Leitfaden zum kolonialen Erbe für Museen

Dr. Wiebke Ahrndt, Direktorin des Überseemuseums

Leitfaden zum kolonialen Erbe für Museen

Mit einer "neuen Ethik" soll das koloniale Erbe in deutschen Museen aufgearbeitet werden.

Der Prozess müsse glaubwürdig sein, sagte der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne, bei der Vorstellung eines überarbeiteten Leitfadens zum "Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten". Es müsse nach neuen Maßstäben beurteilt werden, wie Museen und Sammlungen zu ihren Kunstobjekten gelangt seien. Dies seien ethische, nicht juristische Fragen.

Es gebe kaum ein Museum ohne solche Objekte, sagte Wiebke Ahrndt, Direktorin des Bremer-Übersee-Museums, die den Leitfaden federführend betreut hat. Die genaue Zahl der Objekte aus kolonialen Zusammenhängen in den Museen sei nicht zu beziffern. Sie wies aber darauf hin, dass in vielen Herkunftsgesellschaften die Frage der Restitution keine große Rolle spiele. Es gehe meist um Kontakt, Wissensaustausch, Einblicke und Zusammenarbeit.

Stand: 23.02.2021, 14:22