter (Geburtstag 21.09.1934) WDR ZeitZeichen 21.09.2014 14:34 Min. WDR 5

Troubadour der mystischen Liebe, Großmeister der Melancholie, Magier des Minimalismus. Rockstar, Dichter, Mönch. Man hat ihm viele Titel gegeben. Und in jedem klingt Verehrung an. Denn die Karriere des kanadischen Songpoeten Leonard Cohen gehört zu den bemerkenswertesten der Pop-Geschichte. Angefangen hat er mit Gedichten und Romanen. Erst mir 33 begann er an zu singen: Und obwohl seine Saitenzupfkunst und sein Stimm-Repertoire begrenzt waren, wurden seine poetisch-depressiven Songs berühmt: Suzanne, So long Marianne, Halleluja. Autorin: Stefanie Junker © WDR 2014

Sophia Loren, Filmschauspielerin (Geburtstag 20.09.1934) WDR ZeitZeichen 20.09.2014 14:25 Min. WDR 5

Eine Diva, eine Ikone, eine Sphinx: Der Ruhm hat aus Sophia Loren in den 50er Jahren eine Göttin gemacht, ein Idol der Weiblichkeit. Ihr Ruf als Schauspielerin, ihre Kunst, sind dahinter fast verschwunden. Spätere Generationen wissen noch vom Weltruhm, ohne sie in einer anderen Rolle als der der bestürzend schönen Frau vor Augen zu haben. Autorin: Monika Buschey © WDR 2014

Eduard Zimmermann, Journalist (Todestag 19.09.2009) WDR ZeitZeichen 19.09.2014 14:46 Min. WDR 5

"30 Jahre XY, 300 Sendungen. Und ab heute eine neue Einsatzzentrale, damit sie besser verfolgen können, was sich hinter den Kulissen tut, was aus ihren Hinweisen wird." Mit diesen Worten begrüßte Eduard Zimmermann in seiner letzten Sendung "Aktenzeichen XY" die Zuschauer. Geboren wurde er 1929 in München. Die Nachkriegszeit war schwierig für ihn. Er arbeitete in verschiedenen Jobs und saß als Dieb und Schwarzmarkthändler im Gefängnis. 1950 wurde er wegen Spionage zu einer Freiheitsstrafe von 25 Jahren verurteilt, kam aber nach vier Jahren frühzeitig frei. Er arbeitete als freier Journalist und Redakteur beim NDR und ZDF. Bekannt wurde er als Moderator der Sendung "Vorsicht Falle! Nepper, Schlepper, Bauernfänger". Autor: Detlef Wulke © WDR 2014

Preisauszeichnungsverordnung wird erlassen (am 18.09.1969) WDR ZeitZeichen 18.09.2014 14:49 Min. WDR 5

Die Juweliere befürchteten Schlimmstes: Ganoven werden angelockt, wenn jedes Schmuckstück im Schaufenster ein Preisschild bekommt. Die Zahl der Einbrüche werde nach oben schnellen. Mit einer Klage wollte die Branche die 1969 verschärfte Pflicht zur Preisauszeichnung verhindern - vergeblich. Was in den damals neuen Selbstbedienungsläden längst üblich war, galt nun auch für Schmuckverkäufer, Tankstellen und Großhändler. Autor: Jörg Marksteiner © WDR 2014

Glückel von Hameln, Schriftstellerin (Todestag 17.09.1724) WDR ZeitZeichen 17.09.2014 14:42 Min. WDR 5

Glückel von Hameln war Jüdin, Unternehmerin, Autorin. Sie war Mutter von zwölf Kindern, Geschäftspartnerin ihres Mannes. Sie war die erste Frau, die in Deutschland eine Autobiographie verfasste. Der tragische Tod ihres Mannes trieb sie zum Schreiben. Nachts, wenn sie nicht schlafen konnte, stand Glückel von Hameln auf, zündete Kerzen an und schrieb an ihren Memoiren. In sieben Büchern hielt sie auf westjiddisch ihr Leben fest. Autorin: Claudia Friedrich © WDR 2014

Fernsehserie "Heimat" beginnt in der ARD (am 16.09.1984) WDR ZeitZeichen 16.09.2014 14:43 Min. WDR 5

"Chronik bedeutet, den Lauf der Zeit aufzuzeichnen. Da genügt es, eine Person beim Atmen zu betrachten." Für den Regisseur Edgar Reitz ging es nie um Action oder dramatische Effekte. In seiner elfteiligen Serie "Heimat - Eine deutsche Chronik" erzählt er die Geschichte der Familie Simon im fiktiven Hunsrück-Dorf Schabbach bedächtig und in unspektakulären Momentaufnahmen. Als die Serie 1984 ins Fernsehen kam, war diese epische Erzählweise ganz neu: Nicht nur die Kritiker waren hingerissen - auch die Zuschauer saßen gebannt vor den Bildschirmen. Autorin: Christiane Kopka © WDR 2014

James F. Cooper, Schriftsteller (Geburtstag 15.09.1789) WDR ZeitZeichen 15.09.2014 14:37 Min. WDR 5

