1968: Ein fantastischer Rock-Jahrgang

1968: Ein fantastischer Rock-Jahrgang

Von Ingo Neumayer

1968 passierte nicht nur politisch und gesellschaftlich eine Menge, sondern auch in der Musik. Deep Purple, Led Zeppelin, Black Sabbath, Yes, Can – die Liste der Bands, die in diesem Jahr gegründet wurden, ist lang.

Led Zeppelin im Herb Greene Studio von San Francisco 1969: John Paul Jones, Jim Page, John Bonham und Robert Plant (v.l.n.r.)

Der "Stairway To Heaven" war lang und führte ganz nach oben. Den ersten Schritt einer einzigartigen Karriere machte Led Zeppelin im Sommer 1968: Gitarrist Jimmy Page stellte die Band zusammen, die unter dem Namen "The New Yardbirds" auf Tour ging. Im September folgten die Aufnahmen für das Debütalbum, und auch der Name wurde geändert. "Led Zeppelin" war ein Vorschlag von The-Who-Drummer Keith Moon. Und der Rest ist Rockgeschichte ...

Der "Stairway To Heaven" war lang und führte ganz nach oben. Den ersten Schritt einer einzigartigen Karriere machte Led Zeppelin im Sommer 1968: Gitarrist Jimmy Page stellte die Band zusammen, die unter dem Namen "The New Yardbirds" auf Tour ging. Im September folgten die Aufnahmen für das Debütalbum, und auch der Name wurde geändert. "Led Zeppelin" war ein Vorschlag von The-Who-Drummer Keith Moon. Und der Rest ist Rockgeschichte ...

Auch Black Sabbath erblickten 1968 das Licht der Welt. Damals nannten sich Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Bill Ward und Geezer Butler noch "Earth" und spielten Bluesrock. Doch schon kurz danach wurden die Gitarren lauter, die Texte düsterer und der Gesang schriller: Black Sabbath waren geboren – und damit die Keimzelle des Hardrock und Heavy Metal.

1968 scheint eine gute Zeit für harte Klänge gewesen zu sein. Denn auch die Gründung von Deep Purple geschah in diesem Jahr. Und genau wie bei Led Zeppelin war auch hier der Gitarrist die treibende Kraft: Zusammengestellt wurde die Truppe von Ritchie Blackmore, der auch den Bandnamen vorschlug. "Deep Purple" war ein Song des Jazzpianisten Peter de Rose – und das Lieblingslied von Blackmores Oma.

Ohne Deep Purple wäre wahrscheinlich auch die Karriere von Nazareth nicht in Schwung gekommen. Denn die schottische Band, die sich ebenfalls 1968 gegründet hatte, stand kurz vor der Auflösung, als eine Tour im Vorprogramm von Deep Purple das Blatt wendete. Der Zuschauerzuspruch war gut, und danach konnte Nazareth Deep-Purple-Bassist Roger Glover als Produzenten gewinnen. Hits wie "This Flight Tonight", "Love Hurts" oder später "Dream On" sorgten dann dafür, dass Nazareth zur erfolgreichsten schottischen Band nach den Simple Minds wurden.

Gitarren standen auch bei Crosby, Stills & Nash im Vordergrund – wenn auch nicht so laute. Die Folkrock-Supergroup bestand aus Ex-Mitgliedern von Buffalo Springfield, den Hollies, den Byrds, später stieß auch noch Neil Young (li.) dazu. 1968 trafen sich die Musiker bei einer Party im Haus von Joni Mitchell. Die ersten Jamsessions machten klar: Hier stimmte die Chemie.

Und noch eine Band mit Byrds-Vergangenheit gründete sich 1968: die Flying Burrito Brothers. Deren Gitarrist Gram Parsons war eng mit Keith Richards befreundet. Richards erlaubte der Band, den Song "Wild Horses" noch vor den Stones aufzunehmen, und lud sie ins Vorprogramm beim desaströsen Altamont-Konzert ein. Doch der große Erfolg blieb aus, die Band zerfiel wenig später.

"All Right Now!" Dieser Superhit von Free stammt aus dem Jahr 1970, die Londoner Band hatte sich aber schon zwei Jahre zuvor gegründet. 1973 war dann schon wieder Schluss: Sänger Paul Rodgers und Drummer Simon Kirke verließen Free, um Bad Company zu gründen.

Mit Blues und Psychedelic-Sounds fing es 1968 auch bei Yes an. Doch der große Durchbruch kam für die Band in den 70ern, als das Quintett zusammen mit Pink Floyd und Genesis die Speerspitze des britischen Progressive Rocks bildete.

Glamrock ist zwar ein typisches musikalisches Phänomen der 70er, doch die Bands hinter dem bunt glitzernden Sound haben meist schon ein paar Jahre Erfahrung auf dem Buckel. Auch The Sweet gründeten sich schon 1968 und hatten ein paar Jahre Zeit, in Ruhe an ihrem Stil zu feilen, bis sie mit Hits wie "Ballroom Blitz", "Fox On The Run" oder "Wig-Wam Bam" zu Superstars wurden.

Auch für die deutsche Musikszene war 1968 bedeutend, formierte sich in diesem Jahr doch ein Teil der Szene, die in den 70ern als "Krautrock" für Furore sorgte. Besonders erwähnenswert: Die Kölner Band Can, die innovativ zwischen Jazz, Rock, Avantgarde und Psychedelic hin- und herpendelte und auch noch 50 Jahre nach ihrer Gründung international äußerste Wertschätzung erfährt.

Stand: 29.01.2018, 12:09 Uhr