NRW Kriminalitätsstatistik: Neben Licht auch viel Schatten

Polizeiauto

NRW Kriminalitätsstatistik: Neben Licht auch viel Schatten

Von Bettina Altenkamp

Weniger Einbrüche, weniger Taschendiebstähle, weniger Gewaltkriminalität - aber mehr Sexual- und Drogendelikte. Innenminister Reul habe weiter ein volles Aufgabenheft, meint NRW-Korrespondentin Bettina Altenkamp in ihrem Kommentar.

Die Zahlen sind auf den ersten Blick toll! Weniger Einbrüche, weniger Taschendiebstähle, weniger Gewaltkriminalität. Zum Teil fast schon historisch niedrige Fallzahlen. Da muss man auch mal loben! Also: Super! Gut auch, dass NRW Innenminister Reul nicht versucht den Eindruck zu erwecken, das alles wäre sein Verdienst.

Einbrecher haben nämlich vor einer schwarz-gelben Landesregierung nicht mehr oder weniger Angst,  als vor einer rot-grünen. Zumal ich bezweifle, dass sie sich überhaupt für die politische Farbenlehre in einer Landesregierung interessieren.

Die Entwicklung beispielsweise bei Einbrüchen hat auch damit zu tun, dass international agierende Diebesbanden, angesichts der Schließung der Balkanroute, in andere Länder ausweichen. Sicherungsmaßnahmen an Türen und Fenstern haben ebenfalls dazu geführt, dass viele Einbrecher woanders ihr Glück versuchen oder es bei einem Einbruchsversuch bleibt. Insgesamt eine gute Entwicklung - zu der viele Faktoren beigetragen haben.

Doch die Statistik zeigt neben Licht auch viel Schatten. Mehr Sexualdelikte - auch wenn ein Teil des registrierten Anstiegs auf die veränderte statistische Erfassung zurückgeht. Mehr Drogendelikte und mehr Fälle von sexuellem Missbrauch an Kindern: 2420 Fälle. Die Dunkelziffer wird viel höher sein und die grauenhaften Geschehnisse vom Campingplatz in Lügde sind da noch gar nicht eingerechnet.

Das bedeutet für den NRW- Innenminister ein volles Aufgabenheft - das sich weder schnell noch einfach abarbeiten lässt. Und für das es im Grunde kein fertiges Konzept gibt: nur mutiges Ausprobieren neuer Maßnahmen  und neuer Ermittlungsmethoden

Redaktion: Golo Schmidt

Stand: 14.02.2019, 16:43