Bordeaux – Weinregion weckt Interesse in China

Bordeaux – Weinregion weckt Interesse in China

Bordeaux – allein der Name lässt die Herzen von Weinkennern höher schlagen. Doch die berühmten Trauben und die verträumte Landschaft locken nicht nur Wein-Touristen. Immer mehr Investoren entdecken die Region für sich – vor allem auch aus China.

Panoramablick über die Stadt Saint-Émilion mit Weinbergen im Hintergrund.

Pilgerstätte für Weinliebhaber: Die mittelalterlichen Häuser und Gassen, ebenso wie die berühmten Weinberge des UNESCO-Welterbes Saint-Émilion ziehen Millionen Touristen an. Und nicht nur die: immer mehr chinesische Investoren kaufen hier Weingüter.

Pilgerstätte für Weinliebhaber: Die mittelalterlichen Häuser und Gassen, ebenso wie die berühmten Weinberge des UNESCO-Welterbes Saint-Émilion ziehen Millionen Touristen an. Und nicht nur die: immer mehr chinesische Investoren kaufen hier Weingüter.

In China eine Berühmtheit, in Europa wenig bekannt: Die Schauspielerin, Regisseurin und Sängerin Zhao Wei ist Schlossherrin auf "Château Monlot", einem Traditionsweingut mit langer Geschichte.

Der Wein auf Monlot lagert mehr als ein Jahr in den Fässern. Obwohl das Gut in chinesischen Händen ist, wird der Wein nach der örtlichen Tradition ausgebaut. Gutsbesitzerin Zhao Wei ist wichtig, dass das gesamte Weinbau-Team aus Französinnen und Franzosen besteht.

Ludovic und Kevin genießen den Sonnenuntergang in den Weinbergen von Saint-Émilion. Die beiden studierten Weinbauern arbeiten auf Gütern in der Bordeaux-Region. Die chinesischen Investoren ziehen junge Arbeitskräfte aus China im Weinbau und Tourismus an.

Château Loudenne – genannt "Le Château rose" – liegt malerisch auf einem Hügel mit Blick auf die Gironde. Das alte Weingut gehört heute zu großen Teilen dem chinesischen Spirituosen-Giganten Moutai. Wegen Problemen durch die kulturellen Unterschiede holten die chinesischen Manager den französischen Cognac-Hersteller Camus mit ins Boot.

Touristenmagnet: Château Mouton Rothschild gehört zu den berühmtesten Weingütern der Welt. Das Schloss empfängt Besucher in eigenen Besucherzentrum.

Das Schloss Mouton Rothschild öffnet Touristen seine Weinkeller, das Museum "Wein in der Kunst" der Familie Rothschild und auch die Galerie der Etiketten-Entwürfe, die jedes Jahr von einem anderen großen zeitgenössischen Künstler entworfen werden.

Philippe Dhalluin ist Chef von Mouton Rothschild. Der Manager freut sich über Besucher aus Asien. "Wir könnten unsere komplette Produktion nach China verkaufen", sagt der Weinkenner. Doch das sei gar nicht im Interesse der Spitzen-Weingüter. Ebensowenig wie der Einstieg asiatischer Investoren.

Kontrastprogramm: Pauillac, die Stadt, auf deren Gemarkung viele berühmte Weingüter wie u.a. "Château Mouton Rothschild" liegen, profitiert nicht von den Touristenmassen. Anders als in Saint-Émillion besuchen die Touristen die Schlösser, nicht aber den Stadtkern. Die Innenstadt bekommt vom Luxus nichts ab.

Florent Fatin, der junge Bürgermeister von Pauillac hat große Pläne: Ein Hafen für Kreuzfahrtschiffe soll Touristen in die Innenstadt locken – gerne auch aus China. Fatin selbst hat dort ein Semester studiert. Pauillac sei dort bekannt: "Wir bekommen Angebote für Partnerschaften von Städten mit 5 Millionen Einwohnern." Pauillac hat gerade mal 5000.

Der kleine Freizeithafen von Pauillac an der Gironde: Hier sollen, wenn es nach dem Bürgermeister geht, bald riesige Kreuzfahrtschiffe ankern. Die Touristen könnten mit Bussen ins etwa eine Stunde entfernte Bordeaux fahren. Oder aber in Pauillac bleiben, die berühmten Weingüter besuchen und vor allem in der Stadt einkaufen.

Stand: 07.02.2019, 10:05 Uhr