Die Geschaeftsstelle vom Deutschen Presserat hat seinen Sitz in Berlin

Presserat spricht 13 Rügen aus

Stand: 09.09.2022, 18:22 Uhr

Der Deutsche Presserat hat 13 Rügen gegen Redaktionen ausgesprochen, unter anderem wegen eines falschen Zitats, eines Interessenkonflikts oder der Vorverurteilung von Verdächtigen.

Das teilte am Freitag das Gremium der freiwilligen Selbstkontrolle der gedruckten Medien mit. Vier Rügen erhielt die "Bild"-Zeitung und ihr Online-Auftritt. In einem Fall wurde demnach ein Gerichtsurteil verfälscht dargestellt und der Verurteilte durch die mehrfache Nennung seiner Nationalität diskriminiert. In einem anderen Fall bezeichnete Bild.de vier Verdächtige als "Brandstifter" und verletzte damit laut Presserat die Unschuldsvermutung.

Einen gravierenden Interessenkonflikt stellte der Presserat bei "Frankenpost" und "Nordbayerischem Kurier" fest: Eine Autorin hatte für die Tageszeitungen die Kritik eines Oberbürgermeisters an einer Klinikleitung kommentiert, obwohl sie parallel als Redaktionsleiterin der Patientenzeitung des Klinikums tätig ist. Die Redaktionen hätten dies zumindest offenlegen müssen. Weitere Rügen gingen unter anderem an die "Rheinische Post" wegen Schleichwerbung und an "Tagesspiegel.de" wegen der Verwendung eines falschen Zitats.