Weihnachten kann kommen: "Aufbrüche" im Kolumba Köln

Weihnachten kann kommen: "Aufbrüche" im Kolumba Köln

Von Thomas Köster

In seinen Jahresaustellungen kombiniert das Kölner Kolumba spielerisch alte und neue Kunst. Da ist freies Assoziieren erlaubt. Das neue Motto "Aufbrüche" etwa eignet sich hervorragend, um die Weihnachtsgeschichte nachzuerzählen. Und den ganzen Rest, finden wir. Und haben es versucht, in 24 Türchen.

Aufbrüche, Jahresausstellung Kolumba, Köln 2019 (Ausstellungsansicht)

"Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. So zog auch Josef von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete." (Telefon, Modell OB 33 DRP, Nebenstellenapparat mit Kurbelinduktor, nach 1933).

"Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. So zog auch Josef von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete." (Telefon, Modell OB 33 DRP, Nebenstellenapparat mit Kurbelinduktor, nach 1933).

"Als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn im Stall in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war." (Marek Poliks, "Interdictor", 2017-2019).

"In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr." (Johann Wolfgang van der Auvera, "Kopf der Muttergottes und des Engels von einer Verkündigungsgruppe", o.J.).

"Der Engel sagte zu ihnen: 'Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.'" (Michael Buthe, "Ohne Titel", 1969).

"Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: 'Ehre sei Gott in der Höhe / und Friede auf Erden / den Menschen seines Wohlgefallens.'" (André Philip Lemke, "Circus 3001", Stahl, Zirkuslampen, Sägemehl, Zirkusmusik).

"Und es geschah, als die Engel von ihnen in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: 'Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat!'" (Kolumba, Treppenhaus von Peter Zumthor, 2007).

"So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde." (Ausstellungsansicht).

"Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen." (Jeremias Geisselbrunn, Muttergottes mit Kind vom Marienaltar in St. Kolumba, um 1650).

"Als Jesus geboren war, kamen Sterndeuter aus einem Land im Osten nach Jerusalem. 'Wo finden wir den König der Juden, der kürzlich geboren wurde?', fragten sie. 'Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind hergekommen, um ihn anzubeten.'" (Michael Buthe, "Die Heiligen Drei Könige", 1989)

"Als König Herodes davon hörte, geriet er in Bestürzung und ganz Jerusalem mit ihm. Er befahl alle Hohen Priester und Gesetzeslehrer des jüdischen Volkes zu sich und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden sollte. 'In Betlehem in Judäa', erwiderten sie, 'denn so ist es in der Heiligen Schrift durch den Propheten vorausgesagt.'" (Konrad Kuyn zugeschrieben, "Die Vier Gekrönten", Köln, nach 1445,)

"Dann schickte Herodes sie nach Bethlehem. 'Geht, und erkundigt euch sorgfältig nach dem Kind', sagte er, 'und gebt mir Nachricht, sobald ihr es gefunden habt, damit ich auch hingehen und ihm die Ehre erweisen kann.'" (Bernhard Leitner, "Soundcube", 1970/2008)

"Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie bei seinem Aufgang beobachtet hatten, zog vor ihnen her, bis er schließlich genau über dem Ort stehen blieb, wo das Kind war."

"Als sie den Stern sahen, kam eine sehr große Freude über sie. Sie gingen in das Haus und fanden das Kind mit seiner Mutter Maria. Da warfen sie sich vor ihm nieder und erwiesen ihm die Ehre. Dann holten sie ihre mitgebrachten Schätze hervor und legten sie dem Kind hin: Gold, Weihrauch und Myrrhe." (Mirei Takeuchi, "Halskette Libellenflügel", 2010, Eisen und Edelstahl).

Auch was danach kam, steht in der Bibel: Wunder und Segnungen ("Manderscheid-Stundenbuch", um 1515), …

Letztes Abendmahl (Jürgen Paatz, "Ohne Titel", 1973), …

Tod für unsere Sünden (Hanns Lamers, "Kruzifix", 1947), …

Drei Tage Abwesenheit (Jannis Kounellis, "Tragedia Civile (Bürgerliche Tragödie)", 1975/2007, …

Auferstehung (Frederic Kraul, 6 Jahre, "Ain Labirint", 2017), …

Mission der Jünger in verschiedenen Zungen und in der Vielfalt "fremder Sprachen, wie es der Geist ihnen eingab" (Andor Weininger, "De Stijl-Komposition", 1924), …

Himmelfahrt der wichtigsten Beteiligten ("Rocket Racer", 1960er Jahre), …

Stellvertreterschaft Gottes auf Erden (Jan Thorn-Prikker, "Violette Kasel", um 1927).

Und irgendwann: das Jüngste Gericht. Mit Paradies (Nie Pastille, "Morgen", 2018), ...

... und ewiger Verdammnis (Meister der Ursula-Legende, "Jüngstes Gericht", Köln um 1500).

Die Jahresausstellung "Aufbrüche" ist bis Ende August 2020 im Kölner Diözesanmuseum Kolumba zu sehen. Ein Besuch lohnt sich also auch nach Weihnachten unbedingt (Norbert Prangenberg, "Ohne Titel", 1997).

Stand: 08.12.2019, 08:00 Uhr