Neues Gutachten: Mondrian-Werke gehören Kaiser-Wilhelm-Museum

Vier Bilder des Malers Piet Mondrian im Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld

Neues Gutachten: Mondrian-Werke gehören Kaiser-Wilhelm-Museum

  • Geschichte der Mondrian-Bilder nicht ganz geklärt
  • Stadt Krefeld sieht sich mit Gutachten bestätigt
  • Erben fordern Bilder zurück und Entschädigung

Im Streit um die vier Mondrian-Bilder des Kaiser-Wilhelm-Museums hat die Stadt Krefeld jetzt mehr Klarheit über die Besitzverhältnisse der Werke. Ein am Dienstag (02.07.2019) veröffentlichtes Gutachten hat ergeben, dass das Museum die Bilder rechtmäßig besitzt.

Anders sehen das die Angehörigen des Mondrian-Erbes. Ihrer Meinung nach seien die Bilder von dem Museum weder erworben worden, noch habe der niederländische Maler dem Museum die Bilder geschenkt.

Rätselhafte Herkunft der Mondrian-Werke

Tatsächlich konnte das Krefelder Museum bisher nicht nachweisen, dass es 1929 die Bilder erworben oder geschenkt bekommen hat. Und auch das neue Gutachten konnten das nicht eindeutig klären. Es gibt keine Kaufbelege, keine Schenkungsnachweise und eine nur sehr unzureichende Dokumentation in den Inventarlisten.

Die Gutachter fanden aber unter anderem einen Brief des niederländischen Malers an einen Kunden. Darin erklärt er, er habe keine Bilder in Deutschland, die er verkaufen könne. Für die Stadt ein wichtiger Hinweis, dass er die Krefelder Bilder entweder verkauft oder verschenkt hat. Ob an das Museum, oder seinen damaligen Leiter persönlich, lasse sich nicht lückenlos nachvollziehen.

Es sei wahrscheinlich, dass die Bilder 1929 für eine geplante Ausstellung nach Krefeld kamen, die allerdings nie stattfand.

Bilder mehr als 60 Jahre lang nicht zurück gefordert

Die Stadt argumentiert, Mondrian selbst und auch sein 1987 verstorbener Erbe hätten die Bilder nie eingefordert, obwohl bekannt war, dass die Bilder in Krefeld sind. Unter anderem seien sie in internationalen Ausstellungen gezeigt worden. Deshalb sei – so die bisherige Haltung – es wahrscheinlich, dass der niederländische Künstler dem Museum die Arbeiten geschenkt habe.

Die Gegenseite steht auf dem Standpunkt, dass Mondrian als von den Nazis als "entartet" verfemter Künstler aus seinem Exil in den USA schlicht keine Möglichkeit gehabt habe, die Werke zurück zu fordern. Und sein Erbe, Mondrians Freund, Harry Holtzman, habe von den Bildern nichts gewusst. Auch das, können nicht stimmen, sagt die Stadt: Zu Mondrian wurde 1957 ein Werksverzeichnis erstellt, in dem die Krefelder Bilder gelistet sind. Es sei undenkbar, dass Holtzman dieses Verzeichnis unbekannt geblieben sei, dem er schon aus urheberrechtlichen Gründen habe zustimmen müssen.

Umstrittene Bilder sind Millionenschwer

Für die Stadt Krefeld geht es bei dem Streit, der seit 2011 schwelt, neben dem guten Ruf ihres Museums um Millionenbeträge. 2015 wurde ein Mondrian für rund 45 Millionen Euro versteigert und die Erben wollen nicht nur, dass das Museum die Bilder heraus gibt, sie fordern auch eine Entschädigung für die weggetauschten Bilder.

Stand: 02.07.2019, 17:31