Das Beste im Kunstjahr. Ausstellungsrückblick 2017

Das Beste im Kunstjahr. Ausstellungsrückblick 2017

Was war das Beste in den NRW-Museen 2017? Wir präsentieren die Highlights und die Köpfe dahinter. Mit Künstlerporträts und Ausstellungsfotos unseres Fotografen Thomas Köster.

Xavier Le Roy und Scarlet Yu

Skulptur ist soziale Bewegung. Das jedenfalls behauptet Tänzer und Choreograf Xavier Le Roy, der sich passend zur "Skulptur Projekte Münster" das Bein brach. Gemeinsam mit der Künstlerin Scarlet Yu hat er Menschen in Workshops darin unterrichtet, ihren Körper im Stadtraum in lebende Skulpturen zu verwandeln – und anschließend mit Passanten darüber zu reden.

Skulptur ist soziale Bewegung. Das jedenfalls behauptet Tänzer und Choreograf Xavier Le Roy, der sich passend zur "Skulptur Projekte Münster" das Bein brach. Gemeinsam mit der Künstlerin Scarlet Yu hat er Menschen in Workshops darin unterrichtet, ihren Körper im Stadtraum in lebende Skulpturen zu verwandeln – und anschließend mit Passanten darüber zu reden.

Den Raum kann man auch dadurch meistern, dass man ihn verleugnet. So wie der Fotograf Axel Hütte, der seinen Landschaftsbildern durch Nebel im Hinter- oder Brückenkonstruktionen im Vordergrund jegliche Tiefe nimmt. Das Museum Kunstpalast präsentiert noch bis Anfang Januar rund 70 großformatige Nacht- und Tagbilder des Vertreters der Düsseldorfer Fotoschule von 1995 bis 2017.

"Axel Hütte. Night and Day", Museum Kunstpalast Düsseldorf (23.09.2017-14.01.2018).

Die Verknüpfung von Volk und Raum hat bei Georg Herold eher etwas Anrüchiges. Im Bonner Kunstmuseum zeigte der Kölner Künstler, der 1973 aus der DDR freigekauft wurde und in den 1980er Jahren mit Martin Kippenberger den Kunstbetrieb auf die Schippe nahm, Dachlattenumrisse Deutschlands in den Grenzen von 1937. Politisch aufgeladene Kunst aus dem Baumarkt.

"Georg Herold", Kunstmuseum Bonn (21.09.2017-07.01.2018).

Alexander Kluges Kunst ist weniger platt, aber auch weniger witzig. Aus einem schier unendlichen Wissensfundus schafft er mit großer Leidenschaft überraschende Bezüge, die zunächst willkürlich scheinen. Zwischen Ökonomie und Mythos zum Beispiel. Oder zwischen Liebe, Macht und der Lebenszeit als Währung. Im Museum Folkwang bespielte er sogar die Decken.

"Alexander Kluge. Pluriversum", Museum Folkwang Essen (15.09.2017-07.01.2018).

Hat der De-Stijl-Designer Gerrit Rietveld die zeitgenössiche Kunst beeinflusst? Ja. Er hat. Im Marta Herford konnte man das nachverfolgen. Etwa an dem rechtwinkligen Konstruktionsmonster, das der belgische Künstler und studierte Architekt Adrien Tirtiaux aus Latten in der Manier des "Rietveld-Knotens" konstruierte.

"Revolution in Rotgelbblau. Gerrit Rietveld und die zeitgenössische Kunst", Marta Herford (14.10.2017-04.02.2018).

Bernd Koberling hält eher nichts von De-Stijl, namentlich nichts von den Bildkonstruktionen Piet Mondrians. Die 80 teils großformatigen, zwischen 1963 und 2017 entstanden Gemälde der Retrospektive im Museum Küppersmühle sind eher geprägt von einem expressiven Malduktus, der Koberling in den 1960ern zu einem der wichtigsten "Neuen Wilden" machte.

"Bernd Koberling. Werke 1963 -2017", MKM Museum Küppersmühle Duisburg (17.11.2017-28.01.2018).

Knisterkleider, Mitmach-Bilder und Mausefallen zum Schachspielen: Takako Saito ist eine zentrale Figur der Fluxus-Bewegung. Das Museum für Gegenwartskunst in Siegen hat der 88-jährigen Künstlerin 2017 endlich eine erste Retrospektive ausgerichtet. Dort kann man sogar, dem Motto "You and Me" gemäß, kleine Kunstwerke gemeinsam mit Saito kreieren.

"Takako Saito. You and Me", Museum für Gegenwartskunst Siegen (12.11.2017-18.02.2018).

"Mary Bauermeister. Zeichen, Worte, Universen", Kunstmuseum Villa Zanders Bergisch Gladbach (10.12.2017-08.04.2018).

Stand: 27.12.2017, 09:00 Uhr