Don Henley: Der Kopf der Eagles

Don Henley: Der Kopf der Eagles

Von Ingo Neumayer

Drummer? Sind das nicht diese unsichtbaren Typen, die irgendwo hinter dem Schlagzeug sitzen und nicht wirklich wichtig sind? Nicht so Don Henley, der sowohl solo als auch mit den Eagles Musikgeschichte schrieb.

Die Eagles gelten zwar als Prototypen für den speziellen Country-Rock-Sound made in California. Doch Don Henley (li.), der die Band zusammen mit Glenn Frey (2.v.r.) gründet, stammt ursprünglich aus dem Osten von Texas. Da er für Football zu klein ist, raten ihm die Lehrer an der High School zur Musik. Und so lernt der kleine Don Posaune, Schlagzeug und Gitarre.

1969 spielt Henley in der Band Shiloh und lernt den Countrysänger Kenny Rogers kennen. Der holt die Band nach Los Angeles und verschafft ihr einen Plattenvertrag. Doch Shiloh löst sich kurz danach auf. Henley bekommt das Angebot, als Begleitmusiker für Linda Ronstadt auf Tour zu gehen. Er sagt zu – genau wie der Gitarrist Glenn Frey.

Die Tour mit Linda Ronstadt ist ein Erfolg, Henley und Frey verstehen sich sowohl menschlich als auch musikalisch gut und beschließen schnell, es auf eigene Faust zu probieren. Zusammen mit Randy Meisner und Bernie Leadon, die ebenfalls in Ronstadts Band spielen, gründen sie die Eagles.

Ein bisschen Country, ein bisschen Rock, schöne Melodien, gespielt von einer musikalisch höchst versierten Band: Auf die Eagles können sich bald sehr viele Musikfans einigen. Songs wie "Desperado", "Witchy Woman", "Tequila Sunrise", "Take It Easy", "One Of These Nights" oder "Best Of My Love" laufen in den Radiosendern rauf und runter.

Genau wie bei den musikalisch ähnlich gelagerten Byrds oder The Band verteilen auch die Eagles ihre Aufgaben auf mehreren Schultern. So ist Don Henley als Drummer nicht nur für den Rhythmus zuständig, er singt, schreibt Texte und komponiert auch viele der Eagles-Songs. Auch "Hotel California" geht zu einem großen Teil auf seine Kappe. Der Titelsong des Albums, das Ende 1976 erscheint, wird zum größten Hit der Band.

Vor allem in den USA brechen die Eagles alle Rekorde. Bis heute sind sie dort die meistverkaufte amerikanische Band mit über 100 Millionen verkauften Alben. Doch wie so oft hat der Erfolg auch hier seine Schattenseiten: Egos, Kontostände, Drogenberge - alles wird größer. Und natürlich auch die Befindlichkeiten und Konflikte. Nach "Hotel California" quält sich die Band zu einem weiteren Album, dann lösen sich die Eagles 1980 auf.

1994 geschieht dann das, was laut Henley erst passieren würde, "wenn die Hölle zufriert": Die Eagles kommen wieder zusammen. Die Reunion-Tournee läuft dann auch passenderweise unter dem Motto "Hell Freezes Over" ("Die Hölle friert zu"). Doch dabei bleibt es nicht: Weitere Tourneen folgen, und 2007 erscheint sogar ein neues Studioalbum: "Long Road Out Of Eden", das erste seit 28 Jahren.

Chartserfolge, lukrative Tourneen, eine neu belebte Bandchemie: Die Eagles sind im neuen Jahrtausend angekommen. Umso größer der Schock, als Glenn Frey (2.v.r.) schwer erkrankt und im Januar 2016 nach Komplikationen im Anschluss an eine Operation verstirbt.

Eine große Ehre: Ende 2016 verleiht US-Präsident Barack Obama den Eagles die Kennedy-Medaille wegen ihrer "außerordentlichen Beiträge zur amerikanischen Kultur".

Stand: 25.01.2021, 00:01 Uhr