Kritik an Nelly-Sachs-Preis für Kamila Shamsie

Kamila Shamsie

Kritik an Nelly-Sachs-Preis für Kamila Shamsie

Die pakistanisch-britische Schriftstellerin Kamila Shamsie erhält den Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund. Das wurde am Dienstag (10.09.2019) bekanntgegeben.

Die Verleihung stößt auf Kritik. Die Schriftstellerin soll im vergangenen Jahr in einer E-Mail an einen israelischen Verleger geschrieben haben, sie wolle nicht, dass israelische Verlage ihre Bücher drucken.

Autorin wolle Israel nicht unterstützen

Das soll sie damit begründet haben, dass sie sich nicht gegen die palästinensische Zivilbevölkerung stellen wolle. Die rufe dazu auf, nicht mit Organisationen zu kooperieren, die mit dem israelischen Staat verbunden seien. So wird sie seit über einem Jahr auf der Internetseite der israelkritischen BDS-Bewegung zitiert.

Das ist die BDS-Bewegung

BDS steht für "Boykott, Desinvestment und Sanktion". Die Bewegung wurde 2005 von mehr als 170 palästinensischen Organisationen gestartet und wird von zahlreichen Organisationen und Einzelpersonen weltweit unterstützt. Zu den zentralen Forderungen des BDS gehört, so lange Waren und Dienstleistungen aus Israel zu boykottieren, bis die Besetzung "allen arabischen Landes" beendet sei.

Jury habe Äußerungen nicht gekannt

Die Stadt Dortmund wollte sich am Dienstag dazu noch nicht äußern. Kulturdezernent Jörg Stüdemann gab an, dass diese Äußerungen der Jury nicht bekannt gewesen seien. Sie stünden aber im Widerspruch zu den Zielen des Preises. Erst im März hatte der Rat der Stadt Dortmund eine Grundsatzerklärung gegen Antisemitismus beschlossen.

In der Begründung der Jury heißt es, mit Kamila Shamsie werde eine Schriftstellerin geehrt, deren Romane auf vielfache Weise Brücken schlagen. Kamila Shamsie wurde 1973 in Pakistan geboren und lebt im Wechsel in London und Karatschi.

Preis für Völkerverständigung

Mit dem Nelly-Sachs-Preis ehrt die Stadt Dortmund alle zwei Jahre Persönlichkeiten, die herausragende schöpferische Leistungen auf dem Gebiet des literarischen und geistigen Lebens hervorbringen und zur Verbesserung der kulturellen Beziehungen zwischen den Völkern beitragen. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert und wird am 8. Dezember verliehen.

Stand: 10.09.2019, 17:35