Gruselbands und Horrorsongs

Gruselbands und Horrorsongs

Furchtbare Zeiten! An Halloween wird es nicht nur auf den Straßen gruselig, auch in der Musikgeschichte gibt es gar Schauderhaftes zu entdecken. Beispiele gefällig?

Robert Johnson

Schon die Anfänge der Blues- und Popmusik lassen den Atem stocken. Denn Robert Johnson, erster Blues-Superstar und Mitbegründer eines ganzen Genres, erwarb seine Talente der Legende nach in einem faustischen Pakt. Er traf sich mit dem Teufel an einer Kreuzung in Mississippi und tauschte seine Seele gegen Ruhm, ein paar Songs und eine gestimmte Gitarre.

Schon die Anfänge der Blues- und Popmusik lassen den Atem stocken. Denn Robert Johnson, erster Blues-Superstar und Mitbegründer eines ganzen Genres, erwarb seine Talente der Legende nach in einem faustischen Pakt. Er traf sich mit dem Teufel an einer Kreuzung in Mississippi und tauschte seine Seele gegen Ruhm, ein paar Songs und eine gestimmte Gitarre.

Angeblich waren Screamin' Jay Hawkins und seine Musiker bei der Aufnahme zu "I Put A Spell On You" ("Ich habe dich verflucht") sturzbetrunken. Ein Hit wurde die Nummer aus dem Jahr 1956 dennoch und bescherte dem exaltierten Hawkins, der sich auf der Bühne gerne als "Voodoo-Priester" ausgab, eine lange Karriere.

Einer der ersten "Grusel-Rocker" der Musikgeschichte war Screaming Lord Sutch. Er schmückte schon Anfang der Sechziger seine Bühne mit Totenköpfen, Särgen und Äxten, später trat er auch als Pirat, Römer oder Steinzeitmensch auf. Auch sein bekanntester Song war nichts für schwache Nerven: Auf "Jack The Ripper" waren fiese Schreie und die fliehenden Schritte eines vermeintlichen Opfers des Londoner Serienmörders zu hören.

Gruseliger Bart, gruseliger Song: In "Strange Days" werden die Doors von "seltsamen Zeiten" verfolgt, die drohen, ihnen den Spaß am Leben zu verderben. Verwirrte Körper, schrille Stimmen und viele Sünden - Jim Morrison zieht hier mal wieder alle Register und pendelt Doors-typisch zwischen Pathos, Esoterik und wahrscheinlich drogenbedingtem Gelaber.

Donovan? Ist das nicht der nette Hippie auf der Suche nach Atlantis? Ja - allerdings hatte der Schmusebarde auch andere Seiten. In "Season Of The Witch" singt er von Hexen, geldgierigen Beatniks und natürlich dem Horror schlechthin: zwei Häschen, die in der Grube hoppeln.

Auch Achim Reichel und seine Rattles haben einer Hexe eine Menge zu verdanken. "Can't you see the witch by my side" fragten sie 1970 und landeten damit einen Riesenhit.

1970 muss ein gutes Jahr für Songs über Hexen gewesen sein: Jethro Tull nahmen für das Album "Benefit" den Song "Witch's Promise" auf. Was genau die Hexe der Band versprochen hat, blieb übrigens unklar. Ein Rasierer wird es jedenfalls nicht gewesen sein..

Zum Ende der Hippie-Ära waren okkulte Themen überaus beliebt im Rock und Pop. Auch Fleetwood Mac sangen über eine Frau, die in schwarzer Magie äußerst bewandert war. Ein Welthit wurde "Black Magic Woman" allerdings erst zwei Jahre später, als Carlos Santana den Song coverte.

Sie benannten sich nach einem Gruselfilm mit Boris Karloff und setzten nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich Maßstäbe für das von ihnen quasi erfundene Heavy-Metal-Genre: Black Sabbath. Ihre Songs drehten sich vornehmlich um Gewalt, Wahnsinn, Krieg und den Tod. Und dass ihr Sänger Ozzy Osbourne später Tauben und Fledermäusen in der Öffentlichkeit den Kopf abbiss, trug ebenfalls seinen Teil zum Wahnsinns-Image der Band bei.

Tim Curry, Susan Sarandon, Meat Loaf: Erstaunlich, wie viele große Karrieren mit der "Rocky Horror Show" ihren Anfang nahmen. Die Grusel-Geschichte rund um Frank N. Furter, den melancholischen Transvestiten aus Transsylvanien, ist aber auch einfach sehenswert und füllt bis heute Kinosäle und Theaterbühnen.

Zugegeben: Alan Parsons' Look war nicht gerade furcheinflößend. Aber für sein Debüt "Tales Of Mystery And Imagination" ließ er sich von Edgar Allan Poe inspirieren und vertonte ein paar von dessen Gruselgeschichten.

Einer der Sänger auf Parsons Poe-Hommage war übrigens Arthur Brown, der 1968 mit "Fire" durchstartete und bis heute seine extravagante Show mit viel Pyrotechnik und absurden Verkleidungen auf die Bühnen bringt.

Gruselige Outfits, Kunstblut, Pyrotechnik: Seit Mitte der 70er Jahre sind Kiss das Maß aller Dinge, wenn es um spektakuläre Bühnenshows geht.

Klar, dass auch der "Man in black" etwas zum Thema "Gruselsongs" beizutragen hat. Johnny Cash nahm sich Ende der Siebziger den Klassiker "Ghost Riders In The Sky" vor. So gelang ihm einer der wenigen Hits in einer Phase, in der er recht abgemeldet war.

Auch Alice Cooper war Ende der Siebziger ziemlich am Ende: Drogen, Alkohol, sinkende Verkaufszahlen und fragwürdige Managment-Entscheidungen machten dem Prototypen des "Schock-Rockers" ordentlich zu schaffen. Selbst in der "Muppet Show" trat er damals auf. Der Songtitel "Welcome To My Nightmare" bekam so eine ganz neue Bedeutung.

Bleicher Teint, schwarze Kleidung, die Augen stets vor zu grellem Licht geschützt: Ist Udo Lindenberg vielleicht in Wahrheit ein Vampir? In dem Song "0-Rhesus negativ" singt er zumindest davon, wie er nachts einem spitzzahnigen Blutsauger begegnet.

Stand: 29.10.2018, 14:08 Uhr