Kunstmuseum Bonn zeigt Spätwerk von Hans Hartung

Kunstmuseum Bonn zeigt Spätwerk von Hans Hartung

Von Annabelle Steffes-Halmer

Das Kunstmuseum Bonn präsentiert die deutschlandweit größte Ausstellung Hans Hartungs seit 30 Jahren und legt dabei den Fokus auf das reiche und farbenfrohe Spätwerk dieses unermüdlichen Künstlers.

Hans Hartung, T1962-U8, 1962

Bekannt geworden war Hans Hartung in den 1950er und 60er Jahren als einer der wichtigsten Vertreter des sogenannten "Informel", der abstrakten, gegenstandslosen Malerei. Seine Bilder wurden auf der ganzen Welt ausgestellt: 1948 auf der Biennale von Venedig, wo er 1960 mit dem Goldenen Löwen für Malerei ausgezeichnet wurde, zudem in New York, Paris, Brüssel, Basel, München und auf den ersten drei Documentas in Kassel.

Bekannt geworden war Hans Hartung in den 1950er und 60er Jahren als einer der wichtigsten Vertreter des sogenannten "Informel", der abstrakten, gegenstandslosen Malerei. Seine Bilder wurden auf der ganzen Welt ausgestellt: 1948 auf der Biennale von Venedig, wo er 1960 mit dem Goldenen Löwen für Malerei ausgezeichnet wurde, zudem in New York, Paris, Brüssel, Basel, München und auf den ersten drei Documentas in Kassel.

Als die Pop Art und der Minimalismus den Kunstmarkt eroberten, begann Hartungs Stern zu sinken. In dieser Phase erfand sich der gebürtige Leipziger neu und legte eine erstaunliche Experimentierfreudigkeit ans Werk.

Mithilfe von selbstgebastelten Gummipeitschen, Spritzpistolen oder Reisigbesen schleuderte er Farbe auf zunehmend größer werdende Leinwände. Er arbeitete nicht mehr mit präzisen Entwurfszeichnungen, sondern malte intuitiv.

In Antibes an der Côte d'Azur hatte Hartung gemeinsam mit seiner Frau Anna-Eva Bergmann einen Rückzugsort gefunden, an dem er sich ganz seiner Kunst widmen konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hartung schon viel erlebt: In Nazi-Deutschland galt er als "entarteter" Künstler und floh nach Paris. Er trat in die Fremdenlegion ein, wurde entlassen, verdingte sich als Landarbeiter, floh vor den Nazis nach Spanien, wurde dort verhaftet und ging wieder zur Fremdenlegion. 1944 wurde er im Elsaß so schwer verletzt, dass ihm sein rechtes Bein amputiert werden musste.

Seinen Lebensabend verbrachte er im Rollstuhl, was seinem unermüdlichen Schaffensdrang aber keinen Abbruch tat. Von 1962-1989 entstand sein reiches Spätwerk, das ihn erst zum Avantgardisten machte, so die These des Vize-Chefs und Kurators des Kunstmuseum Bonn, Christoph Schreier.

Bonn zeigt die größte Ausstellung zu Hartungs Malerei in Deutschland seit mehr als 30 Jahren. Zu sehen sind vom 24. Mai bis zum 19. August 2018 über 40 Gemälde aus der Fondation Hans Hartung et Anna-Eva Bergman in Antibes.

Stand: 23.05.2018, 06:10 Uhr