Otis Redding wäre 80 geworden

Otis Redding wäre 80 geworden

Von Ingo Neumayer

Er begründete den modernen Soul und R'n'B, beinflusste die Rolling Stones und Aretha Franklin, spielte mit Jimi Hendrix und Janis Joplin. Am 10. Dezember 1967 kam Otis Redding bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Am 9. September 2021 wäre er 80 Jahre alt geworden.

Otis Redding

Geboren am 9. September 1941 in Dawson, einem Nest in Georgia, nimmt Otis Reddings Leben einen ähnlichen Lauf wie das vieler anderer Musiker dieser Zeit. Die Eltern sind arm und schuften auf dem Feld, und der schönste Tag der Woche ist der Sonntag, wenn in der Kirche die Gospel gesungen werden. Redding hat Talent und dieses ganz besondere Raspeln in der Stimme. Noch als Schulkind gewinnt er Gesangswettbewerbe und erregt das Aufsehen von DJs und Musikmanagern.

Geboren am 9. September 1941 in Dawson, einem Nest in Georgia, nimmt Otis Reddings Leben einen ähnlichen Lauf wie das vieler anderer Musiker dieser Zeit. Die Eltern sind arm und schuften auf dem Feld, und der schönste Tag der Woche ist der Sonntag, wenn in der Kirche die Gospel gesungen werden. Redding hat Talent und dieses ganz besondere Raspeln in der Stimme. Noch als Schulkind gewinnt er Gesangswettbewerbe und erregt das Aufsehen von DJs und Musikmanagern.

Schon als Teenager ist Otis Redding Mitglied von Little Richards Begleitband The Upsetters, als dieser sich vom Rock'n'Roll zum Gospel hinwendet. Doch Redding will nicht nur im Hintergrund glänzen. Er will groß rauskommen, so wie seine Vorbilder Sam Cooke und Little Richard. 1960 zieht er nach Kalifornien, um eine Solokarriere zu starten.

1962 erscheint Reddings erste Single "Shout Bamalama", wenig später nimmt er mit Booker T. & The M.G.'s als Begleitband "These Arms Of Mine" auf. Redding veröffentlicht seine Musik auf dem aufstrebenden Stax-Label, das mit Sam & Dave, Wilson Pickett und Isaac Hayes den typischen "Memphis Soul"-Sound verkörpert.

Mit seinen emotionalen, meist ruhigeren Songs erreicht Redding zunächst meist ein schwarzes Publikum. Aber auch ein paar weiße Soul- und Blues-Freaks im fernen England hören genau hin. 1965 covern die Rolling Stones den Redding-Song "Pain In My Heart" auf ihrer zweiten LP.

Er leidet, er hofft, er verzweifelt: Besonders auf der Bühne packt Otis Redding alles, was er hat, in seine Songs. Diese Emotionalität sorgt dafür, dass die Hallen, in denen er spielt, immer größer werden.

Auch Aretha Franklin wird auf den imposanten Mann mit der noch imposanteren Stimme aufmerksam. 1967 covert sie "Respect", das zwei Jahre zuvor von Redding geschrieben worden war. Franklin ändert den Text und landet mit der Emazipationshymne einen Welthit.

Nun nimmt auch die breite Öffentlichkeit immer mehr Notiz von Redding. Als er sich entschließt, "Try A Little Tenderness" zu covern, einen Song, den schon Bing Crosby und Frank Sinatra gesungen haben, raten ihm seine Manager zunächst ab. Der Song sei "zu weiß" und nicht für ihn geeignet. Doch Redding setzt sich durch und findet seinen ganz eigenen Zugang zu dem Song, der schnell zu einer seiner bekanntesten und exemplarischsten Nummern wird.

1967 geht Redding auf Europatour. Er spielt umjubelte Konzerte in England und Frankreich und zeigt dem Publikum mit Coverversionen von "Satisfaction" und "Day Tripper", dass er auch genau beobachtet, was die Beatbands so drauf haben.

Auch beim legendären Monterey-Pop-Festival, das im Juni 1967 in Kalifornien stattfindet, ist Redding mit von der Partie. Neben ihm spielen dort unter anderem The Who, Janis Joplin, Jimi Hendrix, The Byrds, Simon & Garfunkel, The Animals, Jefferson Airplane, Grateful Dead und The Mamas & The Papas. Anfang Dezember 1967 geht Redding ins Studio. Er nimmt den Song "(Sittin' On) The Dock Of The Bay" auf, der ihm auf einem Hausboot in San Francisco einfällt.

Nach einem Konzert in Cleveland steigt Redding mit seiner Band in ein Flugzeug, um zum nächsten Auftritt nach Wisconsin zu gelangen. Doch das Flugzeug stürzt bei Regen, Nebel und heftigen Winden in den Monona-See in der Nähe des Ortes Madison. Redding stirbt am 10. Dezember 1967, genau wie vier weitere Mitglieder seiner Band sowie ein Roadie und der Pilot. Die Pop- und Soul-Welt trauert um eine ihrer größten Stimmen. Wenige Wochen später wird "(Sittin' On) The Dock Of The Bay" zum ersten posthum veröffentlichten Song, der es auf die Nummer Eins der US-Charts schafft.

Auch Jahrzehne später ist Reddings Musik präsent und dient nachfolgenden Musikergenerationen als Inspiration. Die Southern-Rocker The Black Crowes haben 1990 mit dem Redding-Cover "Hard To Handle" einen Hit, 2011 widmen ihm die Rapper Jay-Z und Kanye West den Song "Otis".

Otis Redding wird posthum in die "Rock'n'Roll Hall Of Fame" aufgenommen, sein Lebenswerk wird mit einem Grammy ausgezeichnet, seine Heimatstadt Macon ehrt ihn 2013 mit einer Gedenkstatue. Auch über 50 Jahre nach seinem Tod berühren seine Musik und seine Stimme Millionen Menschen weltweit.

Stand: 08.09.2021, 13:17 Uhr