Abschiede 2018

Abschiede 2018

In diesem Jahr mussten wir uns von vielen Persönlichkeiten aus Film, Musik, Literatur und Kunst verabschieden - wir erinnern unter anderem an Soullegende Aretha Franklin, an Regisseur Claude Lanzmann und die Schriftstellerin Christine Nöstlinger.

France Gall

Am 7. Januar starb die französische Sängerin France Gall. 1965 feierte sie ihren Durchbruch, als sie mit dem Titel "Poupée de cire, poupée de son" für Luxemburg den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewann. Bis heute ist Gall aber vor allem für ihren Hit "Ella, elle l'a" aus dem Jahr 1987 bekannt, eine Hommage an die US-amerikanische Jazz-Sängerin Ella Fitzgerald. France Gall wurde 70 Jahre alt.

Am 7. Januar starb die französische Sängerin France Gall. 1965 feierte sie ihren Durchbruch, als sie mit dem Titel "Poupée de cire, poupée de son" für Luxemburg den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewann. Bis heute ist Gall aber vor allem für ihren Hit "Ella, elle l'a" aus dem Jahr 1987 bekannt, eine Hommage an die US-amerikanische Jazz-Sängerin Ella Fitzgerald. France Gall wurde 70 Jahre alt.

Am 15. Januar starb die irische Sängerin und Songwriterin Dolores O’Riordan mit 46 Jahren. Sie war Lead-Sängerin der Rockgruppe The Cranberries. Mit "Zombie", einem Lied über den blutigen Konflikt in Nordirland, wurde die Band 1994 weltweit bekannt. O'Riordan startete später eine Solokarriere, doch 2009 fand die Musikgruppe um O'Riordan wieder zusammen.

Am 28. Januar starb der Jazzmusiker Coco Schumann. Schumann musste im Zweiten Weltkrieg als Mitglied der „Ghetto Swingers“ für die SS Konzerte geben. In der Nachkriegszeit wurde er zu einem der erfolgreichsten deutschen Swing-Gitarristen. Coco Schumann starb 93-jährig in Berlin.

Am 4. Februar starb der Schauspieler und Musiker Rolf Zacher. Er verkörperte in mehr als 200 Filmen und Serien oft skurrile Charaktere am Rande der Gesellschaft. Als Synchronsprecher lieh er seine Stimme unter anderem den US-Schauspielern Robert de Niro und Nicolas Cage. Rolf Zacher wurde 76 Jahre alt.

Am 8. Februar starb die Schauspielerin Marie Gruber im Alter von 62 Jahren. Die gebürtige Wuppertalerin wurde Anfang der 90er Jahre bundesweit bekannt mit "Go Trabi Go". Neben zahlreichen Fernsehserien spielte sie auch in internationalen Erfolgsproduktionen wie "Das Leben der Anderen" und "Der Vorleser". 2017 war sie in der Serie "Babylon Berlin" zu sehen.

Am 21. Februar starb der Schauspieler Ulrich Pleitgen. Nach seiner Bühnenkarriere, die er 1989 am Hamburger Thalia Theater beendete, dreht Pleitgen immer wieder fürs Kino und Fernsehen. Für seine Rolle als Richter Prinzing in "Stammheim" bekam er 1986 den Goldenen Bären der Berlinale. Außerdem arbeitete Pleitgen als Sprecher für Hörspiele und Hörbücher. Er wurde 75 Jahre alt.

Am 20. April starb mit 28 Jahren der schwedische DJ und Musikproduzent Avicii. Er war in der Elektro-Musik-Szene sehr einflussreich - unter anderem arbeitete Avicii mit Madonna, Coldplay und David Guetta zusammen. Ein Welthit wurde "Wake me up" aus dem Jahr 2013.

Im Mai (genaues Datum unbekannt) starb der Schlagersänger Jürgen Marcus. Der Hit "Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben" machte ihn in den 1970er-Jahren schlagartig berühmt. Der gebürtige Herner arbeitete mit Größen der Musikbranche wie Jack White und Andrew Lloyd Webber zusammen. Jürgen Marcus wurde 69 Jahre alt.

Am 4. Mai starb der israelische Sänger und Musikproduzent Abi Ofarim im Alter von 80 Jahren. Er erlangte in den sechziger Jahren als Teil des Gesangsduos "Esther & Abi Ofarim" internationale Bekanntheit. Nach der Trennung des Paars konzentrierte sich Ofarim auf die Arbeit als Produzent.

Am 14. Mai starb der US-amerikanische Schriftsteller und Journalist Tom Wolfe. Er zählte in den sechziger Jahren zusammen mit Truman Capote zu den Gründen des "New Journalism". Seinen größten Erfolg schrieb er mit dem Roman "Fegefeuer der Eitelkeiten". Das Werk über die Geldgier von Wall-Street-Bankern und Kredithaien erschien Mitte der 80er-Jahre und wurde später verfilmt. Tom Wolfe wurde 88 Jahre alt.

Am 22. Mai starb der US-Schriftsteller Philip Roth im Alter von 85 Jahren. Im Laufe seiner Karriere veröffentlichte er fast 30 Romane, dazu Sachbücher, dutzende Novellen, Kurzgeschichten, Essays und Interviews. Für seinen Roman "Amerikanisches Idyll" erhielt Roth 1998 den Pulitzer-Preis.

Am 31. Mai starb der Sänger Demba Nabé. Der Dancehall-Musiker war eines der Gründungsmitglieder und Mit-Frontmann der Berliner Band Seeed. Später gab er unter den Namen Boundzound auch Solo-Titel heraus. Demba Nabé starb mit 46 Jahren.

