Serge Gainsbourg: Frauen, Skandale und mehr als nur "Je t'aime ..."

Serge Gainsbourg: Frauen, Skandale und mehr als nur "Je t'aime ..."

Von Stefanie Hallberg /Antonia Kasparek

Provokant, charmant und immer die Zigarette im Mund. Das war Serge Gainsbourg. Sein Habitus, seine Lieder, sein Sound und seine Texte machten ihn zu einer französischen Legende. Am 2. April wäre der Sänger und Musiker 90 Jahre alt geworden.

Der französische Sänger Serge Gainsbourg

Serge Gainsbourg in wenigen Worten zu beschreiben – keine einfache Sache. Das fängt schon bei der Frage nach seinem Schaffen an: Gainsbourg war Sänger, Pianist, Komponist, Poet, Maler, Chansonnier, Filmschauspieler und Schriftsteller. Er gilt in Frankreich als einer der einflussreichsten und kreativsten Singer-Songwriter – zudem schrieb er Drehbücher und Filmmusik für mehr als 40 Filme.

Serge Gainsbourg in wenigen Worten zu beschreiben – keine einfache Sache. Das fängt schon bei der Frage nach seinem Schaffen an: Gainsbourg war Sänger, Pianist, Komponist, Poet, Maler, Chansonnier, Filmschauspieler und Schriftsteller. Er gilt in Frankreich als einer der einflussreichsten und kreativsten Singer-Songwriter – zudem schrieb er Drehbücher und Filmmusik für mehr als 40 Filme.

In der Öffentlichkeit tritt Gainsbourg oft provokativ auf. Er liebt es, das Image des genialen Künstlers zu pflegen, trinkt und raucht auf der Bühne, verbrennt Geldscheine in einer Fernsehsendung oder pöbelt andere Rockstars an.

Gainsbourg findet sich mit Segelohren, großer Nase und Glupsch-Augen hässlich, dennoch übt er eine Anziehungskraft auf Frauen aus.

Er heiratet zwei Mal und hat zahlreiche Liebesaffären, unter anderem mit Brigitte Bardot. Sie hatte tatsächlich mit ihm "Je t'aime ... moi non plus" aufgenommen. Aber der Bardot war das Werk zu gewagt. Sie nimmt Rücksicht auf die Einwände ihres Ehemanns Gunter Sachs (l.). Gainsbourg sagt ihr zu, die Aufnahmen nicht zu veröffentlichen. Erst 1986 gab Brigitte Bardot das Einverständnis zur Veröffentlichung.

Gainsbourg sang "Je t'aime ... moi non plus" 1969 schließlich im Duett mit Jane Birkin. Der Song wurde weltweit ein Hit und brachte Kirche und Moralapostel auf die Barrikaden. Gainsbourg und Birkin stöhnten Teile des Textes mehr als sie ihn sangen. Das Lied war zeitweise indiziert und sorgte für kontroverse Diskussionen.

1968 hatte Gainsbourg die englische Schauspielerin Jane Birkin kennengelernt Sie wurden 1969 ein Paar und lebten bis 1980 zusammen.

Die Sängerin und Schauspielerin Charlotte Gainsbourg ist die Tochter von Jane Birkin und Serge Gainsbourg.

Gainsbourg verfasste Lieder für viele Sänger und Sängerinnen – darunter auch France Gall. Diese gewann 1965 mit einer Interpretation einer Komposition von Gainsbourg "Poupée de cire, poupée de son" den Eurovision Song Contest. Dies machte Gainsbourg auch bei den jungen Yéyé-Fans, den französischen Anhängern der Beatmusik, populär.

Gainsbourg ließ die 18-jährige France Gall 1966 das Lied "Les sucettes" singen, das von einem Mädchen und ihrem Lolli handelt, aber auch als Beschreibung von Oralverkehr verstanden werden kann. Die Sängerin betonte im Nachhinein, sie habe die Doppeldeutigkeit des Liedes nicht erkannt, sonst hätte sie es nie gesungen.

Serge Gainsbourg, dem zahlreiche Beziehungen zu Frauen des französischen Showgeschäfts nachgesagt wurden, war zweimal verheiratet und hatte insgesamt vier Kinder mit drei verschiedenen Frauen. Sein letztgeborener Sohn, Lucien Gainsbourg, genannt Lulu, kam 1986 auf die Welt. Seine Mutter ist die französische Sängerin Bambou.

Im Jahr 2010 kam der Spielfilm "Gainsbourg – Der Mann, der die Frauen liebte" von Joann Sfar in die Kinos. Der Film weist zahlreiche surrealistische Elemente auf und folgt dem Leben Gainsbourgs, ohne den Anspruch ein reales Porträt des Künstlers zu sein. Die Titelrolle übernahm der französische Schauspieler Éric Elmosnino, der für seine Darstellung den französischen Filmpreis César gewann.

Seit seinem Tod ist Serge Gainsbourg zur französischen Legende geworden. Der französische Ex-Präsident Mitterand sagte "Er hat seine Songs zu Kunstwerken gemacht", und auch Carla Bruni, die Gattin von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, hat Gainsbourg-Lieder gesungen.

Gainsbourg, der zeitlebens starker Raucher war und in seinen letzten Lebensjahren oft alkoholisiert aufgetreten ist, starb am 2. März 1991 an einem Herzinfarkt. Er wurde auf dem Friedhof Montparnasse in Paris neben seinen Eltern beigesetzt. Seine Fans dekorieren bis heute das Grab mit Blumen, Gedichten und Bildern, aber auch mit Zigaretten – vorzugsweise Gainsbourgs Lieblingsmarke Gitanes ohne Filter –, Métro-Fahrkarten in Anspielung auf sein Lied "Le poinçonneur des Lilas" und Whisky-Gläsern.

Stand: 02.04.2018, 23:09 Uhr