Ausstellung zur imm Cologne: Möbel aus Licht

Ausstellung zur imm Cologne: Möbel aus Licht

Im Rahmen der imm Cologne hat das Münchner Designer-Duo Relvão/Kellermann im Museum für Angewandte Kunst eine außergewöhnliche Schau geschaffen: Ein Gutteil der präsentierten Möbel ist physisch gar nicht da. Und gerade deshalb ungeheuer präsent.

Ausstellung im Makk Köln

Die Neuheiten auf der Möbelmesse imm Cologne sind oftmals so neu, dass es nur einen einzigen Prototyp gibt. Eigentlich kann es also keine parallele Ausstellung geben. Für ihr Konzept mussten sich Ana Relvão und Gerhardt Kellermann, die in München eine gemeinsame Design-Werkstatt betreiben, also etwas einfallen lassen.

Die Neuheiten auf der Möbelmesse imm Cologne sind oftmals so neu, dass es nur einen einzigen Prototyp gibt. Eigentlich kann es also keine parallele Ausstellung geben. Für ihr Konzept mussten sich Ana Relvão und Gerhardt Kellermann, die in München eine gemeinsame Design-Werkstatt betreiben, also etwas einfallen lassen.

Und das haben sie: Für ihre Schau von Neuheiten ausgewählter Hersteller lassen die ehemaligen Mitarbeiter von Nitzan Cohen bezeihungsweise Stefan Diez im Auftrag der Frankfurter Agentur Stylepark zwei Zylinder aus weißem Stoff von der Decke des Museums schweben. Stylisch und theatralisch zugleich.

Drinnen verbergen sich 3D-Modelle jener Designentwürfe, die die Stylepark-Redaktion für die interessantesten der Möbelmesse hält. Darunter gehört auch dieses "Day Bed", das Ulrich Kössl für den Schweizer Möbelhersteller de Sede entworfen hat. Laut Stylepark weckt es "unmittelbar den Wunsch, seinen Liegekomfort zu testen".

Aber auch Klassiker in neuem Gewand sind zu bestaunen wie der berühmte Panton Chair, der zur Möbelmesse in einer Chrom-Variante erscheint. Der 3D-Einfall kommt der Not und dem Auftraggeber gut zupass: Schließlich hat Stylepark im Jahr 2000 mit seiner Online-Plattform für Architektur- und Designprodukte ähnliche Pionierarbeit geleistet.

Natürlich sind im MAKK auch echte Möbel zu sehen, auf denen man teils sogar Platz nehmen kann. Versteht sich die zentrale Ausstellungshalle des Museums doch für eine Woche als "Wohnzimmer" und eine Art "gute Stube" der Möbelmesse. Dick Spierenburg, der Creative Director der imm Cologne, gestaltete den Lounge- und Bistro-Bereich.

Der erste Stock gehört "Special Guests" wie Tsatsas, Jung oder Laufen. Im Treppenhaus sind die Türbeschläge und Glastüren des Unternehmens Griffwerk aus Blaustein in der Nähe von Ulm zu sehen, die durch eine besonders reduzierte, extrem geometrische, fast schon grafische Optik bestechen.

Im Obergeschoss präsentiert Tsasas eine Gesamtschau seiner Taschen- und Accessoires-Kollektion sowie die Premiere der Taschenedition "Kramer" nach einem Entwurf des Architekten Ferdinand Kramer aus dem Jahr 1963. Manche Designgeschichten brauchen eben etwas länger.

Ebenfalls im Obergeschoss hat die Firma Laufen zum 125. Bestehen des Unternehmens einen Parcours inszeniert, der aber nicht ihre laut Eigenwerbung "hochwertigen, emotionalen und funktionalen Badprodukte" präsentiert, sondern anhand der sehr unterschiedlichen Entwürfe von namhaften Designern und Architekten die vielfältigen Möglichkeiten von Keramik demonstrieren soll.

Hier reicht die Palette von handgeformten Skulpturen und Objekten, die aussehen wie Schwämme …

… bis hin zu Schicht für Schicht übereinandergelegten Strukturen aus dem 3D-Drucker. Spätestens da ist man im MAKK an einem Punkt angelangt, wo Gebrauchsdesign endet und Kunst beginnt.

"Stylepark Selected imm 2018 at MAKK" ist noch bis zum 21. Januar 2018 im Museum für Angewandte Kunst in Köln zu sehen. Möbelfans müssen sich also sputen.

Stand: 16.01.2018, 13:38 Uhr