Bonner Bundeskunsthalle zeigt Re-Performance von Marina Abramović

Marina Abramović bei ihrer Performance "House with the ocean view" in New York

Bonner Bundeskunsthalle zeigt Re-Performance von Marina Abramović

Von Stephan Kern

  • Zwölf Tage und Nächte in der Ausstellung
  • Erste Wiederaufführung von Abramovićs Performance
  • Ausstellung zum Thema existenzielle Grenzerfahrung

In der Bundeskunsthalle in Bonn ist am Dienstag (12.06.2018) die spektakuläre Re-Performance "House with the Ocean View" der internationalen Künstlerin Marina Abramović gestartet. Die Performerin Lyn Bentschik ist dazu in drei an der Wand hängende Räume eingezogen - und wird dort insgesamt für zwölf Tage und zwölf Nächte bleiben.

Psychische und physische Grenzerfahrung

Für zwölf Tage und zwölf Nächte lebt die junge Frau jetzt in den drei kleinen würfelartigen Räumen. Sie darf weder essen noch reden. Drei Leitern, deren Sprossen aus Tranchiermessern mit nach oben weisenden Klingen bestehen, trennen die Performerin von den Besuchern. "Es geht darum Situationen lange auszuhalten und Rituale vor Augen zu führen", beschreibt die Kuratorin Susanne Kleine die Langzeitperformance. "Aber auch der Besucher wird in das Kunstwerk miteinbezogen: Er wird zum Voyeur."

Schlafen und Duschen wird zu Kunst

Die Künstlerin Marina Abramović hat diese bahnbrechende und radikale Performance selbst 2002 in einer New Yorker Galerie aufgeführt. Während ihrer täglichen Routine konnten die Besucher ihr beim Schlafen, Duschen oder der Benutzung der Toilette zusehen. In ihren Arbeiten geht es immer darum, die körperlichen und geistigen Belastungsgrenzen auszuloten.

Endlos lange Blicke

Auch die Besucher werden herausgefordert, wenn sie sich zwischen zwei nackten Menschen durchdrängen müssen oder auf gegenüberstehenden Stühlen ewig anblicken können.

Existentielle Grenzerfahrungen

Zwei Besucher der Marina Abramovic Ausstellung in der Bundeskunsthalle sitzen sich gegenüber und starren sich an

Nicht nur für die Performerin eine Grenzerfahrung: Auch die Besucher sind gefordert

Die Ausstellung in der Bonner Bundeskunsthalle läuft noch bis 12. August und beschäftigt sich in Videos, Bildern und weiteren Re-Performances mit dem Thema existenzielle Grenzerfahrung.

Stand: 13.06.2018, 10:00