Lockenrocker: Queen-Gitarrist Brian May wird 70

Lockenrocker: Queen-Gitarrist Brian May wird 70

Ohne Brian May hätte Queen mit Sicherheit anders geklungen: Der Gitarrist tüftelte den bandtypischen Sound aus und schrieb Hits wie "We Will Rock You" oder "Fat Bottomed Girls". Am 19. Juli 2017 wird er 70 Jahre alt.

Brian May live

Brian May, der am 19. Juli 1947 in London geboren wird, hat als Teenager wie viele andere ein großes Interesse an Rock- und Popmusik. Aber sein Herz schlägt neben der Kunst auch für die Naturwissenschaften. Er studiert Physik und Mathe und versucht sich parallel in verschiedenen Bands. Ab 1968 spielt er zusammen mit dem Schlagzeuger Roger Taylor in einer Band namens Smile, später stößt ein gewisser Farrokh Bulsara dazu, den alle nur Freddie nennen. Bulsara ändert wenig später seinen Namen in Freddie Mercury, und auch der Bandname wird verworfen: Statt Smile heißt man ab Juli 1970 Queen.

Brian May, der am 19. Juli 1947 in London geboren wird, hat als Teenager wie viele andere ein großes Interesse an Rock- und Popmusik. Aber sein Herz schlägt neben der Kunst auch für die Naturwissenschaften. Er studiert Physik und Mathe und versucht sich parallel in verschiedenen Bands. Ab 1968 spielt er zusammen mit dem Schlagzeuger Roger Taylor in einer Band namens Smile, später stößt ein gewisser Farrokh Bulsara dazu, den alle nur Freddie nennen. Bulsara ändert wenig später seinen Namen in Freddie Mercury, und auch der Bandname wird verworfen: Statt Smile heißt man ab Juli 1970 Queen.

1971 stößt Bassist Roger Deacon (li.) zur Band, die sich schnell einen Ruf als spektakuläre Liveband erarbeitet. 1973 erscheint das Debütalbum "Queen I", auf dem das Quartett harte Rockriffs und komplizierten Progrock kombiniert. 1974 schafft die Band mit "Seven Seas Of Rhye" ihren ersten Top-Ten-Hit in England und geht auf US-Tour. Stück für Stück wird Queen bekannter: Schon für das Album "Sheer Heart Attack" mit den Singles "Killer Queen" und "Now I'm Here" gibt es eine Goldene Schallplatte in den USA. Der finale Durchbruch gelingt dann Ende 1975 mit dem Album "A Night At The Opera", dessen Titel bei einem Film der Marx Brothers ausgeliehen wurde.

Herzstück des Albums ist "Bohemian Rhapsody", die bis dato teuerste Single aller Zeiten. Doch der Aufwand lohnt sich: Der ungewöhnliche Song, der Oper und Hardrock kombiniert, wird zu einer der bekanntesten Rocknummern überhaupt. Und Queen damit zu weltweiten Superstars.

Gitarrist Brian May trägt dabei maßgeblich zum Sound der Band bei. Er ist ein Tüftler, der ständig an seiner Gitarre herumschraubt, um ihr die ungewöhnlichsten Klänge zu entlocken. Auf den frühen Queen-Alben bringt er deshalb stolz den Hinweis an: "No Synthesizers!"

Auch als Sänger tritt May in Erscheinung. Bei den oft mehrstimmigen Vokalharmonien, die zu einer Art Markenzeichen von Queen werden, ist er für die tieferen Töne zuständig. Und auch als Lead-Sänger kann man ihn hören. Etwa bei den Songs "'39", "Good Company", "Sail Away Sweet Sister", "Who Wants To Live Forever?" oder "I Want It All."

Die Rollen bei Queen sind klar verteilt: Sänger Freddie Mercury ist mit seiner exaltierten Art für die großen Showmomente zuständig...