Vergesst Karl May! Das sagen viele Fans von James Fenimore Cooper. Er ist der Autor der legendären Lederstrumpf-Romane. Sein Held ist der Waldläufer Natty Bumppo, genannt "Lederstrumpf". Ein Jäger und Fallensteller, der im 18. Jahrhundert auf der Grenze lebt. Zwischen Zivilisation und Natur. Zwischen Bleichgesichtern und Rothäuten. Doch Coopers Werk ist viel umfassender. Autor: Sven Preger © WDR 2014

Die "Eiserne Lunge" wird vorgestellt (am 14.09.1929) WDR ZeitZeichen 14.09.2014 14:40 Min. WDR 5

Sie ist rund 600 Kilogramm schwer, bis zu 2 Meter lang und gleicht optisch einem U-Boot. Die Beatmungsmaschine hat unzählige Körper verschlungen und dadurch Leben gerettet. Als erster verfrachtete der US-amerikanische Ingenieur Philip Drinker ein an Polio erkranktes achtjähriges Mädchen, das schon im Koma lag, in den von ihm entwickelten Metallkoloss. Binnen Minuten wurde das Mädchen wiederbelebt. Die "Eiserne Lunge" meldete Drinker zum Patent an und präsentierte sie danach auch der Öffentlichkeit. Autorin: Susanne Rabsahl © WDR 2014

Maurice Jarre, Filmkomponist (Geburtstag 13.09.1924) WDR ZeitZeichen 13.09.2014 14:49 Min. WDR 5

Nicht nur der amerikanische Kollege John Williams hat Maurice Jarre nach seinem Tod im Jahr 2009 als eines seiner großen Vorbilder genannt. Jarres Melodien haben sich ebenso ins kollektive Filmgedächtnis eingegraben wie das Kinngrübchen von Kirk Douglas oder die Beine von Sophia Loren. Und noch heute kann jeder "Laras Thema" aus Doktor Schiwago oder die arabisch angehauchten Themen aus Lawrence von Arabien nachsingen. Für beide Filme aus den sechziger Jahren hat der Regisseur David Lean den hoch begabten Sohn eines Radiodirektors aus Lyon engagiert. Autor: Michael Struck-Schloen © WDR 2014

Franz I., König von Frankreich (Geburtstag 12.09.1494) WDR ZeitZeichen 12.09.2014 14:34 Min. WDR 5

Vier mehrjährige Kriege gegen die Habsburger führte Franz I. Die Schwächung Kaiser Karls V. war für ihn außenpolitisch oberstes Ziel. Dafür nahm der französische König sogar diplomatische Beziehungen zum nicht-christlichen Osmanischen Reich auf. Auch innenpolitisch demonstrierte Franz I. Machthunger und legte das Fundament für die absolute Monarchie. Noch ohne feste Residenz, reiste er mit seinem Hofstaat ständig durch sein Reich. Dabei öffnete er Frankreich als Mäzen der Künste für die Renaissance und lockte Größen wie Leonardo da Vinci ins Land. Auch die Literatur förderte er mit Nachdruck. Das Renommee von Franz I., der sich neben offiziellen Mätressen auch ungezählte Liebhaberinnen hielt, litt am Ende seiner mehr als dreißigjährigen Regierungszeit allerdings unter der schwächelnden Staatskasse. Autor: Christoph Vormweg © WDR 2014

Peter Hille, Schriftsteller (Geburtstag 11.09.1854) WDR ZeitZeichen 11.09.2014 14:41 Min. WDR 5

Peter Hille schrieb auf alles, was sich ihm bot: Zettel, Manschettenknöpfe, Zeitungsränder, die eigene Haut. Er war ein Schreibbesessener. Westfalens rote Erde prägte den Schriftsteller fürs Leben, das in einem kleinen Fachwerkhaus in Erwitzen seinen Anfang nahm. Er zog durch Europa, lebte in Kommunen, saß in Cafés, hatte selten Geld. Mit seinem langen Mantel, dem dichten Bart und wirrem Haar wirkte er auf viele wie ein Clochard. Mit seinen Gedichten, Aphorismen, Erzählungen und Essays prägte Peter Hille die Literatur um 1900. Nach seinem Tod im Mai 1904 geriet der Dichter in Vergessenheit. Zu Unrecht. Autorin: Claudia Friedrich © WDR 2014

Der einmillionste Gastarbeiter kommt nach Deutschland (am 10.09.1964) WDR ZeitZeichen 10.09.2014 14:48 Min. WDR 5

Bahnhof Köln-Deutz: Es warten dutzende Journalisten, Fernsehkameras werden eingerichtet, Mikrophone gezückt, Gedrängel, Aufregung, als der Zug, vollgestopft mit willigen Arbeitern aus dem Süden, einrollt. Eine Delegation offizieller Gratulanten tritt von einem Fuß auf den anderen, die Kapelle spielt, ein Dolmetscher quetscht sich durch die Menge und ruft immer nur einen Namen: "Armando Rodrigues! Armando Rodrigues!" Die Beauftragten der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände hatten beschlossen, dieser Mann sollte es sein: der einmillionste Gastarbeiter, der nach Deutschland kommt. Autor: Marko Rösseler © WDR 2014