Joan Mirós Skulpturen in Wuppertal

Joan Mirós Skulpturen in Wuppertal

Von Thomas Köster

Joan Miró ist einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Vor allem die humorvolle Formensprache seiner Gemälde ist heute berühmt. Aber auch Mirós plastische Arbeiten sind großartig. Das kann man nun im Skulpturenpark Waldfrieden zu sehen. Thema der Plastiken: der Mensch. Aber abstrakt.

Juan Miro. Skulpturen, Skulpturenpark Waldfreiden, Wuppertal 2019 (Ausstellungsansicht)

"Meine Menschenfiguren haben die gleichen Vereinfachungsprozesse durchgemacht wie meine Gemälde", sagte Miró. "So, in ihrer Vereinfachung, sind sie menschlicher und lebendiger, als wenn ich sie in allen ihren Details darstellen würde." Wie phantasievoll der Künstler aber selbst beim Vereinfachen zu Werke ging, kann man jetzt in Wuppertal bestaunen ("Personnage", 1982).

"Meine Menschenfiguren haben die gleichen Vereinfachungsprozesse durchgemacht wie meine Gemälde", sagte Miró. "So, in ihrer Vereinfachung, sind sie menschlicher und lebendiger, als wenn ich sie in allen ihren Details darstellen würde." Wie phantasievoll der Künstler aber selbst beim Vereinfachen zu Werke ging, kann man jetzt in Wuppertal bestaunen ("Personnage", 1982).

Versammelt sind rund ein Dutzend teils überlebensgroße Arbeiten des spanisch-katalanischen Künstlers aus den Jahren 1970 bis 1982, die der Yorkshire Sculpture Park und die mallorquinische Successiò Miró zur Verfügung gestellt haben. Im klassischen Sinn ganz große Kunst ("Tète", 1974).

Zur Skulptur kam Miró relativ spät. Sein Interesse an der Gattung wurde alledings schon früh geweckt: Als Student ließ ihn sein Lehrer Dinge mit verbundenen Augen ertasten und danach zeichnen. Dieses "blinde Sehen" der Formen findet sich auch im bildhauerischen Werk, in dem es um die Schönheit der Oberfläche geht ("Figure", 1976).

Einige der Skulpturen sind übrigens schon seit mehreren Monaten im Skulpturenpark. Bisher standen Sie in der unteren Ausstellungshalle des Geländes, wo sie viel Luft zum Atmen hatten ("Personnage", 1982).

Inzwischen stehen sie im Außenbereich und in der mittleren Ausstellungshalle, wo es mit den vielen Miró-Skulpturen aus Bronze und Gips etwas gedrängter zugeht ("Personnage", 1978).

Licht und sonnig ist es aber auch hier. Für Mirós Enkel Joan Punyet Miró, der die Successiò Miró auf Mallorca leitet, sind das Idealbedingungen. "Mirós Skulpturen haben hier einen wunderbaren Platz erhalten", sagt er. Dem kann man nur zustimmen.

Der Besitzer des Skulpturenparks, Tony Cragg, schätzt an Miró vor allem "die absolute, entspannte Freiheit" der Skulpturen. "Miró zeigt uns, was ein Bildhauer sein kann. Er ist der Inbegriff eines Künstlers, der uns Dinge zeigt, die es gar nicht gibt." Und damit ist er ja ganz nah dran an Craggs eigenem Werk ("Figure", 1976).

Überhaupt ist die mittlere Ausstellungshalle mit Mirós Skulpturen ein guter Ausgangspunkt, um Craggs wundervollen Skulpturenpark zu erkunden. Denn der lohnt einen Besuch, vor allem jetzt im Sommer ("Personnage", 1974).

"Joan Miró. Skulpturen 1970-1982" ist noch bis zum 24. November 2019 im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal zu sehen. Zwei Arbeiten verbergen sich in der zum Gelände gehörenden Villa. Die kann allerdings nur auf Nachfrage besucht werden. ("Plaster cast for head", 1973).

Stand: 24.08.2019, 13:39 Uhr