Sammlung Nekes soll auf digitaler Plattform vereint bleiben

Werner Nekes (2015)

Sammlung Nekes soll auf digitaler Plattform vereint bleiben

Die Sammlung des Filmemachers Werner Nekes gilt als eine der weltweit größten Kollektionen zur Geschichte der visuellen Medien. Ihre Aufteilung sorgte für Kritik. Nun zeichnet sich eine Lösung ab.

Zoetrop, Mutoskop oder Laterna Magica: Im 18. und 19. Jahrhundert sorgten diese Geräte für regelrechte mediale Erschütterungen. Mit optischen und mechanischen Tricks erzeugten sie bewegte oder stark vergrößerte Bilder - Effekte, die heute kein großes Aufsehen mehr erregen würden.

Dennoch zeigt sich, dass das Streben nach der Erzeugung bewegter 3-D-Bilder schon vor mehr als 200 Jahren begann. Diese Geschichte des Sehens hat kaum ein Experte so umfassend dokumentiert wie Werner Nekes.

Sammlung von rund 25.000 Objekten

Der 2017 verstorbene Filmemacher hatte in vier Jahrzehnten eine Sammlung mit rund 25.000 Objekten zusammengetragen, die weltweit als eine der größten Kollektionen der Geschichte des Sehens und der optischen Medien gilt. Mehrere Jahre war die Zukunft der einmaligen Sammlung ungewiss.

Am Freitag kündigte nun ein Käufer-Konsortium aus drei wissenschaftlichen Institutionen an, die Sammlung künftig auf einer digitalen Plattform öffentlich zugänglich zu machen. Ziel sei es, die Sammlung gemeinsam zu erschließen und eine Datenbank zu erstellen, teilten das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF) in Frankfurt am Main, die Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität Köln und das Filmmuseum Potsdam mit.

Reihe von Förderern

Nach dem Tod des Sammlers hatte es Befürchtungen gegeben, dass die Sammlung zerschlagen und möglicherweise ins Ausland verkauft werden könnte. Im Sommer war dann der gemeinsame Ankauf der wertvollen Objekte mit Hilfe einer Reihe von Förderern gelungen, darunter der Bund, die Länder Hessen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg, die Kulturstiftung der Länder sowie mehrere Stiftungen.

Der Verkauf an die drei Institutionen war allerdings auf Kritik gestoßen, da die einmalige Sammlung damit auseinandergerissen werde. Die Exponate aus der Sammlung würden künftig in der Dauerausstellung des DFF, im Schaudepot des Filmmuseums Potsdam sowie in verschiedenen nordrhein-westfälischen Museen gezeigt, erklärten die Käufer.

Stand: 30.10.2020, 18:16