"Revierfolklore" auf Zeche Zollern

Mit Blumen bepflanzter Förderwagen

"Revierfolklore" auf Zeche Zollern

Von Stefan Keim

Die Ausstellung "Revierfolklore" auf Zeche Zollern in Dortmund erzählt von dem, was das Ruhrgebiet ausmacht. Es geht um Fußball und Comedy, Kumpelkluft und Heimatstolz.

"Revierfolklore" auf Zeche Zollern

WDR 4 Gut zu wissen 27.02.2020 02:52 Min. Verfügbar bis 26.02.2021 WDR 4

Download

Mit Blumen bepflanzter Förderwagen

Viele Förderwagen im Revier sind heute mit Blumen bepflanzt.

Viele Förderwagen sind mit Blumen bepflanzt oder bunt bemalt. Sie stehen nicht mehr unter Tage, sondern vor Wohnhäusern, Kneipen oder Verwaltungsgebäuden. Die Wägen erinnern an den Bergbau, der lange das Ruhrgebiet geprägt hat. Eine Fotogalerie von ihnen ist ein Teil der Ausstellung "Revierfolklore" im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund.

Zwischen Heimatstolz und Kommerz

Frau hält Schlägel und Eisen als Dekoelemente in der Hand

Schlägel und Eisen stehen für den Bergbau und die gesamte Region.

Es hat gedauert, bis die Einwohner des Ruhrgebietes so etwas wie Stolz entwickelt haben. Hässlich und grau präsentierte sich das Ruhrgebiet lange Zeit. Heute erkennt man, dass in dieser Zeit Kameradschaft entstanden ist, Zusammenhalt, ein derber Humor und eine raue Herzlichkeit. Die Ausstellung zeigt, welche Bilder das Ruhrgebiet prägen. Da ist der Förderturm der Zeche Zollverein, die inzwischen Weltkulturerbe ist. Da ist die Kumpelkluft, der Fußball und das Bier – all das kommt in der Ausstellung vor.

Geduldflaschen und Steigerlied

Eine Überraschung ist ein riesiger Wandteppich, der die Arbeit der Bergleute zeigt. Bergmannsfiguren finden sich auch in sogenannten Geduldflaschen. Der Name kommt daher, dass es viel Zeit und Fingerspitzengefühl braucht, um die Figürchen in die Flaschen zu bekommen. Großen Raum nimmt die Musik des Ruhrgebietes ein. Natürlich kann man das Steigerlied über Kopfhörer genießen, Plattencover erinnern an Punksongs und schräge Schlager. Wie Kurt Lauterbachs herrliches Lied "Denn da erschuf der liebe Gott die Mädchen aus dem Kohlenpott. Sogar der alte Petrus hat gelacht: Chef, dat haste fein jemacht." Wobei der Pottslang sich hier mit dem Rheinischen mischt.

Witz und Selbstironie

Skulptur von Adolf Tegtmeier und Ausstellungsstücke über den Künstler

Adolf Tegtmeier ist das Urgestein der Comedy aus dem Revier.

Wer aus dem Ruhrgebiet kommt, erinnert sich an die hintergründigen Scherze von Adolf Tegtmeier. Oder an Filme wie Adolf Winkelmanns "Die Abfahrer" und "Jede Menge Kohle", deren Plakate in der Ausstellung hängen. Für Besucher aus anderen Regionen ist die Schau ein Blick auf eine ganz besondere Tradition. In "Revierfolklore" mischen sich Witz und Selbstironie mit Stolz auf die eigene Herkunft. Das Ruhrgebiet hat Selbstachtung gelernt und dabei den Humor nicht verloren. Im Gegenteil.

Termine

Bis 25. Oktober,
Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen 10 – 18 Uhr

Adresse

LWL-Industriemuseum Zeche Zollern
Grubenweg 5
44388 Dortmund

Stand: 26.02.2020, 12:56