Klanglich unnachahmlich: Die Hammond-Orgel

Klanglich unnachahmlich: Die Hammond-Orgel

Die Orgel, die er erfand, prägte den Sound des Rock, Pop und Jazz im 20. Jahrhundert nachhaltig: Heute vor 125 Jahren wurde Laurens Hammond geboren.

Hammond-Orgel

Laurens Hammond, der am 11. Januar 1895 in der Nähe von Chicago zur Welt kam, interessierte sich schon früh für technische Apparaturen. Er studierte Ingenieurwissenschaften, arbeitete in einem Schiffswerk und tüftelte stets an eigenen Ideen. So erfand er ein spezielles Federrückholsystem für Uhren und eine 3D-Technik für Kinos. Seine größte Erfindung meldete er im Januar 1934 an: eine elektromechanische Orgel.

Laurens Hammond, der am 11. Januar 1895 in der Nähe von Chicago zur Welt kam, interessierte sich schon früh für technische Apparaturen. Er studierte Ingenieurwissenschaften, arbeitete in einem Schiffswerk und tüftelte stets an eigenen Ideen. So erfand er ein spezielles Federrückholsystem für Uhren und eine 3D-Technik für Kinos. Seine größte Erfindung meldete er im Januar 1934 an: eine elektromechanische Orgel.

Zunächst kam die Orgel als preisgünstiger Ersatz für Pfeifenorgeln in vielen Kirchen zum Einsatz. Doch nach und nach entdeckten auch Soul- und Jazz-Musiker das Instrument für sich. In Deutschland machte Klaus Wunderlich die Hammond-Orgel Ende der 50er populär. Mit Orgelversionen bekannter Songs begeisterte er vor allem die Freunde der leichteren Unterhaltungsmusik.

Später wurde die Hammond-Orgel auch bei Rockbands richtig cool. Vor allem in den 60er und 70er Jahren gehörte bei vielen zum guten Ton. Ob Richard Wright von Pink Floyd, Goldy McJohn von Steppenwolf oder Jon Lord (re.) von Deep Purple: Sie alle schwörten auf den satten, warmen Klang dieser Instrumente.

Steve Winwood galt als Multiinstrumentalist, der bei der Spencer Davis Group, Traffic oder Blind Faith sein Talent vielfältig unter Beweis stellte. Und wenn er mal zur Orgel griff - so wie hier bei einem Traffic-Gig im schwedischen Landskrona -, musste es natürlich eine Hammond sein.

Die Doors hatten bekanntlich keinen Bassisten, was dazu führte, dass bei Live-Auftritten Keyboarder Ray Manzarek (links) die tiefen Töne mit übernahm. Er schwor zwar auf Instrumente von Vox, Gibson und Fender, aber wenn ihm jemand eine Hammond vorsetzte, sagte er auch nicht nein.

Auch Keith Emerson von Emerson, Lake & Palmer (kurz: ELP) bearbeitete seine Hammond-Orgel mit Verve und Leidenschaft und prägte den Sound seiner Band damit nachhaltig. ELP verarbeiteten viele klassische Elemente von Bach über Liszt und Grieg bis zu Mussorgski in ihrer Musik, wofür der vielseitige Hammond-Klang bestens geeignet war.

Emerson ging übrigens nicht besonders pfleglich mit seinem Instrument um. Seine Noten spießte er gerne mal mit Dolchen auf, die er in seine Orgel bohrte.

Mit groß angelegten Werbekampagnen sollte die Hammond-Orgel auch für Amateur-Musiker schmackhaft gemacht werden.

Zumindest in Oggersheim schien die Werbung angekommen zu sein. Im Hause der Familie Kohl hieß es nämlich: Helmut hört Hammond.

Das waren noch Zeiten, als die deutsche Fußballnationalmannschaft vor jeder WM eine Platte aufnehmen durfte. 1978 zeigte Franz Lambert den Herren Vogts, Ambramczik, Burdenski und Co., wie sein Instrument funktioniert.

Mit dem Aufkommen von günstigeren Synthesizern und vollelektronischen Keyboards verlor die Hammond ab den 80ern immer mehr an Bedeutung. Die Firma schrieb rote Zahlen und wurde schließlich nach Japan verkauft. Originale Hammond-Orgeln werden von Liebhabern wegen ihres unnachahmlichen Klangs aber bis heute hoch geschätzt.

Stand: 08.01.2020, 12:18 Uhr