2017 – Stars, die uns fehlen werden

2017 – Stars, die uns fehlen werden

Von Philip Stegers

Auch in diesem Jahr mussten wir uns wieder von großen musikalischen Persönlichkeiten verabschieden. Wir verneigen uns vor den 2017 verstorbenen Künstlern, die bleibende Spuren in der Pop- und Rockmusik hinterlassen haben.

Chuck Berry

Er war einer der Väter des Rock'n'Roll. Chuck Berry schenkte der Welt das Gitarrensolo im Watschelgang und inspirierte mit Songs wie "Johnny B. Goode", "Sweet Little Sixteen" und "Roll over Beethoven" eine ganze Generation junger Musiker zu eigenen Taten. Paul McCartney bekannte, dass es ohne Chuck Berry die Beatles nie gegeben hätte.

Er war einer der Väter des Rock'n'Roll. Chuck Berry schenkte der Welt das Gitarrensolo im Watschelgang und inspirierte mit Songs wie "Johnny B. Goode", "Sweet Little Sixteen" und "Roll over Beethoven" eine ganze Generation junger Musiker zu eigenen Taten. Paul McCartney bekannte, dass es ohne Chuck Berry die Beatles nie gegeben hätte.

Auch er war einer der großen Stars der frühen Rock'n'Roll-Ära. Fats Domino, der Sänger und Pianist aus New Orleans, landete mit "Blueberry Hill" und "Ain't That A Shame" zwei unvergessene Klassiker und drei Dutzend weitere Top 40 Hits.

Sein Poster gehörte in den frühen 70er Jahren zur Grundausstattung vieler Mädchenzimmer. David Cassidy wurde durch die Fernsehserie "Die Partridge Familie" zum weltweiten Teenieschwarm, bis sein Ruhm allmählich wieder verblasste. Er kämpfte mit Depressionen und Alkoholproblemen, bevor er in den 80er Jahren sein Comeback als Musicaldarsteller feierte.

Gleich zwei Gründungsmitglieder der Krautrocker CAN sind jetzt Mitglied der himmlischen All-Starband. Jaki Liebezeit (links) prägte mit seinem reduzierten und stoischen "Motorik"-Schlagzeugbeat die Rockmusik nachhaltig. Bassist und Klangtüftler Holger Czukay (rechts) war ein Wegbereiter des "Samplings" – einer heute besonders im HipHop verwendeten Produktionstechnik, bei der ein Teil eines bereits existierenden Musikstücks in einen neuen musikalischen Kontext gebracht wird.

Gesangsakrobat Al Jarreau konnte mit seiner Stimme ein ganzes Orchester imitieren. Ihm gelang zudem das Kunststück, gleich sieben Grammys abzuräumen. Und das, obwohl seine Karriere relativ spät Fahrt aufgenommen hatte. Sein Debütalbum "Glow" veröffentlichte der Jazzsänger 1976 erst im Alter von 35 Jahren.

Sie war die lebenslustige Soulmama aus Rockenhausen in der Pfalz: Joy Fleming mischte mit ihrer beeindruckenden Stimme Mitte der 70er Jahre die Schlagerwelt auf. Mit "Ein Lied kann eine Brücke sein" nahm sie 1975 am Eurovision Song Contest teil und bewies, dass deutschsprachige Soulmusik tatsächlich möglich ist.

Während sein Bruder Angus mit Gitarrensoli in Schuluniform die Aufmerksamkeit auf sich zog, hielt er als Rhythmusgitarrist bei AC/DC den Laden zusammen. Malcolm Young schuf Rockriffs für die Ewigkeit, bevor ihn 2008 eine schleichende Demenzerkrankung heimsuchte.

Bereits 2011 hatte Country-Legende Glen Campbell seine Alzheimer-Krankheit öffentlich gemacht. Mit dem Album "Ghost On The Canvas" verabschiedete sich der Sänger von seinen Fans. Vor seiner erfolgreichen Solokarriere hatte der vituose Gitarrist bereits als Studiomusiker für die Beach Boys, Elvis Presley und Frank Sinatra gearbeitet.

Eine weitere große Stimme des Country ist verstummt. Der Texaner Don Williams, Mitglied der Country Music Hall of Fame, feierte Mitte der 70er Jahre mit samtweichen Balladen wie "Amanda" und "Some Broken Hearts Never Mend" seine größten Erfolge.

"Into The Great Wide Open": In den späten 80ern und frühen 90er Jahren hatte Tom Petty die Formel für den radiotauglichen Ohrwurm gefunden. Gemeinsam mit Bob Dylan, George Harrison, Roy Orbison und Jeff Lynne gründete er zudem die vielleicht namhafteste Supergroup aller Zeiten – "The Traveling Wilburys".

Wem Jazz zu anstrengend und Rock zu anspruchlos war, griff ab Mitte der 70er Jahre gern bei seiner Band im Plattengeschäft zu. Steely Dan-Gründer Walter Becker produzierte mit seinem musikalischen Partner Donald Fagen regelmäßig clevere und gut abgehangene Pophits wie "Do It Again" und "Reelin' In The Years". Als sich das Duo 1981 auflöste, zog er sich für eine Weile als Avocado-Farmer auf Hawaii zurück.

Gunter Gabriel war nie um einen Spruch verlegen und gab seit den 70er Jahren mit Songs wie "Ich werd gesucht in Bremerhaven" gern den deutschen Country-Outlaw. In seiner turbulenten Karriere durchlebte er Höhenflüge und Abstürze, von denen er sich jedoch nie unterkriegen ließ.

Sänger und Keyboarder Gregg Allman hielt die Allman Brothers Band über 40 Jahre notgedrungen alleine auf Kurs. Sein Bruder Duane, legendärer Slide-Gitarrist der Bluesrock-Band, war bereits 1971 bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen. Das im selben Jahr erschienene Album "At Fillmore East" zählt zu den einflussreichsten Livealben der Rockgeschichte.

John Warren Geils war 1967 Namensgeber der J. Geils Band aus Boston, die zunächst mit klassischem Chicago-Blues ihr Glück versuchte. Als Anfang der 80er Jahre poppige Synthesizerklänge dazukamen, gelang der Band ihr größter Chartserfolg: "Love Stinks".

Stand: 22.12.2017, 11:20 Uhr