Der Kunstpalast wird Kunstkaufhaus

Der Kunstpalast wird Kunstkaufhaus

Von Thomas Köster

Einmal im Jahr verwandelt sich der Düsseldorfer Kunstpalast in ein Kunstkaufhaus. In der Ausstellung "DIE GROSSE" bieten ausgewählte Künstler ihre Gemälde, Fotos und Skulpturen zum Verkauf an. Aber die Schau lohnt sich nicht nur für Sammler. Wir waren beim Aufbau dabei.

Die Große 2019, Kunstpalast, Düsseldorf 2019 (Ausstellungsansicht)

Zwischen 1900 und 1902 errichtete der "Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e.V." den ersten Düsseldorfer Kunstpalast. 1917 wurde dem Verein das Vorrecht eingeräumt, jederzeit Kunstausstellungen in diesem Gebäude zu veranstalten. Ergebnis ist "Die Große Kunstausstellung NRW", die am Sonntag (30.06.2019) beginnt.

Zwischen 1900 und 1902 errichtete der "Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e.V." den ersten Düsseldorfer Kunstpalast. 1917 wurde dem Verein das Vorrecht eingeräumt, jederzeit Kunstausstellungen in diesem Gebäude zu veranstalten. Ergebnis ist "Die Große Kunstausstellung NRW", die am Sonntag (30.06.2019) beginnt.

In der internationalen Schau können die Besucher die ausgestellten Werke ohne Beteiligung von Galeristen kaufen. Dabei kann sich "Die Große" tatsächlich mit dem Superlativ schmücken, die größte von Künstlern für Künstler organisierte Ausstellung in Deutschland zu sein (Min Clara Kim, "Good Bye", 2018).

In einer zweitägigen Mammutsitzung hat ein Jurorengremium aus den eingegangenen Bewerbungen 121 Künstler ausgewählt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und ein Teil der Werke ist mit unter 500 Euro auch erschwinglich.

Dieses Jahr findet die Ausstellung im Sommer statt. Deswegen kann nun auch erstmalig das Außengelände des Kunstpalasts mit Kunst bespielt werden (Monika Kelles, "Die Soundbox meiner Stille", 2018).

Die meisten der draußen gezeigten Werke stammen von Kunststudenten aus der Klasse des Malers Stefan Kürten an der Kunstakademie Düsseldorf, von Jackie Bamfaste zum Beispiel (hier im Bild). Sie zeigt ihre "Hornhautrasplerin", die deutlich an den antiken "Dornauszieher" erinnert und speziell für die Schau entstand.

Drinnen reicht die Spannweite von ungemein meisterlich ausgeführten klassischen Motiven wie diesem mit Grafit auf Holz gezeichneten Tierstillleben von Marlene Müller ("Ohne Titel", 2017) ...

... über Arbeiten, die ein wenig (aber nicht zu stark) an Gerhard Richter erinnern, wie "Büderich" (2018) von Janina Brauer aus Meerbusch ...

... bis hin zu skulpturalen Abstraktionen (an der Wand: Astrid Pohl, "Nest", 2016, hier eine Ansicht vom Ausstellungsaufbau).

Besonders originell sind auch die Werke von Simone Letto im reduzierten Comicstil ("Ohne Titel", 2016).

Auch raumgreifende Installationen sind am Start. Diese hier stammt vom japanischen Bildhauer Satomi Edo aus Münster ("Form JP 1970—DE 2019", 2019).

Natürlich ist auch die Fotografie, ihrer Stellung auf dem Kunstmarkt entsprechend, wieder einmal stark vertreten. Besonders imposant sind dabei die unglaublich plastisch wirkenden Fotogramme von Anna Lena Anton, Meisterschülerin von Katharina Fritsch ("Ohne Titel", 2018).

Auch originell: Die "abgewandten Porträts" der in Wuppertal geborenen und in Düsseldorf lebenden Fotografin Corina Gertz, die mit dem Grundverlangen des Genres nach Identifizierbarkeit und Individualität spielen.

Auch einen "Kunstpreis der Künstler" hat "Die Große" zu vergeben. In diesem Jahr geht er an den international renommierten Kölner Fotografen und Becher-Schüler Boris Becker. Dessen Werke, die architektonische Strukturen herausarbeiten, sind in Düsseldorf ebenfalls zu sehen.

Der in Düsseldorf und Bordeaux lebende Bildhauer Philipp Röcker erhält den Förderpreis der Ausstellung. Mit seinen minimalistischen Skulpturen aus Gips, Ton, Holz, Beton, Bronze oder Aluminium will er "dem Raum Volumen geben". Wie das geht und aussieht? Hingehen, anschauen.

Ausstellungsleiter Michael Kortländer jedenfalls ist mit der Schau schon jetzt zufrieden. "Die Erfolge der letzten Jahre haben die Ausstellung auf den Weg zu einem der bedeutendsten Düsseldorfer Kunstereignisse geführt und ich bin sicher, dass wir auch 2019 wieder eine tolle Ausstellung präsentieren werden." Na dann: viel Erfolg.

"Die Große" ist noch bis zum 4. August 2019 im Kunstpalast in Düsseldorf zu sehen. Zur Ausstellung ist auch ein Katalog mit Illustrationen der Werke erschienen (Franz Schmidt, "3 Waschmaschinen", 2018).

Stand: 28.06.2019, 08:00 Uhr