Mit Popsongs an der Zensur vorbei

Coverbild Uncensored Playlist

Mit Popsongs an der Zensur vorbei

Mit der "Uncensored Playlist" veröffentlicht die Organisation "Reporter ohne Grenzen" regierungskritische Artikel als Popsongs - ein Statement zum Welttag der Internetzensur und gegen autokratische Regime.

In vielen Ländern verwehren die Machthaber den Menschen freien Zugang zum Internet, "doch Musik-Streaming-Dienste sind fast überall frei zugänglich", sagt Mathias Spielkamp, Vorstandsmitglied bei Reporter ohne Grenzen, kurz ROG.

Diese Hintertür nutzt die Nichtregierungsorganisation nun gezielt, um ein Zeichen gegen Zensur zu setzen. "Wir verbreiten die Texte mutiger Journalisten als Popsongs – damit Zensoren und Diktatoren in aller Welt endlich verstehen: Das freie Wort lässt sich nicht unterdrücken, die Wahrheit findet immer einen Weg."

Zehn zensierte Artikel werden zu zehn unzensierten Popsongs

Die Kampagne sei von langer Hand geplant gewesen und sollte keine "von außen aufgestülpte Aktion" sein, so ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. Der Komponist Lucas Mayer und die Filmemacherin Iris Fuzaro, zwei der Initiatoren, arbeiteten eng mit fünf regimekritischen Journalisten und Journalistinnen aus fünf verschiedenen Ländern zusammen.

Uncensored Playlist | China

Uncensored Playlist - Cover China

Die Texte stammen vom Exil-Journalist Chang Ping aus China und Galima Bukharbaeva aus Usbekistan, von Basma Abdelaziz aus Ägypten, dem Blogger Bui Thanh Hieu aus Vietnam und von Prachatai, einem Netzwerk für unabhängigen Journalismus aus Thailand.

Die zehn Songs sind jetzt auf den Musik-Streaming-Plattformen Spotify, Deezer und Apple Music zu hören. Sie sind in der Orginalsprache und auch auf Englisch produziert worden. Die Song-Cover liefern außerdem Informationen zu den Journalisten und der Arbeitssituation in ihren Heimatländern.

Um allen Usern freien Zugang zu den Songs zu ermöglichen, wurden außerdem spezielle Song-Versionen erstellt. In den fünf Herkunfstländern der teilnehmenden Journalisten wird auf dem Cover nichts über den Autor selbst verraten, der Name durch ein Pseudonym ersetzt und der Liedtitel verfremdet. Unter dem Hashtag #truthfindsaway ist die Kampagen auf einschlägigen Portalen zu verfolgen.

Stand: 12.03.2018, 11:46