Spaziergeh-Kunst - umsonst und draußen

Spaziergeh-Kunst - umsonst und draußen

Von Susanne Schnabel

Museen haben geschlossen, aber auch im öffentlichen Raum gibt es viel Kunst zu entdecken. Hier kann problemlos der Sicherheitsabstand eingehalten werden. Einige Inspirationen für Stadt, Park oder Wald.

 Die Bronzeskulptur Rhinozeros (Nashorn) in Düsseldorf ist eine Arbeit des deutschen Künstlers Johannes Brus

Auch die Zoos haben geschlossen, aber dieses Nashorn, die Bronzeskulptur Rhinozeros von Johannes Brus, wartet im Düsseldorfer Ehrenhof geduldig auf Besucher. Bitte Abstand halten - von anderen Besuchern.

Auch die Zoos haben geschlossen, aber dieses Nashorn, die Bronzeskulptur Rhinozeros von Johannes Brus, wartet im Düsseldorfer Ehrenhof geduldig auf Besucher. Bitte Abstand halten - von anderen Besuchern.

Im März 2014 wurde die Installation "Les Fleurs du Mal" von Mischa Kuball am Rathaus in Marl angebracht. Seitdem leuchtet der Schriftzug und es werden immer wieder frische Blumen in die Betonvase am Fuß der Freitreppe gestellt.

Hier ist es wirklich kein Problem, sich aus dem Weg zu gehen: Zwischen Bad Berleburg im Kreis Siegen-Wittgenstein und Schmallenberg im Hochsauerland verläuft der 2010 eröffnete Waldskulpturenweg. Elf Kunstwerke säumen die 23 Kilometer lange Strecke. Hier zu sehen: "Stein Zeit Mensch" von Nils-Udo.

Seit 1979 streiten sich die Bochumer über Richard Serras Plastik "Terminal" vor dem Bochumer Hauptbahnhof. Es hagelte Proteste und kritische Stimmen, die das Kunstwerk als "Schrott" und "entartete Kunst" bezeichneten. Vielleicht ist jetzt eine gute Gelegenheit, sich das Werk noch mal genauer anzuschauen.

Auch der "Poseidon" von Markus Lüpertz, der seit 2016 den Schiffsverkehr in Duisburg begrüßt, sorgte anfangs für Diskussionen. Auf jeden Fall kann man am Kulturkanal zwischen Duisburg und Datteln herrlich Radfahren oder spazieren gehen - und Kunst entdecken.

Dieses Kunstwerk macht gute Laune: der Zauberlehrling, auch tanzender Strommast genannt. Die etwa 35 Meter hohe Skulptur von der Berliner Künstlergruppe "inges idee", ist ein dauerhaft installiertes Kunstwerk in Oberhausen, das anlässlich der Ausstellung Emscherkunst 2013 entstand.

Die meisten Geschäfte in den Innenstädten sind geschlossen, die Straßen sind leer. Ein Stadtbummel lohnt sich dennoch. Vielleicht haben Sie das Kunstwerk "Licht und Bewegung" von Otto Piene in der Kölner City an der Hohe Straße bisher immer übersehen?

Jetzt ist auch endlich Zeit, sich den Dionysos-Brunnen am Kölner Domhof, erschaffen 1973 von Hans Karl Burgeff, ganz genau anzuschauen.

Ein Spaziergang am Abend ist ein ganz besonderes Erlebnis in Lippstadt auf dem Lichtkunst-Weg. Der entstand 2003 im Rahmen des regionalen Lichtkunst-Projekts "Hellweg - ein Lichtweg". 15 Installationen von verschiedenen Künstlern erleuchten den etwa 1,5 Kilometer langen Weg entlang der Lippe. Hier zu sehen "Lipstadium oder Friedrich der Große, der Mittlere und der Kleine" von Jürgen Stollhans (Am Alten Steinwehr).

Im Münsteraner Stadtraum begegnet man immer wieder moderner Kunst, vor allem durch die "SkulpturProjekte" in den Jahren 1977, 1987, 1997 und 2007 haben mittlerweile weit über 60 Skulpturen ihren festen Platz in der City gefunden. Dazu gehört die Kirschensäule von Thomas Schütte am Harsewinkelplatz.

Ein beliebter Treffpunkt in Münster am Rande des Aasees sind die drei riesigen Billardkugeln des amerikanische Künstlers Claes Oldenburg. Jede der Kugeln hat einen Durchmesser von dreieinhalb Metern und ist elf Tonnen schwer. So voll darf es dort - leider - derzeit nicht sein. Bitte immer an den Sicherheitsabstand denken!

Die kleine Stadt Viersen hat große Kunst im öffentlichen Raum zu bieten: Im Umfeld der Städtischen Galerie im Park und des Kreishauses Viersen befindet sich die Skulpturensammlung Viersen mit namhaften Künstlern wie Erwin Heerich, Wang Du, Tony Cragg, Günter Haese oder hier der Figurengruppe "Die Wächter der Kinder" von Anatol Herzfeld im Casinogarten.

Die Flottmann-Hallen, ein Zentrum für zeitgenössische kulturelle Veranstaltungen in Herne, sind zwar geschlossen, aber das benachbarte 10.000 Quadratmeter große Parkgelände lädt zum Bummeln und Entdecken ein. Auf dem Gelände befinden sich 21 Arbeiten, unter anderem hier der "Homburger" von Andreas Bees, Sandro Antals "Gong", William Brauhausers "Gitterraumtürme" oder Herbert Hofers "Drawing #1"

Kunst, historische Gemäuer und Natur bilden eine wunderbare Symbiose: 25 Plastiken sind im Park des Neersener Schlosses bei Willich zu sehen. Zu den hier vertretenen Künstlern gehört auch Thomas Schönauer mit seiner Skulptur "Tratlas".

Zwar hat das Museum Abteiberg in Mönchengladbach geschlossen, aber der Skulpturengarten mit Werken moderner Künstler ist zu den üblichen Öffnungszeiten begehbar. Zwischen den von Hans Hollein gestalteten "Reisterrassen" und dem pseudobarocken Parterre von Karl Birkigt verstecken sich inmitten des alten Baumbestandes Skulpturen unter anderem von Claes Oldenburg, Franz West oder François Morelle. Der Eintritt ist frei.

Hier schauen "Vater und Sohn" des Künstlers "eXX99" in der Nähe der Südbrücke in Köln-Bayenthal auf den Rhein. Ein gutes Vorbild: also ab an die frische Luft, auf andere Gedanken kommen und Kunst genießen! Das Gute an Kunst im öffentlichen Raum ist: Man kann sie - meist - jederzeit besuchen, es kostet keinen Eintritt und Abstand halten ist kein Problem.

Eine große Übersicht für ganz NRW gibt die Seite nrw-skulptur.net. Das Internetportal stellt eine Auswahl herausragender Kunst im öffentlichen Raum in NRW aus der Zeit nach 1945 vor, die für jeden rund um die Uhr frei zugänglich ist. Übrigens hier zu sehen sind Agustín Ibarrolas "Totems" auf der Halde Haniel in Bottrop.

Stand: 27.03.2020, 06:00 Uhr