Gerhard Marcks - Der Bildhauer denkt

Gerhard Marcks - Der Bildhauer denkt

Wie entwickelte der in Köln wirkende Bildhauer Gerhard Marcks seine Plastiken? Die aktuelle Ausstellung im Kölner Kollwitz Museum verfolgt sein Schaffen über das Medium der Zeichnung.

Gerhard Marcks, Sitzender mit Buch, um 1955, Bleistift, 44,2 x 32,4 cm

"Gerhard Marcks - Der Bildhauer denkt! Von der Zeichnung zur Plastik" präsentiert Zeichnungen, Entwürfe und Ideenskizzen des Künstlers. Im Fokus der Kölner Ausstellung steht damit die Perspektive des Nachdenkens über Bildhauerei.

"Gerhard Marcks - Der Bildhauer denkt! Von der Zeichnung zur Plastik" präsentiert Zeichnungen, Entwürfe und Ideenskizzen des Künstlers. Im Fokus der Kölner Ausstellung steht damit die Perspektive des Nachdenkens über Bildhauerei.

Für Gerhard Marcks (1889–1981) war das Zeichnen die wichtigste Methode, um Formen zu entwickeln: das Studium des Modells als wesentlicher Schritt vor der freien Gestaltung einer Skulptur. Hier: "Albertus Magnus"

In Gegenüberstellung von Modellen und vollendeten Plastiken verdeutlichen die Studien ihre eigenständige Bedeutung, die über ihre Funktion als Arbeitsmaterial für bildhauerisches Schaffen hinausgeht.

Die Ausstellung beleuchtet in fünf Kapiteln unterschiedliche Aspekte seines Schaffens: die Entdeckung der Grundformen, die Eindrücke von Außen, die Sichtachsen und Umrisse, die Arbeit mit dem Modell und die Motiventwicklungen. Zusätzlich ist dem Wirken des Berliner Bildhauers in Köln ein eigener Bereich gewidmet.

Gerhard Marcks, der zeitweise unter anderem mit Käthe Kollwitz Mitglied in der Berliner Ateliergemeinschaft Klosterstraße war und nach einer Professur in Hamburg von 1950 bis zu seinem Tod in Köln arbeitete, fertigte im Laufe seines Lebens eine unvorstellbar große Zahl von Zeichnungen an.

Geschätzt sind 80.000 bis 85.000 Blätter erhalten - überwiegend Studien, die dem Bildhauer dazu dienten, sich ein Modell mit all seinen besonderen Eigenschaften anzueignen - von Grundformen und Achsenbezügen über anatomische Detailaufnahmen bis hin zu Bewegungsstudien.

Auf Einladung von Josef Haubrich arbeitete Marcks ab 1950 an bedeutenden Aufträgen in Köln, wo ihm der Rat ein vom Architekten Wilhelm Riphahn erbautes Atelierhaus im Stadtteil Müngersdorf zur Verfügung stellte. Hier blieb Marcks bis zu seinem Tod im Jahr 1981. Sieben seiner Bildwerke sind heute in der Köln zu sehen.

Zu den Exponaten der Ausstellung im Käthe Kollwitz Museum zählt deshalb auch das Gipsmodell der "Trauernden" (1946 bis 1949). Es ist das Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs im Lichhof der romanischen Kirche St. Maria im Kapitol.

Die Ausstellung "Gerhard Marcks - Der Bildhauer denkt! Von der Zeichnung zur Plastik" läuft bis zum 3. Juni 2018 im Käthe Kollwitz Museum in Köln. Sie wird von zahlreichen Vorträgen und Workshops begleitet.

Stand: 06.03.2018, 15:49 Uhr