"Von Mossul nach Palmyra" in der Bundeskunsthalle Bonn

Ein Mann steht vor der virtuellen Rekonstruktion der Umayyaden-Moschee in Aleppo.

"Von Mossul nach Palmyra" in der Bundeskunsthalle Bonn

Von Stefan Keim

Die Bonner Ausstellung "Von Mossul nach Palmyra" erweckt auf riesigen Leinwänden zerstörte Metropolen der Geschichte zum Leben. Die Besucher der Bundeskunsthalle stehen in alten Moscheen und Amphitheatern.

"Von Mossul nach Palmyra" in der Bundeskunsthalle Bonn

WDR 4 Gut zu wissen 04.10.2019 02:39 Min. Verfügbar bis 03.10.2020 WDR 4

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Steine, Schutt, kaputte Häuser. Die Stadt bietet ein Bild der Zerstörung. Doch plötzlich sind da weiße Linien im Bild. Sie scheinen die Ruinen zu durchmessen. Und plötzlich richten sich historische Gebäude wieder auf. Tempel und Moscheen, Basare und Amphitheater. Die Ausstellung "Von Mossul nach Palmyra" in der Bonner Bundeskunsthalle bietet ein außergewöhnliches Erlebnis für Fans der Geschichte.

Auferstanden aus Ruinen

Gegenstände gibt es überhaupt nicht in dieser Ausstellung. Nur riesige, cinemascopeähnliche Projektionsflächen. Aus Tausenden Fotos – zum Teil von Drohnen aus der Luft aufgenommen – haben die Macher die gewaltigen Bilder zusammen gesetzt. Die Besucher fühlen sich, als ob sie mittendrin stünden und die wunderbaren antiken Städte in Arabien und Nordafrika wieder zum Leben erwachen. Eine besondere Entdeckung ist Leptis Magna im nördlichen Libyen, gleich gegenüber von Sizilien. Eine prachtvolle Stadt, die das "Rom Afrikas" genannt wurde und erst zum Teil ausgegraben wurde. Hier sind die Gebäude bedroht, weil sich im krisengeschüttelten Libyen kaum jemand um sie kümmert.

Kriegshandlungen sind nicht zu sehen. Aber Bilder aus der Vergangenheit, die lebendige Städte zeigen. Da sieht man, welche Zerstörung die Kämpfe angerichtet haben. Ein besonderes Erlebnis haben die Besucher, wenn sie 3D-Brillen aufsetzen. Dann ist die Illusion fast perfekt, dass man sich in der Wüste befindet und die antiken Städte aus nächster Nähe betrachtet.

In der Wirklichkeit werden wohl nur einige dieser Gebäude wieder aufgebaut werden können. Falls es überhaupt möglich ist. So wird die Ausstellung auf lange Zeit die einzige Möglichkeit sein, zu erfahren, was es für grandiose Bauwerke und faszinierende Städte im Nahen Osten und Nordafrika gegeben hat. Die spektakulären Projektionen sind ein überwältigendes Erlebnis.

Termine

Bis 3. November:
Dienstag und Mittwoch 10 – 21 Uhr,
Donnerstag bis Sonntag 10 – 19 Uhr.

Adresse

Bundeskunsthalle
Helmut-Kohl-Allee 4
53113 Bonn

Weitere Infos

Telefon: 0228 – 9171 200

Stand: 02.10.2019, 10:36