One Hit Wonder: Ein Hit kommt nicht selten allein ...

One Hit Wonder: Ein Hit kommt nicht selten allein ...

Von Ingo Neumayer

Es gibt lange Karrieren, es gibt kurze Karrieren, und es gibt Karrieren, die eigentlich nur aus einem einzigen Song bestehen. Vorhang auf für ein paar der größten One Hit Wonder der Rock- und Pop-Geschichte.

Sänger Scott McKenzie, ca. 1969

Dass San Francisco Ende der 60er zum weltweiten Sehnsuchtsort wurde, lag nicht zuletzt auch an ihm: Scott McKenzie sang mit "San Francisco" die inoffizielle Hymne aller Hippies, Aussteiger und Weltverbesserer. Ein einmaliger Evergreen, der bis heute zu Fernweh und zum Träumen anregt. Geschrieben hat die Nummer übrigens John Phillips von The Mamas & The Papas. McKenzies eigene Songs gingen dagegen ziemlich unter.

Dass San Francisco Ende der 60er zum weltweiten Sehnsuchtsort wurde, lag nicht zuletzt auch an ihm: Scott McKenzie sang mit "San Francisco" die inoffizielle Hymne aller Hippies, Aussteiger und Weltverbesserer. Ein einmaliger Evergreen, der bis heute zu Fernweh und zum Träumen anregt. Geschrieben hat die Nummer übrigens John Phillips von The Mamas & The Papas. McKenzies eigene Songs gingen dagegen ziemlich unter.

"I am the god of hell fire and I bring you ... fire!" Der Brite Arthur Brown sorgte 1968 mit viel Schminke, Grusel-Effekten und einer explosiven Show für Aufsehen und bereitete so den Weg für Schock-Rocker wie Alice Cooper oder Kiss. Doch nach dem Überraschungshit folgte schnell der Weg zurück in die Versenkung.

Mit "Seasons In The Sun" gelang dem Kanadier Terry Jacks 1973 ein Ohrwurm allererster Klasse. Auch die Entstehungsgeschichte des Hits ist bemerkenswert: Ursprünglich stammte der Song von Jacques Brel, 1963 brachte die Folkband Kingston Trio eine englische Version heraus. An diese erinnerte sich Jacks, als er 1972 mit den Beach Boys arbeitete. Doch die wollten den Song nicht aufnehmen – also brachte ihn Jacks kurzerhand selbst heraus. Ein Riesenhit, der sein einziger bleiben sollte.

"I'm a Neanderthal man / You're a Neanderthal girl / Let's make Neanderthal love / In this Neanderthal world": Zugegeben, der Song, mit dem die Hotlegs 1970 die Charts stürmten, war eher simpel gestrickt. Allerdings war die Nummer der drei Briten auch nur eine spontane Fingerübung von ein paar Musikern, die ein neues Studio einweihen wollten. Das hörte zufällig ein Mitarbeiter einer Plattenfirma – und der Rest war Geschichte. Wenn auch eine kurze, denn von den Hotlegs hat man danach nie wieder gehört.

Wohl aber von deren Quasi-Nachfolgeband, die zu drei Vierteln aus Hotlegs-Mitgliedern bestand. Die nannte sich 10cc und hatte in den Siebzigern nicht nur einen, sondern gleich eine ganze Reihe von Hits: "I'm Not In Love", "Dreadlock Holiday" und "Rubber Bullets", um nur die größten zu nennen.

Ein Song über Buddy Holly, der später von Madonna gecovert wird: Mit "American Pie" ist Don McLean 1971 eine Art Scharnier gelungen, das mehrere Jahrzehnte Pop-Historie verbindet. Und das vollkommen zurecht, denn die Nummer, die so gekonnt zwischen Euphorie und Melancholie pendelt, hört man sich auch heute noch immer wieder gerne an. Im Gegensatz zu McLeans sonstigen Songs, die allesamt ziemlich erfolglos waren.

"Music was my first hit. And it will be my last ..." So könnte John Miles seinen Mega-Erfolg "Music" umtexten, und es würde immer noch stimmen. Denn sein Hit aus dem Jahr 1976 überstrahlte alles, was er später noch veröffentlichte. Offenbar hatte Miles all seine Kreativität und sein Gespür für Dynamik, Arrangements und zeitlose Melodien in diesen einen Song gepackt.

Als MTV im August 1981 auf Sendung ging, liefen die Buggles als erstes. Ihr Song "Video Killed The Radio Star" hatte genau die richtige Portion Ironie, Stil und Eingängigkeit, um ein neues Zeitalter einzuläuten. Doch zu mehr als diesem Monster-Hit hat es nicht gereicht: Noch im selben Jahr löste sich die Band auf.

Stand: 17.08.2020, 15:52 Uhr