Am 15. Juni 2018 starb der Kölner Schriftsteller Dieter Wellershoff im Alter von 92 Jahren. Er schrieb mehr als 40 Romane, Novellen, Theaterstücke und Essays. Zum großen Auflagenerfolg wurde sein Roman "Der Liebeswunsch" aus dem Jahr 2000.

Am 28. Juni starb die österreichische Kinder- und Jugendbuchautorin Christine Nöstlinger. Nöstlinger schrieb mehr als 150 Bücher, darunter Titel wie "Maikäfer, flieg!" über das Leben nach dem Zweiten Weltkrieg im zerbombten Wien sowie "Die feuerrote Friederike". Zudem verfasste sie Drehbücher, Hörspiele und Theaterstücke. Christina Nöstlinger wurde 81 Jahre alt.

Am 5. Juli starb der französischen Dokumentarfilm-Regisseur Claude Lanzmann im Alter von 92 Jahren. Sein Film "Shoah" über den nationalsozialistischen Völkermord an den europäischen Juden hat den Filmemacher weltberühmt gemacht. Mit dem Memoirenband "Der patagonische Hase" feierte Lanzmann 84-jährig erfolgreich sein Debüt als Schriftsteller.

Am 11. August starb der britische Schriftsteller V.S. Naipaul. Er schrieb eine Vielzahl von Romanen, Reisebüchern und Essays. Zu seinen bekanntesten Werk zählt "Land der Finsternis" aus dem Jahr1964 - eine kritische Auseinandersetzung mit Indien. 2001 wurde Naipaul mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Er starb kurz vor seinem 86. Geburtstag.

Am 16. August starb die Soul-Legende Aretha Franklin. Sie wurde mit Titeln wie "Respect"und "I Say a Little Prayer" weltberühmt. Für den von Gospel und Jazz beeinflussten Gesang wurde Franklin mit 18 Grammys ausgezeichnet. Sie wurde 76 Jahre alt.

Am 23. August starb der ZDF-Fernsehmoderator Dieter Thomas Heck im Alter von 80 Jahren. Einem großen Fernsehpublikum wurde Heck in den siebziger Jahren als Moderator der "ZDF-Hitparade" bekannt. Dem deutschen Schlager hielt Heck lebenslang die Treue - auch als Produzent, Texter und Sänger.

Am 6. September starb der US-amerikanische Schauspieler Burt Reynolds mit 82 Jahren. Vor allem in den 70er und 80er Jahren galt Reynolds in Hollywood als Kassenmagnet - einer seiner erfolgreichsten Filme war "Ein ausgekochtes Schlitzohr" aus dem Jahr 1977. Für seine Rolle in "Boogie Nights" bekam er 1997 eine Oscar-Nominierung.

Am 6. Oktober starb die spanische Opern-Diva Montserrat Caballé mit 85 Jahren. Im Lauf ihrer Karriere absolvierte Caballé rund 4.00 Auftritte - sie galt als einer der wichtigsten Sopranistinnen und Belcanto-Sängerinnen. Mit dem für die Olympischen Sommerspiele geschriebenen Song „Barcelona“ wurde sie 1992 einem breiten Publikum bekannt.

Am 27. Oktober starb der Liedermacher Ingo Insterburg. Er war Kopf der Gruppe Insterburg & Co. Die Band erlangte in den siebziger Jahren Kultstatus mit Blödel-Musik und Parodien. Später arbeitete Insterburg auch als Solokünstler. Er war zudem Maler und schrieb Gedichte. Ingo Insterburg starb mit 84 Jahren.

Am 12. November starb der US-amerikanische Comic-Autor Stan Lee. Er war der Miterfinder von Comicfiguren wie "Spider-Man", "Iron Man" und "Hulk". Viele seiner Figuren wurden auch zu Hauptdarstellern in Hollywood-Blockbustern. Stan Lee wurde 95 Jahre alt.

Am 14. November starb der Schauspieler Rolf Hoppe im Alter von 87 Jahren. International bekannt wurde Hoppe 1981 durch den Film "Mephisto". Neben Klaus Maria Brandauer spielte er dort einen Nazi-General. Zusätzliche Berühmtheit erlangte er durch die Rolle des Königs in dem Märchenfilm-Klassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel".

Am 26. November starb der italienische Regissseur Bernardo Bertolucci. Filme wie "Der letzte Kaiser und "Der letzte Tango in Paris" machten ihn weltberühmt. An Auszeichnungen hat es nicht gefehlt - unter anderem wurde er mit zwei Oscars ausgezeichnet. Berolucci wurde 77 Jahre alt.

Am 1. Dezember starb die Hörfunk- und Fernsehmoderatorin Stefanie Tücking. Sie war in den achtziger Jahren das weibliche Gesicht der ARD-Kultsendung "Formel Eins". Die ausgewiesene Musikexpertin moderierte darüber hinaus für 30 Jahre bei der Popwelle SWR3. Stefanie Tücking starb mit 56 Jahren.

Am 12. Dezember starb der Schriftsteller Wilhelm Genazino im Alter von 75 Jahren. Er galt als einer einer der wichtigsten deutschen Gegenwartsautoren. Bekannt wurde er in den siebziger Jahren mit der "Abschaffe"-Trilogie über das Leben eines Büroangestellten.

Am 28. Dezember starb der israelische Schriftsteller Amos Oz. Politische und soziale Themen in Israel waren immer ein Thema in seinen Büchern und Essays. Zu seinen bekannten Werken gehört "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" über eine Kindheit in der Gründungsphase des Staates Israel. In Deutschland wurde er unter anderem mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und dem Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf geehrt. Oz wurde 79 Jahre alt.

Stand: 29.12.2018, 06:00 Uhr