Schöne Bescherung: Kunst zum Fest der Liebe

Schöne Bescherung: Kunst zum Fest der Liebe

Von Thomas Köster

Es ist wieder Weihnachten. Zeit also, besinnlich zu werden. Und ins Museum zu gehen. Denn da gibt es in NRW einige Kunstwerke, die gut zum Fest der Liebe passen. Manche kann man das ganze Jahr betrachten, einige nur jetzt. Bei den Motiven geht es allerdings politically nicht immer ganz correct zu!

Gerrit von Honthorsts "Anbetung der Hirten"  (1622) aus dem Wallraf-Richartz-Museum

Gerrit van Honthorsts "Anbetung der Hirten" von 1622 ist so etwas wie die Mutter aller Weihnachtsbilder. Und der Vater eigentlich gleich mit dazu. Auf dem Bild ist das Strahlen des Christkinds die einzige Lichtquelle, die nicht nur das stille Glück Marias beleuchtet. Honthorsts Nachtstück mit Halbfiguren war übrigens auch kunsthistorisch eine Sensation! Heute hängt es im Wallraf-Richartz-Museum in Köln.

Gerrit van Honthorsts "Anbetung der Hirten" von 1622 ist so etwas wie die Mutter aller Weihnachtsbilder. Und der Vater eigentlich gleich mit dazu. Auf dem Bild ist das Strahlen des Christkinds die einzige Lichtquelle, die nicht nur das stille Glück Marias beleuchtet. Honthorsts Nachtstück mit Halbfiguren war übrigens auch kunsthistorisch eine Sensation! Heute hängt es im Wallraf-Richartz-Museum in Köln.

Für Kinder sind Geschenke ja angeblich das Allerschönste in der Weihnachtszeit. Und die Schenker werden dann mit strahlenden Augen belohnt. Das war vor 2019 Jahren noch ein bisschen anders: Da gab es für Gold, Myrrhe und Weihrauch vom Christkind immerhin einen göttlichen Segen. Daran erinnert uns die prachtvolle "Anbetung der Könige" (um 1515-1520) von Bartholomäus Bruyn dem Älteren, ebenfalls im Kölner Wallraf-Richartz-Museum. Früher war halt alles besser. Strahlende Kinderaugen sind trotzdem toll.

Im Kölner Museum Schnütgen wimmelt es nur so von Weihnachtsmotiven. Deshalb zeigen wir hier eine kleine Besonderheit: die jüngste Erwerbung des Hauses, ein um 1500 entstandenes segnendes Christkind aus – politisch heute nicht mehr ganz korrekt – Elfenbein! Zur Weihnachtszeit wurden solche Figuren, oftmals kostbar eingekleidet, auf den Altären von Stifts- und Pfarrkirchen aufgestellt.

"Durch den Lebensquell des Wortes kam nämlich die umarmende Mutterliebe Gottes zu uns; sie nährte unser Leben, hilft uns in Gefahren und leitet uns – als tiefe und zarte Liebe – zur Buße an." So steht es bei der Mystikerin Hildegard von Bingen. Fleisch beziehungsweise Holz geworden ist die Mutterliebe Gottes für uns besonders zauberhaft in dieser mittelalterlichen Skulptur aus dem Kölner Museum Schnütgen. Zum Niederknien schön.

Natürlich beteiligt sich das "Schnütgen" auch am "Kölner Krippenweg", der vor allem durch die Kirchen der Stadt führt. Die kostbare barocke Leihgabe aus Privatbesitz ist ein Beispiel aus der Blütezeit der neapolitanischen Krippenkunst des 18. Jahrhunderts. Immerhin ist Neapel ist mit seiner sogenannten Krippenstraße Via San Gregorio Armeno weltbekannt.

Und wie ging‘s so weiter mit dem Christkind, nach seiner Geburt zu Weihnachten? Darüber schweigt die Bibel! Zum Glück gibt es eine Windel des Babys als Reliquie im Aachener Dom. Und dieses großartige Gemälde von Jacob Jansz, das zwischen 1495 und 1500 entstanden ist. Es zeigt so etwas wie das erste Abendmahl. Maria füttert, Josef schneidet dunklen Käse. Und Jesus spielt mit seinem Brettchen.

Auch Gotteskinder sind manchmal schwer erziehbar! Und wenn Christus wegen unserer Sünden im Wunder der Weihnacht wirklich Mensch geworden ist, dann musste er wegen seiner Vergehen offenbar auch mal verhauen werden. Max Ernst hat das auf seinem Gemälde "Die Jungfrau züchtigt das Jesuskind vor drei Zeugen: André Breton, Paul Éluard und dem Maler" 1926 ganz realistisch festgehalten. Zu Boden gefallener Heiligenschein inklusive. Das Bild hängt heute im Kölner Museum Ludwig. Und ist immer eine Reise wert.

Man kann es gar nicht oft genug sagen: Weihnachten ist und bleibt das Fest der Liebe! Deshalb zeigen wir hier mal das vielleicht schönste Liebesspaarbild, das die deutsche Gegenwartsmalerei 2019 zu bieten hatte. Es heißt "Ais", gemalt von der wundervollen Vivian Greven. Und ist noch bis zum 19. Januar 2020 in der Ausstellung "Jetzt! Junge Malerei in Deutschland" im Kunstmuseum Bonn zu sehen.

In der Bundeskunsthalle vis-a-vis gibt es zurzeit eine tolle Martin-Kippenberger-Ausstellung. Da kann man den Nikolaus bestaunen, der mit seiner Rute gegen einen bösen Panzer kämpft. ("Martin Kippenberger. Bitteschön Dankeschön. Eine Retrospektive", noch bis 16. Februar 2020).

Stand: 23.12.2019, 10:00 Uhr