Rama Lama Ding Dong – die schönsten Quatschtitel der Popmusik

Rama Lama Ding Dong – die schönsten Quatschtitel der Popmusik

Von Philip Stegers

Man braucht nicht unbedingt tiefsinnige Texte, um einen Hit zu landen. Bestens geeignet sind auch Fantasieworte, die man gut mitsingen kann. Doch nicht hinter jedem verrückt klingenden Songtitel steckt pure Blödelei.

Small Faces

"Sha-La-La-La-Lee" singen die Small Faces und landen damit auf Platz drei der englischen Charts. Fantasieworte wie dieses sind für Songwriter oft nur erste Platzhalter in Ermangelung eines richtigen Textes.

"Sha-La-La-La-Lee" singen die Small Faces und landen damit auf Platz drei der englischen Charts. Fantasieworte wie dieses sind für Songwriter oft nur erste Platzhalter in Ermangelung eines richtigen Textes.

Manchmal reicht Sprache nicht, um den eigenen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Gene Vincent freut sich 1956 dermaßen über sein Baby, dass ihm ein "Be-Bop-A-Lula" entfährt. Der Rock’n’Roll-Klassiker wird gecovert von Größen wie den Everly Brothers, Buddy Holly oder John Lennon.

Es gibt unterschiedliche Versionen, wie die Band Iron Butterfly 1968 auf den Songtitel "In-A-Gadda-Da-Vida" kam. Am schönsten ist die Variante, wonach Keyboarder Doug Ingle eigentlich nur den ursprünglichen Titel des Liedes "In The Garden of Eden" aussprechen wollte, zuvor aber zweieinhalb Liter Rotwein getrunken hatte.

Paul McCartney borgt sich für die Zeile "Ob-La-Di, Ob-La-Da, life goes on, brah" einen Ausdruck des nigerianischen Congaspielers Jimmy Scott-Emuakpor. Die Botschaft: Das Leben kommt nun mal so, wie es eben kommt.

Bei den Glam-Rockern von The Sweet kennt die Kreativität Anfang der 70er Jahre keine Grenzen. Ihr "Wig-Wam Bam" handelt von der Indianerin Minnehaha, die ihrem Schwarm heiße Versprechungen macht.

Kein Grund, so traurig aus der Wäsche zu schauen: Manfred Mann gelingt 1964 ein Welthit mit "Do Wah Diddy", der es in Großbritannien und den USA auf Platz 1 der Charts schafft.

"Loop De Loop (Flip Flop Flyin' in an Aeroplane)" – in diesem Lied der Beach Boys kommt der fliegende Zirkus in die Stadt. Die kalifornische Band liebt den kreativen und lautmalerischen Umgang mit Sprache. Sie besingen "Ba-Ba-Barbara Ann", wollen "Fun, Fun, Fun" und covern 1965 den Nonsens-Klassiker "Papa-Oom-Mow-Mow".

Mick Jagger und Keith Richards komponieren für die Rolling Stones den Song "Doo Doo Doo Doo Doo (Heartbreaker)". Der Text kreist um einen tödlichen Polizei-Irrtum und ein junges Mädchen, das an einer Überdosis Drogen stirbt. Im wahren Leben hat der lange Zeit heroinabhängige Keith Richards mehr Glück.

Wozu braucht es tiefsinnige Texte, wenn man ein goldenes Händchen für Pop-Hits hat? Es geht irgendwie um Liebe und das Leben in ABBAs "Bang-A-Boomerang". Denkbar wären anhand des Titels allerdings auch Freizeitunfälle.

Der exzentrische Musikproduzent Phil Spector komponiert 1963 den Song "Da Doo Ron Ron" für seine Girlgroup The Crystals. Er ist berühmt für seine opulenten Arrangements und berüchtigt für seinen Jähzorn. Seit 2009 sitzt der Schusswaffen-Liebhaber wegen Totschlags im Gefängnis.

Mit "Da Da Da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha" landet Trio 1981 einen kleinen Welthit. Der Text ist zugleich Schlagerparodie und eine Anspielung an den Dadaismus, der Anfang des letzten Jahrhunderts das sinnfreie Lautgedicht zur Kunstform erklärte.

"De do do do, de da da da " - mehr hat Sänger Sting seiner Herzensdame im gleichnamigen Song von The Police nicht mitzuteilen. Der Unsinn hat Methode. 1980 gewinnt die Band einen Grammy für "Regatta de Blanc". Der Text des Liedes besteht aus dem Ausruf "Tscha!" und den Worten "I-yo, I-yeah, I-yeah-yo".

Mit Adriano Celentanos " Prisencolinensinainciusol" erreicht der Quatschtext 1972 einen absoluten Höhepunkt. Der Italiener singt das gesamte Lied in pseudo-englischem Kauderwelsch. Die treibende Soul-Nummer ist seine augenzwinkernde Hommage an die amerikanischen Kultur, die ihn als Kind nachhaltig beeinflusste.

Gilbert O’Sullivan singt von Menschen, die in verschiedenen Situationen des Lebens "Ooh-wakka-do-wakka-day" machen. Was damit im Einzelnen genau gemeint ist, überlässt der irische Sänger unserer Fantasie.

In "Fa-fa-fa-fa-fa (Sad Song)" singt Soul-Legende Otis Redding 1967 von einem traurigen Song, der ihm nicht aus dem Kopf geht. Im gleichen Jahr kommt er bei einem tragischen Flugzeugabsturz ums Leben.

Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich – die Band mit dem kompliziertesten Namen der Musikgeschichte hat mit "Zabadak!" einen echten Hinhörer im Repertoire. Begleitet von exotischen Klängen rufen sie uns ihr zärtliches "Zabadak, Zabadak, karakakora kakarakak!" zu.

Doch nicht nur in der Popmusik weiß man den Unsinn zu schätzen. Im Musical-Film "Mary Poppins" singt das beliebteste Kindermädchen aller Zeiten von einem magischen Wort, das immer dann gesagt werden sollte, wenn einem nichts Besseres einfällt – "Supercalifragilisticexpialigetisch"

Stand: 15.11.2017, 00:00 Uhr