...während der Rest der Band dem schillernden Frontmann den Platz gibt, den er braucht. Brian May fungiert dabei als Ruhepol, der das Bandgefüge zusammenhält.

Das Besondere an Queen ist, dass alle vier Mitglieder als Songschreiber tätig sind und die Hits fast gleichberechtigt unter sich aufteilen. Brian May zum Beispiel komponiert Songs wie "Save Me", "Fat Bottomed Girls", "I Want It All", "Tie Your Mother Down", "Flash", "Brighton Rock" oder "Who Wants To Live Forever".

Und auch "We Will Rock You", einer der größten und bekanntesten Queen-Hits überhaupt, geht auf sein Konto.

Von Mitte der 1970er bis Anfang der 1990er ist Queen eine der größten Bands überhaupt. Die Charts sehen sich die Vier meist von oben an, Konzerte finden in den größten Arenen und Stadien statt.

1991 dann der Schock: Am 23. November macht Freddie Mercury seine AIDS-Erkrankung öffentlich. Einen Tag später stirbt er an einer Lungenentzündung. Queen, wie man sie kennt, sind am Ende.

Brian May, John Deacon und Roger Taylor stürzen sich in Arbeit, um den Schmerz über Mercurys Tod zu verarbeiten. So veranstalten die drei an Ostern 1992 ein riesiges Tribute-Konzert für Mercury im Londoner Wembley Stadion. Mit Stars wie Liza Minnelli (re.), Seal, David Bowie, Robert Plant, Elton John, George Michael, Tony Iommi, Roger Daltrey, Guns N'Roses oder Metallica spielen die Drei die größten Queen-Hits. Die Einnahmen des Konzertes kommen einer Anti-AIDS-Stiftung zugute.

Im selben Jahr veröffentlicht Brian May sein erstes Soloalbum "Back To The Light". Doch so ganz kann er seine Queen-Vergangenheit nicht loslassen. 1995 erscheint das Album "Made In Heaven", auf dem die letzten Aufnahmen Freddie Mercurys zu hören sind.

Freddie Mercury ist als Sänger und Entertainer eigentlich nicht zu ersetzen. Brian May und Roger Taylor versuchen es trotzdem: Zwischen 2004 und 2008 treten sie mit Paul Rodgers auf, dem früheren Sänger von Free und Bad Company, und nehmen auch eine gemeinsame Platte auf. Ab 2011 gehen sie mit Adam Lambert (li.) als Mercury-Methadon auf Tour. Erstaunlicherweise kommt Lambert, der vorher lediglich als Gewinner einer Casting-Show in Erscheinung getreten ist, gut an: Die Hallen sind voll, die Fans voll des Lobes.

Als Nachlassverwalter des gewaltigen Queen-Vermächtnisses haben Brian May und Roger Taylor eine Menge zu tun. 2002 wird das Queen-Musical "We Will Rock You" uraufgeführt. Außerdem soll Freddie Mercurys Leben verfilmt werden - als Produzent ist unter anderem Robert de Niro (2.v.li.) im Gespräch.

Doch es gibt noch mehr im Leben von Brian May als seine frühere Band. 2007 vollendet er endlich seine in den 1970er Jahren begonnene Dissertation über interplanetaren Staub und bekommt dafür den Doktortitel in Astrophysik verliehen. Außerdem liefert er sich mit Dave Grohl von den Foo Fighters einen inoffiziellen Wettkampf um den Titel des nettesten Rockstars mit den wenigsten Allüren.

Seinen 70. Geburtstag am Mittwoch (19.07.2017) will May eher ruhig mit seiner Frau Anita Dobson begehen. Und auch über weitere Pläne mit dem Queen-Erbe hält er sich derzeit bedeckt. Aber man kann sich fast sicher sein: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. In diesem Sinne: Happy birthday and thank you for the music, sagt WDR 4.

Stand: 28.06.2017, 14:25 Uhr