Buddy Holly – Ausnahmemusiker mit Nerdbrille

Buddy Holly – Ausnahmemusiker mit Nerdbrille

Von Matthias Goergens

Schlaksig, etwas blass, mit Hornbrille und Anzug – trotzdem wurde der Rock'n'Roller Buddy Holly zur Inspiration für Keith Richards oder die "Beatles". Er starb am 3. Februar 1959 zusammen mit zwei Musiker-Kollegen bei einem Flugzeugabtsurz. Das Datum geht in die Geschichte ein als "Der Tag, an dem die Musik starb".

Buddy Holly

Stand-Mikrofon vor sich und "Fender Stratocaster"-Gitarre umgehängt, zuckendes Knie und Reibeisenstimme – so rockte sich Buddy Holly in den 50er Jahren in die Herzen der Fans. Schluckauf-Hickser waren sein Markenzeichen.

Stand-Mikrofon vor sich und "Fender Stratocaster"-Gitarre umgehängt, zuckendes Knie und Reibeisenstimme – so rockte sich Buddy Holly in den 50er Jahren in die Herzen der Fans. Schluckauf-Hickser waren sein Markenzeichen.

Buddy Holly wurde am 7. September 1938 in Lubbock (Texas) geboren. Dort gründete er schon als Schüler die Band "Crickets". An der Seite von Joe Mauldin und Jerry Alison gelang schließlich der Durchbruch. "That’ll be the day" war der erste große Hit.

Mit der Band tourte er durch Amerika, Australien und England, trat auch im Fernsehen auf. Hier zu sehen mit Moderator Ed Sullivan in der "Ed Sullivan Show" im Dezember 1957.

Buddy Holly gelang eine schnelle Folge von Hits wie "Peggy Sue", "Heartbeat“ oder "Oh boy". Schon 1958 heiratete Holly, zog nach New York, stellte seine Band neu zusammen und produzierte seine eigene Musik.

Seine Version des Rock'n'Roll inspirierte andere Musiker: Die "Beatles" übernahmen die Standard-Besetzung mit Leadgitarre, Rhythmusgitarre, Bass und Schlagzeug. Keith Richard fühlte sich durch Buddy ermutigt, mit Mick Jagger eigene Songs zu schreiben.

Nur zwei Jahre dauerte der Erfolg des schmächtigen Texaners, dann starb Buddy Holly bei einem Flugzeugabsturz. Mit mehreren Musikern war er auf Tour, hatte gerade in Clear Lake (Iowa) noch ein Konzert gespielt.

Am 3. Februar 1959 stürzte das kleine Flugzeug wenige Minuten nach dem Start in der Nacht in ein Kornfeld im US-Bundesstaat Iowa. Vermutlich war es ein Pilotenfehler, alle vier Insassen starben. An der Absturzstelle erinnert ein Mahnmal an die Toten.

Es war der "Tag, an dem die Musik starb" – "Day the music died", dem Don McLean im Song "American Pie" ein Denkmal setzte. Denn auch Jiles "The Big Bopper" Richardson und Gitarrist Ritchie Valens ("La Bamba") saßen mit im Flugzeug.

Buddy Holly war 22 Jahre alt, als er starb. Seine Heimatstadt Lubbock brauchte fast 36 Jahre, bis sie ihm ein Denkmal errichtete. Inzwischen gibt es auch einen Park und ein Museum. Aus seiner Produktion erschienen posthum noch zahlreiche Aufnahmen.

Bis heute ist Buddy Holly als Legende unvergessen: Sein Leben wurde verfilmt und als Musical aufgeführt (Szenenbild). Die Rolling Stones spielten Hollys Songs, die "Hollies" benannten sich nach ihm. Und sogar die Ärzte besangen "Buddy Hollys Brille".

Die Deutsche Post widmete der Musik-Legende eine Sonderbriefmarke in der Serie: "Für die Jugend – Idole der Rock- und Popmusik". Sie erschien am 14. April 1988 und hatte eine Auflage von über vier Millionen Stück.

Stand: 01.02.2019, 09:51 Uhr